Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 459 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r Nr. m. ~ 21. .Tun! 1935 DIB STIMMI Belte 3 BLED Jugoslavien Hotel-Pension Olympic Streng orth. UtfD Wiener Küche Am Ufer des Sees, an der Hauptaliee, mit allem Komfort, fließendes Kalt- und Warmwasser Aufenthalt in den prachtvollen Julischen Alpen Prospekt auf Wunsch Jabotinskys Ideen ober Staatswirtsdiaft und Staatspolitik Dis jüdischen Jugendvereine Deutschlands für Erez Israel Berlin, 18. Juni. (2. T. A.) Wie die Leitung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands mitteilt, fand vor kurzem in Berlin eine Sitzung der erweiterten Verba-ndsleitung statt, an der etwa 50 Landesverbands- und Ortsgruppenloiter teilnahmen, unter ihnen der Führerkreis der Junggruppen, die sich vor einigen Monaten zu dem Brith Hajehudim Hazeirim im Verband zusammengeschlossen haben. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage nach der Verwirklichung der vom Verband entwickelten gesamtjüdischen Idee. Der Jugend verband hat im 25. Jahre meines Bestehens die innere Konsequenz seiner historischen Entwicklung gezogen: er ist als nichtzionistische Gruppe über die fördernde Unterstützung des Palästina- Werkes hinaus zu einer objektiven Anerkennung des Aufbauwerkes in Erez Israel als einer Leistung des Zionismus gekommen. Aus seiner gesamtjüdischen Haltung heraus sieht er in der Verwirklichung des zionistischen Aufbauwerkes in Palästina eine lebenswichtige jüdische Aufgabe, der er sich verpflichtet. Die Frage der subjektiven Verwirklichung wird den Junggruppen als V e rpflichtung zur Chaluziuth ausgegeben. SQBHBBBEIBHSBBSg 3 Billige Jüdische Romane!! Irene Nemirowsky: | David Golder, Leinen (S 10*80) S 3*75 | W. labotinsky: Philister über Sir Simson, Leinen S 3*85 Edmond Fleg: Moses.Leinen S 6*— I Ein kleiner Prophet. .Leinen S 4*80 | Salomo.Leinen S 4*80 l Kurt Münzer: l Jude ans Kreuz . . . Leinen S 3*— I S. Dembitzer: I Bummler und Bettler, broschiert S 1*50 | Leinen S 2*— I llja Ehrenburg: | Das bewegte Leben des Larik I Roitschwanz .... Leinen S 3*75 S R. Löwit (Dr. M. Präger) n n Wien, I., Wollzeile Nr. 6—8 n ny^ Telephon R 25-4-53 p|j BBSBBBBBBBBBBBB 19.520 Schehaüm in Österreich Nach den bisherigen Zählungen hat die Wiener Sohekelkommiseion festgeetellt, daß in diesem Jahre in Österreich 17.233 Sohekalim verkauft wurden. Rechnet man die im Vorjahre (im kongreßlosen Jahre) verkauften 2287 Schekaliim hinzu, so ergibt sich als Grundlage für die Mandats zahl zum XIX. Zionistenikongreß eine Zahl von 19.520 Sohekalim. Diese Zahl ist um mehr als 50% größer als die vor dem XVIII. Zionfetenkongreß vor zwei Jahren verkaufte Schekelanzahl und gibt die Grundlage für eieben Kongreßmandate in Österreich, gegenüber nur vier Mandaten zaim letzten Kongreß. E9 CS GS es 0 0 0 0 0 0 0 0 b 0 0 Ihre Ferienreise nach Polen—Czernowitz mit Sammelpaß, D-Zug 2. u. 3. Klasse am 7., 21. Juli, 11. und 25. August. Retour 4., 11. August u. 15. September mit dem Reisebüro „IRUT44 Reler. S. Rosenkranz I.« Karlspl. 