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Die Stimme · 1935-05-24 · Heft 452 (24.5.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 452 (24.5.1935)
Date
1935-05-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 452 — 21 Mn? 1035 RABENSTEIG 3 JjlMMELPFORTG^ KOLLMERHOFO. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) Konkursausschreibung Bel dem .Jüdischen Verein Neubau“. VII., Schottenfeldgasse 60, gelangt die Stelle eines guten n^'SP der auch x”ilp bV2 sein muß. zur Besetzung. 1 Bewerber, die einen streng religiösen Lebenswandel führen und die Arbeitsbewilligung nachweisen können, wollen ihre Gesuche schriftlich an den Vorstand des ..Jüdischen Vereines Neubau“, VII., Schottenfeldgasse 60, richten. Der Präsident: J. Unterberg P et ach Tihwah wächst Der S t a cl t r a t v o n P e t a c h T i kw a h hat in seiner letzten Sitzung ein Budget von 50.000 Pfund beschlossen. Unter den Ausgaben ist die Errichtung eines neuen Schlachthauses und einer Reihe anderer städtischer Betriebe vorgesehen. Fiir Unterrichtszwecke sind 10.000, für Gesundheitsschutz 6000 Pfund bestimmt. Der rapide Aufschwung von Petacli Tikwah ist daraus zu ersehen, daß das Budget dieser jüdischen Landstadt, das vor zwei Jahren erst 7000 Pfund betrug, auf 27.000 Pfund im verflossenen und auf 50.000 Pfund in diesem Jahre angewachsen ist. ln der Sitzung des Stadtrales wurde die Forde rung erhoben, daß die Regierung ihren Zu schuß zum städtischen Budget erhöhe. Da bei wurde darauf hiugcwiesen. daß die Ein kiinfte aus der städtischen Grundbesitz Steuer allein der Regierung jährlich einen Ertrag von 6000 Pfund abwerfen. Willst du für deine Kinder einen Platz an der Sonne Palästinas? Erwirb und verbreite den Schekel, wähle Allgemein-Zionistisch! Besitzer m Baumschulen oder großen Gärtnereien in Palästina wollen ihre Adressen angeben. Tn Betracht kommen 3000 bis 5000 Bäume für Palästina anzubauen. Zuschriften an die ,,Stämme“ ■ ■ m.. unter „Erez Jiiroei“. ■ Kampf gegen Tuberkulose ln Palästina Jerusalem, 21. Mai. (z. T. A.) Laut Schätzung der Ärztespezialisten be finden sich innerhalb des jüdischen Jischuw Palästinas etwa 3000 Tuberkulosekranke, unter ihnen viele Kinder. Man geht nun daran, eine durchgreifende Aktion zur Bekämpfung der Tuberkulose durch Schaffung von Spitälern und Sanatorien sowie Organisierung von speziellen Kaders von Ärzten und Pflegerinnen einzuleiten. Gegenwärtig existieren bloß vier Anstalten mit 107 Betten für Tuberkulosekranke, während mindestens 300 Betten notwendig wären. Die Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose erhielt vom Keren Kajemeth 100 Dunam Boden auf einer Höhe bei Jerusalem in der Nähe von Kirjath Anavim zugewiesen. Dort sollen die notwendigen Gebäude errichtet werden, wofür etwa 15.000 Pfund notwendig sind. Eine Reihe jüdischer Gemeinden hat bereits für diesen Zweck Summen gezeichnet, die Krankenkasse der Histadruth hat einen höheren Betrag zur [Verfügung gestellt. Bei Dickleibigkeit regt der kurmäßige Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef“-Bitterwassers die Darmtätigkeit kräftig an, beschleunigt sicher den Stoffwechsel und macht den Körper schlank. Klnderschutzäktlon ln Tel-Auiu Der Jubiläumsfonds für Kinder beim Stadtrat von Tel-Aviv geht nun daran, das Problem der verwahrlosten Kinder großzügig zu lösen. Es werden Anstalten und Tagesheime sowie eine spezielle Schule für verwahrlost e und eine für geistig defektoKinder, schließlich ein S ch u l- Sanatorium für physisch geschwächte Kinder erstehen. Verbunden mit dieser Aktien ist auch die Schaffung von Fachschulen und von Hauswirtschaftskursen für Mädchen, von Waisenheimen und Sommerkolonien. Ein Stipendium für ein Kind beträgt zwölf Pfund jährlich. Die Revisionisten und die Schedule Jerusalem, 22. Mal. (2. T. A.) Zwischen Jizelnik Grün bäum, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency und Leiter des Einwanderungsdepartements der Exekutive, und Dr. Hoff m a n, Mitglied der Exekutive der Wcltunion der Zionisten- Kcvisionisten, werden jetzt Verhandlungen geführt, mit dem Ziele, eine Verständigung in der Frage der Mitbeteiligung der Revisionisten an der Schedule für Arbeiter-Einwanderer zu erreichen. Das