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Die Stimme · 1935-06-25 · Heft 460 (25.6.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 460 (25.6.1935)
Date
1935-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Eine nationale Sparkasse ..... .. Wir veröffentlichen im folgenden ein weiteres Projekt zur Intensivierung und Verbesserung der Keren-Kajemeth- Arbeit. Das Vorwort stammt vom Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes Dr. Oskar Grünbaum. Vorwort. Unser Gesinnungsgenosse Dr. Max Seidinaam hat den Plan einer Siedlungs-Sparbewegung ausgearbeitet, der den Zweck hat, dem Keren Kajemeth neue Mittel zuzuführen. Es ist kein Zufall, daß es ebenso wie beim Projekt Wittlin ein Allgemeiner Zionist ist, der mit Plänen fiir die Verbesserung der Keren-Ka.jemcth-Arbeit liervor- Dr. Seidmann, diie mit LeSb und Seele bed der Keren-Kajemeth-Arbeit sind, darüber naohdenken, wie man dem Mittelstand und gleichzeitig dem Keren Kajemeth helfen kann. Ich glaube, daß die Projekte Wittlin (siehe „Die Stimme“ Nr. 457) und Dr. Seidmann sehr erwägenswert sind. Sie werden hiemit zur öffentlichen Diskussion gestellt. Beide Projekte setzen eine Änderung des nur auf die Bedürfnisse der Arbeiterpartei zugeschnittenen Zertifikaten* systems voraus. Beide Projekte bedürfen einer gründlichen Durcharbeitung in devisentechnischer und juristischer Beziehung. das prominente Habimah-Mitglied Chana R o v i n a an. Zwei Mitglieder des Komitees, Chaim Nachman Bia 1 i k und Schmarja L e v i n, sind verstorben. Bauleiter ist Professor Oskar K a. u fman n. der früher in Deutschland einen großen Ruf als Theaterarchitekt genoß. Angrenzend an das Theater werden demnächst, das Stadtmuseum und die neue Stadthalle erbaut werden. Hebräisch Plichtgegenstand in den höheren Schuten Syriens Jerusalem, 21. Juni. Die französischen Behörden in Aleppo haben Hebräisch als Pflichtgegenständ in den höheren Schulen eingeführt. Damit wird offenbar bezweckt, die Schüler für den wachsenden Handelsverkehr zwischen Syrien und Palästina besser vorzubereiten. Illegale Einwanderer mit Aeroplan gesucht Tel-Aviv, 21. Juni. Seit einigen Tagen suchen mit Scheinwerfern ausgestattete Aeroplane in der Nacht das Küstengebiet bei Tel-Aviv ab. Man nimmt an, daß die Aeroplane im Aufträge der Polizei die Landung illegaler Einwanderer beobachten und melden sollen. Bne Benjamin kommen nicht zum Zionistenkongreß Jerusalem, 21. Juni. Auf einer in Nathania abgehaltenen Kon ferenz der Organisation Bne Benjamin (Söhne alter Kolonisten) wurde beschlossen, in der Zionistischen Weltorganisation zu verbleiben, aber an dem 19. Zionisten kongreß in Luzern nicht teilzunehmen, ln einer weiteren Resolution wurde eine Än derung der Statuten der Knesseth Jisrael in dem Sinne gefordert, daß den Bne Benjamin ein Anteil an der Gemeindearbeit gesichert wird. Jerusalem, 23. Juni. (2. T. A.) Der Konferenz des Verbandes in Palä stina geborener Kolonistensöhne „Bne Benjamin", an der etwa 100 Delegierte teil nahmen, wohnte auch ein Vertreter der Re gierung bei. Die Eröffnungsansprache hielt 0 w e d Ben A w i, ein Sohn des hervor ragenden hebräischen Lexikographen Elieser Ben Jehuda und Bruder von Jttamar Ben Awi. Er wandte sich gegen die Monopolisierung der jüdischen Interessenvertretung in Palästina durch eine einzeln» Partei und die Begünstigung von Mit gliedern dieser Partei bei der Zuteilung von Einwanderungszertifikaten. Jüdisch-arabische Eisenbahnerdelegation beim High Commis• sloner Jerusalem, 21. Juni. Der High Commissioner Sir Arthur Wau chope empfing eine vereinigte jüdisch-arabische Delegation der Eisenbahnarbeiter, der er versprach, sich für eine geringe Er höhung der Löhne und Einführung von Urlaub einzusetzen. Dabei teilte er mit, daß die Gesamtlöhne in diesem Jahre 140.000 