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Die Stimme · 1935-06-28 · Heft 461 (28.6.1935) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 461 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ITr. '491 — SS. Juni 1935 Dil STIMME SeTlö 7 JÜDISCHER KALENDER 28. Juni bis 4. Juli 1935 27. Siwan bis 3. Tamus 5695 Freitag (28.) Sabbath-Elngang.8 Uhr Samstag (29.) Sabbath-Ausgang.9 Uhr Wochenabschnitt; Schelach-Lecha Zionistische Ortsgruppe Graz In Graz fand anläßlich der Kongrcßwahlen Samstag, den 15. Juni, im Saale der Kultus- Gemeinde die erste Wählorversamrolung statt. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden, Herrn Elias Grün sch lag, der in tiefbewegten Worten unseres unvergeßlichen Schmarjahu Lovin gedachte, ergriff als erster Redner der Vorsitzendestellvertreter der Zionistischen Ortsgruppe Graz, Herr Dr. Adolf L i c h I, e n s t e i n, da,s Wort. Er gab zuerst einen historischen Überblick über die Entstehung und Leistungen der Zionistischen Weltorganisation, die zu zerstören nunmehr das Bestreben der Revisionisten sei. Hier gibt es nur eine Antwort: Bekenntnis zur Organisation. Mit dem Erwerb des Schekels sei es noch nicht getan. Man müsse die praktische, organisatorische und kulturelle Tätigkeit der Organisation unterstützen; man müsse die Einheit der Organisation über alles stellen, wie es der Allgemeine Zionismus mache. Auch der nächste Redner, Herr Vizepräsident Karl Schwarz, bekannte sich zu den Ideengängen des Allgemeinen Zionismus, wies darauf hin, daß die Allgemeinen Zionisten jahrzehntelang daß Rückgrat der Organisation gewesen seien und es heute mehr denn je bleiben müssen im Interesse des Gesamt judentums. Die Allgemeinen Zionisten haben nie ihren Zionismus an Bedingungen geknüpft. Bondern allerorts die zionistischen Interessen jals solche vertreten. Der letzte Redner, der Präsident der Israelitischen Kultusgcmeinde Graz, Herr Dr. Robert S o n n e n w a 1 d, beschäftigte sich , mit dem Problem der Linken im Zionismus und übte scharfe Kritik an deren Tätigkeit. Unser Zionismus sei eine Synthese zwiechen den Ideengängen Ilerzls und Achad Uaams und nur diese Synthese, die der Allgemeine Zionismus stets verfochten habe, sichere Iden Aufbau Palästinas und die Renaissance Unseres Volkes. Die zahlreich erschienenen Wähler dankten mit lebhaftem Beifall den Rednern. Tatsächlich hat die Schekelkampagne in Graz zu einem tvolien Erfolg1 geführt. Trotz der Abwanderung [von mehr als 80 Schebelzahlern und trotz, des heftigen Boykotts seitens der Revisionisten die zweimal verleumderische Flugblätter ver sandten, wurden insgesamt 4 66 Scheka lim verkauft, bo daß die Anzahl dev ver kauften Schekel um fast 10% die Schekel Unzahl des Jahres 1933 übersteigt. Dr. A. L. JÜDISCHER REISEDIENST Maltarska an der Adria 2 Wochen S 130*- VeSden, 2 Wochen S 122*- Bolaton, 2 Wochen S 117*- Akad. Sp.-Club „Briuth" Zlarin, die herrliche Adrialnsel bei Sibenlk 2 Wochen S 115*- lm Preise inbegriffen: Hin- und RQckfahrt, Unterkunft in 2- bis 3-Bettximmern, Verpflegung, Kurtaxe, Bad. Abfahrt jeden Sonntag früh. Anmeldungen und Auskünfte im Sekretariate, II., Praterstraße 15/13, Tel. R 48-1-26 B, Montag bis Freitag von 18 bis SO Uhr Für die Gleichberechtigung der Allgemeinen Zionisten, gegen den Klassenkampf und seine Förderer mmmmtsmamam n—iiimwiiii»—«i«ius—■■■uwiwsinwMwgMiin—■■»■eia———imib—■—n wählt am *. Juli: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Listenführer: