Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 459 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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to HOTEL BELLEVUE to PÖRTSCHACH am WÖRTHERSEE Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung/Herrliche Lage, direkt am See / Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser / Vorzügliche internationale Küche Volle Pension: Vor- und Nachsaison . . S 9'- Hauptsaison.S12*- Seebad und Garage frei / Geöffnet von Mai bis Oktober / Verlangen Sie Prospekte den von einer Spaltung des Weltverbandes sprechen. Wir meinen, daß es die Kidmali und die Radikalen auf die Sprengung des Verbandes abgesehen hatten. Unser bewährter alter Freund Dr. Meyer Ebner hat auch Kurt Blumenfeld in Krakau öffentlich beschuldigt, an dem Ergebnis der Tagung die.Schuld zu tragen. Wir stellen aber fest: Der Welt verband ist nicht gesprengt. Es ist vielmehr seine Sprengung abgewehrt worden. Er hat einige Landesgruppen weniger, aber an Einheitlichkeit des VT illens und d e r I d e o 1 o g i e gewonnen. Das üble Spiel, das hier versucht wurde, hat so manchem Freund aus der Gruppe A die Augen geöffnet, und wir erwarten neuen Zuzug zum Weltverband. Am Kongreß wird der Weltverband der Allgemeinen Zionisten mit ungefähr 60 Delegierten aus 15 Ländern erscheinen und den Kongreß entscheidend beeinflussen können. Und auf der anderen Seite? Die ausgetre tenen Gruppen, die „Kidmah“ und das War schauer Zentralkomitee, werden einen „Block15 oder eine „Interessengemeinschaft“ bilden, ohne einheitliche Ideologie, ohne eine nennenswerte Jugendbewegung. Diesem un organischen Gebilde dürfte keine lange Lebensdauer beschieden sein. Das wird maii schon am Kongreß sehen. Wir können den nicht durch unsere Schuld geschaffenen Zustand im Interesse der auch von uns ge Arbeit in der Gallith und in Palästina fortsetzen. o lim; nach links und re o h t s z u s e h e n. Aber wir Wollen unseren Irgun, der schon 1-00 Mitglieder zählt, nicht im Sticlif lass“n. Wir sind überzeugt, daß trotz allem die vollständige Einigung der Allgemeinen Zionisten kommen wird. Gerade deswegen, weil wir selbstlos arbeiten und immer friedensbereit sind, wird der Erfolg nicht ausbleiben. Die zionistische Umwelt muß aber zur Kenntnis nehmen, daß die Zeit vorbei ist, wo die Allgemeinen Zionisten nur die Geldgeber waren und das Menscheureservoir für ändert' zionistische Gruppen. Wir wollen Ra um f ii r uns u ml unsere J u g en d in Pa1ä s t i n a. Wer unsere Arbeit nicht stören wird, der kann unserer Freundschaft um Förderung sicher sein. Wir lassen uns aber nicht weiter als Sturmböcke für die Interessen von Personen und Parteien miß brauchen. Unsere Zeit wird kommen. Die Weltkonferenz jüdischer Frontkämpfer in Paris ow ^%o GASTSTÄTTE FÜR JEDERMANN l* Kärtnerstrafre Nr. 61 Besitzer Otlo Kaserer WIENER RATHAÜSKELLER volkstümliche Preise In allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Olto Kaserer wünschten Vereinheitlichung der Zionistischen Weltorganisat i.o n nur bedauern. Wir haben alles getan, um das eingetretene Ergebnis zu vermeiden. Wir konnten es aber nicht zulassen, daß der Weltverband der Allgemeinen Zionisten zum Spielball der Linken und ehrgeiziger Menschen gemacht wird. Wir sind sicher: Es wird früher als man glaubt, den Ausgetretenen aufdämmern wohin man sie führt und wer sie führt. Sie werden dann d e n W eg zuuns zurückfinden, um gemeinsam mit uns in friedlicher Aufbauarbeit das Krakauer Programm zu verwirklichen. Sie werden es bedauern, unter dem Diktat Jizchak Grünbaums und Kurt