Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 456 (7.6.1935)
- Date
- 1935-06-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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S«ii# 4 DIB STIMME Nr. 450 — 7. 'Juni 1085 3xBERGKUNN.L: ^RABENSTEIGJ "himmelpfortg. 5 KÖLLNERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aulw.) Kindersommerheim Reichenau a. d. Rax Sr Semmeringgebiet, für Kinder von 3 bis 16 Jahre bereits eröffnet. Sehr komfort. Villa, großer Park, eig. Wald, Tennispl. Erstkl. Verpflegung, beste Referenzen. Englisch, französisch und hebräisch Konversationsgelegenheit. Auskünfte : Nelly Abramowicz-Eidinger, dipl, Montessorilehrerin im Montessori - Kindergarten, II., Ob. Donaustr. 19, von 10 -12 und 4—6 Uhr. Tel. A 43-6-40. Von 1-3 und Sonntag vorm, nur Telephon A 44-8-29 Skandal im Palästina-Amt Besorgnisse der Juden in der Türket Wie die .Jüdische Teb'graphen-Ag'iitur in Jerusalem au« privater Quelle erführt, ist der vor kurzem hi Istanbul verhaftete Direktor der Jewisli Colonisation Association in der Türkei. Sadiaah T s c h e r n i a k. als Folge der Intervention des britischen Konsulats in Istanbul a u s der II a ft e n tlassen worden. Im Zusammenhang mit dieser Haft und den gleichzeitigen H a u ssurhungen und Akte n-B e s e li 1 a gnahmu ngen im Istanbuler JCA-Biiro und in den Privatwohnnngen der Jt.’A-Ang es teilten besteht unter den Juden der Türkei eine tiefe B e sor g n i s hinsioht- .lieh des Schicksals der vielen Hunderte ß ewerber um Ei n w a u d e r u u g s z e rtifikate für Palästina, deren Identitäts- Ausweise im Besitze Tscherniaks gefunden und 'beschlagnahmt wurden. Etwa 400 dieser Palästina-Eimvanderungsbewerber sind l>ereits zur Polizei beordert und dort v e r- 'hö rt worden. Gegen mehrere jüdische Beamte. die unter dem Verdacht stehen, die Paläätma-Einwauderung türkischer Juden , gu fordern, wurde eine Ente r s u c li u n g < .eingeleitet. Bekanntlich hat die türk hohe Regierung die Zionistische Organisation verboten und jede theoretische oder praktische zionistische und propal äs tinensis che Betätigung unter Strafe gestellt. ff Pension Landau" Balatonszäszö Erzsebet- Park (Amerika, Kanada Villen). In der nächsten Nähe vom Plattensee bei der Station. Sehr schöne Zimmer mit Blick auf den See. Eigener Park. Erstklassige Küche, exakte Bedienung. Vor- und Nachsaison 5 Pengö- Hauptsaison von 6 Pengö aufwärts. Jüdische Radiogesellschaft in London In London wurde die Jewisli Radio Limited eingetragen; als geschäftsführender Direktor fungiert Professor S. Goldberg. einst Stifter und Präsident des Berliner Friedenstempels, an dem Dr. Joachim Prinz als Rabbiner amtierte. Die Gesellschaft will universelles Verständnis für das jüdische Problem durch Demonstrierung der Leistungen von Juden auf künstlerischem, wissenschaftlichem und sonstigem geistig kulturellem Gebiet wecken und so der Behauptung j ü d i s c h e r I nf e r i o t ä t entgegen wirken, GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHL ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONNUMMEK-A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen LriU'^-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabblnatsder Israelitischen Kultu3gemeinde Wien Autozustellung kostenlos IX., Berggasse 