Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 459 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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■JffW! Nr. 150. — 2t. Juni 1035. Seite 0 mmr WTH DIE STIMME Friedrich Wolter?. Dabei soll nichts gegen die ehrliche Liebe der Genannten zur deutschen Heimat, gegen ihren tiefen (Gauben an die deutsehe Seele gesagt werden. Wohl aber alles freien ihre Würdelosigkeit, die sie ihren jüdischen Ursprung; krampfhaft verleugnen ließ, ihre (auch bei Konvertiten häufigen) Übertreibungen und Liebedienereien, von den heutigen Machthabern zynisch, aber nicht mit Unrecht als „Ansehmeißungen“ gebrandmarkt. Besonders kraß sind freilich die Fälle des Dichters Borebardt. und der Juden des Stefan-George Kreises, die offensichtlich dem Nationalsozialismus vongearbeitet ha ben, und für die es nicht einmal die Ent schuldigung gibt: sie hätten nicht gewußt was sie getan haben. Höhenluft und Höhensonne Eileralur * Kunsi Steimaizky's Heuer Palästina-Führer Verfaßt von Sev Vilnay u. Dr. A. Bonne Enthä't vier farbige, große Karten von Palästina, Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa sowie eine Eisenbahn- und Omnibuskarte mit Fahrplan Außerdem 77 Karten, Skizzen und Photos im Text. 648 Seiten stark. Pie s gebunden 7 Mk. oder 40 Frs. Verlag: Steimatzky Publishing Co.Ltd., Jerusalem Zu beziehen durch die Administration der ,(Stimme" gegen Voreinsendung des Betrages Vernichtung arischer Weltordnung“ entlarvt zu haben glaubte! Von vielen wurde Trebitsch nicht ernst genommen. Die Juden verachteten ihn als einen Abtrünnigen, als einen Verräter — wieweit sie besser getan hätten, wenn sie sich seiner angenommen hätten, entzieht sich unserer Blickmöglichkeit. Die Deutschnationalen hingegen erblickten zum großen Schmerze des 'Schriftstellers in ihm, der doch gar nicht jüdisch aussah, den Juden, der sich bei ihnen aus unbekannten Gründen einschleichen wollte! Dabei hielt Trebitsch sich gar nicht für einen Antisemiten! Den von ihm „Wald- und Wiesenantiisemitismus“ benannten Radau- und Hetzantisemitismus der Studenten und anderen Pöbels lehnte er entschieden ab. Nicht Antisemitismus, sondern Proarismus, war seine Losung ... Liebender Proarismus... an Stelle des bloß hassenden untd ewig unfruchtbaren Antisemitismus wird ganz anders als bisher das Antlitz des Arisches planenden Menschen zu erfassen lernen müssen! Und da muß denn denen, die guten Willens sind, an der Wirtschaftsreform im arischen Sinne mitzuarbeiten, beschwörend zugerufen werden: Seht euch die Gesichter derjenigen, die sich mit euch zusammentun zu gemeinsamem Beraten, Tun und — Parteigetriebe an, lernt es erfassen, ob in diesen Gesichtern sich das liebende, helle, begeisterte Aufleuchten arischen Höffens, Sebnens und Willens finde, glaubet mir: wenn dies gütige, geradezu fluidale Aufleuchten im Auge eurer Freunde und Mitstreiter fehlt, dann sind es keine, lehrliehen Freunde und Mitstreiter, sondern eben die vom Erzfeind euch zugesellten Todfeinde eures Seins, die Judasse, mit deren Hilfe finsterer Mächte seit Jahrhunderten alles zunichte machen wußten, was euer ALlerheiligstes ist! Wessen Auge aber nicht jenes gütige imd heilige Leuchten erstrahlen läßt, das der Gleichgeartete erschaut mit dem Blitze des Wiederfindens seiner eigensten Wesenheit, der sei aus-geschlossen und ausgeschaltet aus den Reihen der Führenden! Heute aber wimmelt es gerade in den Reihen der Erneuerer von bösen blassen Finsterlingen mit verkniffenen, bissigen Lippen, düsteren, unguten Zügen, haßerfüllt starrenden Augen