Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 461 (28.6.1935)
- Date
- 1935-06-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMM! Kr. 361 - 28. Jun! iflSJ Tw : HOTEL BELLEVUE ~-= PORTSCHACH am WÖRTHERSEE Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung/Herrlichc Lage, direkt am See / Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser / Vorzügliche internationale Küche Volle Pension: Vor- und Nachsaison . . S 9- Hauptsalson.. S 12- Seebad und Garage frei / Geöffnet von Mai bisOktober / VerlangenSie Prospekte Nachtrag zur Wahlinstruktion (Hauptinstruktion) I. Jede Partei hat das "Recht, einen Stimmzettel anzufertigen, der aber unbedingt, den Bestimmungen der Wahlinstruktion genügen muß, das heißt, er hat den Namen seiner Liste und den Listenführer zu enthalten. Es wird den Parteien vorgeschlagen, das Format möglichst in der Größe t2X8 zu halten. Pie Hauptwahlkommission (4L W. K.) legt im Wahllokale einheitliche offizielle Stimmzettel auf, a.uf denen sämtliche wa.hlwerbende Parteien verzeichnet sind. Diese Stimmzettel sind durch Perforation voneinander geschieden. Der Wähler muß die ihm zusagende Liste abtrennen. Die Verwendung zweier oder mehrerer Abschnitte ist ungültig. Es liegt an den Parteien, die Wähler entsprechend aufzuklären. Im Falle der Gestattung von Stimmzettel- Verteilern durch die Behörde steht jeder Gruppe das Recht zu, Stimmzettelverteiler vor dem Wahllokale auf der Straße aufzustellen. In den Räumen des Wahllokales sowie auf den Gängen vor den Wahllokalen Mranfenbett ffitctfidttßt fefje nie S<me«b*u»n ist das Agitieren und das Stimmzett elverteilen strengstens verboten. Sollte einer ' Partei seitens der Behörde am Wahltag das Stimmzettelverteilen vor dem Wahllokale verboten werden, hat die H. W. K. nach Feststellung, ob die notwendigen Formalitäten seitens dieser Partei restlos eingehalten wurden, Verfügungen zu treffen, wonach allen Gruppen die gleiche Möglichkeit gegeben ist, Stimmzettel zu verteilen. Jede Gruppe hat, das Recht, bei jeder Wahlkommission je einen Strichler zu placieren. ferner dürfen Verbindungsmänner der einzelnen Parteien das Wahllokal betreten, insoferne sie den Wahlakt nicht stören. Die Strichler und Verbindungsmänner haben sich mittels einer von der H. W. K. ausgestellten Legitimation beim Vorsitzenden der Wahlkommission auszujweisen. Die H. W. K. wird für alle Parteien die behördliche Bewilligung zur Verteilung von Stimmzettel einholen. Die Kosten sind von allen Gruppen im Ausmaße der von ihnen angeforderten Legitimationen zu tragen. Die von den einzelnen Gruppen angeforderten behördlichen Legitimationen zur Ausfolgung an ihre Stimmzettelverteiler werden von der H. W. K. dann ausgefolgt, wenn die betreffende Gruppe die volle Bezahlung der ihr zur Verfügung gestellten Legitimationen geleistet hat. II. Parteilokale von Gruppen sind nach Tunlichkeit als Wahllokale auszuschalten. Im Falle ein Parteilokal als Wahllokal in Verwendung genommen werden muß, darf in den benachbarten Räumen kein Agitationslokal der betreffenden Gruppe sich befinden. III. Für jeden Wahlort wird durch die H. W. K. ein verantwortlicher Wahlleiter bestellt. Der von der H. W. K. bestimmte Vorsitzende übt seine Funktion nicht als Gruppenvertreter aus. Die betreffende Gruppe, die den Vorsitzenden stellt, hat das Hecht, in die Wahlkommission einen stimmberechtigten Vertreter zu entsenden. Dem Wahlleitcr steht eine Wahlleitung von zwei Kinder - Sommerparadies in Sauerbrunn, große moderne Villa inmitten eines auf einer Anhöhe gelegenen ausgedehnten (12.000 m*) parkähnUchen Gartens, vorzügliche Verpflegung und liebevollste Behandlung, ärztliche Aufsicht, Spiel und