1 Telephon U 44-5-79 Während des Offensivvortrages Jabotinskys in Wien ist eine Broschüre ausgegeben worden, die den gewichtigen Titel trägt: Grundlagen des Zionismus-Revisionismus“. Aber dem Titel entspricht nicht der Inhalt. Es ist keine theoretische Darstellung irgend welcher Ideen, kein geistiges Kampfmittel, sondern ein politischer Aufsatz des Führers, vermehrt durch einige kurze Mitteilungen über die Organisation des Revisionismus. Als Ziel wird der Judenstaat zu beiden Seiten des Jordan angegeben, dessen Aufbau durch ein Kolonisierungs-Regime erfolgen soll, ein System gesetzgeberischer und administrativer Maßnahmen zur Forderung der Kolonisation, als da sind: Bodenreform, Staatsanleihe, staatlicher Schutz für Industrie, fiskalische Begünstigung der Kolonisten während der ersten Zeit und schließlich bewaffnete Macht. Leider beschäftigt sich der Verfasser überhaupt nicht näher mit diesen Maßnahmen. Man erfährt nichts darüber, wer die Staatsanleihe geben soll, wie sie fundiert und amortisiert werden soll; nichts wird darüber gesagt, was unter fiskalischer Begünstigung der Kolonisten zu verstehen ist. Vielleicht denkt Jabotinsky da an Steuerbefreiungen oder Erleichterungen, die an sich sehr schön sind, aber doch schon ein Steuersystem voraussetzen, das bei dem heutigen Stande fehlt, also jedenfalls eine reformatio in peius wäre. Man kann sich auch vorstellen, daß vom Staat an die Kolonisten Kredite für Werkzeuge, Häuserbauten, Vieh, Samen usw. erteilt werden. Das geschieht heute durch den Keren Hajessod, eine Institution, die wir einem staatlichen bürokratischen Apparat vorziehen. Erst am Ende der Broschüre wird ein Wirtschaftsprogramm angedeutet, welches die Bildung eines Garantiefonds zur Ermunterung und Sicherung von Privatanleihen für die rentabelsten Unternehmungen enthält, leider nur als gewesene Anregung für den Keren Hajessod, „als wir noch Mitarbeiter waren“. Hier wäre wohl einzuwenden, daß „rentabelste Unternehmungen“ sich die notwendigen Mittel lieber selbst besorgen als auf dem Weg der staatlichen Bevormundung und daß sie, wenn die Rentabilität erwiesen ist, die Kredite auch ohne freundliche Vermittlung des Fiskus, genannt Garantiefonds, auch wirklich finden. In dieser Vergangenheit war, sagt Jabotinsky, auch eine Reform des Keren Kajemeth von dem Revisionismus vorgesehen, wonach parallel mit der Erlösung des Bodens auch die Entwicklung der Wasserkräfte erfolgen soll. Es war auch die Einrichtung eines Systems gefordert worden, eines mit einer Lotterie verbundenen Versieh er ungssystems, welches die landwirtschaftlichen Chaluzim zur gegebenen Zeit in Kleingrundbesitzer umwandelt. Was mit diesen Vorschlägen geschehen ist, erfährt man nicht. „Wir hoffen, daß eines Tages unser eigener Fonds, der Keren Tel Hay, diese verschiedenen Projekte realisieren wird.“ Und das nennt sich ein Wirtschaftsprogramm des Staatszionismus, der etwa 12 Millionen Juden zu beiden Seiten des Jordan konzentrieren will, für die die Aufnahmefähigkeit des Landes allmählich vernünftig, beschleunigt vorzubereiten ist. Man muß nicht gerade Professor der Nationalökonomie sein, um die Nebelhaftigkeit, Unklarheit und Dilettanterei des Projekts zu sehen, das zum Beispiel nicht orkennen läßt, wer für den Garantiefonds garantiert, ob Keren Kajemeth und Keren Hajessod verstaatlicht werden sollen und wann? Vor der Staatswerdung oder nach der Staatswerdung? Wie soll überhaupt der ganze Vorgang sein? Diese Unklarheit ist so dicht, daß sie glücklicherweise keinen Schaden anrichten kann. Die Juden sind in Wirtschafts- und Finanzfragen Anhänger der nüchternsten Mathematik, wobei Soll und Haben sehr genau durchgeprüft werden. Ernster aber steht es um die politische Programmatik, die in dieser Broschüre ausgebreitet wird. Gehen wir an der Hand dieser Darlegungen dem