Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 449 (14.5.1935)
- Date
- 1935-05-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 449 - 14. Mal 1935 DII STIMME Seit« 3 wonach jeder Zionist bei voller Wahrung seiner persönlichen Meinungsfreiheit verpflichtet ist, sich in allen zionistischen Fragen den Entscheidungen des Kongresses und der von diesem gewählten Organe zu unterwerfen, hat in der Zionistischen Organisation immer volle Geltung gehabt. Die Beschlüsse des letzten Kongresses und der letzten Sitzung des Aktions-Komitees sind nur als eine ausdrückliche Feststellung einer selbstverständlichen Verpflichtung aufzufassen, deren neuerliche Betonung infolge einer Reihe von bedauerlichen, bisher mit größter Geduld ertragenen Verstößen gegen das zionistische Pflichtgefühl und die nationale Solidarität nötig gemacht worden ist. Die Zionistische Organisation, deren Status und Funktion als Gesamtvertretung des zionistischen Willens des jüdischen Volkes natürlich unverändert bleibt, steht nach wie vor jedem Zionisten ohne Unterschied der Gesinnung und Parteirichtung offen, der bereit ist, unter Ausübung gleicher Rechte auch die gleichen Verpflichtung wie alle anderen Zionisten zu übernehmen. Kur- und Badehaus Villa Dr. ©osslns, BinMeln Wahloffensive der Linken zum XIX. Kongreß Nach einem Beschluß, der während der Konferenz de« „Mapaj“ gefaßt wurde, sind die Führer der Linken und Mitglieder der Exekutive Bin Gurion und Kaplan abgereist, um die Wahlaktion der Linken zum XIX. Kongreß zu leiten. Elieser Kaplan hat diese Aufgabe in Polen übernommen und Bin Gurion fährt zu diesem Zwecke nach Amerika. Die Meldungen, wonach diese Mitglieder der Exekutive in Angelegenheiten der Exekutive unterwegs sind, bezwecken nur eine Verschleierung der eigentlichen Ziele dieser ^ropagandareisen im Interesse der Linken. Die Konferenz Bin Gurions in Danzig mit der „Liga des arbeitenden Palästina“ war der Kongreßaktion gewidmet. Die Linke hat Hunderte von Agitatoren in alle Welt hinausg©schickt, um die Schekel- und Wahlaktion durchzuführen. Die Linke erstrebt gegenwärtig nach dem Austritt der Revisionisten die absolute Mehrheit am XTX. Kongreß. Nur ein geeinigtes Vorgehen der Allgemeinen Zionisten kann diese für den weiteren Bestand der Zionistischen Organisation gefährliche Hegemonie der Linken vereiteln. Der Protest des Landeskomv tees wegen der Zertifikate Wie die „Stimm e“ kürzlich gemeldet hat, hat das Präsidium de« Landeskomitees wegen Zuweisung von nur acht Zertifikaten für Österreich einen Protest an das Einwanderungsdepartement der Jewish Agency gerichtet. Wie wir nun hören, hat die Jewish Agency dem Lande&komitee mitgeteilt, daß die Exekutive sich bemühen wird, für die demnächst beginnende Sohedule die besonderen Verhältnisse in Österreich au berücksichtigen und für Österreich eine größere Anzahl von Zertifikaten zuzu weisen. Wie man also sieht, hat der Protest des Zionistischen Landeskomitees seine Wirkung nicht verfehlt. Das Landeskomitee wird selbstverständlich darauf achten, daß die Zusicherungen der Exekutive auch erfüllt werden. Wie wir weiters erfahren, hat das Präsidium des Zionistischen Landeskomitees beim Einwanderungsdepartement den Antrag gestellt, daß das Palästina-Amt in Wien angewiesen werden soll, von jeder Schedule vorweg eine bestimmte Anzahl von Zertifikaten für die zionistischen Ortsgruppen in der österreichischen Provinz zu reservieren. Die allgemein-zionistischen Vertreter in der Palästina-Amtskommission führen diesbezüglich seit langem einen Kampf, da die Eifersucht der Parteien dazu führt, daß die Provinz bei Zuteilung von Zertifikaten schlecht wegkommt oder überhaupt übergangen wird. Wir hoffen, daß das Einwanderungsdepartement dem Antrag des Landeskomitees Rechnung tragen wird, weil es nur so möglich sein wird, den Provinzorganisationen Zertifikate