Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 454 (31.5.1935)
- Date
- 1935-05-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054209--5081-3060774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. '454. - 31. Mai 1935. OIE STIMME Seite 5 ... und heute ins Sdi weden-Kino: Der gestohlene Millionär Uly Damita Henry Garaft Eine Erich-Pommer-Produktion der Fox Ein Herzig Biälihm und Rothschild-Museum Jerusalem, 28. Mai. (2. T. A.) Der Präsident des Jüdischen Nationnlfonds M. M. U s s i s c, h k i n hielt anläßlich der Schließung der am 1 <». April eröffneten B i a 1 i k-A u s s t. o 11 u n g für hebräische Kultur in Tel-Aviv eine Ansprache, in der er die Pläne zur Schaffung dreier g r o ß e r n a t i o n a 1 e r Museen entwickelte: eines H c r z 1-Museums auf dein Skopus-Berg zu Jerusalem, das die politische Renaissance, eines B i a I i k-Museums in Tel-Aviv, das die kulturelle Renaissance, und eines B a roii E d m o n d de Rot hs c h i 1 d-Musoimis in Rischon-le-Zion, das den Aufbau des Jischuw symbolisieren soll. E; RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. Operer) IL, TaborstraBe 12 Telephon R 46-5-57 ■ntai Ausgiebige Braten-Menüs S 1*60 iyj „ Geflügel-,. S2*20~£7*J Vorzügliche Zubereitung -Schwechater Biere > Naturweine Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hochzeiten abzugeben Schöner staubfreier Garten Jewlsh* Agency* Anleihe für eine revisionistische Siedlung Jerusalem, 29. Mai. (2. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency hat der revisionistischen Siedlung „Ramat Tiomkin“ in der Scharon-Ebene, die zur Erinnerung an den verstorbenen Wladimir Tiomkin gegründet wurde, eine langfristige Anleihe in Höhe von 800 Pfund Sterling zwecks Konsolidierung gewährt. BADCASTEIN | Hotel Efiisabeihhof I Zeitgemäße Preise I Kein Mahlzeitzwang 1 Ausbau der Kolonie Kfar Gideon Die Kolonie Kfar Gideon an der Straße Nazareth—Afuleil, die von den früheren Siedlern zum großen Teil verlassen worden -war — von 38 Siedlerfamilien waren nur noch elf zurückgeblieben — wird jetzt n e u aus-gebaut. Es werden zahlreiche Häuser errichtet und sämtliche Parzellen sind bereits an künftige Siedler vergeben. Vier j ii d i s c h o F a in i 1 i c n aus Wien haben sicli in der letzten Zeit in der Kolonie niedergelassen. Dr. Bachrach, Badgastein ' hat seine kurärztliche Tätigkeit wieder aufgenommen. Ein zahnärztliches Institut in Palästina Der DentiiStenverband Palästinas hat die Errichtung eines Instituts für zahnärztliche und zalmtechnisehc Fortbildung beschlossen. Das Institut soll i n Je r u s a- 1 o m neben der Hebräischen Universität gebaut werden. Der Jüdische Natiomilfonds hat ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Unter den Ärzten Palästinas und des Auslandes wird eine Sammlung zur Aufbringung der Mittel für den Bau durcligefiihrt. Für diesen Zweck wird ein Betrag von etwa 10.000 Pfund erforderlieh sein. Als Leiter des Instituts ist ein hervorragender Fachmann in Aussicht genommen, ein Wiener Professor, der Palästina schon wiederholt besucht hat. Ein Ehrenabend für Präsidenten Dr. Oskar Grünbaum Es war ein denkwürdiger Abend. Die größte Sektion des Zionistischen Landesverbandes in Wien, die Zionistische Bezirksektion Leopoldstadt, hatte es sich nicht nehmen lassen, als erste Sektion Dr. Oskar G r ii n 1) a u m durch die Eintragung f n das üoldene Biicli des Jii dis dien Nationalfonds zu . ehren, nachdem schon vor wenigen Monaten anläßlich der Einweihung des neuen zionistischen Heimes das Zionistische Landeskomitee mit dieser Ehrung für seinen verdienstvollen Präsidenten voraiigegiangcn war. Die Zionistische Bezirksscktion Leopoldstadt hat die Überreichung des Diploms der Eintragung Dr. Oskar Grünbaums in das Goldene Buch des Keren Kajemefchs im Rahmen eines überaus hübschen und gelungenen Festbanketts zu Ehren Doktor Grünbaums vollzogen. Das Festbankett, dessen äußeres Bild allein, nicht zuletzt durch die iilustre Corona — es hatten sich die Spitzen des zionistischen und jüdischen Wien eingefunden —, hübsch und eindrucksvoll war, sollte ein Ehren abend für Dr. Oskar Grünbauni werden. Es wurde aber auch e i n Ehrenabend für den Allgemeinen Zionismus in Österreich, dessen Diener in diesem Lande Dr. Oskar Grünbaum ist. * Der große Festsaal bot ein imposantes Bild. An