Blumenleids gehandelt und die heroischen Friedensbemühungen Doktor Schwarz hart s, der von Dr. M o ss i n s o h n, Dr. Oskar ÖrUnbaum, Dr. K a h a n (Budapest) und Dr. L e v y (Sofia) und anderen unterstützt wurde, konterkarriert zu haben. Sie werden daraufkommen, daß sie von Berl Locker und Josef Baratz, die in Krakau anwesend .waren, übel beraten wurden. Bis zur Rückkehr der jetzt Ausgetretenen wollen wir ohne Gehässigkeit unsere Ich beabsichtige meine Erzeugung elektrischer Instailationsartikel nach Palästina zu verlegen. Es handelt sich um solche Erzeugnisse, die in Erez noch nicht vertreten sind, Kapitalist mit Beteiligung gesucht. Mitarbeit keine Bedingung. Zuschriften unter »|M 43.452“ an die Administration. Paris, 17. Juni. (Z. T. A.) In der Zeit vom 15. bi* 20. Juni fand in Paris eine Konferenz von Verbänden jüdischer Kriegsteilnehmer zahlreicher europäischer und außereuropäischer Länder statt. Vertreten sind auf dem Kongreß unter anderen jüdische Frontkämpferbünde aus Ägypten, Australien, Belgien, Bulgarien, England, Frankreich, Litauen, Österreich, Palästina, Polen, Südafrika, der Tschechoslowakei und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der australischen Delegation gehört auch der ehemalige Generalstabschef der australischen Streitkräfte auf dem europäischen Kriegsschauplatz, Oberst Heyman, an, der den Kommandanten der australischen Armee im Weltkrieg, General Sir John Monash, der bekanntlich ebenfalls Jude war, wirksam unterstützt hatte. An dem Kongreß nimmt auch Wladimir Jabotinsky teil. Die feierliche Eröffnungssitzung fand unter dem Vorsitz des früheren Kriegsministers General Maurin am Abend des 15. Juni statt. Am Sonntag, den 16. Juni, nahmen die Delegierten des Kongresses an der feierlichen Einweihung eines Denkmals für die auf dem Felde ded Ehre gefallenen Ostjuden teil. Diese Feier stand unter dem Ehrenschutz des Präsidenten der französischen Republik und unter der Leitung des Pensionsministers Mampoil. Bei dieser Gelegenheit hielt der Vorsitzende des Pariser Stkdtrates, Cotit&ftbV eine Rede, in welcher er erklärte, diese Kundgebung werde in der ganzen Welt ein Echo finden. Die unparteiische Weltöffentlichkeit werde nicht umhin können, einen Vergleich anzustellen zwischen diesem ergreifenden Zeichen der französischen Dankbarkeit und der Politik eines Volkes, das im Namen einer Rassenmystik 12.000 Juden, die für sein Land gefallen sind, aus den Annalen seiner Geschichte auslöschen will. Hierauf folgte ein von der Alliance IsraMite Universelle anläßlich des Jubiläums ihres 75jährigen Bestehens zu Ehren der Kongreßdelegierten veranstalteter Empfang. Am Abend wohnten die Kongreßteilnehmer der Flammenzeremonie beim Are de Triomphe bei. Am 17. Juni fand ein Festgottesdienst in der Synagoge in der Rue de la Victoire statt. Der Rest des Tages war den Beratungen der Kommissionen gewidmet. Am nehmer in verschiedenen Ländern ergriff auch der bekannte französisch-jüdische Dichter Edmond FI e g das Wort und führte aus: Eine Situation, in der frühen' jüdische Soldaten, die in den vordersten Gräben der Fronten, jeder für seine Heimat, gekämpft haben, Zusammenkommen müssen, um ihrer Loyalität gegenüber ihren Heimatländern Ausdruck zu geben und ihre A n s p r ü c h e auf Bürgerrechte z u erhärt e n, sei an sich außerordentlich beklagen sw e r t. An die Eröffnungssitzung schloß sich ein /mnjixiM oriLlM Pension Weiss früher Laurana Terrassen, Zimmer mit Meeraussicht. Bestrenommierte Küche. Schattiger Garten Zeitgemäße Preise Ferienfahrt der Czernowltzer Allgemeinen Zeitung mit Sammelpaß nach Polen und Czernowitz am 7. und 28. Juli 1935 fllr vier und acht Woehen Technische Durchführung, Anmeldung u. Auskunft i österreichisch« Verkehrsbüro, Wien, I., Friedrichstr. 