zuzuweAsen und das bisher am. ihnen begangene Unrecht gutzumachen. Es gibt kaum eine jüdische Gemeinde in der Provinz, wo es nicht äußerst dringende London, 12. Mai. (2. T. A.) Die auf der 35. Jahreskonferenz der English Zionist Federation vorgenommene Wahl der Leitung brachte folgendes Ergebnis: Präsident: Dr. Chaim Weizmann, Ehrenvizepräsident: Lord M e l c h e 1t, Dr M. D. Eder; Vorsitzender der Exekutive: Rabbiner J. K. Goldbloom; Vizepräsidenten für London: Viscountess Erleigh, Abg. Barnett Jänner, Simon Marks, J. M. Sieff; Vizepräsidenten für die Provinz: Prof. S. Brodetsky, Sir Montague Burton, F. Nettler, Dr. J. M. Yoffey; Ehrenschatzmeister: Paul Goodman; Ehrensekretär: Rabbiner M. L. Perlzweig; Mitglieder der Londoner Exekutive: P. Horwitz, Pcrcy B. Baker, R. B. Solomon, A. Le Vay Lawrence, Gabriel Cohen, H. Vetchinsky, N. Lazarus, J. Stutsky, Janus Cohen, A. S. Mindel; Provinzexekutive: Rat M. Groenberg, J. Sunlight, J. Hakivy, Dr. Redcliffe, N. Salaman, S. Philips, Rabbiner Dr. Salis Daiches, D. Kostoris, R. Powell, N. Engelsberg, Dr. S. Berwitz. Gleichzeitig wurden die Kandidatenlisten zum Zionistenkongreß für London und für die Provinz aufgestellt. An der Spitze der Londoner Liste stehen Doktor Chaim Weizmann, Abg. B a r n e 11 Jänner und Rev. J. K. G o 1 d b 1 o o m, an der der Provinzliste Dr. Nahum Sokolow, Prof. S. Brodetsky und Dr. J. M. Yoffey. Das Generalsekretariat der English Zionist Federation veröffentlicht den Wortlaut der von der Jahreskonferenz gefaßten Beschlüsse und Resolutionen. Sie sind in vier Gruppen zusammengefaßt. In den politischen Resolutionen wird Verstärkung der Palästina-Einwanderung gefordert, die Erwerbung der Hulekonzess i o n begrüßt, die Bodenspekulation als antisoziale und antinationale Erscheinung verurteilt, wobei betont wird, daß dieses Cbel nur durch Ermutigung der Niederlassung von Juden in den großen unerschlossenen Gebieten zu beiden Seiten des Jordan seitens der Regierung bekämpft werden kann; die freundliche Einstellung des High Commissioner zum jüdischen Aufbauwerk wird gewürdigt, jedoch eine den Bedürfnissen und dem W’achstum der jüdischen Bevölkerung Palästinas entsprechende E rhöhung der Regierungsbeihilfen für Erziehung s- und Gesundheitswesen gefordert: die absolute Gegnerschaft gegen die Einsetzung eines Legislative Council wird aufs neue betont und die Erweiterung der Machtbefugnisse der Einrichtungen für lokale Selbstverwaltung als des geeignetsten Gebietes für die Weckung des Verständnisses für gegenseitiges Interesse und gemeinsame Verantwortung der Juden und Araber Palästinas empfohlen; gegen die beabsichtigte fikaten schon längst hätte erfolgen sollen. Wir werden über den Erfolg der Bemühungen des Präsidiums des Landeskomitees berichten. Einschränkung der Zulassung ausländischer Ärzte und Juristen zur Praxis in Palästina wird als gegen eine für das ganzo Land schädliche Maßnahme Einspruch erhoben; schließlich werden Maßnahmen zur Förderung des Absatzes der Palästina-Produkte, insbesondere der Zitrusproduktion, sowie die Einschließung Palästinas in das Imperial Preference-System und der Abschluß von Verträgen mit den nach Palästina exportierenden Ländern gefordert, durch die diese verpflichtet werden, einen angemessenen Teil der Palästina-Produktion abzunehmen. Die „allgemeinen Resolutionen“ ermächtigen die Exekutive, Konferenzen zur Konsolidierung des allgemeinen Zi o n i s m u s, die vor dem 19. Kongreß einberufen werden sollten, zu beschicken; in diesem Zusammenhang gab diie Konferenz der Überzeugung Ausdruck, daß der allgemeine Zionismus seine Aufgaben nur als Verband autonomer zionistischer Vereinigungen, nicht aber als eine durch Parteidisziplin und Ideologie streng gebundene Organisation erfüllen könne. Mussolini für einen sephardischen Kongreß in Italien Oberrabbiner Prof. Dr. Angelo Sacer d o t i