Sport, Badegelegenheit, eventuell Nachhilfeunterricht. Anfragen A 80-Ö-42 und A 87-168 ganztägig. bis sechs Milgliedern zur Seite. Die Allgemeinen Zionisten. Binjan Haarez, Judenstaatspartei, Misrachi und Radikalen Zionisten sind berechtigt, je einen stimmberechtigten Vertreter in die Wahlkommission zu entsenden. IV. Die Wahlen linden am Donnerstag, den 4. Juli 1035, in der Zeit von 17 Uhr bis 22 Uhr statt. V. Jeder Wähler muß persönlich in dem nach seiner Adresse in der Wählerliste für ihn zuständigen Lokal erscheinen. Der Wähler hat sich mit einem Personaldokument (Geburtsschein, Heimatschein, Trauungsschein, Reisepaß oder sonstiger amtlicher Legitimation) auszuweisen. Meldezettel und Schekclquittung allein genügen nicht als Wahllegitimation. VI. Besitzer von im Ausland gekauften Schekalim haben nach entsprechender Legitimierung da.s Recht, am 4. Juli 1935, in der Zeit von 17 Uhr bis 22 Uhr. am Sitze der H. W. K.. I., Marc-Aurel-Straße 5, ihr Wahlrecht auszuüben. Der Schekel ist in diesem Falle unbedingt vorzuweisen. Er wird nach erfolgter Wahl von der H. W. K. ungültig gemacht.. Bin Aufsoheinen des Wählers in der Wählerliste ist in diesem Falle unmöglich. VII. Geldbeträge, die für bereite abgolieferte Schekalim noch ausständig sind, müssen laut Zuschrift der Exekutive vom 13. Juni 1935, 15 Tage nach dem Abrechnungstag, das ist bis zum 28. Juni 1935. 20 Uhr, bei der Landestschekelkommiesion, I., MaTC-Aurel-Straße 5, ahgefüihrt werden, widrigenfalls getitene der H. W. K. so viele Mitglieder der betreffenden, mit der Bezahlung im Rückstand befindlichen Gruppe von der Wahl ausgeschlossen werden, als Schekel unbezahlt geblieben sind. Schekelzahler, die außerhalb des Ortes, in dem tue in die Wählerliste eingetragen sind, ihr Wahlrecht ausüben wollen, müssen eine von der H. W. J\. ausgestellte besondere Legitimation vorweisen, chic sie zur Ausübung ihres Wahlrechtes an dem betreffenden Orte berechtigt. VIII. Mitglieder der H. W. K. und der einzelnen Wahlkommissionen wählen vor Beginn der Wahl in ihren Lokalen. Die H. W. K. wird die Reklaniierung zeitgerecht, vornehmen. Die Hauptwatalkommission. Hebräische Konversation_ mit gebildeter, junger Dame gesucht. Freundliche Zuschriften unter „Zaira wealisa" an die Annoncen-Expedition Heinrich Braun, Wien, I., Strobelgasse 2 Programme und Programmfabriken Letzte Anmeldewoclie fiir die billige FERIEN - SONDERFAHRT nach Polen und Czemowltz am 7. Juli, 8*° Uhr, Nordbahnhof. Im Sonderschnellzug II. und III. Klasse, mit Platzkarten und Sammelpaß. — RÜCKFAHRT: 4. August, 1. und 15. September. Anmeldungen: Reisebüro „IRUT“, I., Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79 lief. S. Rosenkranz wert ist. Man lese nur die Ergüsse der. pseudo-allgemein-zioni'>ti.schen Presse, die schon daran war, den Weltverband der Allgemeinen Zionisten in den Himmel zu heben und ihn nun in Grund lind Boden schimpft, für „reaktionär“ oder gar für „gesprengt“ erklärt. Die Schekelzahler sollen wissen, woran sie sind. Bei uns in Wien koppeln die neugebackenen „Progressiven“ — nom de guerre für die Radikalen — mit Binjan Haare«. Damit allein ist die „Weltvereinigung . Allgemeiner Zionisten“ demaskiert. Die „Okkupation“ des Allgemeinen Zionismus durch die herrschende Partei im Zionismus ist. deklariert. Man findet es nicht einmal der Mühe wert, das z« verhüllen. Die Schekelzahler sollen e-s nur wissen: Wer Binjan Haarez, den Radikalen. oder dem Adolf S t a n d k 111 b seine Stimme gibt, treibt Wasser auf die Mühle der Arbeiterpartei, die den Fried e ns pakt niedergestimmt hat. Er hilft durch seine Stimme mit, den unerträglichen politischen und wirtschaftlichen Druck der Arbeiterpartei in