Pfund Sterling gegenüber 110.000 Pfund Sterling im Vorjahre betragen. Ein Hitler-Emissär mit „Sonderauftrag M für Syrien und Palästina Paris, 21. Juni. Einer der Hauptakteure bei dem vorjährigen Erwerb der Saarbrücker Wochenzeilung „Westland“ durch das Reichspropagandaministerium war bekanntlich der Naziagent R e i na r t z. Wie nun das „Pariser Tageblatt“ aus Berlin erfährt, hält sich dieser Reinartz gegenwärtig zu neuem „B ef e h 1 s e in p f a n g“ in Deutschland auf. Seine jetzige Mission wird darin bestehen, daß er mit einem „S o n d e r a u ft r a g“ nach Syrien und Palästina geht. Die Zeitung schreibt: „Es wird für die an diesen Gebieten interessierten Mächte zweifellos interessant sein, einen Agenten, der in dein Fingern dunkler Affären bereits seinen Befähigungsnachweis erbracht hat, in seinem neuen Tätigkeitsbereich zu wissen.“ tritt. Das hat zwei Gründe: 1. Es waren immer die Allgemeinen Zionisten, die bei der Arbeit für die Fonds als Mitarbeiter und Spender an erster Stelle gestanden sind. 2. Die Allgemeinen Zionisten fühlen, daß sie in dem Augenblick, wo sie für sich selbst oder ihre Kinder Einwanderung und Boden verlangen, plötzlich nicht mehr die „Braven“ sind. Man zeigt ihnen die kalte Schulter und zitiert Paragraphen, wunderbare Paragraphen, nach denen man — natürlich zum größten Bedauern — sich außerstande erklärt, ihnen Zertifikate beizustellen. Kein Wunder also, daß Menschen Eine Siedlungs-Sparbewegung Ein Vorschlag des österr. KKL an das Hauptbüro.) Die Auffüllung und Stärkung der nationalen onds ist dringendstes Gebot der Stunde. Es /ibt hiefür zwei Mögl’chkeiten: Verbesserung er jetzigen Aufbringungsmethode, des Spenlensämmelns und der Versuch, eine neue Kategorie von Menschen für die Fonds zu gewinnen. nämlich die Sparer. Es gibt zweifellos in der ganzen Welt Tausende von jüdischen Sparern, welche bereit wären ihre Ersparnisse hinzugeben, um Boden in Erez Israel 7u erwerben. Viele von ihnen wünschen noch darüber hinaus, daß ihnen für den Fall der Übersiedlung das Zertifikat beigestellt, und daß überdies der Kauf des Bodens und, wenn möglich, die Herstelj lung einer kompletten und fertigen Siedelstelle von einer vertrauenswürdigen Institution besorgt wird. Gelingt es den Fonds, eine Einrichtung zu schaffen, die diesem Bedürfnis der Sparer entspricht, dann werden sie in einer noch zu besprechenden Form Herren des Regimes auf dem also neu gewonnenen Boden werden können. Nun unser Vorschlag: KKL, Keren Hajessod und Exekutive errichten eine Siedlungs-Spargenossenschaft zur Schaffung von städtischen und ländlichen Siedlungen in Erez Israel, wobei die Sparer hauptsächlich in der Galuth geworben werden sollen. Die Werbung erfolgt durch die ehrenamtlichen Funktionäre des KKL, also kostenlos, womit gegenüber privaten Bausparkassen ein großer Vorsprung gewonnen Lst. Die alljährlich eiDfließenden Sparmittel werden zum Kauf von Boden, bezw. zur Fertigstellung der Siedelstelle verwendet, und die also entstandenen Siedelstellen nach einem voraus festgesetzten Zuteilungs-, bezw. Verlosungsplan an Sparer zugeteilt. Jene Sparer, welche bereits beteilt sind, zahlen nicht nur ihre Sparraten bis zur völligen Auszahlung weiter, sondern auch eine beispielweise 4%ige Verzinsung für den jeweils noch nicht ausgezahlten Teil der Siedeletelle. Die Exekutive stellt den ausgelosten Sparern, die allerdings den allgemeinen Bedingungen entsprechen müssen, das Zertifikat zur Verfügung. Unter der Voraussetzung, daß je Kopf beispielsweise ein Kapital von 1000 Pfund in längstens 20 Jahren bei 4%iger Verzinsung gespart werden soll, beträgt die monatliche Sparrate 2.7 Pfund. Es könnten vielleicht zwei Sparformen gewählt werden, z. B. Sparen von 300 bis 400 Pfund für Leute, welche nur Boden wünschen und Sparen von 800 bis 1000 