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Die Stimme · 1935-06-28 · Heft 461 (28.6.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 461 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sofia 4 DIE STIMM« RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 6 80 aulw.) fechterin. Nichts beweist dies klarer uml schöner als der letzte Pakt mit der Jüdi sehen Partei. In keinem Lande wäre einer Sozialdemokratie eingefallen, m i t einer bürgerlichen Gruppe zu paktieren. Die tschechische Arbeiter Partei ist aber nicht belastet mit orthodoxen Bedenken, nicht mit Theorien und Dogmen sondern es geht ihr eben um die Demo kratie. die sie unter allen Umständen verteidigen bereit ist. Sie gestattete de Jüdischen Partei im Wahlpakt absolut Freizügigkeit in jüdischen u n auch in wirtschaftlichen Din gen — das Letzcre wird einem ausländ sehen Betrachter ganz unwahrscheinlich dünken — sie erlaubte ohne weiteres, daß sich die zwei gewählten jüdischen Abgeord neten zur jüdischen Nation beken nen — also alles eher denn Terror oder Gewissenszwang. Es kann sich für das Welt Judentum nicht schlecht auswirken, wenn in der Mehrheit des tschechoslowakischen Parlaments auch jüdische Kammermitglieder sitzen, in jener Mehrheit, die zum Beispiel den Außenminister Dr. Benes nach Genf entsendet. Da-s jüdische Volk hat diesen Sinn der Wahlen, diesen harten Kampf um demo kratische Realitäten begriffen und ist, bi* auf geringe Ausnahmen, mit der Jüdischen Partei gegangen. Von böswilliger, insbe sondere von revisionistischer Seite wird ge sagt, daß die Wahlen das Judentum zer PENSION in bekanntesten Kurort, ältest am Platze, gut eingeführt, mit großen Garten, für Arzt, auch aussichtsreiche Existenz bei Führung einer koscheren Küche, sofort zu übernehmen, ist zu verkaufen. Unter, „Tadelloses Objekt“ an die Adm. d. BI. splittert haben. Ein Blick auf die Wahlergebnisse beweist das Gegenteil und gerade die Revisionisten haben am wenigsten einen Grund, die Reinheit jüdischer politischer Prinzipien zu verfechten, da ihr Mitglied Dr. Sp i e g e 1 bei der Gewerbe partei kandidierte, Stimmen an sich zog. aber — das versprochene Mandat nicht bekam. Die Agrarier traten, wie immer, auch diesmal als Werber und Interessenten für jüdische Stimmen in Karpathorußland auf, das ein geeignetes Gebiet zu Kampagnen ist, die man noch aus der Geschichte des alten Österreich kennt. Auch die Agrarier gaben ihren Getreuen, den A g u d i s t e n, kein Mandat, und das Ergebnis aller dieser Bester Weekend- und Tourenprovianf BERNAMBERNA demissioniert. Er erklärte, daß der 1 Wahlpakt mit der tschechischen Sozial demokrat.ie für ihn untrag ba r sei. Wir hoffen, daß Margulies über kurz oder lan. zur aktiven Arbeit wieder zurüokkehrcn wird. Ein weiteres Fazit haben die Wahlen noch gebracht: die Deutschliberalen haben endgültig ausgespielt. Der Typus des deutschen Juden hat in der tschechoslowa kischcn Politik aufgehört zu existieren. Die Wahlversammlungen dieser jetzt schon sagenhaften Partei in Prag und in der Pro vinz waren vom jüdischen Standpunkt aus ein wahrer Jammer. Die Herren, die ihr Deutschtum in Ermanglung einer arischen Großmutter doppelt laut betonten, ern teten Hohn und Spott bei den Deutschen die heute durch H e n 1 e i n repräsentiert werden, und man konnte ihnen als Zionist nicht einmal helfen. Herr Dr. Bacher, dessen .,Bohemia“ sogar in Deutschland lieb Kind ist, kann jetzt in der vorzeitigen politischen Peusion über den Begriff deutscher Treue nachdenken. Daß Herr Konrad Henlcin, seines Zeichens Turnlehrer in Asch, die deutsche Minderheit dieses Staates im Sturm nehmen konnte, ist ein sehr trauriges Zeichen der Zeit und ein weiterer Beweis dafür, daß die nationalsozialistischen Methoden auch jen