Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 450 (17.5.1935)
- Date
- 1935-05-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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S0Tt« 5 - Nr. 460 -* 17. Mal 1935 m STJMMI Oettcrreidiisdic Arbeitsanlcihe 1935. Der Bundesminister für Finanzen legt auf Grund des Arbeitsanleihe gesetzes, BGBl. Nr. 151/1935, eine 51A°/oKe. binnen 25 Jahren rlitKztiillwre flrDeltsnnlelfte im nennt e;rose ocn 135 Millionen Stiilllliis zur öffentlichen Zeichnung auf. ANLEIHEZWECK. Der Reinerlös der Anleihe wird ausschließlich zur Deckung der Kosten öttentlicher Arbeiten und zur Rückzahlung kurzfristiger Bundesschatzscheine verwendet werden. STÜCKELUNG, RÜCKZAHLUNG. Es werden Schuldverschreibungen zu 100, 500, 1000 und 5000 Schilling ausgegeben, die auf den Inhaber lauten. Die Rückzahlung der Schuldverschreibungen erfolgt gemäß dem Tilgungsplan innerhalb von 25 Jahren durch Rückkauf oder Verlosung. Verlosungen finden erforderlichenfalls jährlich im Laufe des Monates März, erstmalig im Jahre 1938, statt. Der Bund behält sich vor, die Anleihe 90 Tage vor jedem Zinsenfälligkeitstage aufzukündigen und am Tage dieser Zinsenfälligkeit zum Nennwerte zurückzuzahlen. VERZINSUNG. Die Verzinsung beträgt jährlich $y2%. Die Zinsen werden halbjährlich im nachhinein am 1. Mai und 1. November jedes Jahres bezahlt. WERTSICHERUNG. Die Arbeitsanleihe enthält die Wertsicherungsklausel der Österreichischen Trefferanleihe 1933 und der österreichischen Teilausgabe der Garantierten österreichischen Konversionsanleihe 1934/1959. Die Auszahlung von Kapital und Zinsen erfolgt demnach zum Nennwerte in gesetzlichen Zahlungsmitteln mit Berücksichtigung der folgenden Wertsicherung: Sollte am letzten Börsentage vor einer Fälligkeit der im Sinne der Goldklauselverordnung verlautbarte Goldkurs höher sein, als er am 1. Mai 1935 gewesen ist, so erhöht sich der in gesetzlichen Zahlungsmitteln zu bezahlende Betrag in dem gleichen Verhältnis über den Nennwert der Fälligkeit. Für den Fall, als in Zukunft die Verlautbarung des Goldkurses eingestellt werden sollte, wird dem Anleihegläubiger der fällige Betrag zum Goldwert des Schillings vom 1. Mai 1935, nämlich 1 S 01654069275 Gramm Feingold garantiert. KOTIERUNG, MÜNDELSICHERHEIT. Die Anleihe ist mündelsicher. Sie wird an der Wiener Börse kotiert werden. STEUER- UND GEBÜHRENBEFREIUNGEN, AMNESTIE. •Die Einlösung fälliger Zinsscheine und Schuldverschreibungen geschieht ohne Abzüge abgabenrechtlicher Natur, das heißt ohne Abzug von Rentensteuer oder sonstigen derzeitigen oder künftigen Steuern und Gebühren. Die Anleihezeichnung ist von der Effektenumsatzsteuer befreit. Zeichner, die ihre Anleihestücke einer einjährigen Sperre unterwerfen, werden bis zur Höhe des gezeichneten Betrages einer Amnestie für Vergehen gegen die Devisenverordnung oder gegen die Clearingverordnung teilhaftig. Mit dieser Amnestie ist auch eine Steuer-Straf- und Nachbemessungsamnestie verbunden. ZEICHNUNGSBEDINGUNGEN. Die Anleihe wird zum Kurse von 86% vom Nennwerte zur Zeichnung aufgelegt. Der Zeichnungspreis kann auch in Raten abgestattet werden, und zwar so, daß für je 100 Schilling Nominale mindestens 30 Schilling bei Zuteilung, weitere 30 Schilling bis 5. Juli 1935 und der Rest bis 5. August 1935 zu entrichten sind. Die Zeichnungsstellen übernehmen Schuldverschreibungen der österreichischen und der amerikanischen Teilausgabe der Völkerbundanleihe 1923/1943 zur unentgeltlichen Besorgung des Inkassos, wenn der einkassierte Betrag zur Zeichnung der Arbeitsanleihe verwendet wird. Mit Rücksicht auf den begrenzten Anleihebetrag wird eine Kürzung der gezeichneten Anleihebeträge