Palästina zu verankern. Er hilft mit, den Zustand zu verewigen, daß die zionistische Jugend in Palästina ins linke Lager Die Auswahl an zionistischen Gruppen, die gerne Mandate zum Kongreß erlangen möchten, ist groß. Neue Programme werden trotz der Hundstagshitze neu geschaffen und alte Programme werden frisch geschminkt und neu frisiert.. Wenn es nicht so ‘ii* traurig um das jüdische Volk bestellt wäre, müßte man über diesen politischen Mummenschanz lachen. Es gehört wirklich eine starke Zumutung dazu, die Schekelzahler fürso dumm zu halten, daß sie dieses wichtigtuerische Treiben nicht durchschauen. Es ist aber immerhin interessant, einen Blick in die zionistisch-politische Kongreßwahlküche zu tun. Zunächst die Vorbereitungen. Sie dauern zwei Jahre. Durch zwei Jahre geschieht sozusagen nichts. Man sitzt in den Hinterstuben von Kaffee- oder Gasthäusern und gefällt sich darin, politische Betrachtungen zu pflegen. Ab und zu geht man ein klein wenig vor die Öffentlichkeit oder schreibt Artikel. Plötzlich aber ist die Beschaulichkeit zu Ende. Der Kongreß naht Ein Programm muß her! Ein Königreich für ein Programm! Wie macht man das? Man nimmt ein Talmudzitat, etwas Popper- Lynkeus, und sehr viel HerzI, und garniert das ganze mit Judenstaat. Dazu behauptet man noch, daß alle anderen Programme wertlos sind, daß insbesondere die größte zionistische Organisation in Österreich, die tagaus tagein zionistische Propagandaarbeit leistet, die Allgemein-Zionistische, „häßlich gestorben“ ist — und das alleinseligmach ende Programm ist fertig. Es entbehrt nicht eines pikanten Reizes, wenn wir Allgemeine Zionisten lesen, daß wir gestorben sind, wo wir doch leben und sogar sehr kräftig leben. Jede Parte für den Allgemeinen Zionismus hatte immer seine Stärkung zur Folge. So wird es auch diesmal sein. Bei den politischen Torten, die go oft neu kreiert werden, ist es übrigens so wie mit den Torten aus der Küche. Man bleibt besser bei den alten und bewährten Rezepten. Die sind noch immer die besten. Die Liste des Weltverbandcö der Allgemeinen Zionisten wird sich auch diesmal bewähren. Dann gibt es noch ein anderes Rezept für ein Programm. Die Vorbereitungen sind die gleichen wie oben dargelegt. Man nimmt »ich aber nicht einmal die Mühe, ein Programm zu brauen. Man wählt nur einen neuen Namen. Ihr glaubt, daß das so einfach ist? Weit gefehlt! Man wußte doch gar nicht wie die , Krakauer Konferenz ausgeht! Geht Herr Jizchak Grlinbaum mit seinem Al Hamischmar im Wqltverbapd der Allgemeinen Zionisten auf, dann ist man „Allgemeiner Zionist“. Andernfalls wird man eben etwas anderes sein. Auf diese Art und Weise wurde man „Progressiver Was heißt das, man ist „fortschrittlich“? Das heißt: Man schreitet von .einem Programm, das schon längst keines mehr war, zu einem anderen „Programm“ vor, das auch keines ist. Warum auch so eilig mit l-dem Prögrämm?‘ Es wird sich schon finden ' Auch das''ist eine ißtarke^ Zumutung an die Schekelzahler. Sie werden schon die richtige Antwort geben. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, warum die Krakauer Konferenz scheiterte, so liegt er jetzt auf der Hand. Der Allgemeine Zionismus hat durch die zielbewußte Arbeit vieler Landesorganisationen, so zum Beispiel in Österreich, seine Renaissance erlebt. Lange Jahre mitleidig bespöttelt oder verhöhnt, wurde er in letzter Zeit stark umworben. Es ging ihm wie dem armen Mädchen, das plötzlich zu Geld gekommen und so eine „gute Partie“ geworden ist. Liebe auf den ersten Blick war es also nicht, was so viele Bewerber nach Krakau führte. Es sollte eine „Vernunftehe“ werden. Man wollte sich eben mit der Mitgift des Allgemeinen Zionismus rangieren. Wozu