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Die Stimme · 1935-06-21 · Heft 459 (21.6.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 459 (21.6.1935)
Date
1935-06-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Dil STIMME Seite 5 f Nr. 359, — 9t. Juni 1035 Geistige Wegbereiter des Nationalsozialismus Von Alfrod Werner MaturasdHile.Universum' Wien, IX., Garnisong. 3. Tel. A 20-4-48 Die dummen luden und der Judenstaat Alle Ignoranten, Assimilanten, getauften und konfessionslosen Juden nehmen sieh 'das liecht heraus, Palästina zu kritisieren und Ratschläge zu erteilen, wenn sie einamul einige Wochen in Palästina waren. Dieselben Menschen, die aus dem Judentum desertiert sind oder den Zionismue boykottierten, werden „Fachleute“ auf dem Gebiete der Wirtschaft und Politik Palästinas. Zu diesen Menschen gehört auch der kon fessionslose Herr Julius Braunthal aus Wien, der kürzlich ein Zertifikat nach Palästina — vielleicht bekommen hätte, wenn wir nicht Lärm geschlagen hätten. Immerhin wurde Herr Braunthal von der Arbeiterschaft gefeiert, Nun ist er wieder in Europa und ist Fachmann in den Fragen des Palästina-Mandates. Er orakelt nun in der Londoner Zeitung „The News Chronicle“: „Kein vernünftiger Jude gl a ub t, daß Palästina j e* an a 1 s ein Judenstaat werden kann. Die Juden wünschen in Palästina eine Heimstätte, wie sie ihnen in der Balfour-Deklaration versprochen und im Mandat versprochen ist.“ Nun, wir gestehen: Wir sind so dumm, an den Judenstaat zu glauben. Wir glauben an ihn auf Grund der Balfour-Deklaration und des Mandats Vertrages, dessen Präambel die „Wiedererrichtung“ der Heimstätte für das jüdische Volk verspricht. Herr Braunthal scheint in der sozialistischen Literatur besser bewandert zu sein als in der jüdischen Geschichte. Er soll uns ungeschoren lassen und bei seinen Leisten verbleiben. Wir verzichten auf die Ratschläge von konfessionslosen Juden. Wir /wollen in unserer „Dummheit“ selig werden. Wir glauben am den Judenstaat. Kur- und Badehaus la Br. Mn§, Badgasteln Wedgwood für jüdische Einwan• derung nach Palästina, Transferdanlen und Cypern London, 18. Juni. (2. T. A.J Abgeordneter Josiah Wedgwood hat mitgeteilt, daß er in einer der nächsten Sitzungen des Unterhauses an den neuen Minister für die Kolonien, Malcolm M a c- Donald, eine Anfrage richten werde, in der er im Hinblick auf die Entschlossenheit der deutschen Reichsregierung, die Juden auszuschalten, sowie auf die Verfolgungen, denen Juden in Osteuropa ausgesetzt sind, eine neuerliche Prüfung der Frage der Zulassung jüdischer Einwanderung nach Palästina, Transjordanion und Cypern anregt. Empfindliche erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfo SWING Jugendalifehgruppe aus Frank• reich nach Palästina abgereist Paris, 16. Juni. (2. T. A.) Als erster Transport einer Gruppe von ’45 jungen jüdischen Männern nnd Mädchen aus Deutschland, denen Zertifikate der J u g e n d a 1 i j a h zugeteilt wurden, sind soeben 18 Jugendliche von Paris nach Palästina abgereist. Die Weiterleitung wird durch IIICEM mit Mitteln, die ihm von der JCA und dem Joint Distribution Committee zur Verfügung gestellt wurden, durchgeführt. Die landwirtschaftliche Ausbildung der jungen Leute in Palästina wird in einer eigenen Siedlung zwei Jahre in Anspruch nehmen. II. S e 1 b s t h a ß ist eine seelische