Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 450 (17.5.1935)
- Date
- 1935-05-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r Vr. '4M — 17. Mal 1095 EL .JÜÜliJjgnggggLIJ.gaiLH Dü tTIMMI Salta 3 Bad Hall 3W‘crrc,eh bewährtes Jodbrombad gegen Arterienverkalkung, Rheuma, Gicht, Augen- und Frauenleiden. Skrofulöse. Kurzeit; Mitte April bis Mitte Oktober Auskünfte: Kurdirektion und Kurkommission. horcht? Oie absichtlich grob unterstrichene Ausschaltung jedes nationalen Momentes bei den Feiern des 1. Mai in Erez Israel stimmt, nachdenklich- Sie ist nicht, geeignet, die Begeisterung bei den Zionisten der Gallith zu heben. Die Arbeiterschaft in Palästina soll die alte Heimat für ganz I s r a e 1 bauen. Sie darf nicht, den Anschein erwecken, a.ls ob ihre Zugehörigkeit zur ».nationalen Weltgemernsehaft der nationalen Wiedergeburt de« gesamten jüdischen Volkes auf eigenem Boden vorangeht. * Mirjam in der Festung von Akko. Mirjajn entrann der russischen Hölle, entkam dem bucliarischen Elend, entfloh der jemenitischen Sklaverei. Lang war der Weg, gefahrnnrl schreckenßroich. Und Mirjam erreichte doch das Land voll Glut in der Seele, voll Liebe im Herzen, voll Sehnsucht im Blute. An den Grenzen der Heimat aber — oh, an den Grenzen deT Heimat 1 — wurdo sie von BLED Jugoslavien Hotel-Pension Olympic Streng orth. Wiener Küche Am Ufer des Sees, an der Hauptallee, mit allem Komfort, fließendes Kalt- und Warmwasser Aufenthalt in den prachtvollen Julischen Alpen Prospekt auf Wunsch »Schergen erwischt und in den Kotter von Akko gesteckt, weil eie „illegal eingewandort44 ist. So eteht Mirjam in den Nächten an dem engmaschigen Fenster des Kerkers von Akko und blickt schmerz verzerrt auf •das Land ihrer Träume. Über das zeitliche Ausmaß der über sie verhängten Strafe schmachtet sio im Gefängnis, weil sich niemand findet, der für sie die Sicherheit von wenigen Pfunden bei Gericht, erlegt... Und der Bürger von Tel-Aviv geht ruhig Beinen Geschäften nach und der Arbeiter von Haifa seiner Feier am 1. Mai. Mirjam aber (Schmachtet in der Festung von Akko. Langsam, unwillig, mit gemischten Gefühlen in seinem eisernen Herzen löst sich daß Schiff vom Hafen. Ich stehe auf dem Verdeck und lasse Haifa, mählich meinen Blicken entschwinden. Hoch am Himmel Hotel Elisabethhof Zeitgemäße Preise Kein Mahlzeitzwang eteht die Mittagsonne, von leichten durchsichtigen Wolken bedeckt. Das Gesicht der »Stadt wird immer undeutlicher, verschwommener. Schließlich grüßt nur noch der Karmel aus der Ferne. Lachen? Weinen? Eine unsichtbare Hand drückt an meine Kehle. Abschied? Auf Wiedersehen? Wer kennt die Bestimmung Keiner Tage ... Gottes Wille hernseht, Gottes Hand ruht über die-som Land. Menschlicher Verstand wird nicht ergründen, was in ihm geschieht, nicht erfasson, was in ihm vorgoht. Wir sind lobcndigo Zeugen eines gewaltigen Gcßchebnisses. Noch immer winkt der Karmel... Scha.lo.rn Moledeth! Die Herzl-Feier der Budapester Zionisten ■"h -O. -;i^3j . ,_ nfc. Mit einer imposanten und wirkungsvollen Herzl-Feier bekundete am 12. d. die jüdische Bevölkerung Budapests, der Goburtsstadt Theodor Herzls, ihre ewige und tiefe Verbundenheit mit dem Werke HerzJs, der zionistischen Bewegung und dem Palästina- Aufbauwerk. Zum ersten Male erschienen in Budapests Gassen imponierende große Plakate der Zionistischen Landesorganisation, welche die jüdische Bevölkerung der Stadt zu den Festlichkeiten einluden. Sämtliche zionistische Gruppen und Organisationen bereiteten sich vor, um an der Feier vollzählig und geschlossen teilnehmen zu können und cs kaun mit Genugtuung registriert werden, daß die Huldigung dem Andenken Herzls s ä m 11 i c li o zionistische Gruppen in bester Eintracht vereinigen konnte. Nur die offiziellen israelitischen Körperschaften, so vor allem die Kultusgemeinde, hielten sich noch immer ferne, trotzdem sie bereits wissen müßten, daß ihre Zeit vorbei sei und der Weg des ungarischen Judentums nicht jener ist, welchen diese Überbleibsel vergangener Zeiten ihm zu zeigen trachten. Bald wird auch in der Budapester Kultusgemeindestubo der zionistische Gedanke seinen Einzug feiern und dann wird — auch in dieser Form — das gebührende Denkmal an der Stelle, wo Herzl geboren wurde, errichtet werden. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die große Feier im Gold mark- Saal der jüdischen Gemeinde, der an demselben Orte steht, wo einst Herzls Geburtshaus stand. Tausende von begeisterten Teilnehmern füllten den großen Saal und Hunderte konnten überhaupt keinen Einlaß mehr finden. Unter den Anwesenden sah man außer den Leitungen sämtlicher zionistischen Verbände und Institutionen die Führer des Ungarischen Pro-Pahästina-Bundes, dio Vorsitzenden von 18 Provinz-Ortsgruppen der Zionistischen Landesorganisation, welche samt ungefähr 100 Provinzmitgliodern aus diesem Anlaß nach Budapest kamen, dio Vertreter des Rabbinats, der in- und ausländischen Presse und in der ersten Reihe der Festgäste dio Veteranen der ungarischen zionistischen Bewegung, die bereits zu Herzls Zeiten in der Bewegung standen. Nach dem wirkungsvoll zu Gehör gebrachten Psalm des Chaluz-Chores hielt der Vorsitzende des Zionistischen Landesverban- Kur- und Badehaus Villa Br. (Bassins, Masteln des Dr. Julius M i k I o s die Eröffnungsrede. Chefredakteur Dr. Josef P a t a i, der bekannte Herzl-Forscher, sprach hebräisch über die Wirkung Herzls für das neue jüdische Leben, worauf Herr Dr. Oskar G r ii nbaum das Wort zur Festrede ergriff. Dr. Grünbaum wurde mit langanhaltendem Applaus empfangen, welcher sich nach Beendigung seiner meisterhaften Ausführungen noch verstärkt wiederholte. Die Rede Dr. Oskar Grünbaums Dr. Oskar Grünbaum überbracht.o zunächst, die Grüße des Zionistischen Landesverbandes für Österreich und der Leitung des Welt.ve-rbandes der Allgemeinen Zionisten und fuhr fort: „Insbesondere üb erbringe ich Ihnen di« Grüße der Jüdischen Gemeinde in Wien (.Beifall), deren Mehrheit zionistisch ist (lebhafter Beifall). Die jüdische Gemeinde in Wien hatte es nicht, nötig, dar-, über lange Beratungen zu pflegen, ob es angezeigt ist oder nicht, da« Andenken Theodor Herzls anläßlich der 75. Wiederkehr seines Geburtstages in seiner Vaterstadt Budapest, zu ehren. Sie hat der Einladung de« Zionistischen Landesverbandes in Ungarn freudig Folge geleistet, um so den Mann zu ehreu, dem nicht nur die Juden Budapest«, sondern das ganze jüdi- V o 1 k zum größten Dank verpflichtet ist.“ Diesen Worten Dr. Grünbaums folgte stürmischer, demonstrativer Beifall. Dr. Grüiibamn setzte seine Rede, wie folgt, fort: „Hier stand das Haus, in dem Theodor Herzl da« Licht der Welt erblickte, und wir haben uns hier versammelt, um seiner anläßlich der 75. Wiederkehr seines Geburtstages zu gedenken. Unser erstes Wort muß da der Fra-u gelten, dio ihn geboren hat, Herzls Mutter. Viel hat Theodor Herzl, der ihr Zeit seines Lebens ein guter Sohn war, von ihr geerbt: Die Schönheit, das Ehrfurchtgebietende, das Sensible, die Freigebigkeit und die Güte. Unendliche Zärtlichkeit verband Mutter und Sohn. Als Herzl in EdLaoh auf dem Sterbebette lag, da galten seine letzten Gedanken der geliebten Mutter, er verlangte nach ihr, und als sie an seinem Sterbelager erschien, sagte er ihr: ,Das ist schön, liebe Mutter, daß du schon da bist. Du siehst gut aus. Ich sehe nicht so gut aus, aber das wird bald vorübergehen.4 Es ging nicht vorüber, aber er ging hinüber, nach einem kurzen Leben, das geadelt ist durch das Befreiungswerk für das jüdische Volk. Für uns und die kommenden jüdischen Gosc-hlechter ist er den Opfertod gestorben. Die Zionisten Ungarns haben beschlossen, einen nonon II e r z 1 - W a l d in Erez Israel zu pflanzen. Ich appelliere an die jüdischen Mütter Ungarns, daß sie einen Teil df-s Herzl-Waldes auf den Namen Jeanette Herz 1, der Mutter unseres großen Führers, pflanzen