man das Kapital des Allgemeinen Zionismus braucht? Dr. Schwarzbart sprach in seinem Referat auf der Krakauer Konferenz von „Okkupanten“ im Allgemeinen Zionismus, die fremde Interessen vertreten. Diese Okkupanten sind entweder naive Menschen, denen die vorzügliche Propaganda der Histadruth den klaren politischen Blick getrübt hat, oder die genau wissen, was sie wollen: Nämlich eine politische Rolle weiterspielen, wozu ihnen der bis zur Kra kauer Konferenz so arg geschmähte Allgemeine Zionismus Vorspanndienste leisten soll. Auf einmal war man bereit, das Krakauer Programm zu akzeptieren. Man hätte das leicht tun können, weil man eben kein eigenes Programm hatte und mit unserer Hilfe in den Sattel kommen wollte. Hinter all diesen Menschen steht als Drahtzieherin , d i © A r h o i t e r p a r t e i. Es war klar, daß der Allgemeine Zionismus an einer Vermehrung dieser Okkupanten kein Interesse haben kann, sondern nur an wirklichen Allgemeinen Ziopisten. . ■ ■ „ Es gibt keinen besseren Beweis1 für dm wahren Beweggründe des Liebeswerbens in' Krakau, als die Tatsache, daß die .abgewiesepem Freier plötzlich daraufkommen, daß dje Bi;aut eigentlich gar nicht . begehrens- ZIONIST! Stimme gegen den Klassenkamp fiir ein einheitliches jüdisches Vol In Palästina I gepreßt wird und daß die Zertifikate uns weiter vorenthalten werden. Wir sollen nur die Melkkühe für die Fonds sein und zu Dekorationiszwecken sollen einige Allgemeinel Zionisten in der Exekutive sitzen dürfen* Da kann man mir sagen: „Nur die allergrößten Kälber wählen ihren Metzger selber!“ Die Würfel sind gefallen. Die Fronten sind klar1. Wer für den Volkszionismus ist, wer dem; ganzen Volke und nicht einer Partei dienen .will, der steht treu zum „Weltverband der Allgemeinen Zionisten“. Gebt dem! Okkupanten und Protgrammfabrikanten am 4. Juli die Antwort! Es muß wahr werden, was Dr. Schwarzbart nach der Krakauer Konferenz gesagt hat: „Ich hoffe, daß diejenigen, die sich jetzt vor Vergnügen die Hände reiben, hiezu! keinen Grund haben. In der Politik gibt es nicht immer nur Siege, Niederlagen bilden! oft Wendepunkte auf dem Wege zum endgültigen Sieg. Es kommt noch die Zeit, da’ der Allgemeine Zionismus sich von der ,Okkupation* befreien und eine geeinte Kraft im Sinne jener Prinzipien werden7 wird, für welche ich gekämpft habe und weiterkämpfen werde.“ Dazu sagen wir: Unser Sieg ist unaufhalte sam, denn wir vertreten den integralen Allgemeinen Zionismus. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden und wir werden ihn führen, gegen die Phrasenlogen, gegen die Klasisenkämpfer und ihre Helfershelfer. Palästina muß seine Tore dem glanzen jüdischen Volk' öffnen, nicht nur der Arbeiterpartei und ihren Vasallen. Wir Allgemeinen Zionisten in Österreich’ werben seit Jahren von Mann zu Mann. Wir waren und sind die Wegbereiter des Zionismus in Österreich. Wir sind bei der blauweißen Fahne Theodor Herzls geblieben, Deswegen haben wir es nicht notwendig, über neue Programme nachzudenkon und unsere Firmentafel ständig zu ändern. Die Schekelzahler wissen, wer den Zionistischen’ Landesverband für Österreich zu einer imposanten Organisation und zur größten Organisation Österreichs gemacht hat: Doktor Oskar Grünbaum. Sie wissen, wer dio Wizo in Österreich zur größten jüdischen Frauenorganisation gemacht hat: Frau Sophie Löwonherz. Und es gibt für sie nur eine Liste: Liste des Weltvorbandos der Allgemeinen Z io niste nl -lao Wllenpenslon Hreuzberg no BREITENSTEIN am Semmering, Seeh. 1050 m Telephon Breitonstein Nr. U Für Kinder und Erwachsene Leitung Frau Lola Schiff (staall. gepr. Kindergärtnerin Arrt im Hanse Geöffnet Mal bis Oktober ■ Aut Wunsch Prospekt)