Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 450 (17.5.1935)
- Date
- 1935-05-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. '450 17. Mai 1935 3iBERGMMN,L! RABENSTEIG^ HIMMELPFORTö. 5 KOLLHERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG I FÜHREND IN ETERNA - HEMDEN (von S 680 aufw.) hinausgellen in die jüdischen Gassen und v o n M a n n z u M a n n werben. Wir müssen wie unseren Augapfel das kostbare Gefäß hüten, das Theodor Herz* zum Träger seiner Ideen gemacht hat Die Zionistische Weltorgan i s a t i o n. Wir müssen sie Verteidiger gegen diejenigen, die sie zum Sprungbret für ihre persönlichen Aspirationen, zur. Tummelplatz ihrer uns Juden w e sensfremden Ideologien machet möchten, und gegen diejenigen, dis ih; Gefüge sprengen wollen. All diesen Irre geleiteten wollen wir in dieser Stunde, di wir Theodor Herzls in Ehrfurcht um Liebe gedenken, zurufen: ,Haltet ein, denn sonst könntet ihr die Totengräber sein von Theo lor Herzls Werk! Haltet ein und denkt daran: Das Wunder, das heute in Erez Israel dank der prohetisehen Voraussicht Theodor Herzls, dank seiner gigantischen Arbeit, dank der Exi steuz der von ihm gegründeten zionistischen Organisation, dank einer glücklichen Kon etellation am' Ende des Weltkrieges einmal möglich war, wird sich kein zweitesmal ereignen. Euch ist die letzte Chance des jüdischen Volkes anvertraut, die im Zionismus liegt, den uns Theodor Herzl in- Herz gesenkt hat. Denkt daran: Wir sind ein Volk, e i n Volk!1 Das Haue Israel brennt. Wollen wir kein Dor bamidbar werden, so müssen wir uns In dieser Stunde, da wir Theodor Herzl an Beinern Geburtstag gedenken, geloben, das Haus der zionistischen Organisation von den fremden Götzen wieder zu reinigen. Zionismus ist die. Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Kundmachung Die Verwaltung der jüdischen Kultusgemeinde in Kraköw schreibt einen KONKURS auf den Posten eines Gemeinderabbiners in Kraköw aus. Die Kandidaten haben die Erfordernisse, welche in der Verordnung des polnischen Kultus- und (Jnteirichtsministeriums vöm 24. Oktober 1980, Nr. 75, R.-Gbl. 593, vorgeschrieben sind, nachzuweisen. . Die Gesuche sind an die Verwaltung der jüdischen Kuitus^emeinde in Kraköw, Skawinskagasse 2, bis inklusive 16. Juni 1935 zu überreichen. Der Vorsitzende der Verwaltung der jüdischen Kultusgemeinde in Krakow Dr. Rafael Landau J u d e n 1 a n d, Zionismus heißt Erneuerung des jüdischen Volkes. Wir brauchen keine Anleihen bei volksfremden Ideologien. Auf der sozialen Ethik der Thora und der Pro pheten fußend, müssen wir ehrlich um die Gestaltung nicht nur einer neuen, sondern auch einer besseren menschlichen Gesellschaft im Lande unserer Väter ringen. Dieser Weg muß mit unerbittlicher Konse quenz gegangen werden, nach einem Worte Theodor Herzls: ,M itreißen oder niederreißen!1 Mitreißen oder niederreißen, nach diesen Worten hat Theodor Herzl gehandelt. Unerbittlich gegen sich und unerbittlich gegen alles, was morsch war im Judentum, hat er die verlogene Fassade der Assimilation uiedergerissen. Getragen vom reinsten Idealismus, mutig und unbeugsam hat er die Besten seiner Zeit mitgerissen, hat er Milionen Juden in unseren Tagen mitgerissen. Theodor Herzl lebt. Er lebt in uns, er lebt in der jüdischen Jugend, die nach seinen Idealen ein neues jüdische« Leben in der Galuth gestaltet. Er lebt in jeder Blume, die in den Gärten Palästinas sprießt, sein Geist raunt uns Verheißung zu aus den wogenden Ährenfeldern und Wäldern, die dort jüdische Hände gepflanzt haben. Er lebt in den Zelten und Häuhcrn unserer Chalazim, in den Werkstätten unserer Arbeiter, in ihren Liedern, in der hebräischen Stadt Tel-Aviv, in der hebräischen Universität in Jerusalem und in dem ’i'bräisohen Lallen der Flüchtlinge aus '••utschland. ln diesen düsteren Tagen erhellt uns Erez rael Herz und Gemüt. Wir sind die Bauere am neuen Haus des jüdischen Volkes, nl Theodor Herzl ist sein genialer Bauinnster. Dank seiner prohetischen Vorausicht war erst die B a 1 f o u r - D e k 1 a r ai o n möglich, dank seiner genialen politi- Hien Konzeption wird das jüdische Volk. Billige Frühlings* und