15, XVIII.,Währingerstraße 71 Die Allgemeinen ZiomVteu in Oesterreich bestürmen mit langer Zeit die Exekutiv mit Bitten und Vorstellungen wegen der zr geringen und ungerechten Zuweisung von Zertifikaten für österreichische Bewerber. Alle unsere Bemühungen waren fruohtlo: .Man hat uns Vorepreclmngeu gemacht, und tsie nicht cingehalteii. Jetzt ist aber etwas geschehen, was dem Fall den Boden au-echlägt. Die Exekutiv hat — und dafür ist Herr Jizchak Grünbaum von den Radikalen Zionisten verantwortlich — Österreich im ganzen 135 Z e r t. i f i k a t e z.u-gewiesi?n. Nach Österreich kommen aber nur 1 Jo Zertifikate, da lü bereits als Vorschuß auegegeben worden waren. Von diesen 125 Zertifikaten er halten nach den Weißlingen der Exekutive Hi Zertifikate vorweg1 nicht etwa jahrelang wartende, in Not und Elend lebende, herragend qualifizierte zionistische Chaluzirn oder Handwerker, sondern — cs ißt einfach unfaßbar — die A g li d a s J i s r o e 1 in Österreich. Jawohl, die a n ti z i o n is ti6 ch o Tre nnu ngsortliodoxie darf 10 Leute nach dom ihr durch diu Zio- :iisten entweihten Palästina schicken. Die Zionisten aber können durch die Finger dien. Als Ersatz dürfen sie diu Lobhudeleien der offiziösen zionistischen Presse auf die derzeitige Exekutive) lesen. Man komme uns nicht mit dem Ein wand, daß die Aguda« Jferoel auch Zertifikate erhalten muß. Nirgends steht aber geschrieben, daß dadurch Misraclii und alle anderen Zionisten in Österreich schlecht behandelt werden müssen. Wie sieht es nämlich mit deon Rest der Zertifikat o ans? Verwandte bereits in Palästina ansässiger Personen erfüllten 25 Zertifikate, Chaluzirn im ganzen 49. Es verbleiben daher von den 135 Zertifikaten 35. Von diesen 35 Zertifikaten erhält der der herrschenden Arbeiterpartei zuzureclmeude Handwerkerverband H a o w e d 33 Zertifikate. Es verbleiben daher 2 Zertifikate für Handwerker zur Verteilung. Im Mai 1934 wurden jedoch 40 Männer und 15 Mädchen für die Auswanderung bestätigt, von denon heute noch 20 auf ihr Zertifikat warten. F ti r diese 20 M e n sehen sin d a 1 s o 2 Zertifikate vorhanden, für alle anderen Bewerber k e i n e i nz i g e s! Das ist das Resultat der Versprechungen, die die Exekutive durch ihr Mitglied Herrn Jizchak Grün,bäum dem Lundeskomitee gegeben hat. Wir wollen es nicht untersuchen, ob jetzt jene Menschen, recht behalten haben, die nach der Gründung der allgemein-zionistischen Chainzorgaiifea-tion prophezeiten, daß die Exekutive eine geringe Zahl von chaluzisehen Zertifikaten und mehr Handwerker- Zertifikate nach Österreich schicken werde, die den Allgemeinen Zionisten vorenthalten werden. Wir registrieren nur die Tatsache, daß 49 chaluzische Zertifikate e in Hohn sind. Wer soll zuerst diese Zertifikate unter vielen hunderten gut qualifizierten Bewerbern erhalten? Wir haben von der Exekutive verlangt, sie möge dem Palästina-Amt den Auftrag geben, daß von jeder Seheduile einige Zertifikate für die Provinz reserviert werden sollen. Trotz Briefen und Telegrammen des Landeskomitees hat es die Exekutive nicht für notwendig befunden, diesen gewiß berechtigten Wunsch zu1 erfüllen. Die Exekutive möge cs zur Ke n n t n i s n e h in e n, d a ß w i r n j e h t g e s o n u e, n *? i n d, w eile v z u schweigen. Was wir verfangen ist nur recht und billig, und wir werden unser Hecht durch/,tisctzcn wi.