der Stirnwand wiar das der Sektion gewidmete Bildnis des Präsidenten Dr. Grimbaum angebracht, drapiert von blau-weißem Fahnentuch, dessen Enden die ganze Wand zierten. Quer durch den Saal prangten auf einem Seil in blau-weißen hebräischen Lettern: „J e c h i D r. Oskar Grünbaum“. Die Ehrung, die diese alte, aber immer wieder sich verjüngende, neu aufstrebende Sektion, dem Präsidenten der Landesorgianisation und damit der gesamten Organisation selbst zuteil werden ließ, strählte auch auf die Initiatoren, auf die Männer, die diese Sektion führen, zurück. Der Hinweis auf die aufrechte Haltung, das mutige persönliche Auftreten ohne Rücksicht auf Popularität, ohne Rücksicht auf der Parteien Gunst und Haß, der eiserne Wille, den als richtig erkannten Weg rückhaltlos und zielsicher zu gehen, war die Grundsentenz in all den wirklich schönen und von einer großen Verehrung und Liebe für Dr. Grünbaum erfüllten Reden dieses Abends. Alle Reden, die gedankontiefe Ansprache des Vorsitzenden der Sektion, des Gastgebers Dr. Abraham S c h m e r 1 e r, die wuchtigen, vom Blickpunkt für die zionistischen Tagesprobleme getragenen Worte des Vizepräsidenten Dr. Josef Löwen herz, die gleichnisreichen des Kultusrates W a 1tuoh, die witzigen des Jerusalemer Beobachters Dr. Zweig, die ernstmaiinenden, hebräisch gesprochenen des Dr. Tartak o w e r, der launige und geistsprühende Toast des illustren Gastes Dr. Josef Iva stein, schließlich, aber nicht zuletzt die herzlichen Worte der Präsidentin der österreichischen WIZO, Frau Dr. Sofie Löwenlierz, sowie die in schönem Hebräisch gehaltene Ansprache des Vertreters der Jugend, Gelband, gipfelten in einer einzigen restlosen Anerkennung und Würdigung der aufopferungsvollen, erfolgreichen, von zionistischem Idealismus erfüllten Tätigkeit Dr. Grünbaums ian Dienste der zionistischen Organisation Österreichs. Nur ein einziger war im Saale, der nicht lohte, der Mann, dem diese Ehrung galt. Auch an diesem, seinem Ehrentage, blieb Dr. Grünbaum ein Förderer, ein Mahner. In diesem Sinne war sein Schlußwort mit folgenden prinzipiellen Ausführungen: „Es ist immer mein Prinzip gewesen, den einmal als richtig erkannten Weg unbeirrbar weiterziigülieii. So habe ich, als Sie mich im Jahre 1930 als Verlegenheit»- kandidaten an die Spitze dt» Landesverbandes stellten, erkannt, daß es nur einen Weg gibt, der aus dem Chans, in welchem sich die Reste des Landesverbandes befanden, zur Wiederaufriehtung der Organisation führen kann: Arbeiten, arbeiten und wieder arbeiten, ohne auf die Nörgler iin eigenen Lager und die auf unseren Zusammenbruch kichernd und schadenfroh wartenden dissklenten zionistischen Gruppen zu achten. Der Erfolg hat meiner Methode recht gegeben. Das Spiel hat sich gewandt. Den Schadenfrohen ist das Lachen allmählich in der Kehle steckengeblioben. Heute müssen sic, über deren Einschrumpfung noch so aufgeblasene Worte nicht hinwegtauschen können, zugeben, daß der Zionistische Landesverband die größte Zionistische Organisation Österreichs ist, die .in Wien allein 16 Bezirkssektionen hat. Ich bin kein Freund von Selbstlob und auch nicht leicht zufriedenzustellen. Deswegen sage ich Ihnen: Was ich mit Ihrer Unterstützung erreicht habe, ist für mich kein Ziel, sondern nur eine Etappe, von der wir zu größeren Erfolgen voretoßen müssen. Ich bin keineswegs damit zufrieden, wenn auch ich und Sie stolz darauf sein könnten, •daß zum Beispiel die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, die im Jahre 1930 irn ganzen 7 Mitglieder hatte, heute 700 hat. Wir stehen hier erst am Anfang. Unsere Werbe Versammlungen müssen vermehrt, unsere Werbemethoden verbessert werden. Heute repräsentieren wir schon das zionistische Wien und das legt uns Verpflichtungen auf, denen wir gerecht werden müssen. Die Strukturänderung der Allgemeinen Zionisten hat auch in Wien eingesetzt. Der Allgemeine Zionist will nicht mehr Galuth- Zionist sein. Er selbst, oder wenigstens seine Kinderwollen nach Palästina und sehen, daß ein raffiniert ausgesponnenes Alijah-System ihnen den Weg verrammelt und daß dieses System auf die Bedürfnisse einer Partei zugeschnitten ist. Er sieht, •daß eine gut getarnte Propaganda alles unterminiert., was Allgemein-Zionistisch im richtigen Sinne des Wortes ist. Und ich bin •gewiß, der wahre Allgemeine