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Die Stimme · 1935-06-28 · Heft 461 (28.6.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 461 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis dieser Kummer 20 g j&w iß; . ■r-; Allgemeiner Zionismus ist Voikszionismus! Dein Stimmzettel lautet: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Llstenfiihrer Dr- Oskar Criinbaum JÜDISCHE ZEITUNG V.kfe. Moderne Leibbinden und STÖTZMIEDER „CORPUFRONT", wissenschaftlich vollendet konstruiert/ glanzend bewahrt und ärztlich empfohlen bei Hängebauch/ Schwangerschaft, Nabel- und Bauchwandbrüchen/ Magen-, Nieren- und Gebärmuttersenkung usw. Eine wahre Erlösung gegenüber ungeeigneten Miedern, leicht, weich, kein Druck, kein Verschieben. ALLEINVERKAUF: Fachfirma BnnilDDBn-mthBlnBch Tel. R 41-060 Wien, II., Taborstr. 22 Gegr. 1904 Wertvolle Fachbroschüren kostenlos überallhin. 6 Probierkabinen, fachkundige Beratung. Nr. 461 | Wien, ZS. Juni I93S I Redaktion und Administration; Wien, i., Marc-Aurel-StraBe 6. Tel.: U 22-3-91. .ledaktionsschiuB Montag und Mittwoch vorm. ^7z^"siwäT,S695)|87jahrgang Die nächste Nummer der „Stimme“ erscheint mit Rücksicht auf die Kongreßwahlen als Wahlnummer, Die Freitagausgabe der „Stimme“ erscheint bereits am Mittwoch. Ein Gesetz zum Schutze des Asylrechts in Amerika New York, 2G. Juni. (2. T. A.) Das Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses, M a r c a n t o n i o, hat im Kongreß einen Gesetzentwurf zum Schutz des Asylrechtes eingebracht, der vorsieht, daß kein Ausländer aus Amerika ausgewiesen werden kann, der sein Heimatland wegen seiner rassischen Zugehörigkeit oder seiner politischen und religiösen Überzeugung verlassen hat. Außerdem sollen alle diejenigen ni c h t ausgewiesen werden dürfen, die wegen ihrer Abstammung in ihren Heimatländern sozialer oder wirtschaftlicher Diskriminierung unterworfen sein würden. Das Märchen von den „dislozierten Arabern“ in Palästina Jerusalem, 26. Juni. (2. T. A.) Auf Grund des Berichtes von Sir John Hope Simpson hat die Palästina-Regierung seinerzeit bekanntlich eine Registrierung der durch jüdische Bodenkäufe angeblich „dislozierten Araber“ angeordnet. Im Zuge dieser Registrierung meldeten sich 3236 Araber als „Geschädigte“. Jetzt wird offiziell bekanntgegeben, daß von diesen Beschwerden insgesamt nicht mehr als 650 als berechtigt anerkannt wurden. Ende des Syrien-Libanon- Mandats? Beyrut, 25. Juni. (2. T. A.) Die Verordnung cles französischen Hochkommissars für das Mandatsland Syrien- Libanon betreffend Registrierung aller Militärbauten und anderer vom französischen Mandatar geschaffenen Einrichtungen, wobei die Bau- und Einrichtungskosten den Mandatsländern zu Lasten zu schreiben seien, wird hier als vorbereitende Maßnahme für Aufhebung des französischen Mandats angesehen. Das Mandat soll durch ein Abkommen zwischen Frankreich und den Mandatsländern Syrien- Libanon ersetzt werden. „Mokkatam“ teilt mit, daß der französische Hochkommissar demnächst nach Paris zwecks Abhaltung wichtiger Konferenzen mit dem Premier Laval über die Zukunft Syriens und des Libanon abreist. VII., KAISERSTRASSE 123 ★ IX., ALSEfSTRASSE 6 Zionisten! Überspannung von Machtwillen und Parteiprestige drohen die Zionistische Organisation in ein Chaos zu stürzen. Allen Anfeindungen zum Trotz ruft Euch der Welt verband der Allgemeinen Zionisten auf, in seine Reihen einzutreten und für seine Ideale zu kämpfen. Wir verlangen die Konsolidierung der Zionistischen