-sen. Wir wollen doch einmal sehen, ob die ant-izionistischc Agudas Jisrocl mehr Rechte in der Zioni- .>tischen Organisation hat. als die Allg meinen Zionisten, die Gründer und Erhalt der Zionistischen Organisation in Österreich. Wie stellt es nun mit den II a n dw e r k e r z e r t i f i k a t e n? Diese Zertifikate soll über Auftrag der Exekutive der Handwerkerverband Haowed erhalten, dessen Mitglieder der Richtung der Mehrheit der derzeitigen Exekutive angeboren. Es handelt ui eh eben nach dem derzeitigen -System nicht darum, ob jemand ein tüchtiger Handwerker ißt, sondern, ob er auch ein v e r 1 ii ß 1 i e li o r V a r t e i g ä n g e r der derzeitigen Mehrheit und bei dieser Mehrheit organisiert ist. Wir haben außerdem wiederholt die Wahrnehmung gemacht, •daß Beschlüsse lind Anordnungen des Ein- Ferienfahrt der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung mit Sammelpaß nach Polen und Czernowitz am 7. und DR. Juli 1935 für vier und acht Wochen Technische Dur<‘hf(lhrunpr, Anmeldung u. Auskunft! Österreichische VerkehrsbUro, Wien, I., Friodriclistr. 7, Tel. B 27-500. Österreichisches VerkehrsbUro, Wien, I., Drehen 20. Tel. U 2D-0-.75. Polnisches Reisebüro „Orbis“, Wien, I., Kiirntnerstr. 41. Tel. K 21-5-78. ReisebUra „Marienbrücke“, Wien, I., Rotenturmstr. 26. Tel. U 21-2-80 bis 8. Für Pfinsstnusflllge nehmen: den delikaten echten SCHWEIZER-Käse Marko „BERNA" wandcrungsdcparfeinents bei den Wiener Gesinnungsfreunden der derzeitigen Mehrheit bekannt werden, bevor noch von der Exekutive die Anordnung erlassen oder der Beschluß lierausgegehen wird. So ist es auch im Falle des Haowed. Erst wurde der Haowed gegründet und nach seiner Gründung wurde verfügt, daß Ilauidiwerkcrzortifikate nur mehr chaluzfechen Handwerkerverbänden zur Verteilung gegeben werden dürfen und daß von nun an gegründete Handwerkerverbünde diese« Recht nur dann haben, wenn sie schon ein Jahr bestehen. Mit einem Wort: es wurde auf diese Weise für längere Zeit den Mitgliedern der Arbeiterpartei ein Monopol auf Han d w e r k e r z e r t i f i k a t e gesichert. Der Handwerkerverband der Allgemeinen Zionisten (Baale Mikzoa), der ans langjährigen, bewährten Zionfeten bestellt, wird nicht anerkannt. Wir sind nicht gesonnen, diesen Zustand auf die Dauer hinzunchinon. Die Partei- Instanzen der Allgemeinen Zionisten in Österreich werden sich in den nächsten Tagen mit den skandalösen Verhältnissen bei der Zuteilung von Zertifikaten befassen und nötigenfalls auch vor d r as t i s e h e n M a ß n a h m e n nicht zurückschrecken, um den Allgemeinem Zionfeten jene Rechte zu sichern, die ihnen als der stärksten Organisation in Österreich und kraft ihrer eigennützigen jahrzehntelangen Leistungen gebühren. Wir haben es satt, immer nur die Gebenden zu nein und ruhig Zusehen, wie uns primitive Rechte durch ein fein ausgeklügelte« Sy«tem vorentlialten werden. Wir appellieren noch im letzten Auge n b lick a n d i o E x e k u t i v e, •s io m ö g e d 1 c « e n f ii r u n s u ntra gbaren V e r h ä 11 n i« s o n ein Ende bereite n. U n s e r e F r e u n d e a-bor in W i o n und i n <1 e r P rovi n z, k ö nn e n sie li e r sei ii, d a ß w i r de n K a m p f u m i h r e A 11 j a h v e c h t e m i t aller E n e r g i