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Die Stimme · 1935-06-21 · Heft 459 (21.6.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 459 (21.6.1935)
Date
1935-06-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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t Preis dieser Nummer 20 g >*?'•: ''V V. I». b, Klassenzionismus oder Volkszionismus, das ist die Schicksalsfrage des nächsten Kongresses — Palästina für das ganze (üdische Volk, das ist das Programm des Allgemeinen Zionismus JÜDISCHE ZEITUNG NACH PALÄSTINA zu den besonders verbilligten SOMMERPREISEN I. Klasse Hin- und Rückfahrt jetzt nur S 986.- 8 DIE PAUKSTINA-EILLINIE DES „LLOYD TRIESTINO“ ist seit einem Jahrzehnt die Linie des jüdischen Einwanderers und Touristen l Touristenklasse einfache Fahrt nur. . S 246*50 Hin- und Rückfahrt nur.S 493*— alles In zwei- und vierbettigen AuQenkabinen mit reichlicher und schmackhafter Verpflegung (4 Mahlzeiten täglich). 6 Abfahrten im Monat mitden gr oßen Schiffen (GALILEA*, .GERUSALEMME', .PALESTINA* (je 12.500 Tonnen Deplacement) auf der direkten Palästinalinie, außerdem dichter Verkehr via Ägypten, Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer. Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6. Tel. U 47-5-60 Nr. 459 | Wien, 21. Juni 1935 I Redaktion und Administration; Wien, i., Maro-Aurei-StraBa 6. Tel.: U 22-3-91 .ledaktlonssehluB Montag und Mittwoch vorm. I (20. Siwan $695) | 8. Jahrgang General Smuts warnt die Antisemiten Johannesburg. Auf dem in Johannesburg abgehaltenen elften Kongreß des südafrikanischen Board of Deputies wurde vom Vorsitzenden ein Schreiben dee Juetizmmißters und ehe- «naligen' Ministerpräsidenten General Smuts verlesen, in dem es heißt: „Zu meinem Bedauern stelle ich fest, daß trotz früherer Verwarnungen die verschiedenen Bewegungen antisemitischen Charakters ihre Tätigkeit noch immer fortsetzen. Ich möchte die Gelegenheit benützen, um eine bei einem früheren Anlaß abgegebene Erklärung zu wiederholen. Gesetz und Ordnung werden um jeden Preis gewahrt werden, und wenn diejenigen, die den Rassentjnd Religionskampf zwischen den verschiedenen Teilen unserer Bevölkerung fördern, IjUannehmüchkettCn haben werden, so werden sie dies nur sich selbst zuzuschreiben haben. Die Polizei und die übrigen mit der Handhabung des Gesetzes betrauten Behörden überwachen sorgsam diejenigen, die diese gefährliche Propaganda betreiben. In einer Welt voll Schwierigkeiten für uns alle, hat der jüdische Teil unserer Bevölkerung einen mehr als angemessenen Anteil an Sorgen und Problemen. Es ist mein und meiner Kollegen in der Regierung aufrichtiger Wunsch, daß Ihr Kongreß zur Lösung dieser Probleme beitragen möge.“ Auf dem Kongreß wurde eine Resolution gefaßt, in der auf die die Juden und die südafrikanische Nation schädigende Wirkung der kn Lande betriebenen unbegründeten und verleumderischen antijüdischen Propaganda hingewiesen und gefordert wird, daß eine kraftvolle Kampagne zur Aufklärung und Erziehung der öffentlichen Meinung gegenüber dieser Propaganda eingeleitet werde. Zum Präsidenten des Board wurde S. Raphaely neugewählt. 450,000 jüdische Front• hampfer auf der Pariser Kow f erenz Paris, 19. Juni. (2. T. A.) In der Aussprache auf der Weltkonferonz der jüdischen Frontkänipfervorbändo wurde mitgeteüt, daß die anwesenden Delegierten 450.000 Juden, die während des Weltkrieges an den verschiedenen Fronten kämpften, vertreten. Es wurde erklärt, daß es das Ziel der Konferenz sei, die ehemaligen Frontkämpfer zum Schutz der jüdischen Rechte und zum Kampf gegen den Woltantisemitismus zu organisieren. (Ausführlicher Bericht im Innern des Blattes.) -\m PENSION LÖHNER TO BAD ISCHL, Brennerstraße Nr. 19 ln Ischl die einzige unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Oberrabb. J. Babad stehende Pension; eigener Schächter, großer schattiger Garten, sonnige Balkons. Soolbäder im Hause. Volle Pension von S 7*— aufwärts Das Ergebnis von Krakau Im Allgemeinen Zionismus ist noch viel im Fluß.' Sicher ist aber, daß der Allgemeine Zionismus