Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 459 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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r 'NY. '459. —31. '.Tun! 193.' DIE STIMME Saite 7 Allgemein-Zionistische Wähler! Die Wählerlisten liegen vom 24. bis 30. Juni zur Reklamation auf Reklamiert Euer Wahlrecht! Marek Scherlaff: Vcd&sUhtVFitn*: ,/Aw^doU* Ein Lessing-Denkmal auf dem Wiener Judenplatz Auf dem Wiener Judenplatz wurde ein Denkmal für Gotthold Ephraim Leasing enthüllt,. Das Donkmalkomitoe, das noch .vor mehr als zwanzig Jahren unter Führung des Ministerpräsidenten Ernst v. Körber und des berühmten Juristen Josef Ungcr gebildet ,wurde, hatte einen langen Leidensweg durchzumachen, bevor es seine Idee verwirklichen konnte. Interessant ist, daß das Denkmal des Dichters des „Nathan der .Weise“ gerade auf dem Judenplatz errichtet wurde, auf dem historischen Platz der Judenverbrennung, auf dem noch heute eine Tafel mit lateinischer Inschrift von den „jüdischen Hunden“, die liier verbrannt wurden, erzählt. An der Feier der Denkmalenthüllung nahm eine kleine Gemeinde von Vertretern des geistigen und literarischen Wien und besonderen Verehrern Lessings, unter ihnen Oberrabiner Dr. David F e 11 c h t w a n g, Bundeskulturrat Professor Dr. Frankfurt e r, der Dramaturg des Deutschen Volkstheaters Professor Glücks in ann und der Medico-IIistoriker Dozent F is c h e r, teil. Von der Regierung war der Staatssekretär für Unterricht Perntner erschienen, während die Stadt Wien durch den Vizebürgermeister Lahr vertreten war. Die Festansprache wurde vom Obmann des Denkmalkomitecs, dem Präsidenten der Akademie der Wissenschaften und ehemaligen Minister Professor Dr. Oswald R e tili c h, gehalten. Staatssekretär Perntner erklärte, Wien bekenne sich mit dem Lessing-Denkmal zu der gesamten deutschen Kultur. Vizebürgermeister Lahr kündigte als Vertreter der Stadt an, daß der Platz, auf dem das Denkmal errichtet wurde, bald in )5Lessing-Platz“ umbenannt werden soll. In jüdischen Kreisen würde man es lieber gehen, wenn der alte Judenplatz jetzt, da das Lessing-Denkmal dort seinen. Standplatz erhalten hat, seinen Namen behalten [würde. Junge Dame 35' Jahre, hübiehc Erscheinung, ledig, mit Monatspension, wünscht seriöse Ehebekanntschaft. Ausführliche Zuschriften unter „Auswärtig" an die Administration des Blattes. MUSIK Konzert des Wiener Jüdischen Gesangsvereines, Es war eine glückliche Idee, einen jüdischen Volksliederabend in der Form zu arrangieren, daß auch ln simmentalwerke, die auf Volkslieder aufgebaut sind, zu Gehör kamen. Vollends noch, wenn es sich um neue oder selten aufgeführte Werke von Israel Br an dm a n n handelt. Es gab sogar zwei Uraufführungen von Um: „V ariatIonen über e i n Thema vo n Engel für Klavier“ und ein „Palästinensisches Tanzlied für gemischten Chor“. Das erstere ist kurz (trotz der Länge des Themas) und verrät einen erstaunlich gewandten Klaviersatz. Die zweite Variation weitet sich zu einem Bild aus der palästinensischen Wüste, man sieht förmlich eine melancholisch ziehende Karawane, auch vom Tropp hat Brandmann in geistreicher Weise Gebrauch gemacht; die letzte Variation sprüht von Rhythmus, Freude, Humor und echter jüdischer Eigenart der melodischen Zeichnung. Alles in allem