Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 452 (24.5.1935)
- Date
- 1935-05-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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r Nr. 452 - 24. Mai 1085 DIE STIMME Seite 5 Iralorganisation in der G a 1 u t Ii n n d in P :i 1 ä s t i n a. Die Bildung einer freien Föderation der Allgemeinen Zioriston ohne Disziplin würde eine Realisierung des analogen Postulats der Revisionisten in bezug auf die gesamte Zionistische Organisation bedeuten. Eine solche freie Fö leration Würde eine Desorganisierung dos Allgemeinen Zionismus und eine offene Ter für äußere Einflüsse bedeuten. Das würde zur Beherrschung des gesamten Zionismus durch die Linke lühreii. Die Allgemein-zionistischen Wähler müssen eich daher dessen bewußt sein, daß es von ihnen abhängt, ob am 19. Kongreß eine Klasse oder das Volk siegen wird. Das Schick sal der ganzen zionistischen Bewegung liegt in den Händen der Allgemeinen Z i o n i s t e n.“ za w» Arbeits -Anleihe zeicknet, klt S 86.- für S 100.- Nennwert und Lat rund 7 °/o Ertrag. Kapital und Zinsen goldwertgesickert. MaturaschulefUniversum' Wien, IX., Garnisong. 3. Tel. A 20-4-48 das fest des eestet* ScUh&UUhs dseUaacs Jährlich, zu Lag B’oincr, feiern die frommen sephardischen Juden in Palästina eine . eigenartige Zeremonie. An diesem Tage wird den dreijährigen Knaben zum ersten Male nach ihrer Geburt das Haar geschnitten. Die Schläfenlocken bleiben natürlich vom Scher messer verschont. Diese Sitte findet sich übrigen*, auch bei den frommen aschkenasi,sehen Juden, ins besondere bei den Cha&sidim. Freunde und Verwandte werden zur Zeremonie des Haare Schneidens eingeladen. Sie findet gewöhn lieh in Jerusalem auf dem Platze neben dem Grabe Simon des Gerechten statt. Jeder ge ladene Gast hat das Recht, sich am Schneiden der Haaie zu beteiligen, was natürlich den dreijährigen Kindern nicht immer Vergnügen bereitet. Nach der Zeremonie findet dann ein gemeinsames Mahl statt-. In Safed und Tiberiae machen Sefardim und Aschkenasim am Lag B’omer mit ihren dreijährigen Knaben eine Wallfahrt zum Grabe dee Rabbi Simeon ben Jochai nach Meron. Sogar Juden aus Syrien und dem Irak kommen mit ihren Kindern, auch Juden aus Jerusalem. Das Haareschneiden wird mit großem Pomp gefeiert. Die Kinder und die Erwachsenen tragen ihre besten Kleider. Die Eltern heben die Kinder auf die Schultern und tanzen stundenlang herum, bevor sie ihnen die Haare schneiden. Warum gerade das vollendete dritte Jahr als Zeitpunkt für ’dae erste Schneiden der Haare gewählt wird, ist unbekannt. BADCASTEIN Hotel Elisabethhof Zeitgemäße Preise Kein Mahlzeitzwang Palästinafragen Im Unterhaus In 4er Sitzung des Unterhauses vom 15. Mai fragte der Abgeordnete Sir Walfrid Sug-de n den Minister für dio Kolonien, Sir Philip Ounliffe-Lister, ob ihm bekannt Bei, daß U n g a r n im Jahre 1934 Waren im Werte von 115.000 Pfund nach Palästina ausgeführt, dagegen aus Palästina Früchte, Waren und Material im Werte von nur 920 Pfund ein geführt hat. Werde der Minister veranlassen, daß bei der ungarischen Regierung Vorstellungen mit dem Ziele erhoben werden, daß sie ihre Weigerung, -die Einfuhr von Palästina-Orangen nach Ungarn zuziulassen, aufgebe? Der Minister antwortete, die «sich aus den in Ungarn bestehenden Einfuhr- und Z a h 1 u n g s e i n s o h r ä n k u n g e n ergebenden Schwierigkeiten seien ihm bekannt. Von einer Diskriminierung gegenüberPalästina sei er nicht unterrichtet; sollte er über eine solche Diskriminierung informiert werden, so werde dio Möglichkeit von Vorstellungen bei der ungarischen Regierung erwogen werden. Das Städtische Krankenhaus in TeUAvtv Captain Strickland fragte den Ko- IonietKimnister, ob er wisse, daß infolge des Bettenmangels im Tel-Aviver Städtischen Krankenhaus pflegebedürftige Einwohner vielfach in auswärtigen Krankenhäusern untergebracht werden müssen, und ob der Minister mltteilen könne, daß die Regierung nunmehr dem Ansuchen der Tel-Aviver Stadtverwaltung um Erweiterung des Krankenhauses entsprechen wolle. Der Minister antwortete, er