und verwüsteten, bleichen und verstörten Gesichtern! Und die ewig Kindlich- Ahnungslosen sind mitten unter ihnen, halten sie für die ihrigen, ewig zu nutzlosem Ins- Leere-Wirken verdammt!.. So hat vor einem Jahrzehnt der verzweifelte Jude Trebitsch die Hitler, Goebbels und Konsorten, diese „bösen bleichen Finsterlinge“ gezeichnet, so hat er die Idealistischen unter den Nationalen vor dem Schreckensreich gewarnt, dessen unabwendbares Kommen er schaudernd voraussah! Sein Nationalsozialismus hatte mit dem heutigen Spuk seelisch nichts gemein. Hätte Trebitsch das Jahr 1933 erlebt, es wäre ihm nicht anders ergangen als dem Frankfurter Dozenten Kantorowiez, dem Redakteur Paul Nikolaus Coßmann, dem Dichter Rudolf Bo r c h a r d t. Alle diese Judenstämmlinge haben Fußtritte bekommen, nachdem sie ihre Arbeit getan hatten. Andere haben das Glück gehabt, noch vorher zu sterben, wie Friedrich G u n d o 1 f, dessen Schüler Goebbels gewesen ist, wie GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHL ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONNUMME« A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieterant für Heilanstalten Abteilungen f. ilPS-Fleisch untei Aufsicht des Ehrwürdigen Rabblnats der Israeli tischen K ultusgemeinde Wien Automistellung Kostenlos iX.,Bergga88e 15, XVIII.,Währingerstraße 71 Das. Mett&ild In der vom Zionistischen Landesverband für Österreich kürzlich veranstalteten Maimonides-Feier, über die wir kurz berichteten, hielt der Vorsitzende der ..Histadruth Iwrith“, Dr. Dawid Rothb 1 u m, die Festrede, in der er das Werk und die Bedeutung des Maimonides zeichnete. Wir bringen im folgenden einige mar. kante Stellen aus dieser Festrede. Dr, Rothblum schildert zunächst die überschwengliche Verehrung, die Maimuni von seinen Zeitgenossen zuteil wurde und dessen Ruhm und Namen durch die Jahrhunderte ins unermeßliche gewachsen ist. Er wirft dann die Frage auf, ob die große Autorität Rambams auf den Respekt vor der Majestät seines Geistes, seinen unerreichten Werken oder darauf zurückzufiihren ist, daß ein nationaler Zentralgedanke durch ihn repräsentiert wurde. Nach einer Schilderung der mannigfachen und ausgedehnten wissenschaftlichen Gebiete, auf denen Maimuni Bleibendes als Astronom, Mathematiker, Arzt und Philosoph geleistet hat, kam der Vortragende auf seine Werke in den biblisch-talmudischen Disziplinen zu sprechen. Seine Kenntnis der Lehre, angefangen von der Bibel bis zu den letzten Responsen der Geonim, ist sekon zu seinen Lebzeiten als unfaßbar bestaunt worden. Jede noch so geringfügige Vorschrift auf entferntestem Gebiete jüdischer Gesetzgebung wußte er auf die Urquelle zurückzuführen und zu erklären. Darin war seine Kraft größer als die der Talmudisten, welche vor manchem Gesetze haltmachten und es nicht zu erklären wußten. Maimunis Kommentar zur Mischna kann bedenkenlos als das erste icissenschafüiche System des Talmudstudiums bezeichnet werden. Die Einleitung zu diesem Buche ist ein Werk für sich, das tiefen und eifrigen Studiums bedarf. Das Werk Mischne tora mit der systematischen Erklärung der 613 Gebote und Verbote und dem Buche der Erkenntnis an der Spitze, ist wohl das bedeutendste Werk, das jemals von einem einzigen Menschen auf dem Gebiete der Kodifikation verfaßt wurde. Abgesehen von der erschöpfenden Behandlung des Stoffes ist dieser Kodex von einer ungewöhnlichen Einheitlichkeit im Aufbau und Erklärung und in einem klassischen und einfachen Hebräisch geschrieben. Der Zentralgedanke Maimunis war, die Einheit des Judentums zu bewahren und es