Dr. Oskar Grünbaum stattfinden, kann man dieses Schwimmfest als eine Art von Generalprobe ansehen. Alle Wiener Vereine haben ihre besten Jugendschwimmer genannt, so daß man besonders spannende Kämpfe und bei dem hohen Stand der Leistungen des ötj f er reichlichen Nachwuchses auch sehr gute Resultate sehen dürfte. Wegen des großen Propagaudawertes dieses Sehwimmfestes hat der veranstaltende Verein einheitlich den Preis der Sitzplätze mit einem Schilling festgesetzt. Eotec&lcIfrroniK Ein Hähoah-Schwimmfest im Stadion Im Stadionbad, das sich wie kein zweites izur Abwicklung sportlicher Schwimmfesto eignet, findet Samstag, den 29. d. (Peter und Paul), um 5 Uhr nachmittags, ein vom »Schwimmklub „Hakoah“ veranstaltetes großes Meeting statt, das hauptsächlich den jungen Schwimmern Gelegenheit gibt, ihre Leistungs- Verbesserungen zu zeigen. Dadurch, daß eine _ Woche später in Mondsee die Jugend-1 m e i s t. e r s c h a f t e n von Österreich* Aufruf der Kultusgemeinde Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und die Zentralkommission für soziale Fürsorge wenden sich an die Mitglieder der Wiener Kultusgemeinde um Förderung ihrer diesjährigen Aktion ,.Kinder aufs Lan d“. Nach entbehrungsvollen Monaten naht wieder die Zeit, die für viel Tausende armer Kinder und ihre Eltern, sei es auch nur für wenige Wochen, Freude und Erlösung aus dumpfer, drückender Not bedeuten kann — wenn gute Menschen sich ihrer Pflicht, zu helfen, bewußt sind. Nur wer unmittelbar mit den Kindern in Berührung steht, die sich ein ganzes Jahr lang auf ihre Aufnahme in eine Ferienkolonie freuen, kann ermessen, wie groß das Glück ist, das man diesen Kindern bereitet, wenn sie aufgenommen werden, wie ungleich größer aber die Enttäuschung, wenn sie zurückgewiesen werden müssen.; Die jüdische Gemeinde tut, was in ihren Kräften steht; durch eine hochherzige Stiftung der seligen Eduard und Rosa Gottlieb war es in diesem Jahre möglich, ein eigenes zweckdienliches Kinder - Erholungsheim in Payerbach-Küb zu erwerben, das nach seiner Ausgestaltung weit mehr als 400 Kindern einen idealen Sommeraufenthalt bieten könnte. Allein die Kostenaufbringung für dieses Heim sowie für andere Vorkehrungen — im Vorjahre wurden mehr als 2500 jüdische untererährte, d u rchEntbehrun gengeschwächte Kinder der Erholungs- Fürsorge zu geführt — bereitet schwerste Sorge, wenn die Aktion auch durch das im Aufträge der Regierung arbeitende Kinder - Ferienwerk der Vaterländischen Front und das J u g e n d h i 1 f s w e r k der Gemeinde Wien in dankenswerter Weise unterstützt wird. Der Kultusvorstand appelliert deshalb an die immer und auch in Zeiten schwerster wirtschaftlicher Not bewährte ( Hilfsbereitschaft der Wiener Judenschaft und bittet sie, mitzuhelfen, damit arme Kinder, deren junges Leben ohnehin von so wenig Glück und Freude erfüllt ist, wenigstens vier Wochen lang J u g e n d g 1 ti c k, Freude und Sorglosigkeit genießen können. Alle, die zu diesem Werke der Nächstenliebe beitragen, werden für ihre eigene Erholung von sorgenvoller Arbeit das beseligende Bewußtsein mitnehmen, ihre MenschenpfUcht erfüllt und mitgeholfen, zu haben, Tausenden armen jüdischen Kindern einige Wochen ungetrübten Glückes zu schaffen. Spenden werden an die Fürsorge-Zentrale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien,?., Seltenstettengasse 2 (Postsparkassenkonto B 29-659) erbeten. Pension Eckstein - Die Hakoah'Schutzhütte auf dem Semmering Wie wir bereits kurz berichtet haben, fand Donnerstag. den 20. Juni, die feierliche Grundsteinlegung zur Hakoah-Schutzhütte auf dem Semmering statt. Es war eine schlichte, aber sehr eindrucksvolle Feier, wie dies der Rat der Stadt Wien, Dr. Jakob Ehrlich, in seiner Rede auf dem Festbankett bemerkte. Auf dem zwischen herrlichen Tannen und Fichten und Wäldern eingebetteten, mit blau-weißen Fahnen geschmückten Festplatz, der sich nur wenige Gehminuten vom bekannten Hotel Panhaus befindet, hatte ßich eine zahlreiche Gemeinde versammelt. Hier hielt Oberrabbiner Doktor Feucktwang eine Ansprache, in der er zunächst die Hakoah zu der Errichtung der Schutzhütte beglückwünschte und darauf hinwies, daß diese Leistung der Hakoah auch symbolisch zum Ausdruck bringe, wie der jüdische Sport kraftvoll zur Höhe strebe. Das Werk der 'Hakoah verdient gerade heute, da diese herrlichen Berge, Wiesen und Täler, die von dem' Schöpfer allen Menschen und auch' uns geschenkt worden sind, von einzelnen als;jb£,Privileg; betrachtet; werden, besondere Anerkennung.. Die physische Ertüchtigung der jüdischen Jugend, 'der sich die Hakoah mit größter Hingabe widmet, verdiene die gleiche Würdigung wie die geistige Betätigung. Nachdem die Vertreter der Judenschaft unter die in hebräischem Text gehaltene Urkunde ihre Unterschriften gesetzt hatten, senkte Oberrabbiner Dr. Feucht-wang die Rolle mit der Urkunde in die Tiefe der Erde. Mit kräftiger Hand führte er auch die ersten Spatenstiche. Damit war der Einweihungsakt vollzogen, nachdem noch vorher Dr. Menkes im Namen der Hakoah und Chefarzt Doktor Hecht im Namen der Sommeringer Judenschaft die Errichtung der Schutzhiittc begrüßt hatten. Die hübsche Feier fand in einem Festbankett am Nachmittag ihren Abschluß, in dessen Verlauf der Vizepräsident der Kultusgcmeinde, Dr. Löwenherz, finanzielle Unterstützung durch die Wiener Kultusgemeinde versprach. Überaus herzliche Worte sprach der Rat der Stadt Wien, Dr. Jakob Ehrlich, der zunächst auf die Bedeutung der Entwicklung der jüdischen Sportbewegung für die Renaissance des jüdischem Volkes blmvies und dann erinnerte, daß es auch heute noch merkwürdigerweise Juden gebe, die es noch immer nicht verstanden haben, daß ein schöpferischer Zusammenschluß von freien Menschen zu freiem Schaffen keine Absonderung und kein Ghetto bedeute. Die Hakoah habe in dieser Beziehung Pionierarbeit geleistet. Früher einmal lebten wir im den Ghettos, ohne Luft, ohne Sonne. In dieser Beziehung habo sich wohl einiges zum Besseren gewandt. Aber nun sind es wieder die Menschen, die alles Häßliche und alle Qual wieder über die Menschen bringen wollen, und zwar überallhin, biß in die höchsten Berge in Gottes Natur. Daher sei das Bestreben, die jüdische Jugend aus der dumpfen Luft des Studtkaffeehauscs im die freie Natur zu führen, anerkennenswert. Dr. Ehrlich versicherte schließlich, sich auch für die Unterstützung durch die Gemeinde Wien einzusetzen. Noch einmal ergriff Oherrabbiner Dr. Feuditwang Jüdisches Kinderheim „Atid" ln Seebonstein (Pittental), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, ständige ärztliche Aufsicht, individuelle pädagogische Beeinflußung, vorzügliche rituelle Verpflegung, Sport, Gymnastik, Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspauierstraßc 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3 bis 6 Ühr. Tel. A 26-3-73. TcafydcasleH dec