könne den ersten Teil der Frage nicht bestätige n. Bezüglich der zweiten Anfrage habe er sich mit dem High Commissioner für Palästina in Verbindung gesetzt, jedoch Kur- und Badehaus Villa Dr. Oasslns, Badgasteln noch keine Mitteilungen über die Absicht der Regierung erhalten. Der Belegraum dieses Krankenhauses, zu dessen Kosten die Regierung beitrage, sei im vergangenen Jahr von 125 auf 184 Betten erhöht worden. Abg. Barnett Jänner bemerkte, der Minister möge feststellen, daß es seiner Meinung nach unrichtig sei, zu sagen, daß für Entbindungen keine besonderen Vorkehrungen zu treffen sind, daß niur zwei Betten für je 1000 Einwohner vorhanden sein sollen. 184 Betten seien für eine Bevölkerung von 124.000 Menschen gänzlich unzureichend. Demgegenüber erklärte der Kolonienmmister, e-s wäre unangebracht, dem High Commissioner, der, wie dem Hause bekannt sei, diesen Fragen sorgfältigste Beachtung schenke, solche Einzelheiten mitzutealen. Auf eine weitere Frage des Abgeordneten Jänner bemerkte der Minister, er sei überzeugt, daß der High Cominiseioner, der Tel-Aviv regelmäßig besuche, alle wichtigen Tatsachen kennt und ihnen volle Aufmerksamkeit schenkt. Ein Antrag im Unterhaus London, 23. Mai. (2.T.A.) Im englischen Unterhaus haben die Parlamentarier Maxton, Aneurin, Bevan und sieben weitere Unterhausmitglieder eine Resolution eingebracht, in der die englische Regierung aufgefordert wird, der deutschen Regierung Kenntnis zu geben „von den Gefühlen des Abscheus, die der jetzt in Deutschland herrschende Massenterror“ in England erweckt. Ferner möge die englische Regierung der deutschen Regierung zur Kenntnis bringen, daß solche Zustände in Deutschland die zwischen Deutschland und England herrschenden Beziehungen ungünstig beeinflussen müssen. Revisionisten bieten England militärische Dienste an Beim Parteitag der „rechten Poale- Zion“ teilte, wie die JTA meldet, das Mitglied der Exekutive Elieser Kaplan folgendes mit: „Die Revisionisten versuchen weiter, durch verschiedene Mittel die Autorität der Zionistischen Organisation zu untergraben. So zum Beispiel fanden sie sich kürzlich als eine Delegation beim High Commissioner ein und boten England im J?$ll§. eines Krieges militärische Dienste aii, falls die Palästina-Regierung sie anerkennen wird. Mit diesem Vor schlag haben sie sich aber nur lächerlich gemacht,“ Zusatzantrag werde von keiner jüdischer! Partei Einspruch erhoben und von der englischen Kolonie in Kalkutta werde er g e b i 1- 1 i g t. Seiner Meinung nach, sollte es der Wunsch eines joden, der will, daß die Engländer in Indien bleiben, sein, die Zahl der dort lebenden Engländer zu erhöhen. Er strebe danach, daß die Juden in Palästina englische Bürger werd e n, und wünsche dasselbe in Indien* Darum möge die Regierung die Angelegenheit im eigensten Interesse des britischen Reiches überprüfen, bevor die Bill ins Berichtsstadium gelange. Abg. Herbert Williams fragte, warum die Schwarzen Cochin-Juden in den im Die sephafdisdien Juden in Indien Bei der Kommissionsberatung über die Indien-Vorlago stellte im englischen Unterhaus der Abgeordnete Colonel Wegdwood dio Frage, ob sephardiische Juden oder palästinensische Bürger in Indien als Angehörige der europäischen Rasse zu gelten hätten. Sir Walter Smiles brachte einen Zusatzantrag ein, demzufolge britdscho Untertanen sephardisch-jüdischor Gemeindezugehörigkeit einschließlich britischer Untertanen von gemischter europäischer und sephardisoher Abstammung, jedoch ausschließlich der Bne Israel, der Schwarzen Coc h i n-J ii den und Personen gemischter jüdischer und nichteuropäischer Abstammung, Stinnnrocht als Europäer haben sollen. Die sephardisch-jüdlscho Gemeinschaft in Kalkutta sei 2000 Seelen stark und ihre Interessen seien mit denen der Europäer identisch. Ihre Mitglieder gehörten zahlreichen, wenn nicht sämtlichen europäischen Klubs an und gelten überall als Europäer. jor M i 11 n e r erklärte, dio sephardischen Juden gehörten ethnologisch zu der weißen Rasse. Sie erheben den Anspruch, auf Grund ihrer rassischen Stellung* den politischen Status von Europäern zu besitzen. Namens der Regierung antwortete O r m s b y - G o r o. Die Regierung, sagte er, vertreto unter den augenblicklichen Umständen die Ansicht, daß es unmöglich sei, eine einzclno jüdische Gemeinschaft von den übrigen Juden abzusonidern. 