Gedankengang Jabotinskys nach: Das zionistische Judentum muß sich Gewißheit darüber verschaffen, ob England gewillt ist oder nicht, seine Palästina-Politik den Bedürfnissen des Staatszionismus anzupassen. Die Wichtigkeit Palästinas für den britischen Imperialismus liegt auf der Hand. Palästina muß aufhören, ein arabisches Land zu sein. England wird einmal seine Stützpunkte im Mittelmeer, Gibraltar und Zypern, verlieren; dann wird der Judenstaat in Palästina der natürliche Bundesgenosse Englands sein, der schon im Interesse seiner Selbsterhaltung immer bestrebt sein wird, sich auf irgend eine europäische Macht zu stützen. Aus diesem Grunde waren die Zionisten-Revisionisten die Anreger der „Liga des siebenten Dominiums“. Durch einen geduldigen und dauernden Druck müssen die britischen Staatsmänner zu dieser Erkenntnis gebracht werden, so daß sie den Judenstaat aufrichten und die Einrichtungen des Kolonisierungsregimes vornehmen. Unter Druck ist zu verstehen: Ausrufung des zionistischen Staatszieles (Judenstaat zu beiden Seiten des Jordan), offene Erklärung, daß wir nie eine andere Auslegung unserer Bedürfnisse und der Verpflichtung Englands anerkennen werden, und nicht aufhören mit Manifestationen an Englands Adresse. England wird durch seine öffentliche Meinung und nicht durch seine Minister regiert; das Nein eines Ministers ist noch lange nicht das Nein der Nation. Ob „der moralische Druck“ auch wirklich allmächtig ist, darüber, sagt Jabotinsky, will er nicht einmal diskutieren. Eine Araberpolitik hat der Revisionismus nicht und er zweifelt daran, ob man eine solche überhaupt machen kann. Wenn aber eine zionistische Partei das Mittel finden sollte, die Araber freundlich zu stim men — bitte sehr! Das ist der politische Plan. Wir wollen das Garn von rückwärts aufspulen, dabei aber die Araber einstweilen abhängen. Zunächst: das Nein eines englischen Ministers in Außenfragen ist noch immer das Nein der Nation gewesen. Der Minister würde ein Nein nicht aussprechen, wenn er sich nicht mit der Nation eins wüßte. Ob England der Aufrichtung des Judenstaates zustimmt oder nicht, hängt zum Teile von England, zum Teile aber afich von den Völkerbundstaaten ab, die doch gemeinsam den Beschluß von San Remo gefaßt haben, und wir glauben in diesem Falle nicht an die Einstimmigkeit. Was aber die Bündnisfähigkeit des Judenstaates für England anbelangt, so setzt sie Jabotinsky für den Zeitpunkt an, wo Gibraltar an Spanien, Cypern an Griechenland und — fügen wir hinzu — Malta an Italien fällt. Man beliebe sich vorzustellen, welche ungeheuerliche Katastrophe über die Welt und insbesondere über England hinwegbrausen müßte, ehe es das Mittelmeer räumt, den Suezkanal preisgibt und den Weg nach Indien bloßlegt. Träte diese Eventualität ein, nun — dann wäre England nicht mehr bündnisfähig... Der Judenstaat aber, der sich mitten im Arabischen Meer befände, dürfte sich niemals und unter keinen Umständen auf eine europäische, nichtarabische und niohtmoslemitische Macht stützen. Er hätte die Freiheit des Handelns oder nennen wir das lieber die Unabhängigkeit eingebüßt u;'d wäre außerdem mit dem grauenhaftesten Haß der arabischen Welt und — seiner arabischen Minorität belastet, der Jabotinsky in dem Kapitel „Die Araber und wir“ gnädig diie Existenz garantiert. Diese ganze politische Konstruktion ist eine Aneinanderreihung von Unmöglichkeiten. Die Araber stürmen gegen die Balfour-Deklaration