dadurch vor Untergang zu retten. Dieses hohe Ziel ist seinem Lebenswerk gelungen. Durch die Kodifikation des jüdischen Gesetzes, seine ethische und ethnische Erklärung und die philosophische Begründung der Religion, hat er das Volk vor inneren 7jCrfull bewahrt. Er schlug den Angriff der Karaiten, Anthropomiphisten und Philosophen ab und verhütete auf diese Weise die B'Udung des drohenden Sektierertums in Israel. Den Abfall zum Islam verhütete er durch seine berühmten Sendschreiben an die bedrohten orientalischen Gemeinden. Maimunis hat die mündliche Überlieferung in eine schriftliche Lehre umgewandelt, wie es Jehuda H anass i durch die Redaktion der Mischna und Rowina mit Raw, Aschi durch den Talmud bewerkstelligt haben. Er popularisierte den Glauben, nahm ihm jedes Mysterium und bahnte so für jedermann aus dem Volke den Weg zu Gott, denn wer ln der Bibel und in seiner Mischne tora las, konnte sich bald über das Gesetz orten-1 tieren. Das Leben nach den schriftlichen* und überlieferten Gesetzen bedeutete für Maimuni Erhaltung des Volkes, das der Welt den Glauben an einen unkörperlichen Gott, die Prophetie und den Messianismus im Sinne des Propheten Jesaias geschenkt hat. Dr. Rothblum entwarf ferner ein Bild der Lebensführung des großen Philosophen als Oberhaupt der jüdischen Gemeinden in Ägypten und seiner Güte zu allen Mitmenschen. Der Vortragende schloß mit den Worten: „So war der Mann, den auch wir heute feiern, eine einmalige Erscheinung. Er trug viel zur Erhaltung des Volkes, alles zu seiner geistigen und kulturellen Entwicklung bei. Daß ihm dies in so hervorragender Weise gelang, ist auf seinen klaren, alles durchdringenden Verstand und auf sein großes, von der Liebe zum Volke übervolles Herz zurückzuführen. Selten haben sich in einer Persönlichkeit die Kühle des Verstandes mit der Wärme des Blutes so vereinigt, wie in Rabenu Mosche Ben Maimon, Daß er bei all der Glut zu seinem Stamme, bei all der Überzeugung von der Wahrheit und Größe der nationalen Religion, bei all dem Glauben an die Sendung Israels und daß Gott über seinem Volke die Rechte immer hält und halten wird, daß er bei alldem ein verständnisvolles und gütiges Herz für die Stammesfremden hatte, ist bei dem traurigen Wandel der Zeiten unser aller größter Stolz! Möge der Geist Maimunis auch fürderhin über uns walten.“ <Uc Pocteec Soc&ohm Paris. Die Sorbonne veranstaltete im Richelieu- Amphitheater eine Maimonides- Feier, deren Ehrenvorsitz der Präsident des französischen Senats, Jules Jeanneney, übernommen hatte. Der Minister für nationale Erziehung war bei der Feier durch den Direktor des höheren Unterrichtswesens, Cav aller, vertreten. Als Vertreter des Rektors der Pariser Akademie hielt Professor Adolphe Lods eine Ansprache. Der Pariser Oberrabbiner Julien Weil sowie eine Reihe von Persönlichkeiten des politischen Lebens, arabische und libanesische Wissenschaftler würdigten Persönlichkeit und Werk des Maimonides. Der Vizepräsident des Komitees für den Schutz jüdischer Rechte, Boris Gourevitch, hielt einen Vortrag über die arabisch-jüdische geistige Zusammenarbeit in der Geschichte des Mittelmeerraums und über den Einfluß Maimonides’ auf die Entwicklung der Philosophie des Mittelalters. Reden hielten ferner Senator Henry de J ouv e nol, General Br is s aud-D e s maill et und der Abgeordnete Paul Reynaud. Die Zuhörerschaft, unter der sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des Pariser geistigen und öffentlichen Thebens befanden, folgte den Darlegungen der Redner mit gespanntem Interesse. Aufruf zur Errichtung