mögen. Und einer zweiten Stätte in unmittelbarer Nähe wollen wir gedenken. Hier nebenan in der Synagoge hat ihn, wie er uns in seiner Selbstbiographie erzählt, der R a b b i u e r mit den strengsten Worten g et a d e 11, w e i 1 e r f ii r d i e J u cf e n m e h r E h r o u ii d Freiheit, a 1 s s i e g e g e nwärtig genießen, zu erlangen versuchte. Wir wollen nicht nachträge risch sein, aber wir müssen mit, Bitterkeit daran denken, um wie viel segensreicher das jüdische Palästina heute wirken würde, hätten die maßgebenden zeitgenössischen Kreise Theodor Herzls erlösende Ideen gefördert. Sie, meine Freunde, sind die Verfechter der Ideen Theodor Herzls. Sie arbeiten für Theodor Herzls Ideale, und nur von Ihnen wird es abhängen, daß a u c h daß ganze ungarische Judentum eine« Tages ihn als seinen größten Sohn feiern und stolz darauf sein wird, daß er in Budapest das Licht der Welt erblickt und seine Jugendjahre verlebt hat. Nun aber wollen wir von seinem Leben sprechen, von diesem Heldenleben, dessen goldene Früchte heute in Erez Israel zum Staunen einer ganzen WTelt reifen, von diesem Heldenleben, das uns in diesen schweren Gallith tagen Trost, spendet, uns aufrichtet und stolz an einer besseren Zukunft arbeiten läßt. Man kann heute Theodor Herzls Werk nicht besser gerecht werden, als wenn man sich zunächst die Frage vorlegt: Wie sähe das Judentum heute, im Zeitalter Hitlers aus, hätte Theodor Herzl nicht gelebt? Wie stände es heute um die ungezählten tausende Juden in Ost- und Mitteleuropa, und insbesondere in Deutschland, wohin könnten sie sich in ihrer Verzweiflung wenden, welche Hoffnung bliebe ihnen noch und ln ihren Kindern? Wo wäre die rettende Insel, auf die sie sich retten und auf der sie ein neues Leben, oin neues jüdisches Leben, beginnen könnten? Was heute schön ist im jüdischen Volk, was ihm heute Trost bietet und in der Welt eines allgemeinen Zusammenbruches die Wenn Raucher der Verfärbung der Zähne verbeugen wollen, dann hilft nur die regelmäßige, tägliche Pflege ml» ODOL- Zahnpasta. WZ Kleine Tube S —SO Grolle Tube S «40 Konturen einer neuen Blüte des jüdischen Volkes verheißend erkennen läßt, all das verdanken wir Theodor Herzl. Ohne Theodor Herzl wäre das westliche Judentum im Sumpf der Assimilation erstickt und das östliche Judentum verzweifelt. Wir wissen: Auch Theodor Herzl ißt zunächst den typischen Weg der Assimilation gegangen, bis ihm eines Tages die Erleuchtung kam. Er schrieb das wunderbare Buch’ ,D e r J u d e n s t a a t‘, gegen dessen Weisheit und grundlegende Erkenntnisse über dio Krankheit und einzige Möglichkeit der Ge* sundung des jüdischen Volkes Sturm lief, was a.n Kurzsichtigkeit, Bosheit, Stumpfheit und Neid im Judentum vorhanden war« Heute noch sprechen viele Juden über Theodor Ilerzl und seinen ,Judenßtaat‘, ohne ein© Zeile von Herzl gelesen zu haben. Ich fürchte, es haben mehr Juden Hitlers .Mein Kumpf4 als Herzls ..ludenStaat4 gelesen* Aber sic kritisieren und nörgeln. Sie haben nichts für den Aufbau Palästinas getan, eio haben ihn sogar sabotiert. Sie sind bestenfalls so gniklig, anzuerkennen, daß Palästina blüht und gedeiht. Sie werfen lumpige Besuchet das schöne das österreichische Seenparadies ilj größtes und meistbesuchtestes Solbad Österreichs Hotel-Pension TI S S E RAN D herrl. staubfreie Lage, gutbürgerliche Pension von S8.—aufw. Park-Sanatorium Dr. KOROWITZ laOICFOM Toi 19 Fi*r Innere- und m. IX. 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Wir müssoii WEHOOERNf GKHMAOVOllf UBIllKjC WANDBEttElt* ERHÄLTLICH DURCH JEDEN TAPEZIERER ODER DIREKT BEI DER JAWIG" A:G. WIEN I, SCHOTTEN BASTE110 Dienstag, den 21. Mei 1935 Lag Baomer-Feier der Mitwirkend: Dr« E« M. Zwelgf« Sofie LÖWGllhdrZy Hilda Dulitzkalaf Jüdischer Gesangverein (Dirigent: Israel Brandmann) Karten erhältlich: Wizo-Helm, Keren Kajemeth. Entree S 2*~- (inklusive Bewirtung). Reinertrag dem Keren Kajemeth gewidmet.