Zionist wird zu kämpfen verstehen, weil er weiß, daß es um die Zukunft seiner Kinder und des Zionismus überhaupt geht. Wir wollen weiter dafür kämpfen, daß in Erez Israel das jüdische Volk, bestehend aus gleichberechtigten Einzelmitgliedern regiert und nicht eine Partei und eine uns wesensfremde Ideologie. Wir lassen uns von bezahlten und unbezahlten Emissären und von Nachläufern und Strebern nicht weiter bange machen und als „Arbeiterfeinde“ diffamieren. Und wir werden es nicht zulaseen, daß uns Organisationsformen aufgezwungen werden, die unsere allgemeinzionistische Organisation oder den Weltverband der Allgemeinen Zionisten aushöhlen oder zertrümmern sollen. Wir suchen aber nicht den Kampf. Deswegen sagen wir denen, die heute an der Macht sitzen: Wir sind bereit, uns ira Interesse des Friedens mit euch au den Verhandlungstisch ziu setzen und einen modius vivendi suchen, der unseren begründeten Forderungen Rechnung trägt. Wir lehnen es aber ab, die Staffage für eine Partei abzugeben, die trotz aller gegenteiligen Versicherungen darauf aus ist, alle Macht an sich zu reiße« und den Allgemeinen Zionismus, der seine Ideale in Palästina verwirklichen will, ziu zermürben oder zu zersprengen. Daher nochmals: Wir wollen den Frieden, aber wir verkaufen uns nicht für Sitze in der Exekutive und nicht für Zertifikate. Wir Allgemeinen Zionisten, denen der Löwenanteil an der Erhaltung der Zionistischen Organisation gebührt, und die, in den meisten Ländern die Hauptträger des Zionismus sind, verlangen unser Recht,. Aus Sorge um die zionistische Organisation warnen wir davor, die Machtvorhältmsse im Kongroßsaal mit denen der zionistischen Welt zu identifizieren. Denn wir wolleai eine starke Weltorganisation, die heute, am Vorabend des Austrittes der Revisionisten, mehr denn je notwendig ist.“ J HOTEL SMETANA 50 gut eingerichtete Zimmer mit kaltem und warmem fliessenden Wasser. Erstklassige streng rituelle Küche, vorteilhafte Pensionarrangements- Für 100,000 Pfund Äpfel nach Palästina Der Import, frischer Äpfel hat sich 1934 allein auf fast 100.000 Pfund gesteigert und dem Vorjahr gegenüber, mehr als v e r cl o p p e 11, im Laufe der beiden letzten Jahre mehr als verdreifach t,. In noch stärkerem Maße hat sich der Import der übrigen frischen Früchte gegenüber den vorhergehenden Jahren erhöht: gegen 1932 hat er sich auf rund 450%, gegenüber dem Vorjahr auf annähernd 250% erhöht. Der Dattelimport hat sich gegenüber dem beiden Vorjahren um etwa die Hälfte er- Wien, IX., Garnisong. 3. Tel. A 20-4-48 höht, der Import anderer getrockneter, Früchte gegenüber 1932 verdreifacht, gegenüber 1933 fast, verdoppelt. Auch der Import von Fruchterzeugnissen' und Nüssen hat eine beträchtliche Steigerung erfahren. Insgesamt hat der Import frischer und getrockneter Früchte 1934 die Höhe von fast ü Mill. Pfund erreicht, sich also gegen« über 1932 verdreifacht, gegenüber dem Vor« jahr verdoppelt. Palestine Chemical Company. Die Palestine Chemical Company, die vor, einem Monat den Betrieb aufgenommen hat, stellt Tinte, Stempeltusche und Gummi arabicum her, als Material (Flaschen, Korken usw.) werden palästinensische Produkte verwendet. Der Tintenimport kommt zu etwa 70% aus England und 30% aus Deutschland. Die Qualität ist der importierten Tinte gleichwertig, der Preis der palästinensischen liegt 8% unter den Preisen von Waterman- und Parker-Tinte. SOEBEN ERSCHIEN DIE GESCHENKAUSGABE VON 196 SEITEN AUF FEINSTEM PAPIER« GROSSFORMAT IN GANZLEINEN ® S IO - iafik Gedidßte ÜBER DIESES BUCH URTEILT JOSEF KASTEIN t In Bialik ist die nationale Poesie des Judentums in seiner nationalen Sprache wieder Wirklichkeit geworden. Ein Lyriker von unbestrittener Weltgeltung hat das Wort ergriffen. Seine Themen sind so umfassend, wie nur echte Lyrik sie umfaßt. Seine Sprache trägt das Zeichen meisterlicher Vollendung. Sein Werk ist der erste große Beitrag zur modernen jüdischen Kunst. Der vorliegende Band gibt aus dem reichen Bestand eine Auswahl, die eine Übersicht ermöglicht und eine Einführung in Bialiks Ideenwelt bedeutet: Die Kenntnis dieser Ideenwelt ist für den Juden von heute unerläßlich VERLAG R. LöWIT, WIEN, L, FLEISCHMARKT 1 WIEN, I., WOLLZEILE 6 Auch du Kannst den Kongreß beeinflußen. Gerade auf deinen ScßeKel Kommt es an. Wähle Allgemein-Zionistisch!