eines Malmonides-DenUmals in Tiberlas, Kairo. Der Oberrabbiner von Kairo, Haim N a hu m, und der Präsident der Gesellschaft für jüdisch-historische Studien in Ägypten, Joseph Cattaui Pascha, haben eine Aufruf an die Juden aller Länder erlassen, eine Sammlung zur Errichtung eines Maimonides.Den km als in T iim Montessori-Sommerheim für 3—-15jährige Kirchberg am Wechsel herrliche Villa; Bad, fließendos Wasser, elektr. Licht, W. C. Erstklassige Kinderdiät (ritnell). Eigener Nadelwald, Spielwiesen. Ausgezeichnete pädagogische Leitung, Gymnastik, Schwimmunter* rieht, Schulnachhilfc (Vorbereitung für Aufnahmsprüfungen). Fremdsprachen, Arzt, Apotheke. Anmeldung täglich von 10—12 und 4—6 Uhr Alice Freistadt-Lederer Wien, II., Kleine Pfarrgasse 1, Tel. A 41*3*56 b er ias und zur Restaurierung u n d Erhaltung der Grabstätte des M aimonide s in Tiberias einzuleiten. Preise für Maimonides-Studlen, New-York. Literarische Preise in Höhe von 1400 Dollar bietet die Monatsschrift „J e wts h F oru m“ in New York, 305 Broadway, für den besten Essay von 500 bis 1000 Worten über Maimonides, wobei der erste Preis 100 Dollar beträgt. Die Lieferungsfrist ist auf den 10. Juli festgesetzt. Streng rituell! HP3 Pension HERMINE EICHNER BADEN, ROLLETTGASSE NR-7 Ganzjährig geäffnet. Zentralheizung. FlieBendes Warnu. Kaltwasser Telephon Nr. 1032/4 laUcesvxcsatntntimg. des Ue&eäteeUet* Pett-fUCi&s ln Warschau fand die JahresversammM lung des hebräischen Pen-Klubs für Polen unter der Leitung des Pen-Klub* Vorsitzenden Hülel Z ei Hin statt. Nach eingehender Aussprache über die künftige Arbeit des Klubs wurde unter anderem be* schlossen, am 21. Tatnus, anläßlich der ersten Jahreszeit nach dem Tode Bialiks, in Warschau eine große Gedenkfeier zu veranstalten und sämtliche nationale Organisationen in Polen aufzufordern, gemein* same Gedenkfeiern abzuhalten. Ferner wurde beschlossen, eine Anthologie herauszugeben, die ein Bild von dem gegen* wärtigen hebräisch-literarischen Schaffen in Polen bieten soll. Die Wahl des Präsidiums hatte folgendes Ergebnis: Hülel Zeitlin, Vorsitzender; Mattathiaku Schoham, stellvertretender Vorsitzender; Jehuda Warszawiak, Sekretär. Suefk Ue&cäteeU Für das Theater in Tel-Aviv wurde soeben der dramatisierte „S v e j k“ von Jaroslav H asek angenommen, welcher in hebräischer Sprache herauskommen wird. Restaurant Rillet '1^3 Bestrenommierte Küche '"'IP3 Reichhaltige Menüs iS 1*90 u. 2*60 SdiwediaterBrfia 'L. Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke) Telephon A 41-0-25 Jüdische Kunstausstellunge n an der Universität Cambridge Die Kunstvereinigung der Universität Cambridge veranstaltet jetzt zwei Ausstellungen jüdischer Künstler: eine Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des Malers Issachar Ryback und eine Ausstellung von Metallarbeiten des Künstlers Nachum Slutzky. Jüdische Künstlerspiele, II., Praterstraßo 34. Die Woche vom Samstag, den 22., bis inklusive Donnerstag, den 27. Juni, stellt im Zeichen jüdischen Humors. Lora G 1 ü e k smann und Simon F0 s t e 1 werden da,s Publikum abendlich ab Vj9 Uhr in Lachen und Heiterkeit erhalten, und zwar in der musikalischen Komödie „S 0 r k 0 L 0 m a c h“ von Latoinor. Sonntag nachmittags zu ermäßigten Preisen „Serke Lomach“ {'A4 Uhr). Bilanzfähiger BUCHHALTER, Korrespondent, Maschinenschreiber, Stenograph sucht dringendst, auch stundenweise, Beschäftigung bei bescheidensten Ansprüchen. Unter „Gesinnungsgenosse“ an die Administration Mittet du Jßc&eMcauin füc die Atttyemeinen Häutetet* it* Palästina? Mähte £tete dee Allgemeine** Häutetet*