7, Tel. ü 27-500. Österreichisches Verkehrsbüro, Wien, I, Graben 20. Tel. U 20-0-35. Polnisches Reisebüro „Orbis", Wien, I., KSrntnerstr. 41. Tel. R 21-5-78. Reisebüro „Msrienbrücke", Wien, l„ Rotenturmstr. 28. Tel. R 24-2-86 bis 8, Marsch jüdischer Kriegsteilnehmer zum Cenotapli in den Champs Elysees. Die einzelnen Länderdelegationen marschierten in den nationalen Uniformen und mit den Fahnen ihrer Länder. Am Grabe des Unbekannten Soldaten wurden Kränze niedergelegt. Der Marsch machte anßcror d e n tliehen Eindruck auf die Pariser 13 e v ö 1 k e r u n g. Viele Tausende Pariser und Pariserinnen bildeten freiwillig S p a- 1 i e r und grüßten die Kriegsfalinen. Auf dem Marschwege ruhte aller Verkehr. Voran schritten die Amerikaner und Engländer, es folgten die Polen, deren Fahne zum Zeichen der Trauer um Pilsudski Trauerflor trug. Auf dein Kongreß wurde auch die Frage der jüdischen Kriegsverletzteil, -witwen und waisen behandelt. Auf der 1026 in Danzig ungehaltenen Weltkonferenz jüdischer Kriegsverletzter wurde mitgeteilt, daß in den Listen der Organisation die Namen von mehr als 600.000 jüdischen Kriegsverletzten, Kriegs witwe u ii n d -waisen verzeichnet sind. Sehr viele Kriegsvcrletzte sind staatenlos, weil sie von keinem Lande, auch von dem Lande nicht, für das sie ihr Blut vergossen haben, anerkannt werden, so daß sie keine Kriegs-. Pension erlangen können. Das gleiche Schicksal teilen viele Tausende Kriegswitwen und -waisen* Die Juden und das deutsche Wehrgesetz Erklärung der Reichsvertretung der deutschen Juden* Kindersommerheim Reichenau a. d. Rax Ä,'- Semmeringgebiet, für Kinder von 3 bis 16 Jahre bereits eröffnet. Sehr komfort. Villa, großer Park, eig. Wald, Tennispl. Erstkl. Verpflegung, beste Referenzen. Englisch, französisch und hebräisch Konversationsgelegenheit. Auskünfte: Nelly Abramowicz-Eidlnger, dlpl. Montessorilehrerin im Montessori Kindergarten, II., Ob. Donaustr. 19, von 10—1t und 4—6 llhr. Tel. A 43-6-40. Von 1—3 und Sonntag vorm, nur Telephon A 44-8-29 19. Juni findet ein Festompfang im Pariser Rathaus und am Abend eine Festsitzung statt, bei der unter anderen auch der gegenwärtige Kriegsminister Oberst Fabry das Wort ergreifen wird. Mit einem Bankett am 20. Juni finden die Veranstaltungen ihren Abschluß. Die Tagesordnung des Kongresses umfaßt unter auderen eine Erörterung der Geschichte und Statistik der Beteiligung der Juden am Weltkrieg, Fragen der Zusammenarbeit der jüdischen Frontkämpforverbände, Maßnahmen zur Wahrung des Ansehens und der Rechte der jüdischen Gemeinschaft und die Auswanderung nach Palästina. Paris, 18. Juni. Tn der Eröffnungssitzung der Welt.konfereuz der Verbände jüdischer Kriegsteil- Berlin, 17. Juni Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: § 15 des Wehrgesetzes, der den aktiven Wehrdienst grundsätzlich an die Voraus Setzung der arischen Abstammung knüpft, hat vereinzelt Zweifel darüber hervorgerufen, inwieweit die jetzt stattfindende Musterung und Aushebung 1935 die deutschen Juden betrifft. Zur Behebung einer etwa hier bestehenden Unkenntnis gibt die Reichsvertretung der deutschen Juden folgendes bekannt: Der Wehrdienst, durch den die Wehrpflicht erfüllt wird, umfaßt sowohl den aktiven Wehrdienst alß auch den Wehrdienst im Beurlaubtenstande. Arische Abstammung ist lediglich Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst. Hieraus folgt, daß die