Stimme Hier antwortet die Redaktion: Herrn S. N., Wien III.: Die Aufnahmebcsfciiumungen für das Hebräische Technikum iii Haifa sind folgende: Personen, die das 17. Lebensjahr beendet. haben, können im Technikum aufgenommen werden, sofern sic ein Reifezeugnis besitzen, das zur Immatrikulation an einer Hochschule des Landes berechtigt, in dem der Schüler sein Examen abgelegt hat. Der Student muß seine Originalzeugnisse vor Beginn des Schuljahres einreichen. Die Studiengebühren betragen LP 24 jähr-* lieh. Bei der Aufnahme bezahlt der Student LP 8. Der Rost kann auf die folgenden Monate verteilt werden. Ausländische Studenten, die im Technikum aufgenommen werden wollen und auf Grund einer Anforderung seitens des Technikums einreisen, haben folgende Unterlagen beizu-: bringen: . . a) Prüfungszeugniß im Original oder in be-? gläubigter Abschrift. b) Eine beglaubigte Erklärungder in Palästina lebenden Eltern oder Vormünder odozi Garanten, die dahingehend lautet, daß sio für den Lebensunterhalt des Kandidaten während seiner Studienzeit in Haifa sorgen wer-» den, so daß er der Öffentlichkeit und dem Technikum nicht zur Last fallen wird. c) Eine Kaution in der Höhe von LP 15 in barem Geld. Nach Beendigung des Studiums erhält der Student diesen Betrag zitrückgezahlt. d) LP 1 für Einschreibegebühr und Aus-« gaben bei Besorgung der Einwanderungsen-, laubnis. e) LP 8 als erste Rate der Studiengebühren. Herrn D. S., Wien II.: Die Einreiseerlaubnis auf Grund der Kategorie A 4 „Rentenempfän*^ ger“ erhalten Personen, die eine Rente von mindestens LP 4 von einer öffentlichen Institution beziehen. Ein etwaiges Arbeitseinkom-i men bleibt dabei unberücksichtigt. Herrn M. B., Wien II.: Die mittleren Jahrestemperaturen sind je nach . Höhenlage und! Entfernung vom Meer verschieden. In den Küstenzone beträgt die mittlere Jahrestemperatur 20 Grad, in Jerusalem 17 Grad, am’ Toten Meer 23 Grad. das Wort und' erinnerte daran, daß er zum erstenmal in seiner Rabbinerlaufbahn einen! sportliche^ Einweihungsakt vollziehe. Er gab' seiner besonderen Freude Ausdruck, daß ihm dieser Tag die Bedeutung des jüdischen Sportes besonders nahegebracht hat. Nach weiteren Ansprachen des Präsidenten der Hakoah, Glücksmann, im Namen des Sportklubs, des Vorsitzenden des Ski- und Touristenklubs Hakoah, Hugo K o h n, des eigentlichen Initiators der Schutzhütte, des Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Graz, Sch w a r z, des Vertreters der Kultußgemeindej Salzburg, Dr. Schwarz und Dr. Stern gels (Semmering), fand die hübsche, eindrucksvolle Feier ihr Ende. Die Schutzhütte wird nach den Planen des Architekten Philipp Diamantstein ern richtet und für etwa 70 bis 80 Personen Raum bioten. Die Eröffnung der SchufzhiUto soll bereits Ende Juli erfolgen. Die Arbeit des Keren Kajemeth Verrechnung der Krenienezky-Aktion. Alle Besitzer von Sammelbogen, Krcmcnczky- Dunnm-Bogen. werden gebeten, mit dem Keren Kajemeth zu verrechnen. Büchsenleerung des Keren Kajemeth: Die Juni-Btichsenleerung findet in der Zeit bis Ende Juni 1935 statt. Die Büchscninhaber werden daran erinnert, daß nur denjenigen Personen die Leerung ge- Zionistische Bezirkssektion Prater, Restaurant „Zum DER XIX. Dienstag, den 2. Juli 1935 um 1/2 9 Uhr abends: Dr. Oskar Grttnbaum, President des Züon. Landesverbandes, Frau Dr. Sofie Lbwenbtiü, Präsidentin dar W||0 OiUrrelch, und Dr. N. Fray: ff

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