Erkrankung, die, wie jede andere Krankheit, zum völligen Untergang eines Individuums oder auch einer Gruppe führen kann. Die von ihr Befallenen sind nur selten Verächtliche, aber immer Unglückliche. Sie können allerdings oft von Nichtärzten geheilt werden: von der Gesellschaft als solcher, von einer Gruppe oder auch von einzelnen Freundem. Es entbehrt nicht der tieferen Bedeutung, daß derjenige, der di« feinste Analyse einer Spezialform dies Selbsthasses, des jüdischem, geliefert hat, selbst in seiner Jugend seine Abstammung verwischen wollte, seine Religionsgemeinschaft verließ, eine Adelige heiratete — und erst als gereifter Mann zum Judentum zurückfand, dank deT Erweckung durch die Ideen Herzls, und seither gemeinsam mit seiner nichtjüidiischem Gattin bis zu seiner Ermordung der zionistischen Sache treu geblieben ist: der Philosoph Theodor L e s s i n g. Sei bst haß — «das äst der Wille zum Gegem-Ich, der Hang, die Schuld auf sich zu nehmen. Er ist durchaus wes eins verschieden von der notwendigen und löblichen Selbsterkenntnis, die eigene Fehler wahmimmt und auszumerzen sucht. Er ist das Gegenstück zum Narzißmus, der übertriebenen Eigenliebe, die beim einzelnen wie bei Völkern zu hypochondrischer Reizbarkeit führen kann (hier heißt sie Chauvinismus!). Wenige haben das Judentum so genau studiert, wenige es so scharf kritisiert wie H e r z 1. Aber er hat auch dessen gute Seiten gekannt und geliebt und vor allem sich vor Verallgemeinerungen gehütet. Es ist der tragische Fehler selbst hochgebildeter Antisemiten, seien sie nun jüdischer Abstammung, wie der Philosoph Weininger oder der Schriftsteller ArtliUT Trebitsch, oder Nichtjuden, wie Dühring oder Blüher, daß sie immer nur eine ganz bestimmte, leider schwer ausrottbare Judenart sehen wollen, die „Mauschels“, wie Herzl sie in seinem berühmt gewordenen Aufsatz genannt hat, nicht die feinen, wahrhaft aristokratischen Juden, die dem Volke zur Zierde gereichen. Bei Nichtjuden führt diese Einseitigkeit zu verbissener Judenfeindsohaft, die den „ausnahmsweise“ anständigen Juden gewaltsam als „unjüdisch“ deklariert; bei Juden, die glauben, ihres Judentums sich schämen zu müssen und am liebsten buchstäblich „ans der Haut fahren“ wollten, nimmt diese Erkrankung an Ethik und Würde oft einen letalen Ausgang! Aber am Antisemitismus, wie am jüdischen Selbsthaß ist nicht die Judenheit selbst schuld, sondern der unsympathischeste ihrer Vertreter: das Ghettoprodukt Mause h e 1, der Jude, der Ehre nicht kennt. Dieser Maus eitel ist zwar das Gegenbild des wirklichen Juden, aber leider sein ständiger Begleiter in der Geschichte der Galuth, so unzertrennlich mit ihm verbunden, daß man die beiden miteinander verwechseln könnte. „Der Jude ist ein Mensch wie andere, nicht besser, nicht schlechter, höchstens verschüchtert und verbittert durch die Verfolgungen, und von einer großen Standhaftigkeit dm Leiden. Mansche! hingegen ist die Verzerrung des menschlichen Charakters, etwas unsagbar Niedriges und Widerwärtiges. Wo der Jude Schmerz und Stolz empfindet, hat Ma/usohel nur elende Angst oder höhnisches Grinsen im Gesicht. In den harten Zeiten richtet sich der Jude auf. Mauschel dagegen verkrümmt sich nur noch schmählicher. Werden die Zeiten besser, so ist es für den Juden eine Mahnung zur Milde, zur Duldung anderer, zum Wirken für die allgemeine