Vorbehalten. Zeichnungen bis zu 1000 Schilling Nominale sowie solche mit einer einjährigen Sperrverpflichtung werden vorzugsweise berücksichtigt. Ausführliche Prospekte sind bei allen Zeichnimgss teilen erhältlich. Die Zeichnungsfrist beginnt am 14. Mai 1935 und endet am 4. Junj 1935. Zeichnungen werden entgegengenommen : Bei der österreichischen Nationalbank, der Österreichischen Postsparkasse, bei allen in Österreich ansässigen Banken und Bankfirmen, beim Dorotheum, bei Sparkassen, Landeshypothekenanstalten, Kreditgenossenschaften und Versicherungsanstalten, bei den Zweigniederlassungen der genannten Stellen sowie bei sämtlichen Postämtern. Maturasdiule.Universum1 Wien, IX., Garnisong. 3. Tel. A 20-4-48 Rudyard Kipling über die deutsche Weltgefahr Aus London wird uns geschrieben: In der Gesellschaft „Saint-George“, deren Präsident der Prinz of Wales ist, hielt Rudyard Kipling, der anläßlich des Künigjubiläums zum erstenmal der „D i c ht e r des Empire“ genannt wurde, eine Rede. Mit der Bilanz der britischen Kriegsopfer beginnend, kritisierte er die Apostel der Abrüstung, „diese guten Seelen, indes Deutschland, weit entfernt, mit den Lämmern zu blöken, immer besessener werde, die Zähne eines W o 1 fs ßchärfe und die Friedonserklärungen benütze, um in Freiheit zu jagen. Dahin sind wir gekommen auf unserem Weg, der mit guten Absichten gepflastert war...“ Ohrenzeugen berichten, daß diese Ansprache, die Impression eines „Meme-tokel“ hinter ließ. RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. il., TaborstraBe 12 Operer) Telephou Et 40-5-67 «■•kkMK Ausgiebige Brnten-MenUs. S 1*00 tBkkkk*» „ Geflügel- „ S 2.20 ivfcbJ VorzQsliüie Zubereitung Sdiwediater Biere-Naturweine OroB«T Saal mit Bühne lür Veranstaltungen und Hochzeiten nbziurchen Oberst Lawrence schwer verunglückt London, 14. Mai. Gestern erlitt der berühmte englische Geheimagent Oberst T. E. Lawrence einen Motorradunfall. Er stürzte in eineu Graben, wobei er einen schweren Schädelbruch erlitt. Oberst T. E. Lawrence hat sich im Weltkrieg als Führer irregulärer arabischer Abteilungen einen Namen gemacht, indem es ihm gelang, die türkische Front gegen den Suezkanal durch einen Guerillakrieg zu sprengen. Wo immer im Nahen Osten bei i lokalen Konflikten, Aufständen und Revolj ten Englands Interessen im Spiele waren, I griff Oberst Lawrence, je nach , dem, wie es J.die Interessen seines Vaterlandes erheischj ten, vermittelnd oder störend ein. Oberst Lawrences Verdienst war es auch, daß England von den Ölvorkommen im M o s s u 1 g e'b i e t Besitz ergreifen konnte. Oberst Lawrence betätigte sich unter dein Namen T. E. Shaw auch schriftstellerisch und veröffentlichte im Jahre 1927 sein vielgelesenes Buch „Revolt in desert“ („Aufruhr in der Wüste“). In den letzten Jahren war Oberst Lawrence im englischen Fliegerkorps tätig und zog sich vor kurzem ins Privatleben zurück. Oberst Lawrence hat seinerzeit gegen die Balfour-Deklaration öffentlich Stellung genommen, später jedoch seine Anschauungen geändert. Mosley grüßt Streicher Wie die Berliner nationalsozialiistisohen Zeitungen melden, hat der Führer der britischen Faschisten, Sir Oswald M o s 1 e y, an Julius Streicher das folgende Telegramm gerichtet: „Ich danke Ihnen sehr für Ihr Telegramm, d^s meine Rede in Leicester (Die bekannte judenhetzerische' Rede Mosleys. Die Red.) betrifft und das mich erreichte, während ich von London abwesend war. Ich schätze Ihre Botschaft inmitten unseres harten Kampfes sehr. Die Kräfte der jüdischen Korruption müssen in allen großen Ländern besiegt werden, bevor die Zukunft Europas in Gerechtigkeit und Frieden sichergestellt werden kann. Unser Kämpf ist hart, aber unser Sieg ist gewiß. Ich danke Ihnen. Ihr sehr ergebener Mosley.