2000 besondere Juden in Kalkutta ausziisondern und zu sagen, eie sollten innerhalb der europäischen Wahlkiirio wählen, während alle übrigen Juden in Indien innerhalb der allgemeinen Kurie zu wählen haben, scheine der Regierung von Anfang an undurchführbar. Er sehe keinen Grund dafür, diese besondere jüdische Gemeinschaft, so hochstehend sie auch sei, abzusondem und sie eine eigene Kategorie bilden zu lassen. Wie ihm bekannt sei, gehe der Wunsch der Juden dahin, daß die Juden heit als einheitliches Ganzes aufgefaßt werde. Englands Bemühungen in Palästina seien darauf gerichtet, daß kein Unterschied zwischen Juden gemacht werde, gleichgültig aus welchem Teil der Welt sie kommen. RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. fl., Taborstrafio 12 Operer) Telephon R 46-5-57 «■kklitak Ausgiebige Braten-Menüs S 1*00 iwJ „ Qefiugei- „ b a*ao Vorzügliche Zubereitung-Schwechater Biere* Naturweine Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hoehzeiten abzugehen Lord Wintorton betonte, wenn man diesen Leuten einen besonderen Status zubillige, so würden bald ähnliche Forderun gen seitens der Hindu und Mohammedaner erhoben werden. Auf eine Bemerkung Colonel Wedgwoods, Lord Winterten habe vielleicht auch einen Juden unter seinen Vorfahren, erklärte dieser: Es ist mir nicht bekannt, wäre es aber der Fall, so wäre ich sehr stolz darauf. Der Abgeordnete Wedgwood erklärte sodann, gegen den Zur Erlernung der hebräischen Sprache empfehlen wir: M. Naor: Neues Lehrbuch der hebräischen Sprache, 1935, kart. S 10.50, Leinen « , . S 12.60 Dr. S. Kaleko: Hebräisch für jedermann. Mit einem Vokabular der 1500 wichtigsten Wörter, Grammatik-Index und Anhang.S 5.28 K e d e m-Taschenwörfcerbuch: Hebräisch-Deutsch, Leinen. » S 8.64 Deutsch-Hebräisch, Leinen . * S 6.30 D. J. B o r n s t e i n: Einführung in das Hebräisch der Gegenwart, Leinen ........ S 10.50 S. M. Laser und H. Torczyner.: Deutsch-Hebräiech. Wörterbuch, 734 Seiten, Leinen . * * , * * S 18.— MMim A. Helsfrik (Dr. Präger) Wien, 1., Wollzelle 6—8 Telephon R 25-4-53 Zusatzantrag bezeichneten Personenkreis nicht eimgeschlossen werden sollen. Ihm sei bekannt, daß das Wort „Schwarz“ mit Hautfarbe in rassischem Sinn nichts zu tun habe* Der Abg. Barnett Jänner erklärte, er wolle sich weder fiir noch gegen den Zusatzantrag aussprechen. Er glaube aber, daß die Angelegenheit von der Regierung, bevor die Bill berichtsreif werde, sorgfältig erwogen werden sollte. Er habe stets die Empfindung gehabt, daß die Mitglieder des Parlaments und die Bevölkerung im allgemeinen den Standpunkt vertreten, daß die; anderwärts gemachten Unterscheidungen’ zwischen Juden lind Nichtjuden nicht bloß falsch sind, sondern zu höchst unerwünschten Mißverständnissen geführt haben. Es herrsche die Ansicht, daß, sobald die soziale Stellung von Personen diejenige voni Europäern ist, auch ihre Stellung in Fragen: des Wahlrechts und der Verwaltung fest umgrenzt erscheine. Er wolle nicht dio Verantwortung übernehmen, im Namen dieser gesamten Gemeinschaft zu sprechen, glaube aber, daß ihre Forderung viel für sich habe, und daß die Prüfung ihrer Ansprüche von ihnen bereits bei verschiedenen heiten verlangt wurde. Ormsby-Goro erwiderte, er hoffe, der Zusatzantraig werde zurückgezogen werden. Es sei nicht möglich, einzelne Juden, weil de eine hoho soziale Stellung einnehmen, anders zu behandeln, als alle übrigen Juden. Notwendig sei eine grundsätzliche Überprüfung. Die Haltung Englands gegenüber dem jüdischen Volk sowohl hier als auch im ganzen Reich sei durchaus freundlich. Gelegen- Kluge Hausfrauen bevorzugen den delikaten, flehten Schweizer Käse, Marke „Bema“. 3961* SeÄOJe6l is* die Gingcige Waffe gegen die Zerstörer links ---- und rec&ts - Erwerbt und verbreitet den Sc&eKel! Schluß der ScßeRel-AUtion tun 31. Mai!