an, doch ist heute schon an vielen Punkten eine nachdenkliche Stimmung zu erkennen. Sie ist die Folge der fortschreitenden jüdischen Arbeit, der Erkenntnis des wirtschaftlichen Nutzens. Wie aber sollen sie einer nach den revisionistischen Ideen vorgehenden zionistischen Organisation gegenübertreten, die sich als Bundesgenosse Englands präsentiert und ihnen sagt, daß sich der Judenstaat auf eine nichtarabische und nicht Meldet Euch IN DEN BEZIRKSSEKTIONEN UND BEIM LANDESKOMITEE i ZUR WAHLARBEIT Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpaeta und Sie erhalten eich gesunde Zähne bis im hohe Alter. Kleine Tube 8 —80 Große Tube 8 t.40 W4: '.iV'Üiiiiilii moslemitische Macht stützen muß? Herr Jabotinsky lese einmal in der jüdischen Geschichte nach. Juda und Israel sind zugrunde gegangen, weil sie sich bald in die babylonischen, bald in die ägyptischen Händel verwickeln ließen. Ein Staat wird nicht von irgend jemand errichtet, er wird nicht geschenkt und nicht dekretiert. Er kommt, wenn die Zeit erfüllt ist. Er ist der erste Ausdruck einer tatsächlich vorhandenen und bereits gesicherten Macht. Jabotinsky hat seine politischen Gedanken in einer öffentlich aufgelegten Broschüre tntwickelt. Diese Schrift kommt auch den Arabern unter die Augen. Welches werden wohl die Gedanken der Araber über diese Broschüre sein? Herr Jabotinsky scheint Maß und Ziel verloren zu haben. Die Kritik, die in der „S timme“ an seinem Vortrag geübt wurde, hat einen seiner Anhänger zu einen Brief an uns veranlaßt, in dem es heißt: „Die ,Stimme4 hat Jabotinsky mißverstanden. Sie hat nicht den psychologischen Untergrund seiner Rede berücksichtigt. Jabotinsky hat in seiner grenzenlosen Verbitterung sein Herz geöffnet und einfach alles herausgesagt.“ Wir können das nicht akzeptieren. Keine Verbitterung kann die Kolnidre- Anekdote rechtfertigen, keine Verbitterung die Behauptung stützen, daß die Gelder der Fonds in die Kasse der Histadruth fließen, daß Schekel an Katholiken, Agudisten und Kommunisten verkauft werden. Keine Ver-i, bitterung kann die unwahre' Behauptung Ja- ,; botinskys bei der Pressekonferenz rechtfer-' tigen, daß die Revisionisten die einzigen Nichtmarxisten sind. Und keine Verbitterung ist ausreichend zu erklären, daß Jabotinsky in einer in einer Weltsprache geschriebenen Broschüre jedes Gefühl für Verantwortung, für Solidarität mit dem Gesamtjudentum beiseite läßt. BADGASTEIN Hotel Elisabethhof Zeitgemäße Preise Kein Mahlzeitzwang Ein Jude Vize-Finanzminister in Griechenland Bei den letzten Wahlen wurden als Mitglieder der Regierungspartei in Saloniki auch die beiden jüdischen Kandidaten Daniel Allalouf und Peppo M a 11 a h zu Abgeordneten gewählt. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird nunmehr Abg. Peppo Mallah auf besonderen Wunsch des Finanzministers Pezmazoglou zum Unterstaatssekretär im Finanzministerium ernannt werden. Als vor zwei Jahren die Tsaldaris-Regierung ans Ruder kam, war Mallah das Finanzministerium angeboten worden, er hatte jedoch damals den Eintritt ins griechische Kabinett abgelebnt. Er hat aber als Finanzberater der Regierung wichtige Dienste geleistet „PENSION LANDAU" orth. “HP3 Balatonszäszö Erzsöbet - Park (Amerika, Kanada Villen). In der nächsten Nähe vom Plattensee bei der Station. Sehr schöne Zimmer mit Blick auf den See. Eigener Park. Erstklassige Küche, exakte Bedienung. Vor- und Nachsaison 6Pengö. Hauptsaison von 6 Pengö aufwärts.