Wohlfahrt; Mauschel aber wird frech und hocJimütig. Der Jude trägt in seinem vielgequälten Herzen eine unauslöschliche Sehnsucht nach der Erreichung höherer Stufen der Kultur; Mauschel betreibt hinter dem Fortschritt, wie hinter der Reaktion nur seine eigenen schmutzigen Geschäfte. Der Judo erträgt die Anmut mit Würde und Gottvertrauen, im Reichtum öffnet sich sein Herz weit für •die Mühseligen und Beladenen, und er besteuert freiwillig sein Wohlergehen durch große Gaben. Mauschel ist in der Armut ein erbärmlicher Schnorrer, im Reichtum ein noch erbärmlicherer Protz.“ Aber nicht nach den wirklichen Juden, sondern nach Mauschel werden die Juden bis heute allgemein beurteilt. „Wir sind ein Volk von Schacherern und Gaunern“, sagt Herzl. „weil Mauschel wuchert und Börsenstreiohe macht. Mauschel hat immer die Vorwände geliefert, unter denen man uns anfiel. Mauschel ist der Fluch des Juden.“ Dieses Exkurses bedurfte es, um die problematische Gestalt des Arthur Trebitsch richtig zu beleuchten, sine ira et studio einen Mann, der dem Judentume unendlich viel geschadet hat, unserem Verständnis nahe Zubringern Denn dieser Judenstämimlmg, von dem ein Theodor Lessing erklärt, daß er in ihm eiinen der vorzüglichsten Köpfe unserer Tage ehre, war bis zu seinem Tode am 26. September 1927 der wütendste Verfolger der Juden! Es kann hier die Krankengeschichte dieses Unglücklichen, der sich zeitlebens von einer geheimen jüdischen Weltverschwöntng verfolgt glaubte, die ihn durch el ektro -magnetis oh e Ströme beseitigen wolle, nicht mitgeteilt werden — wer sich für dieses Inferno interessiert, der lese den edlen Essay von Theodor Lessing über Trebitsch und den Auswahlband „Der brennende Mensch“, den Roderich Müller- Guttenbrunn, ein Judengegner von der komplizierteren Art Blühers eingeleitet und zusammengestellt hat. An dieser Stelle ist es wichtiger, darzustellen, wieviel von dem Gedankengute des Nationalsozialismus von dem 1879 in Wien als Sohn eines getauften, reichen Seidenhändlens geborenen jüdischen Apostaten stammt. Nach Lessing war der leitende Gedanke des Trebitsch, der ihn zur Verwerfung „jüdischen Denkens“ und zum Nationalsozialismus führte, daß ein zweifaches Erkennen und an der Hand dieser Zweiheit des Erkennens auch ein zweifacher Menschentypus unterschieden werden könne. Einmal nämlich sei Erkennen ein primäres Schauen von Bildern, Trebitsch nennt es „das fixativ festhaltende Erfasser von W e 11“. Sodann aber trete zu diesem fixativ bildhaften Erfassen noch ein zweites mittelbares reflexives Denken hinzu, welches die haftenden Bilder umdenkt in „Gegenstände“. Das aber heißt Rechenmünze, mit deren Hilfe der Verstand und die Sprache folgern und schließen kann. Diese zweite Art von Erkennen nennt Trebitsch im Gegensatz zum ursprungnahen Bild-Erfassen: „Das sekundäre, bewegliche Denken“. Diese Feststellung, deren Wert auch Lessing nicht bestreitet, benützte aber Trebitsch in durchaus unwissenschaftlicher, auf nichtwißsensohaftiiohe Zwecke gerichteter Weise, indem er das „primäre Schauen der Bilder“, also das ruhende Erkennen, einfach etikettierte mit dem schmückenden Beinamen „arisches Denken“; dagegen das „sekundär -bewegliche Orientieren“, also jenen verdinglich enden, die Spaltung Subjekt-Objekt fundierenden Geist, an welchem das lebendige Erleben und Ahnen verengen, veröden, vergletschern