Abkommen soll sich auf die Union der Zionisten-Revisioni-' kommissär und den anderen maßgebenden steil und die ihr angeschlossenen Organisa-1 Faktoren Syriens Besprechungen gepflogen tionen Brith Trumpeldor (Betar), Brith hat. hach Jerusalem zurückgekehrt. Es ver- Hechajol und revisionistische Handwerker lautet, daß in diesen Besprechungen Ä n d eerstreoken. Die Zionistische Exekutive hat r u n g e n a n der Gr e nzo z w i s c h e n bereits ihre genau präzisierten Bedingungen Palästina und S y r i e n, die Erneueausgearbeitet und zur Grundlage der Verrung des Handelsabkommens zwischen den der Revisionistischen Union uud dem Brith Trumpeldor eine der Stärke ihrer Hat scharah-Gruppen entsprechende Anzahl Einwanderer-Zertifikate aus der laufenden Schedule bewilligt und dabei das Kollektivrecht des Betar anerkannt. Die Verhandlungen, die zu dem Zwecke augebaiint wurden, um eine getrennte Aktion der Revisionistischen Exekutive bei der Regierung zu verhindern, dauern fort. Mit einer baldigen Verständigung wird gerechnet. Militärische Probleme Palästinas und Syriens Jerusalem, 21. Mai. (2. T. A.) Der lligli Connnissiouer für Palästina General Sir Arthur W a u c h o p e ist soeben nach einem einwöchigen Aufenthalt in Syrien, wo er mit dem französischen Ilochliandlungen gestellt, die Revisionisten bereiten Gegenvorschläge vor. Inzwischen hat die Zionistische Exekutive beiden Ländern, schließlich gemeinsame militärische. Probleme erörtert worden sind. Klassenzionismus oder Volkszionismus Der Präsident des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Dr. I. Schwarz hart erklärte in einem Gespräch dem Vertreter der „ITA“ unter anderem: „Der Standpunkt des W e 11 v e r b a n d e s de r A 1 l g e in e i n e n Z i o n i s t e n während der letzten Session der A.-K.-Sitzung in Jerusalem war einheitlicher als während der Session im Jahre 1934. Dies ist zweifelsohne ein positives Ergebnis der Weltkemferenz des Verbandes in Krakau im August 1934. Wenn auch zwischen den einzelnen A.-K.-Mitgliedrn unseres Verbandes Meinungsverschiedenheiten in bezug auf Ormnisationsfrageii, Zweckmäßigkeit der Disziplinklausel und D i s z i p 1 i n g eö b n i s s e der Kandidaten und Kongreßdelegierten bestanden, so war die Stellungahme unserer A.-K.-Gruppe nach außen hin doch einheitlich! Vielleicht zum erstenmal der Geschichte unseres Verbandes, loh sönlicli zum Beispiel habe innerhalb des Verbandes gegen die Disziplinklausel getimmt, da ich die Meinung vertrat, daß die isziplin auch ohne diese Klausel verpflichte, diese nur politischen Nebenzwecken nie. Als ich jedoch überstimmt wurde, fügte ich mich der Mehrheit. Es ist ein Verdienst unseres Verbandes, daß die Exekutive ihre Vorschläge bezüglich der Disziplingelöbnis.se der Kandidaten und Delegierten zurückgezogen hat und daß die Kompromißformel der Disziplinklausel jede Schärfe verloren hat. Die Revisionisten hatten die Möglichkeit, die Disziplinklausel zu akzeptieren, aber sie ließen sich nicht von der Vernunft, sondern von ihrem Oppositionsdrang leiten. Durch das Ergebnis der letzten A.-K.- Sitzung hat der Verband der Allgemeinen Zionisten eine Stärkung erfahren, denn hier hat er seine Feuerprobe bestanden. Es ist als positives Zeichen zu werten, wenn sich innerhalb des Verbandes zwei Richtungen gegenüberstehen. Im übrigen ist dies auch bei anderen Gruppen der Fall, ja sogar bei in per: Dif und die den angeblich einheitlichen Linken. Man darf nicht vergessen, daß die Teilung des Verbandes bei der Wahl der Exekutive am 18. Kongreß die Solidarität des Verbandes empfindlich störte. Wenn auf dem 19. Kongreß in dieser Angelegenheit eine Meinungs- Übereinstimmung eintreten wird, das heißt, wenn entweder der Verband als ganzer seine Repräsentanten in die Exekutive entsenden wird oder aber nicht entsenden wird, dann wird die Quelle der Dissonanz innerhalb des Verbandofi verschwinden.“ Bezüglich des Austrittes der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation erklärte Dr. Schwarzbart folgendes: „Ich charakterisiere die Lage mit einer Behauptung, die vielleicht paradox klingen mag: am meisten kooperierten miteinander auf der letzten A.-K.