seit-s der Grenze ziehen. Die jüdische Kaufmannschaft, die Ärzte und Anwälte klagen über den beginnenden Boykott in den nordböhmischen und nordmährischen Randgebieten. Man erwartet von der Regierung energische Maßnahmen gegen den getarnten Nationalsozialismus. * * Nachbemerkung der „Stimm e“: Die Ausführungen unseres Mitarbeiters, der iner der aktivsten Zionisten in der Tschechoslowakei ist, können nicht als .schlüssig genug angesehen werden, um das Abkommen mit der tschechischen Sozialdemokratie zu rechtfertigen, die bei aller Würdigung ihrer Stellung zu den jüdischen Dingen nach außemhiin doch immer als marxistische Partei gilt. Die Juden haben früher besonders in Böhmen und Mähren den Deutschliberalen Wahlhilfe geleistet und sind froh gewesen, wenn sie irgendwo — etwa in Reichenberg — ein Handelskammermandat zugewiesen erhielten. Diese Erfahrungen haben unter anderem den bekannten Aufsatz Herzls „Jagd Böhmen“ veranlaßt. Wenn jetzt die Anlehnung an die tschechische Sozialdemokratie die einzige Konzession jüdischnationaler Anschauung sein soll, dann pricht dies eher für eine Panikstimmung. Überall in der Welt wird vom radikalen Antisemitismus die geistige und politische Verwandtschaft zwischen Judentum und Sozialdemokratie behauptet und zu politischen Aktionen, zur Ausschaltung des Judentums verwendet. Für diese antijüdische Theorie liefert mm eine nationaljüdische Stelle eine gewisse Stütze. Es ist ein Eardinalgrundsatz des Zionismus, daß das Judentum unter allen Umständen aus der Position zwischen den Völkern und Parteien herausgeführt werden muß. Genau dieselbe Argumentation, daß die Juden zu schwach sind und deshalb mit anderen kooperieren müssen, hat uns in Österreich dazu geführt, daß die Masse der Sozialdemokratie naehgelaufen ist und sich begeistert für Zollunion und Anschluß exponiert hat. Das gleiche war in Deutschland zu beobachten, und für vieles, was dort seit 1933 geschehen ist, liegt in dieser Erscheinung eine Begründung. In der Tschechoslowakei war nur möglich, den Kampf gegen die Quorum-Bestimmung aufzunehmen, trotz der üblen Nachbanschaft derr Gajda-Faischißteu. Es war bei der Regierung geltend zu machen, daß hier eine gegen den Friedens vertrag verstoßende Beeinträchtigung der Minderheitsrechte vorliegt. In zweiter Linie bot sich das Wahlvartell mit der polnischen und ungarischen Minderheit. War auch dies nicht möglich, dann mußte die Jüdische Partei das Risiko der Niederlage auf sich nehmen und in den Kampf gehen. Sie hat ohne Wahlkampf nicht weniger als 80.000 Stimmen aufge bracht, was für die tschechische Sozial demokratie immerhin eine ansehnliche Stärkung bedeutete, und ihr wahrscheinlich zwei Mandate brachte. Doch ist zugleich das Mißliche geschehen, daß Juden in den deutschen Gegenden gezwungen wurden, für eine tschechische Partei zu stimmen. Ist daß nicht eine Versündigung gegen jedes jüdische Interesse? Es ändert wenig an diesem Schaden, daß Revisionisten und Agu dis teil betrogen worden sind ... Immerhin, die Wahlen sind vorbei und die Juden haben in den bewährten und angesehenen Dr. Goldstein und Dr. Kugel ihre Vertretung erhalten. Für die Zukunft aber wird die Jüdische Partei ihre Beschlüsse nicht allein fassen können. Es gibt im Judentum keine inneren Angelegenheiten und was in einem Lande geschieht, kann jederzeit für ein anderes Land ein Präjudiz oder Präzedens sein. Es ist ein schwerer Mangel in unserer nationalen Organisation, daß es keine Stelle gilbt, an der die natio nalen Interessen der „Juidentümer“ miteinander in Harmonie gebracht werden. Die „Weisen von Zion“ «sind eine elende Fälschung; aber die Idee ist nicht so schlecht. „PENSION LANDAU" orth. “UP 3 Bafatonszäszö Erzsebet-Park (Amerika, Kanada Villen). In der nächsten Nähe vom Plattensee bei der Station. Sehr schöne Zimmer mit Blick auf den See. 