Pfund für die Erstellung einer ganzen Siedelstelle. Bei 400 Pfund wäre die monatliche Sparrate 1.08 Pfund. Für Sparer, dio nicht weiterzahlon können, oder die aus anderen Gründen nicht weiter mittun wollen, würde eine Vermittlungsstelle der Genossenschaft Ablöse der bisherigen Leistungen durch neue Sparer vermitteln. Auch für den Fall, daß der Sparer für ein Kind spart und durch vorzeitigen Tod an der Zahlungsfortsetzung gehindert wird, könnte durch eine zusätzliche Saldo-Ablebensvorsicherung gesorgt werden. Es bleibt nun die Frage offen, welches die Gegenleistung des Sparers an die Fonds Bein soll. Nehmen wir an, daß die neue Genossen- Es sind aber auf alle Fälle Projekte, zu | denen das Hauptbüro dos Keren Kajemeth ’ öffentlich Stellung nehmen, Verbesserungs¬ und Abänderungsvorschläge machen sollte. Bezwecken doch beide Projekte die Förderung des Keren Kajemeth, der allein die Basis für eine sozial gerechtere Schichtung Palästinas bilden kann. Die Keren- Kajemeth-Arbeit darf nur von diesem Gesichtspunkt aus betrieben werden. Gewiß darf durch Spezialaktionen der Zufluß allgemeiner Spenden nicht verringert werden. Es darf aber auch durch die Benachteiligung einzelner Volksschichten die Gebefreudigkeit weiter Kreise nicht verringert I werden. Das Wort hat nun die zionistische wie Öffentlichkeit und der Keren Kajemeth. schaft keine Regiebeiträge einhebt, daß viel mehr beispielsweise der KKL die geringen internen Regien selbst trägt, während die sonst kostspielige Werbung ja kostenlos erfolgt, dannwird das Spargut restlos für der Sparzweck verwendet und es ergibt sich fü den Sparer gegenüber dem Sparen bei eine: Bausparkaese eine Ersparnis von etwa 10 bb 12% der Spareunime. die er bei der letztere: an Verwaltungsbeiträgen zu zahlen hat. We‘ tere wesentliche Ersparnisse werden siel durch den zentra'en und besonders sachkund' gen Bodeneinkauf und die zentrale Errichtun der Baulichkeiten ergeben. Schließlich wird j: das Zertifikat beigestellt. Die Gegenleistung des Sparer* könnte nac1 seiner Wahl und unter Beeinflussung der WerbepersöneD vielleicht auf eine der folgen den zwei Arten erfüllt werden: 1. Der KK1 erhält von vornherein beispielsweise an einem Viertel dei Siedelstelle das Obereigentum und für die restlichen drei Viertel ein Vorkaufs recht zu jenem Preise der für die Erwerbunausgegeben wuide Oder 2. der Sparer ent schließt sich sich von vornherein mit einer Erbpachtrecht zu begnügen, wogegen der üb liehe Pachtzins für ihn lebenslänglich entfäll' Unser Vorschlag ist nur beispielsweise ge dacht. Das Wesentliche an ihm ist, daß, un beschadet des Spendenwesens, die jüdische Spartätigkeit für die Fonds nutzbar gemacht werden soll. Es scheint sicher, daß eine derartige Sparbewegung ein Vielfaches jener Mittel aufbrin gen könnte, die heute aus Spenden fließen. Das Motto „Spare für dein Kind“ wäre ein Hauptfaktor der Werbung. Die Fonds abe: würden eine ganz neue Volkstümlichkeit er halten. Während sie bisher nur gefordert haben, würden sie jetzt auch geben. Die Sparer würden sicherlich zu neuen Werbe Zentren auch für die Spendenabteilung der Fonds. Der Verbundenheit von Erez und Ga luth wäre aber ein kaum abzuschätzender Dienst geleistet Der Sparer kann den Weg seiner kleinen Gabe bis zu ihrer Umwandlung in ein Teilchen des Aufbaus nur selten verfolgen. Der Sparer würde am Wachsen seiner Siedlung zutiefst interessiert sein. Beginn des Häuserbaues Im Hüle-Geblet Jerusalem, 21. Juni. Die Palestine Land Development Company hat bereits mit dem Bau der ersten Häuser für jüdische Arbeiter und Siedler im neu erworbenen Hule- Gebiet begonnen. Die Unterbindung der IC A-Tätlgheit in der Türkei Jerusalem, 21. Juni. Entgegen einem offiziellen Dementi der Aanatolischen Telegraphen-Agentur hält die Tel-Avivor Arbeitertageszeitung „Davar“ an der Mitteilung fest, daß die Büros der Jewish Colonisation Association in Konstantinopel geschlossen und die Tätig-1 keit der ICA in der Türkei behördlich! unterbunden sehe Betätigung in der Türkei verboten ist, hat. sich das Wandererhilfsbüro der ICA auch mit der Weiterleitung von Emigranten nach Palästina befaßt. Verwahrloste Kinder in Tel* Aviv Bei einer von dem Kinderschutzamt der Tel-Aviver Stadtverwaltung gemeinsam mit der Polizei unternommenen nächtlichen Fahndung nach verwahrlosten Kindern und Jugendlichen in den Straßen von Tel-Aviv wurden einige Dutzend Jugendliche beiderlei Geschlechtes, darunter einige arabische Jugendliche, aufgegriffen. Die Untersuchung ergab, daß die Kinder zum größten Teil nicht aus Tel-Aviv stammen, .sondern aus Jerusalem, Tiberias und verschiedenen Siedlungen nach Tel-Aviv gekommen sind. Die Angehaltenen wurden dem städtischen Erziehungsheim für verwahrloste Jugendliche übergeben. * Diese Meldung deckt eine Schande auf. Wir sind gewiß, daß der Jischuw alles zur Versorgung verwahrloster Kinder tun wird, was ja schon die Aktion des Kindersehutzamtes der Gemeinde Tel-Aviv beweist. Eine Schmaria-LeviwStraRe in Haifa Der Rat des jüdischen Viertels Hadar II a c a r m e 1 in Haifa hat beschlossen, /.um Andenken an Schmarja Levin, der am 9. d. in Haifa gestorben ist, eine Straße nach ihm zu benennen. Haem w‘hajeted (Mutter und Kind) lerausgegeben von Dr. J. Meir und Doktor Rivkai. Verlag des „Mischbar Briuth“. Zum zweiten Male erscheint das Jährlich „Mutter und Kind“ Beide Ausgaben haben in kurzer Zeit viel Freunde erworben und jene Würdigung gefunden, die i-ieses Volksbuch im besten Sinne des Wortes verdient. Denn die Mitarbeiter dieses Volksbuches verzichten auf jene billige . volkstümliche“ Art, die da meint, Rat- •chläge im Kochbuchstil seien geeignet, auf lern Gebiete der Hygiene und Pädagogik iufklärend und helfend zu wirken. Dieses Volksbuch vermittelt Wissen. Es dringt ief in die Problematik des Komplexes Mutter und Kind“ ein. Es belehrt den .eser über hygienische Fragen des Körpers und der Seele von Kind und Frau. Die Wahl der Stoffabgrenzung entspricht dem immer wachsenden Interesse des denkenden und fortgeschrittenen Publikums und besondere dem der jüdischen Familie mit ihrem betonten Bedürfnis nach intellektuellem Erfassen jeder Erörterung auf dem Gebiete der Sozialhygiene und Pädagogik. Man weiß, daß das besonders starke Interesse für das Kind manchmal dazu führt, daß das Kind nicht bloß in den Mittelpunkt der Familie gestellt wird, daß es vielmehr auf den Herrsoherthron gesetzt wird und daß es dann solange und nicht immer milde herrscht, bis es von dem nachfolgenden „Jüngsten“ entthront wird. Und so fordert ein kennzeichnender Aufsatz zur Emanzipation von der Herrschaft dieser kleinen, unfreiwilligen Tyrannen. Der Geist des Buches ruft zur objektiven Sachlichkeit im Verkehr mit dom Kinde. Der hygienische Teil enthält Aufsätze über Fragen der Vererbung, der Fürsorge der Schwangeren und der Säuglinge, über körperliche Erziehung und vielo andere Fragen. Ein reichhaltiger künstlerischer Teil behandelt das Thema „Mutter und Kind“, wie es der Dichter und der Maler sieht. Die Sprache des Buches ist klar, populär. Die Vokalbezeichnung erleichtert auch dem im Hebräischen weniger Geübten, ein lebendiges Stück de.s denkenden Palästinas kennenzulernen. Durch das ganze Buch zieht das Ideal der engeu Zusammenarbeit von Arzt, Erzieher, Künstler und der Familie für das Wohl des Kindes und dadurch für das Wohl des wurde. Seitdom zionisti-1 Volkes und der Menschheit. Dr. J. A. GIB ACHT 1 MAN WILL DICH IRREFÖHREN. Es gibt nur einen Weltverband der Allgemeinen Zionisten, Listen fü^r er : Dr. GrUnbaitm-SopGle LöwenJ&erx-Dr. Frey

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