kann, einfach etikettierte mit dem verneinend getönten Beiwort „j üd i s c h“. Trebitsch liebte leidenschaftlich und unglücklich die arische Ras .so — deslialb sah der Verblendete in jedem Juden den verächtlichen Mauschel. Deshalb erschienen ihm auch alle Auswüchse der kapitalistischen Zivilisation, schließlich diese selbst — aber auch ihr Widerpart, der Kommunismus, als jüdisch. Deshalb erklärte er alles, was ihm nicht dn den Kram paßte, als jüdisch — ganz, wie die modernen Nationalsozialisten. Aus dieser Geistesart erklärt es sich, daß er, anders als die Mehrzahl der Ein Schelhammer-Los gewinnt wieder den Haupttreffer von S 40.000. Bei der am 18. d. M. stattgefundenen II. Klassenlotterieziehung entfiel der erste Haupttreffer von S 40.000 abermals auf das vom Bank- und Wechselhaus SCHELHAMMER & SCHATTERA, Wien, I., Stephansplatz 11, in acht Achtelanteilen verkaufte Los Nr. 8050. E ernst zu nehmenden arischen Antisemiten, zeitlebens ein scharfer Feind des Zionismus war, wohl aus der Rachsucht des seelisch Vereinsamten.“... Nicht nur, daß der Eingeweiihto schon längst weiß, daß hinter dem Realzionismus der Symbol* Zionismus sein furchtbares Haupt erhebt, das heißt, die Tatsache, daß Zion nur Symbol und Wahrheit für die jüdische Weltherrschaft abzugeben hat, — die Versuche, in Jerusalem ein haltbares Staatengebilde unter englischer Patronanz zu errichten* haben zu solch trostlosen Ergebnissen allgemeinen Händlertums und allgemeiner Arbeitsunfähigkeit der Juden geführt, daß derjenige, der hier noch an ein reales VX ^rittkfkraft und frische. trinkt SRU6R Staatengebilde zu glauben vergibt-, als ein die Wirklichkeit wahr und ehrlich ergründender Forscher nicht mehr aufgefaßt wei> iem kann.“ Trebitsch ist einer der regsten Propagandisten der kurz nach dem Umsturz gegründeten nationalsozialistischen Partei gewesen. In umfangreichen Büchern, in Broschüren, in Zeitungsaufsätzen, in Reden suchte er, deT Jude, seinem arischen PublL kura die Verderblichkeit der Judenheit, die Gefahr des „Semitismus“ plausibel zu machen. Sein Kampf gegen diie römische RESTAURANT HOTEL STEFANIE I (vorm. Operer) I n., Taborstraße 12 Telephon R 46-5-57 Ausgiebige Braten-Menüs S 1*60 tWiJ „ Geflügel- S 2*20 IW? Vorzüglfthe Zubereitung-Schwediater Biere* Naturweine Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hochzeiten abzugeben Schöner staubfreier Garten ,Evi:j, ,aäüasJI Kirche, gegen den österreichischen Gedanken, für die Trennung von Rom, für den Anschluß an Deutschland hat dem Nationalsozialismus in stärkstem Maße den' Weg gebahnt. Es ist auch nicht unwahr-* scheinlich, daß Gottfried Feder, der dasi Parteiprogramm entworfen hat, die Lehr-i meinumgen des Wiener Juden gekannt und benützt hat. Jedenfalls mag die „Arische Wirtschaftsordnung“ von Trebitsch auf die Münchner Theoretiker von Einfluß gewesen sein (ebenso wie die „Allgemeine Nährpflicht“ von Josef Popper-Lynkeus), dio bereits den Unterschied zwischen schaffendem (arischem) und raffendem (jüdischem) Kapitale kennt und die Verstaatlichung aller Werkzeuge und Mittel de« Lebens verlangt, wie der Marxismus, den Trebitsch doch als „Geheimbund-Schwindel-Wissenschaft zur Allgemeine Zionisten! Der Kongreß entscheidet euch über Eure Zukunft, Wühlt Liste des Weltverbendes der Allgemeinen Zionisten.....

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