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So war es immer und. so wird cs immer sein. Für Leute, die etwas können, gibt eg keinen Arierparagraphen. Das gilt in er* ster Linie für den Reklamefachmann. Allei brauchen ihn. Der kleine Kaufmann, der große Fabrikant, der Staatenlenker. Der eine vielleicht nur zweimal jährlich, der andere Tag und Nacht. Kein freier Bern! ist höher bezahlt als dieser. Wir erachten es daher als eine angenehm^ Pflicht, Eltern, Söhne und Töchter auf das Institut für Werbung und Verkauf in Wien' (Direktionssekretariat I„ Kohlmarkt 10) aufmerksam zu machen, das eine Gründung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft ist und die höchste Ausbildung von Reklamen fachleuten zum Ziel ba.t. Die Prospekte zeigen Julius Klinger als Leiter der Graphikklasse und als Leiter de? Reklameklasse Alfred O. Mendel (Werbe-. Mendel), — zwei Namen, die Programm un<$ Gewähr in einem sind. E Machenschaften ist, daß wieder nur die Jüdische Partei die Interessen der jüdischen Minderheit mit ihren 350.000 Köpfen wahrnehmen wird. Die gewählten Abgeordneten Dr. G o 1 d s t e i n und Dr. Kugel geben tatsächlich Gewähr, daß sich das politische Geschick der jüdischen Minderheit in reinen und ehrlichen Händen befindet und daß kluge Köpfe und kompromißlose Herzen dieses Geschick lenken werden. ❖ Der bisherige Obmann der Jüdischen Partei, Herr Dr. Margulies in Leitmeritz, hat zu Beginn der Wahlkampagne Suche für meine Schwester, hübsche Blondine, 32 Jahre alt, gebildet (Matura), bescheidenen Wesens, wirtschaftlich, wohlhabend, entsprech. EHEGATTEN Unter „Vorkriegssitten“ a. d. Administration Die deutschen Frontkämpfer in England London, 24. Juni. (Z. T. A.) Die Zeitung „Star“ führt aus, daß die jüdische Bevölkerung Englands auf den Besuch deutscher Frontkämpfer mit einem stummen Protest reagiert. Nur die zahlreiche Judenschaft von Brighton hat offen ihr Mißfallen über die Einladung der Deutschen in ihren Bezirk geäußert, wobei darauf hingewiesen wurde, daß die deutschen Juden, die für ihr Vaterland geblutet hatten, in einer schimpflichen Form aus dem deutschen Volksheer ausgeschlossen wurden. Kein Jude nahm an dem vom Bürgermeister von Hove in der Stadthalle den Deutschen gegebenen Empfang teil. Der frühere Bürgermeister von Hove und jetzige Stadtälteste Barnefct Marks, selbst ein Jude, erklärte dem Vertreter des „Star“, er sei Ehrenmitglied der British Legion und habe einen Sohn im Kriege verloren, aber als Jude habe er es nicht über sich bringen können, der Einladung des Bürgermeisters zur Teilnahme an dem Empfang der Deutschen Folge zu leisten. Er habe die an ihn ergangene Einladung mit den Worten beantwortet, daß er solche Besucher nicht bewirten möchte. Major Brunei Cohen, Schatzmeister der British Legion, der Jude ist, erklärte gegenüber einem Vertreter des „Jewish Chronicle“, er habe zugestimmt, daß eine Abordnung der British Legion, denn Vorschlag des Prince of Wales gemäß, sich mich Deutschland begibt, um den früheren Feinden „die Freundsohaftshand“ entgegenzustrecken. Aber von den 4000 jüdischen Frontsoldaten, die der British Legion angehören, werde keiner nach Deutschland gehen. Er, Major Cohen, selbst begebe sich nach Wien, um mit den dortigen Frontkämpfern in Kontakt zu kommen. Kluge Hausfrauen bevorzugen den delikaten, echten S c h w e i z e r-Käse, Marke „B ern a“. FRAUEN DER WIZO! Eure Präsidentin, Frau Sophie Löwenherz, kandidiert auf der Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. Euer Stimmzettel lautet daher: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. Llstenflihrer Dr. Oskar Grünbaum

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