“ „Ranziger Echo44 verboten Das „Danziger Ecb o“, die einzige jüdische Zeitung in Danzig, ist konfisziert worden, weil das Blatt Einspruch erhoben hat gegen die Versuche der Naziführer, den Juden die .Schuld an der Devalvation der Danziger Währung iu die Schuhe zu schieben. Das Blatt wies nach, daß gerade die Wirtschaft treibenden Juden durch die überraschende Devalvation des Danziger Gulden auf fast die Hälfte seines bisherigen Wertes am meisten geschädigt worden sind. Nach der Konfiskation wurde in den Büros des „Danziger Echo“ eine Haussuchung durchgeführt. Wirkliche Erholung der Haut ist die schnelle, sanft-scharte Gegen den Numerus clausus an ungarischen Hochschulen Anläßlich ' der Beratung des Etats des Kultus- und Unterrichtsministeriums im Finanzausschuß des Ungarischen Abgeordnetenhauses hielt Abgeordneter Dr. Rassay eine Rede, in dier er zu. den Fragen der ungarischen Kulturpolitik Stellung nahm und unter anderem Angriffe gegen das noch immer bestehende System des Numerus clausus richtete. Die gegen die Juden gerichtete Spitze des Numerus clausus sei heute wohl verhüllt, in der Praxis aber sei die Lage unverändert. Ünternichtsminister Dr. Homan vermied es in seiner Antwort, auf diese Vorwürfe direkt einzugehen. Er erklärte sich völlig einverstanden mit der Forderung nach Gewährleistung der Le rnfreiheit, doch solle diie Freiheit des Schulbesuchs nicht auch denjenigen gewährt werden, die nicht lernen. Der Minister sprach sich für eine Auslese unter dem Gesichtspunkt der Begabung und stärkere Berücksichtigung der nichtakademischen Berufe aus. . Jüdisches Kinderheim„ Atid" In Seebenstein (Pitteutal), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, ständige ärztliche Aufsicht, individuelle pädagogische Beeinflußung, vorzügliche rituelle Verpflegung, Sport, Gymnastik, Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3 bis 6 Uhr. Tel. A 26 3-73. Das Organ des italienischen Außenministeriums zur Spaltung im Zionismus Die dem italienischen Außenministerium nahestehende Zeitschrift für Außenpolitik „Affari Esteri“ (Auswärtige . Angelegenheiten) bespricht unter der . Überschrift „Scissioni in campo sionista“ (Spaltung in dem zionistischen Lager) die Haltung der Revisionisten und ihre bisherige Taktik. Sollte es nicht möglich sein, schreibt die Zeitung, einen Ausgleich herbeizuführen und würde es zur endgültigen Spaltung kommen, dann würden die Interessen der Judenheit in Palästina, und wahrscheinlich auch in anderen Ländern schwer geschädigt werden. Es sei vorauszusohen, daß man alle Anstrengungen machen werde, unrein Auseinanderfallen der zionistischen Front. zu verhüten. Die ..Oriental lline Ifunensi Tslelii“ (Orientalische Rebschulen Teleki) in Tel Aoig. Rechor HajMKon 80 (Leiter Agronom Dr. Ing. A. Ettinger) wären" bereit lohnende Vertretungen in länd- ■ wirtschaftlichen 'Maschinen und ArUkeln für Palästina und den Nahen Osten zu übernehmen. Näber$ Auskünfte erteilen die Oesterr.Reitschulen Telekl Ges.m. b.H. Wien, IV., BriicknerstraSe 4 (Tel. U 40-0 98 Betar-Gruppen in Rumänien aufgelöst Die Tätigkeit der Betar-Gruppen in Rumänien wurde behördlich eingestellt, die Betar-Heime wurden geschlossen. Gegenüber Zeitungsmeldungen, daß diese Maßnahmen wegen dos militärischen Charakters des Betar erfolgt seien, wird von der Leitung des Betar erklärt, der Betar sei keine Organisation militärischen Charakters; die Schließung des rumänischen Botar erfolgte wegen der Beschuldigung, er sei an der Ausfuhr von Geld nach dem Ausland beteiligt; die« hänge mit den Bemühungen des Bebir. der jüdischen Jugend zur Auswanderung nach Palästina zu verhelfen, zusammen.