o bis z u m Siege führen werden. Wir lassem um« nicht mit einigen Zertilikaten abfertigen. Hier nniß einmal dun:hgogritten werden und ein System geändert werden, da« sieh den Aih «strich der Objektivität gibt, in Wirklichkeit aller ein Instrument zur Verankerung der Macht einer Partei ist. Der vorliegende Fall zeigt mit aller Deutlichkeit, wie reformbedürftig die«cs System fet und wie recht jene A11g ein ei n en Zionisten haben, die sich n i c Ji t v o n der geschickt a uf g e z o g e n e n P r o pa g a n d a der derzeitigen Macht h a b er bl u ff e n lasse n. Der vorliegende Fall zeigt aber auch, wie dringend notwendig es ist, daß die Allgemeinen Zionisten bei diese m Kongreß durch eine m ö g 1 i c h s t große A n z a li 1 von Delegierte n r e p r ä ß e n t i u r t w e im den, die gcschlossc n a u f t r e t e n. Wie die Dinge heute liegen, wird zwar die Arbeiterpartei im Kongreßsaal wahrscheinlich alle Abstimmungen zu .ihren Gunsten entscheiden können. Wir können «io aber nur w a r n e n, diesen gefährlichen Weg zu betreten, der vielleicht in einem Staate gangbar ist, der aber in einer auf freiwillige Mitarbeit beruhenden Organisation verhängnisvolle Folgen zeit tigen kann. > Tempeldiener langjährig in Stellung als tsmttrmaw »pp in »*nip ftb&n-bpz wünscht Umstände halber seine Stellung zu ändern. Auch Provinz. Zuschriften erbeten an die Admin. des Blattes unter „Tempeldiener" PALÄSTINA-WIRTSCHAFT AUCH IM WIENER RATHAUSKELLER STUBERLPREISE OK Alt-Wien im Grinzinger Keller. Täglich Musik der Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz, Stimmung. Mitwirkend: Stimmungssänger Hans Blaschek und Violinvirtuose It. Oblenscbläger Neue chemische Fabrik in Haifa Eine Gruppe jüdischer Großkauflente grün« det, wie „The Jewisli Cliroiiiole“ meldet, zum sammen mit Imperial Chemical Industries Limited in Haifa eine chemische Fabrik. Daa Aktienkapital wird 1 Million Pfund be-i tragen. Erzeugt sollen werden: Schwefelsäure, Chloride, Kunstdünger, Ätznatron. Diö Irak Petroleum Company wird auf Grund eines bereits abgeschlossenen Vertrages von der neuen Finna jährlich 40.000 tons Schwefelsäure beziehen. Das wird die Errichtung einer Ölraffinerie in Haifa ermöglichen. Große Quantitäten von Chloriden, die bisher importiert werden mußten, werden durch diel Palestine Potash Company bei ihrer Erzeugung von Bromprodukten am Toten Meer Verwendung finden. Für Kunstdünger eröffn neu sieli Marktaussichten im Nahen Osten. Röhrenwerk in Palästina, Tel-Aviv (Palnows). Wie wir erfahren, sind die Vorbereitungen zur Errichtung eines Röhronwerkes, dessen Standort sich in der Nähe von Haifa befinden wird, zum Abschluß gebracht. Das Unter-» nehmen wird als „Palestine Tubos Company, Ltd.“ firmieren. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 2(5.000 Pfund Sterling. Die Palcstino Tubes Company Ltd. wird autogen geschweißte Rohre für landwirtschaftlichen Bedarf (Bowüsserimgszwocko) und Wasserleitungen herstellen. An der Gründung sind deutsche Juden als Fachleute in Verbindung mit einer palästinensisch-englischen Gruppe beteiligt. Das Kapital ist zum Teil im Transferwego aufgebracht. ln keinem Rucksack fehle der delikate, echte S c h w o i z o r - Käse, Marko „B o r n a“. Juden! Mittel ui Schwuoth-Fesie beim Tltoraaufruf Des Keren Kalemeih!