in Österreich — nicht der für Wahlzwecke konstruierte oder der an den Tatsachen vorbeisehendo — ebenso wie der Allgemeine Zionismus in vielen Ländern, konsolidiert ist. Sein Programm ist das Krakauer Programm, das jeden Klassenkampf, komme er nun von links oder rechts, ablohnt und die Verwurzelung der allgemein-zionistischen C h a 1 uz i m und des allgemein-zionistisehen Mittelstandes in Erez Israel verlangt. Im Schoße des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten rang dieser Allgemeine Zionismus, früher Gruppe B genannt, mit dem Allgemeinen Zionismus Gruppe A. Genauer gesagt: Der integrale Allgemeine Zionismus stand in einer ewigen Auseinandersetzung mit jenen Elementen im eigenen Lager, die sich stets als ex o.ffo- V e r te i d i.ger. der Histadru t h uh d < der Arbeiterpartei fühlten, bewußt oder unbewußt ihre Direktiven aus dem linken Lager schöpften und so oft gegen das Interesse der Allgemeinen Zionisten handelten. Unsere Linken verstehen es eben meisterhaft, ihre Ideen anderen Gruppen so beizubringen, daß diese glauben, es seien ihre eigenen Ideen. Nur so ist verständlich, daß die Allgemeinen Zionisten in vielen Ländern ihre Jugend noch immer der Erziehungsarbeit der Sclvlichim der Hißtadruth anvertrauen und nicht sehen, wie ihre Jugend in Palästina unter dem schweren wirtschaftlichen Druck der Histadruth und M a p e i ins marxistische Lager abschwimmt. Das tat, um nur ein Beispiel .aus der letzten Zeit zu orwähnen, der tschechoslowakische M a k k a b i H a z a i r, der in die Kwuzah Gordonia ging. In vielen Ländern aber, so zum Beispiel in Österreich, wird die allgemein-zionistische Jugend gemäß dem Krakauer Programm chaluzisoh erzogen und geht in Palästina daran, allgemein - zionistische* Siedlunge n zu schaffen. Damit ist aber noch nicht alles für die Jugend getan. Die allgemein-zionistische Jugend in Palästina steht unter dem übermächtigen Druck der linken Propaganda und unter dem wirtschaftlichen Druck der Histadruth. Sie war daher zwangsläufig genötigt, sich eine eigene Gewerkschaft aufzubauen, um ihren Mitgliedern durch Arbeitsvermittlung und durch Gewährung von Darlehen zu helfen, da ihr die Histadruth, wozu sie verpflichtet ist, gar nicht oder absichtlich in einem zu geringen Maße hilft. Der allgemein-zionistische Irgun hat nicht die Absicht, die Histadruth zu sprengen. Das wäre ein großer Schaden für die Arbeiterschaft und den Aufbau. Unser Irgun verlangt nur jene Stellung in der Histadruth, welche der H a p o e 1 H a m i s r a c h i auf Grund einer Vereinbarung mit der Histadruth hat, also eine Autonomie. Die Histadruth selbst soll entpolitisiert und zu einem Dachverband aller Gewerkschaften umgestaltet werden. Dagegen wehrt sich einstweilen die Histadruth aus egoistischen Interessen, sie verhandelt aber bereits inoffiziell mit dem Irgun. Es ist daher tragikomisch, wenn gewisse Allgemeine Zionisten das unsinnige Geschrei erheben, der Irgun wollte die Histadruth ,.zerbrechen“, und wenn, wie es gerade jetzt in Krakau geschehen ist, von Allgemeinen Zionisten versucht wird, den Irgun zu diskriminieren und seine Auflösung herbeizuführen. Die Gründling des Irgun der allgemeinzionistischen Arbeiterjugend erfolgte spon- Die Juden Polens fordern eine Warschau, (Z.T. A.) In seiner Rede im Verfassungsausschuß des Sejm führte der Sprecher des Jüdischen Klubs, Sejmdeputierter Dr. Rothenstreich u. a. aus: Die dreieinhalb Millionen Juden fordern nicht allein eine entsprechende Vertreterschaft im Parlament, sondern auch eine solche Vertreterschaft, zu der sie Vertrauen haben. Laut dem zur Verhandlung stehenden Projekt haben die Juden bestenfalls in fünf Wahlkreisen Aussicht, je eine Abgeordnetenmandat zu erringen, in den übrigen über 90 Wahlkreisen werden sie leer ausgehen. In Ostgalizien z. B. wird auf 650.000 jüdische Stimmen ein Mandat entfallen, in den Wojwodschaften Wilna, Lublin und Bialystok werden über 1,200.000 jüdische Stimmen > ohne jedes Mandat ausgehen. In den Senat werden die Juden überhaupt keinen Vertreter entsenden kühnen. Die