ein überaus dankbares Stück und eine Bereicherung der KlavierUteralur neuer jüdischer Musik. Das „Palästinensische Tanzlied“ ist nur auf einer Silbenmischung — trada-la — aufgebaut. Es kommt der dynamisch-koloristischen Stimmung des Werkes zugute; es klingt eigentümlich, mystisch, in der Harmonik kühn und neu. Die beiden neuen Kompositionen von Brandmann reihen sich würdig seinen früheren Tonschöpfungen, nicht zuletzt auch den an diesem Abend aufgeführten Variationen über ein jüdisches Volkslied für Klarinette und Klavier“, wie auch seinen drei „Palästinensischen Weisen für Chor“ an. Die wackere Sängerschar brachte noch einige Volkslieder in Bearbeitung von Erd stei n, Rotmüll er, Engel,. Br a&lawsky-, Der unbekannte Mann marschiert, Der Mann der Arbeit geht und geht. Man sieht die Füße nur im Licht Und ahnt ein Bruderangesicht. Der junge. Jude, unbeirrt, Marschiert, marschiert, marschiert, marschiert Dem Ziele zu, bevor1 s zu spät. Kein plan- und ziellos’ Wandern mehr, Kein Hin und Her, kein Ungefähr. Bewußt, beschwingt ist Tritt und Schritt, Und Mut und Hoffnung schreiten mH. IsVs mr ein einzelner, der geht? Von vielen einer, stets voran, Der unbekannte Arbeitsmann, Dem Ziele zu, bevor’s zu spät. Wie wüst das Land! Nur Stein und Sand In ewig starrem Sonnenbrand. Jahrtausendlang verworfen lag Der Väter Eide. Keine Hand, Die. ihrer pflag am Arbeitstag. Seit man das Volk daraus verbannt. Sei mir gegrüßt, du heilig’ Land! Ein Steinhaus, stumm und schlaf gebannt. Klopf an, klopf’ an, du Arbeitsmann! Kein Ruf, kein Laut. Doch himmelan Den hoffnungsvollen Blick gewandt! Aus Erz gegossen die Gestalt, Das Antlitz jung und doch uralt. Nun regt zur Arbeit sich die Hand. Das Land, zu Felsgestein erstarrt, Hat deiner Heimkehr lang geharrt, Du unbekannter Arbeitsmann, Nun geht die schwere Muke an. ■(Uraw Wie soll der Beden tragen Frucht, Wenn Wasser man vergebens sucht?. und Löw („Der-; F.oditn“),, bei s. welchem Frl. Grete K ö r n c r mH Inbrunst das Solo sang. Den. KlarineUmport in den Varia*- Honen besorgte in gewohnter urmusikalischer Weise Dr. Erich Simon, während die uraufgeführten Variationen wie auch den Klavierpart der Klarinetienvariationen R. W. S pi t z, wie immer, mit viel Geschmack und klavierist Ischen Vorzügen spielte. Als abwechslungsreiche Einlage produzierte sich das heitere Quartett des jüdischen Gesangsvereines {die Herren Rev es z, Mark, Ing. Frifz K 0 h n und Oscar Schärf) und. zeigte in den äußerst geschickten Bearbeitungen des Kapellmeisters Beck echt jüdischen Humor. Jul. Wolfsohn. Jüdisches Konzert. Dienstag, den 25. d. M., findet im Hotel Bayrischer Hof ein Wohltätigkeitskonzert statt. Mitwirkend: Oberkantor S. Kreutzstein mit großem Chor, Oberkantor Leo Funke, ferner Sehua und Fritz (Kinder des Oborkantors Kreutzstein). Beginn 8 Uhr abends. Karten bei Buchhandlung Ziegel heim, II., Große Schiffgasso 18, Telephon A 41-7-15, und an der Kassa zum Preise von S 1.— und 2.