-Sitzung zwei Richtungen: Die Linke und die Revisionisten. Die Linke zielte konsequent darauf hin, die Revisionisten aus der Organisation hinauszudrängen, und die Revisionisten taten alles, um den Sieg der Linken zu ermöglichen. Mit einem Wort, eine politische Idylle. Die innere Politik der Linken wird durch eine nüchterne Zielbewußtheit und Ausdauer charakterisiert, während die Politik der Revisionisten durch Nervosiät, und Affekt bedingt wird. Beide haben eines gemeinsam: den streng parteiischen Horizont. Wenn dio Linke und dio Revisionisten dio Probleme vom Standpunkt der Bedürfnisse der gesamten Bewegung behandelt hätten, wäre es nicht zu einer Sezession gekommen. Das entscheidende Ereignis, welches den Standpunkt der Linken auf der A.-K.-Sitzung zu den Revisionisten beeinflußt hat, war das negative Ergebnis des Plebiszits dor II i s t a d r u h t. Es ist meine tiefe Überzeugung: Wenn dieses Plebiszit im Geiste der Vereinbarung zwischen Ben Gurion uud Jabotinsky ausgefallen wäre, so wäre es auch bei der A.-K.-Sitzung in der Angelegenheit der Disziplinklausel zu einer Einigung Zur Gründung einer Geflügelfarm verbunden mit Mastveredlung in Palästina suche Kapitalisten. Bin Fachmann und verfüge über 60 Dunam guten zweckentsprechenden Grund bei Haifa, außerdem einiges Kapital. Seriöse Interessenten schreiben unter „Sicherste und höchstverzinsliche Kapitalsanlage“ an die Expedition dieses Blattes. gekommen, und in diesem Falle hätten die Telegramme aus New York nach Jerusalem anders gelautet.. Die Revisionisten haben aller, statt das Spiel der Linken zu durchkreuzen und in der Organisation zu bleiben, den am wenigsten verantwortlichen und am wenigsten vernünftigen Weg — wie die Zukunft zeigen wird — bcschritten und sind aus der Organisation ausgetreten. Damit; haben sic die Hegemonie ihres Gegners, die sie brechen wollten, gefestigt. Den Schritt der Revisionisten betrachte ich deshalb als eine K a pitul ation und als eine Auslieferung der Waffen für den Preis eines bequemen Verlassens der Festung. Die Schuld an diesem Zustand worden beide Teile, sowohl die Linke als auch die Revisionisten, tragen. Wie worden sieh nun die Allgemeinen Zionisten verhalten? Für Mitte Juni wurde nach Krakau die 4. Konferenz des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten unter Anteilnahme der. Landesorganisationen und Gruppen der AHemeinen Zionisten, die bisnun außerhalb des Verbandes stehen, einberufen. Dort wird auch Vernunft und politische Reife notwendig sein, um denjenigen Faktor nicht zu zerstören, der gerade jetzt berufen ist, die entscheidende Rollo zu spielen. Wenn der Allgemeine Zionismus beabsichtigt, die Ereignisse in Palästina zu beeinflussen, dann muß er auf dem 19. Kongreß eine solche Macht darstellen, daß die Linke vom Ver* band abhängig ist. Dies ist nur möglich, wenn der Verband solidarisch auftritt. Dio Sprengung des Verbandes würde genau so einen Sieg der Linken bedeuten wie der Austritt der Revisionisten. Die Linke zielt bewußt auf die Sprengung des SEEFEID in Tirol, IIOO Meter Pension Geschwister Scheer im Hotel Hochalm Strengorthodox *1^5 unter Aufsicht des Hamburger Speisevereins Verbandes hin. Wir Allgemeinen Zionisten müssen jedo Politik der Nerven und des Affekts vermeiden, wenn wir nicht wollen, daß eine Partei unumschränkter Herr sowohl in der Organisation als auch in P a 1 ä s t i na wird. Wir haben unser Schicksal selbst in unserer Ilanü. Die W äh lorinassen für den 19. Kongreß, in ihrer Mehrheit allgemein zionistisch gesinnt, h a b o n zu entscheiden, oh eine Klasse oder das Volk siegen soll. Die Revisionisten selbst haben sich außerhalb der Sache gestollt. Um so größer müssen unsere Anstrengungen und unsere Kongreßpropaganda sein. Meine Parole lautet: Ein einziger V o r b a u d der Allgemeinen Z i on i s t o n, dor alle Allgemeinen Zionisten umfaßt, auf dem Prinzip e i li e s g e m o i n s u m e n P r o g r a mm e s mit einer inneren Disziplin des Verbandes, mit einer or g anisiertou Jugend in einer Zen- Klassenzionismus oder Volkszionismus das ist die Schicksalsfrage des nächsten Kongresses — Palästina für das ganze jüdische Volk, das ist das Programm des Allgemeinen Zionismus L

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