jüdische Bevölkerung empfindet die ihr zugestandenen wenigen Sitze im Parlament als einen hingeworfenen Knochen; man will lediglich den Eindruck vermeiden, als hätte man die Juden ganz ihrer Repräsentanz beparlamentarische Vertretung raubt. Angesichts der Ausrottungstendenzen und des Bruches unserer Gleichberechtigung ist die jüdische Bevölkerung mit ihrem Herzblut an einer Repräsentanz im Sejm interessiert, welche zu der Regierung und zu der polnischen öffentlichen Meinung sprechen könnte. Wir sind eine Minderheit von zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Polens und fühlen uns durch das neue Wahlgesetz degradiert Als Minderheit betrachten wir die Aufrechterhaltung des proportionalen Wahlsystems in den großen Wahlkreisen als die einzig gerechte Lösung. * Nur vier Juden im künftigen polnischen Sejm Warschau, 18. Juni. (2. T. A.) Zur „Beruhigung“ der über „jüdische Privilegien“ klagenden Nationaldemokraten teilte der Referent über die neue Wahlordnung Podoski im Verfassungsausschuß des Sejm mit, daß die Juden mit nur vier Sitzen im zukünftigen Sejm, davon zwei aus Warschau, rechnen können. Im besten Fall kann ihnen ein fünftes Mandat zufallen. tan, weil eine bittere Notwendigkeit dazu gegeben war. Unsere Jugend wollte sich wirtschaftlich helfen und den politischen Pressionen der Mapei ausweichen. Sie wollte und will ruhig nach ihren allgemein-zionistischen Ideen leben und arbeiten, als bewußter Teil der Arbeiterschaft. Nun sah eine Vereinbarung der sogenannten Gruppen A und B vor, daß bis zum 19. Kongreß eine Änderung in der Frage der Arbeitsbeziehungen durch den W elt verband nicht erfolgen solle. Als nun der Irgun spontan von unserer Jugend in Erez Israel gegründet wurde, wurde deswegen die Einberufung einer Weltkonferenz des Weltverbandes der Allgemeinen Zioni-- sten verlangt. Sie hat in diesen Tagen in Krakau stattgefunden. Sie diente auch der Frage, ob Kurt Blumenfelds K i d m a li, der Verband der Radikalen Zionisten (Zentralkomitee Warschau) und die englische zionistische Föderation in den Weltverband aufgenommen werden sollen oder nicht. Da erlebte man nun ein erbauliches Schauspiel. Die Allgemeinen Zionisten Deutschlands, Lettlands, Jugoslawiens und der Tschechoslowakei gingen geschlossen mit den um Aufnahme werbenden Gruppen vor und verhandelten mit ihnen hinter g eschlossenen Türen. Es wurde der Mehrheit der Delegierten des Weltverbandes das Ansinnen gestellt, einer Resolution zuzustinnnen, die die spontane Gründling des unter selbstloser Aufopferung in Palästina arbeitenden Irgun als illegal bezeichnete und die Auflösung des Irgun verlangte. Bezüglich der englischen Föderation wurde verlangt, daß die Allgemeinen Zionisten Englands bei der Abstimmung über die Wahl der Exekutive am Kongreß freie H a n d haben und diesbezüglich an die Disziplin des Weltverbandes nicht gebunden sein sollten. Die Gruppen Kidmah und Radikale (Warschauer Zentralkomitee), neugebackene Allgemeine Zionisten“, standen hinter diesen Forderungen. Kurt Bl um enf e 1 d, der die „Kidmah“ gründete und in Paläsitna für die A b 1 e h n u u g des Friedenspaktes Arm in Arm mit dem Hasehomer Hazair wirkte, ist für uns kein Allgemeiner Zionißt, ebensowenig. Herr J i z c h a k G r ü n b a u m von den Radikalen, der bis in die allerletzte Zeit in gehässiger Weise gegen den Allgemeinen Zionismus Stellung genommen hat. Das Verhalten dieser Gruppen bei der Konferenz bewies, daß sie es auf die Spreng u n g d e s VYoltverbandes abgesehen hatten und alles andere sind, nur keine Allgemeinen Zionisten. Trotz der größten Bereitwilligkeit der Majorität der Weltkonferenz war daher eine Einigung unmöglich, und die Tagung wurde vom Vorsitzenden Dienstag um 5 Uhr früh für geschlossen erklärt, Die Landesgruppen Tschechoslowakei, Deutschland, Jugoslawien und Lettland traten aus dem Weltverband aus. Unsere Gegner wer- ■XQUISIT °A/|0 < Waschen und Putzen muß man verstehen Zu „Exquisit" kann jedermann gehen. Abholung und Zustellung kostenlos R 20-3-34

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