deutschen Juden Dienstpflichtige im Sinne der auf Grund des Wehrgesetzes ergangenen Verordnung über die Musterung und Aus hebung 1935 sind. Zu dieser werden jetzt erstmalig die Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1914 und 1915, in Ostpreußen auch des Jahrganges 1910, herangezogen. Der Dienstpflichtige hat sich zur Musterung zu gestehen und jedem Einberufungsbefehl zum Wehrdienst Folge zu leisten. Da die deutschen Juden wehr- und dienstpflichtig sind, auch wonn Bie nicht zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden, haben sie ihrer Gestellungspflicht im vollen Umfange nachzukommen. Es ward in dieser Beziehung auf die Verordnung vom 1. Juni 1935 (RGBl. I, S. 697), auf die öffentlichen Anschläge und Tageszeitungen verwiesen. Nach § 19, Absatz 2, der genannten Verordnung werden wehrfähige Dienstpflichtige nichtarischer Abstammung, die innerhalb der Frist von zwei Wochen nach dem Musterungstage keinen Antrag auf Heranziehung zum aktiven Wehrdienst einreichen, der Ersatzreserve II überwiesen, womit sie in den Beurlaubtenstand iibergehon. Die Möglichkeit dieser Antragstellung beruht darauf, daß nach § 15 des Wehrgesetzes ausnahmsweise von der arischen Abstammung bei der Heranziehung für den aktiven Wehrdienst abgesehen werden kann. Diese Ausnahme kommt für reinrassige Juden nicht in Frage; der Leiter des Wehrmachtamts im Reichskriegsministerium, Generalmajor von Reichenau, erklärte in seiner amtlichen Auslassung vor der deutschen Presse am 22. Mai 1935: „Reinrassige Juden werden zum aktiven Wehrdienst nicht herangezogen.u (Vgl, den Abdruck im „Völkischen Beobachter“ vom 23. Mai 1935.)! Es ist demnach zwecklos, daß deutsche Juden ihre ausnahmsweise Heranziehung zum aktiven Wehrdienst beantragen. Diesmuß festgestellt werden, so schmerzlich auch die gesetzliche Regelung das deutsche Judentum berührt. Die Stellung solcher Anträge wäre auch unverträglich mit dem Gebot jüdischer Zurückhaltung. Herz- und Frauenheilbad Burgenland Tatzmannsdorf Mineral-, Moor- und natürliche Kohlen* säure-Sprudelbäder. ZeltsemäOe Pensionspreise. Auskünfte u. Prospekte b. d. Kurdirektion o. b. d. Generalvertretung. Wien, l„ Kohlmarkt 8, Tel. U-25-104. fleu s Moorpackungen, Moorkonipressen In all. Apotheken erhaitl. / Ab 15. Mai täglich direkter Triebwagenverkehr ab Wion-Aspangbahn. Auf allen Rückfahrten 507» Ermäßig Vorführung von Filmen mit nicht• arischen Darstellern untersagt Berlin, 17. Juni. (2. T. A.) In der „Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz“ wird mitgeteilt: „Verschiedentlich konnte beobachtet werden, daß Filnio mit nichtarischen Darstellern, die vor dem 30. Januar 1933 hcrgestellt und von der Filmprüfstelle zugelassen wurden, bisher.in Lichtspieltheatern auftauchen. Es muß darauf hingewiesen werden, daß diese Filme, insbesondere wenn in ihnen Schauspieler ljiitwirken, die Emigranten bekannt sind, verboten sind.“ Das Reichspropagandaministerium hat an alle deutschen Filmgesellschaften eine Vorordnung ausgegeben, derzufolgo alle Kopien von Filmen, in denen jüdische H a u p tdarstcller mitgewirkt haben, a bgeliefert werden müssen. Die abgelieferten Filme werden der Einstampfung zugeführt. Wixo und Bailrksoektlon XVIII. Zionisten geben mre Kinder ins Ferienheim der Wizo in MUhlinn an a«r Erlauf m.) Eigenes Strandbad, Badezimmer, Snort, ärztüeno und pädagogische Aufsicht, Nachhilfeunterricht, 5 reich!. Mahlzeiten. Mäßige Preise. Auskunft: Dr. Fini Salzmann, III., Am Heumarkt 23, Tel. B 50-9-36 von 10-12 u. 8—5 Uhr. Frau Erna Fischmann, I., Hegelgasse 13, Telephon R 29-9-44.