Weltorganisation und die Förderung ihrer Fonds. Wir wollen getreu dem Krakauer Programm, daß Palästina für das jüdische Volk und nicht für eine Partei aufgebaut wird, daß dem allgemein-zionistischen Mittelstand und der allgemein-zionistischen Jugend die Möglichkeit zur Alijah und Ansiedlung gegeben wird. Das ungerechte Zer tifikatensystem muß geändert und die nationale Zwangsarbitrage zur friedlichen Schlichtung der Arbeitsbeziehungen eingeführt werden. Die Histadruth ist zu entpolitisieren und in einen unpolitischen Dachverband aller Gewerkschaften umzuwandeln. In Palästina soll das jüdische Volk regieren und nicht eine Partei. Unser Ziel ist der Juden Staat, den wir durch unermüdliche Arbeit in Erez Israel und in der Galuth erkämpfen wollen. Wir verlangen eine zeitgemäße Reform Oes Schekelwahlrechtes und des Statuts der Weltorganisation. Wir verlangen die Bildung einer Koalitionsexekutive auf breitester Basis und die Festsetzung einer gemeinsamen Arbeitsplattform. Wir verlangen die energische Vertretung der zionistischen Postulate vor der Mandatarmacht und dem Völkerbund, die Öffnung Transjordaniens und die Ablehnung eines gesetzgebenden Rates. Getragen vom Bewußtsein der großen konstruktiven Mission, die der Weltverband der Allgemeinen Zionisten im Dienste der Gesamtbewegung und der Nation zu erfüllen hat, gefestigt in dem Willen, aus dem Welt verband der Allgemeinen Zionisten eine geeinigte, organisierte Bewegung zu machen, rufen wir, die wir nicht erst seit gestern uns Allgemeine Zionisten nennen, sondern für die allgemein-zionistischen Ideale seit Jahren arbeiten, Euch alle auf: Tretet in unsere Reihen! Wir Allgemeinen Zionisten fühlen, daß auf uns die Verantwortung für das Wohl und Wehe der zionistischen Organisation lastet. Nach dem unverantwortlichen Austritt der Revisionisten müssen wir unsere Anstrengungen verzehnfachen, weil wir wissen, daß in der zionistischen Bewegung die letzte Chance des jüdischen Volkes liegt. Wir erfüllen Herzls Vermächtnis nicht nur in Worten, sondern durch unsere jahrzehntelange Arbeit. Unverdrossen utid selbstlos, getragen von dem Bewußtsein unserer Verantwortung für die Erlösung unseres Volkes wollen wir die blau-weiße Fahne Theodor Herzls zum Siege führen. Allgemeine Zionisten! Unser Ideal ist die Arbeit für das ganze jüdische Volk und nicht der Kampf für einzelne Klassen oder Stände! Unser Sieg wird der Sieg des jüdischen Volkes sein. Er liegt in Euren Händen! Eure Entscheidung lautet: WELTVERBAND DER ALLGEMEINEN ZIONISTEN! Listenführer: Dr. Oskar Grünbaum, Sophie Löwenherz, Dr. Nachman Frey. Die mutmaßliche Zusammensetzung des Gesetzgebenden Rates Jerusalem, 26. Juni. Die arabische Zeitung „A D i f a“ ist, wie sie schreibt, dahin informiert worden, daß sich der Legislative Council aus 14 Moslems, vier Christen und vier Juden, ferner aus den Bürgerm eis tern von Jerusalem, Jaffa, Haifa und Nablus, dem Chefsekretär der Regierung, den Distriktskommissaren von Jerusalem, Haifa und Jaffa sowie dem Oberrichter und acht Departementschefs zusammensetzen wird. Die gleiche Zeitung berichtet, daß in Palästina arabische Jugendtrupps mit Nazi-Charakter, die Uniformen tragen werden, in Bildung begriffen sind. Die Orient-Agentur meldet: Der Plan des Legislative Council stellt eine Konzeption dar, in der das Hauptgewicht auf eine Repräsentanz der Wirtschaftsgruppen und nicht auf die nationale oder konfessionelle Verteilung der Bevölkerung gelegt wird. Der Council wird 50 Mitglieder