Ferienfahrten noch Polen Mehrwöchiger Abfahrten : 25. Mai 4. Juni 16. Juni 7., 14. und 28. Juli Aufenthalt in Polen nach Wunsch •Auskünfte und Anmeldungen: ^Francopol“ Wien, III., Rennweg I Telephon U 16-4-90 us seit 2000 Jahren der Spielball der Völker war, wieder Subjekt seiner Politik. Das Licht geht wieder aus von Zion. Theodor Herzl hat es entzündet. Für .ms Zionisten ist es eine Lust, zu leben. Wir tragen die Fahne Theodor Herzls, von der sagte, «ie sei mehr als eino Stange mit einem Fetzen Tuch daran. Mit einer Fahne, sagte er uns. führt man die Menschen wohin man will, selbst ins Gelobte L a n d. Für eine Fahne leben und sterben sie. Wir tragen die Fahne Theodor Herzls. Wir sind die Wegbereiter der jüdischen Zukunft. Schwer lastet auf uns die Verantwortung. Wir tragen sie aber freudig, denn wir wissen: Theodor Herzl ist der E rwecker und Befreier des jüdi sehen Volkes. Gleich ihm wollen wir niederreißen was faul und morsch ist im jüdischen Volk. Wir wollen binausgehen in die jüdischen Gassen, Theodor Herzls Ideen predigen, als selbstlose Diener am Licht des jüdischen Volkes, wie Theodor Herzl einer war. Wir wollen alle mitreißen, empor zu den zionistischen Idealen, alle, in deren Brust noch ein jüdisches Herz lebt. Gewiß, wir fühlen es schmerzlich: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, und wir wissen: Unser Geschlechtist ein schwaches Glied in der Kette der jüdischen Geschlechter. Aber wir sind guten Willens, und wir stehen unter dem magischen Banne der Ideen Theodor Herzls, die sieh herrlich bewährt haben und uns Kraft und Mut in dieser schrecklichen Zeit geben. Wir wollen Theodor Herzls Weg der reinen Pflichterfüllung gehen und wir wollen in dieser Weihestunde ausrufon: Unsterblicher Geist Theodor Herzls, wir sind ewig in deiner Schuld, blicke gnädig auf unser Werk! Und den Allmächtigen wollen wir bitten, daß er noch in unseren Tagen in Erfüllung gehen lasse, worum wir ihn im Gebet anflehen, was die ewige Sehnsucht des jüdischen Volkes seit Für Uhren und Ulirrepnrnturen empfiehlt Bich Alexander Grosz Spezialist für Präzision*)- und für antike Uhren, I., WIpplIngerstraQe 22, Hochparterre. Telefon U 24-022. der Vernichtung Jerusalems durch die Römer ist: Chadesch jomenu kekedem!’1 (Minutenlanger, stürmischer Beifall.) Frau Lilly H o 11 d n sprach sodann aus Dr. Patais Herzl-Buch das Kapitel über Herzls Tod. Tief ergriffen dankte ihr das Publikum für das schöne Erlebnis. Zum Schluß brachto der Cha'uz-Chor palästinensische Lieder zu Gehör, worauf das Meeting mit der H a t i k w a h seinen Abschluß fand. Am Abend fand im Herzl-Saal, dem Festsaal der Zionistischen Organisation, ein Festbankett statt, bei der Herr Dr. M i k 1 o s, Dr. G r ü n b a ti rn, Ludwig B a t o, Vertreter des Hauptbüros des Keren Kajemeth, welcher die Grüße des Hauptbüros überbrachte, Armin M e z ö aus Debrecen und noch andere sprachen. Die spontan durchgeführte Sammlung für den Herzl-Wald ergab mehrere Hundert Pengö fiir den KKL. Großes allgemein-zionistisches Meeting in Budapest Aus Anlaß der repräsentativen Herzl- Feier der Budapester Zionistischen Organi- .-ation traten die Vertreter der Ortsgruppen, ■ler Landesausschuß der Zionistischen Organisation für Ungarn am Samstag, den 11. d. M. zu einer allgemein-zionistischen Versammlung zusammen. Der Abend gestaltete sich zu einer großen Demonstration für den allgemeinen Zionismus. Vor einem zahlreichen Auditorium eröffnete namens des Landeskomitees Herr Dr. Eduard I z s ä k die Versammlung und skizzierte in kurzen Zügen die Situation in der Bewegung. Herr Dr. Oskar Grünbau ra, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Österreich, hielt sodann ein großangelegtes Referat über Lage und Probleme des Allgemeinen Zionismus und forderte die straffe Organisierung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und die Reform des ungerechten Alijah-Systems, das in einseitiger Weise eine Partei begünstigt. Mit stürmischem Applaus bekundete die Zuhörerschaft, daß sie sich mit den Ansichten des Referenten vollständig identifiziert. Herr Ernst Vermes, Präsident der Transsylvanisehen