—. Jüdische Kulturstelle, If., Asporubrückengasse 2 (R 48-2-91). Zweigstellen: VI., Loquaiplatz 11. (B 20-0.81), IX., Währingerstraße 48 (A14-400). Den Mitgliedern stehen Karten für clio Staatsoper, das Burgtheater, Akademietheater, Deutsches Volkstheater, Raimund- Theater usw. zur Verfügung. Führung: Sonntag, 23. Juni, 11.30 Uhr, Führung auf den alten jüdischen Friedhof in der Seegasso 9. Leitung Prof, Dr. Brunner. (Bei Rogen entfällt diese Führung und es findet um 10.45 Uhr, ebenfalls unter Leitung Prof. Dr. Bronners, cino Führung durch das Jüdische Museum, II., Malzgasso 16, statt.) Reisen: Unseren Mitgliedern steht dio Teilnahme an deu vom Jiidi- Man bohrt und gräbt, man bohrt utvd hebt. Kein Wasser in der Tiefe lebt. Vergebens rann der dicke Schweiß... Der Arbeitsmann ist nicht allein. Es hockt betrübt der treue Kreis, — Soll weiter tot der Boden sein? Doch nein und nein! Geröll, Gestein Muß weichen der Maschinen Kraft, Bis endlich blinkt im Sonnenschein Der Erde weißer Lebenssaft; Der Arbeit Segen grüßt und winkt, Der Erde Segen sprüht und blinkt Und rieselt über Stein und Sand Und feuchtet rings das braune Land Und rinnt und rieselt, spritzt und sprüht, Bis Leben rings erwacht und blüht. O Wasserfluten, licht und reich, Ihr macht die Erde feucht und weich. Ihr tränkt die Pflanzen, Mensch und Vieh. O göttliche Wassersymphonie! Die Erde atmet, grünt und strahlt. Ein Lied, so wie Fanfarenton, Fand hier der heimgekehrte Sohn. Zur Arbeit frei zurückgekehrt, Schafft er dem Leben Ehf und Wert. Er wirkt in Garten, Feld und Flur, Verwoben froh mit der Natur, Die Arbeit teilt mit Frau und Kind, Der frei zu atmen jetzt beginnt. ■ — --^»Pipaigp Wie strahlt der Blick, wie lacht der Mund! Er steht nun fest auf eigenem Grund Und freut sich still der schönen Gaben, Die Mut und Müh* erschlossen haben; Und blickt voll Dank zu den Maschinen, Denn Gottes Segen war auch mit ihnen. sehen Reisedienst arrangierten Sommer-, Studien- und Urlaubsreisen frei: Makarska. (Jugoslawien), zwei Wochen, komplett 130 Schilling; Velden, zwei Wochen, komplett 122 Schilling; Balatonlelle, zwei Wochen, komplett 107 Schilling. (Verlängerung auf drei und mehr .Wochen möglich.) Die Hahoah-Schutzhütte auf dem Semmering In Anwesenheit des Wiener Oberraibbinens Dr. F e u c h t w a n g, des Vizepräsidenten der Wiener Kultusgeineinde Dr. Löwenherz, clee Rates der Stadt Wien Dr. Ehrlich, der Vertreter der Grazer und Semmeringer Judenschaft sowie zahlreicher Feetgäßte und Pressevertreter wurde Donnerstag den 20. d. auf dem Semmering die feierliche Grundsteinlegung zur Hakoah- Schutzhütte, der ersten jüdischen Schutzhütte in Österreich, vorgenbanmen. Über die sehr hübsche und erbebende Einweihungsfeier, in deren Verlauf die Vertreter der Wiener Judenschaft Ansprachen hielten, werden wir noch ausführlich berichten. __ : —W Die Zionistische Bezirksorganisation Innere Stadt gratuliert herzlichst ihrem Mitglied KLARY SPITALNIK anläßlich ihrer Vermählung mit Herrn MARKUS FISCH Heute Vortrag über Exportmöglichkeiten nach Palästina im Wiener Radio. Der Geschäftsführer der österreichischen palästinensischen Handelskammer in Wien, Dr. Hugo Groß, spricht heute um 17 Uhr 15 im Wiener Radio über „Exportmöglichkeiten nach Palästina“. Jüdisches Kinderheim „Atld" In Seebenstein (Pittental), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, «tändige ärztlich« Aufficht, individuelle pädagogische Beeinflußung, vorzügliche rituelle Verpflegung, Sport, Gymnastik, Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX.. Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3 bis 6 Uhr. Tel. A 26-3*73. LOKALCHRONIK JÜDISCHER KAIENPER 21. bis 27. Juni 1935 20. bis 26. Slwan 5695 Freitag (21.) Sabbath’EIngang.«Uhr Samstag (22.) Sabbath-Ausgang ...... 9 Uhr Wochenabschnitt; Behaalotch« Die Arbeit das Keren Kajemeth Büchsenleerung des Keren Kajemeth. Die Juni-Büchsenleerung findet in der Zeit vom 9. bis 23. Juni 1935 statt. Die Bücbseninhaber werden daran erinnert, daß nur denjenigen Personen die Leerung gestattet werden darf, die eine spezielle Legitimation vorweisen, welche ausschließlich für die Juni-Leerüng Geltung hat. Da der Vorrat an Legitimationen ausgegangen ist und der Keren Kajemeth im Begriffo ist, neue Legitimationen außzugeben, wurden die fehlenden Exemplare auf der Vcrvielfältigungsmasohine hergestellt. Die Büchseninhaber werden gebeten, dies zur Kenntnis nehmen zu wollen. Die Legitimationen sind mit Stampiglie und Unterschrift des Leiters versehen. Die Büchseninhaber werden ersucht, von den Mitarbeitern des Keren Kajemeth unbedingt die Vorweisung der Legitimation zu verlangen. Die Mitarbeiter sind verpflichtet, auoh unaufgefordert die Legitimation yorzuweißen. Daß Leeren an Sabbaten, Jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage ist absolut unstatthaft. Niemand ist berechtigt, die Keren-Kajemeth- Bfichseu zurückzunehmen, der nicht einen speziellen Auftrag vom Keren Kajemeth hiezu hat. 1 Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Oberkantor Samuel Kreutzstein durch die Zionistische Bezirksektion Brigittenau (Nr. 341); Opernsänger Jose! Schmiedt durch die Zionistische Bezirfcssektion Prater (Nr. 342); Frau Emilie Rosenhaum (Nr. 343); Julius Berlad durch den Bethausverein „Tomchej Jeschurun“ (Nr. 344); Markus Samuel Leser anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Rechte an der Pariser Universität (Sorbonne) am 1. Juni 1935 durch seine Eltern Benjamin Wolf und Rosalie Leser (Nr. 345); Moses Kran zier — Adele Löw- Stieglitz anläßlich ihrer Vermählung (Nr. 346). Pension Eckstein - Immm Histadruht Ivrith, n., Kleine Mohrengasse 3, Wegen des vorgerückten Sommers entfallen ab Samstag, den 28. Juni, die wöchentlichen Vorträge der Histadruth Ivrith. Wiederbeginn im September. Der Jüdisch-Akademische Technikerverband veranstaltet heuer zum viertenmal sein beliebtes Sommerlager auf der Insel Hvar (Dalmatien) in der Zeit vom 30. Juli bis 22. August. Es kostet 128 Sohilling für drei Wochen. In diesem Preise sind inbegriffen: Fahrt, Verpflegung, Unterkunft, Kurtaxe, Trinkgelder usw. Anmeldungen und Auskünfte jeden Dienstag von 5 bis i48 Uhr abends, eventuell 1 bis 2 Uhr mittags telephonisch. Da die Teilnehmerzahl sehr beschränkt ist, empfiehlt sich eheste Anmeldung. JÜDISCHER REISEDIENST Makarska an dar Adria t Wochen S 110’- Bllllfl« Arrangements In Velden und Balatonlelle Akad. Sp.-Club „Brlwth" Zlnrin, die herrliche Adriainsel bei Sibenlk S Wochen S lif. lm Prell« lnt>«| rlffen: Hin- und Rückfahrt, Unterkunft In Sbii 3-Bettxlmmern, Vcrpflegungf Kurtaxe. Bad. Abfahrt jeden Sonntag früh. Anmeldungen und Auskünfte ln> Sekretariate, II., ProtentroBe 15/13, Tel. R 48-1-26 B, Montog bla Freitag von 18 bis SO Uhr Hebräische Konversation. mit gebildeter, junger Dame gesucht. Freundliche Zuschriften unter „Zaire wecjlisa" an die Annoncen-Expeditlon Heinrich Braun, Wien, I., Strobelgasse 2 na