zählen, von welchen 15 durch die Regierung ernannt werden sollen. Das Zahlenverhältnis zwischen Moslems, Juden und Christen soll im Verlauf von Besprechungen mit den interessierten Parteien festgesetzt werden. Wo eine Übereinstimmung nicht erzielt werden kann, entscheidet die Regierung. Dem Legislative Council werden Vertreter der Landwirte, Industriellen, Handwerker, Arbeiter und freien Berufe angehören. Zu seinen Agenden wird auch die Behandlung des Regierungsbudgets gehören. Der Council wird in der Hauptsache eine b erntende Körperschift sein, und als solche wird er sich mit allen wichtigen Angelegenheiten des Landes befassen; die endgültige Entscheidung in allen Dingen bleibt dem High Comtnissioner Vorbehalten, Neuordnung des Anwaltsstandes Wiederholt ist über Eingaben des Ver-i bandes deutsch-arischer Rechtsanwälte berichtet worden, in welchen die Regierung aufgefordert wurde, den Numerus clausus für den Anwaltsberuf und getrennte Kammern für jüdische und „arische“ Anwälte einzuführen. Die Regierung hat bisher beide Forderungen nicht erfüllen können, weil sie an die Bestimmungen des Friedensvertrages von St. Germain gebunden ist, mit denen keine Verordnung, kein Gesetz und keine Verwaltungsmaßnahme in Widerspruch stehen darf. Von maßgebender Seite liegen nunmehr Mitteilungen über die Pläne der Regierung zur Neuordnung des Anwaltsstandes vor, die zwar noch nicht zur Gänze spruchreif sind, jedoch noch an diesem Sonntag einer Delegiertentagung der österreichischen Rechtsanwaltskammern vorgelegt werden sollen. Nach diesen Äußerungen scheint die Absicht zu bestehen, Beschränkungen in der Ausübung des Berufes vorzunehmen und hiebei auf die seit dem Kriegsende aus den Nachfolgestaaten nach Wien zugewanderten Anwälte zu greifen. Ferner soll für die zukünftige Zulassung zum Anwaltsberuf ein Numerus clausus festgestellt werden. Es wird ausdrücklich erklärt, daß für die Regierung eine Scheidung nach „Ariern“ und Juden nicht in Betracht kommt, weil dies mit der Weltanschauung eines katholischen Staates nicht vereinbar wäre. Es besteht die Gefahr, daß eine Überprüfung der Zuwanderung sich unter antijüdischen Gesichtspunkten vollziehen würde. In Rechtsstaaten ist es ein grundsätzlicher Standpunkt, daß erworbene Rechte nicht geschmälert werden dürfen und daß eine Aberkennung von Rechten nur durch richterliches Urteil möglich ist. Wenn die' nach dem Kriege aus dem Osten nach Österreich übersiedelten Rechtsanwälte zur Ausübung ihres Berufes zugelassen worden sind, so wäre ein Angriff auf ihre bürgerliche Existenz ein Verstoß gegen Recht und Billigkeit. Insoweit sich der oder jener gegen die Standesehre oder die Gesetze vergangen hat, darüber befindet die Kammer oder das Gericht. Eine generelle Maßregelung, für die einzig und allein die Matrik und in Verbindung damit der Brotneid der arischen Konkurrenz maßgebend wäre, würde den schärfsten und geschlossenen Widerstand der Betroffenen und wahrscheinlich auch ein Eingreifen des Völkerbundes als Garanten des Friedensvertrages zur Folge haben. 59»ooo neue Palästina-Pässe Seitens der Regierung wird offiziell mitgeteilt, daß die Administration seit 1926 rund 59.000 Palästina-Pässe für neu hinzugekommene Landeseinwohner ausgegeben hat. Unseregute Arbeit bringt uns zufriedene Kunden Unsere Kunden sind unser Kapital, Wir sind auf Kapitalsvermehrung bedacht Abholung und Zustellung kostenlos R 20-3-34 Pü> XQU1SIT 1 O/V/D C.D

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