Zionistischen Landesorgariisation sprach von der Lago in Palästina und hob jene Momente des Aufbauwerkes besonders hervor, welche das allgemein-zionistische Lager zu besonderer Aufmerksamkeit verpflichten. In seinem Schlußwort appellierte Herr Dr. Theodor L a n t o s an das Gewissen der allgemeinen Zionisten, für ihre Auffassung auch praktisch zu arbeiten und besonders ihre Pflicht bei der Schekel- Kampagne und bei den Kongreßwahlen zu erfüllen. Aus Anlaß der Versammlung erschien die erste der Nummer der allgemein-zionistischen Monatsschrift „Zionismu s“, welche sich mit den Fragen der Bewegung im Sinne des Programmes des Weltverbandes allgemeiner Zionisten befaßt. Leibesverstopfung, abnormale Zersetzung und Fäulnis im Darm, vermehrter Säuregehalt des Magensaftes vergehen bei Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef“- Bitterwassers sicher und schnell. Dr. Schwarzbart gegen die Revisionisten illlllllillllillllllliliililllllllllllllllillllllilllllllllillllllllllllllllllillllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Warschau, 14. Mai. (2. T. A.) Im Saal des Warschauer Konservatoriums referierte der Präsident des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Dr. Schwarzbart aus Krakau über „Revisionismus, linker und allgemeiner Zionismus“. Den Vorsitz führte der Präsident der Zionistischen Organisation Polens Leon L e v i t e. Der Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation, sagte Schwarzbart, wird konsequent zu einer Verstärkung des linken Flügels der zionistischen Bewegung führen. Die Revisionisten führen eben eine Politik der Nerven, des Effekts, der Inkonsequenz und des Nichtdurchhaltens. Im Gegensatz hierzu ist die Politik der Linken eine zielbewußte, frei von auf Außonwirkung berechneten Lo sungen und stark in der Durchhaltung der wirklichen Losungen. Diese beiden politischen Methoden sind aufeinandergeprallt, den Sieg aber haben die Linken erfochten, nicht die Revisionisten. Der Austritt der Revisionisten kann drei Gefahren mit sich bringen: 1. Die Konkurrenz in der zionistischen Politik vor dein internationalen Forum. 2. Erneuerung des Bürgerkrieges im palästinensischen Jischuw, der ein Jahr lang infolge des Abkommens zwischen Ben Gürion und Jabotinsky geruht hatte. 3. Zurückgehen der Einnahmen der zionistischen Fonds als der nationalen Instrumente des Palästinaaufbaues. Die Revisionisten irren, wenn sie glauben, daß zwischen ihnen und den Linken große politische Unterschiede hinsichtlich des Endziels des Zionismus bestehen. Die Ideale des Brith Schalom sind nicht die Idealo der jetzigen Exekutive. Groß ist nur dor Unterschied in den sozialen Frag e n. Es ist meine tiefste Überzeugung, daß, falls das Histadruth-Plebiszit positiv ausgefallen wäre, es in der Sitzung dos Aktionskomitees zu ein er Einigung gekommen wäre. E6 ist darum zu bedauern, daß in der Arbeiterbewegung die radikalen Elemente über so verantwortliche nationale Patrioten wie Ben Gurion und Berl Katze n elson den Sieg rla vongetragen haben. Aber doch war die Lage nicht so, daß die Revisionisten hinausgehen mußten. Eine Organisation wio die revisionistische, die auf die Worte ihre« Führers Jabotinsky eingeschworen ist, darf sich nicht beklagen, wenn man auch an sie die Forderung nach Disziplin stellt. Würden die Revisionisten dio Mehrheit in der Bewegung haben, sie würden durchaus auf strengster Disziplin bestehen. Da sie aber in der Minderheit sind, zeretö r e n s i e He r z L#- Werk im Namen Herzls. Sollten nun die Revisionisten auch in Zukunft gegen die Z. O. arbeiten, so werden wir ihnen mit verschärftem Kampf antworten. Wir Zionisten, alle, ohne Unterschied, werden dio Integrität dor Z. O. hüten, denn allein die Zionistische Weltorganisation ist das Erbe von Theodor Herzl. Erez Israel muß im Geiste der nationalen Solidarität aufgebaut werden. Wir werden alle Kräfte anspannen, um den Weltverband der Allgemeinen Zionisten zu einer Macht werden zu lassen. HOTEL SMETANA Bail Lnlmawlte.cs.il. mmammammmmmmnmm 50 gut e:ngerichtete Zimmer mit kaltem und warmem fliessenden Wasser. 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