hat kurz vor seinem Ableben dem Leiter der jüdischen Marineschule in Civita Vecchia mitgeteilt, er habe im Zusammen hang mit dem bevorstehenden Weltkongreß des sephardischen Judentums den Regierungschef Mussolini besucht und ihn gefragt, ob er nichts dagegen habe, daß der Kongreß in Rom stattfinde. Darauf habe Musso Uni erwidert: „Ich habe absolut nichts dagegen, ja ich bin sogar froh darüber, daß der erste Kongreß des sephardischen Judentums in Rom abgehalten wird, ebenso wie ich nichts dagegen habe, ja froh darüber bin, daß sich in Italien die erste jüdische Marineschule befindet.“ „Giornale d’Italia“ teilte vor kurzem mit. daß dem Kapitän des Hafens in Civita Vecchia ein Schreiben der Zentralregierung in Rom zugegangen sei, in dem erklärt wird, die Regierung sei zufrieden mit dem Bestellen der Marineschule in Civita Vecchia. Der neue Oberrabbiner von Rom Rom, 10. Mai. (2. T. A.) In der letzten Sitzung de« Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Rom wurde beschlossen, den Oberrabbiner von Alexandrien, Prof. David Prato, der früher Oberrabbiner von Florenz war, als Nachfolger des verstorbenen Oberrabbiners Prof. Angelo Sacerdoti nach Rom zu berufen. Ob- Die Mitglieder des Ersten Zionistenkongresses in Jerusalem , *♦. Hü Von links, stehend: Pro}, Klausner, Prof. Loewe, Ing. Seidner, Dr. Buchmil, Mrs. Ehrenpreis, Dr. Wilenski, Dr, Mohliwer, L. Jaffe, Heschel Farbstein; sitzend: Dr. Broide, Dr. Ebner, Prof. Belkowski, Dr. Bodenheimer, N. Sokolow, M, M, JJsslschkln, J. L. Goldberg, Bai. Ehrenpreis. Fälle gilbt, in denen die Erteilung von Zorti- Weizmann — Präsident der englischen zionistischen Federation ■iiiinii« wohl Prof. Prato in seiner mehrjährigen Tätigkeit in Alexandrien sich bei der jüdischen Bevölkerung und den staatlichen Behörden Ägyptens außerordentlich hohes Ansehen erworben hat, erwartet man, daß er dem Ruf der Jüdischen Gemeinde Rom Folge leisten wird. Als Vizerabbiner von Rom wurde der bisherige Leiter der Polaceo- Volksschule, Prof. Aldo Latte s, nominiert. Dorotheum Dorothecrgasse17 116. Große Auktion im Franz-Josef-Saal. Aelterea und Sliltnobili.ir, Einzelmöbel, komplette Zimmer, BlUihner-Pianino, Luster, Pernerteppiche, Gemälde, Aquarelle, Radierungen, büche. Kunstgewerbe. 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Dr. Albala überreichte dem Prinzregenten eine Urkunde des Hauptbureaua des Jüdischen Nationalfondis in Jerusalem, in welcher der feierliche Akt der Pflanzung des Waldes auf dem KKL.-Boden und der Grundsteinlegung für ein König-Alexander- Denkmal in El Chartie vom 9. April 1935 offiziell betätigt wird. Der Königinmutter überbrachte Dr. Albala eine künstlerisch ausgestattete Schatulle, gefüllt mit Erde aus dem König-Alexander-Wald in Palästina. Die Audienzen dauerten fast zwei Stunden. Die Königinmutter und der Prinzregent bekundeten ein reges Interesse für den Stand der zionistischen Aufbauarbeit in Palästina. Der Prinzregent ließ sich von Dr. Albala eingehend über die zionistische Arbeit in Jugoslawien und die Aufbauleistungen der jugoslawischen Zionisten informieren und war sehr begeistert über die ihm mitgeteilten zionistischen Erfolge. Der Prinzregent ließ auch diese Gelegenheit nicht Vorbeigehen, ohne die patriotische und aufbauende Haltung der Juden in Jugoslawien zu unterstreichen und den jüdischen Bürgern seine Anerkennung ausziisprechen. Dr. Paul Raumann gestorben Dieser Tage ist hier Dr. Paul Raumann gestorben. Er entstammte einer angesehenen Wiener Famiiie und spielte im Finanzleben dieser Stadt, wo er neben Herrn Otto Kraus die bekannte Bankfirma Langer & Co. leitete, eine bedeutende Rolle. In zahlreichen humanitären und sozialen Einrichtungen betätigte er sich mit dem Einsatz seiner ganzen Kraft, und auch im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde fand sein Wirken vollste Anerkennung. Dr. Paul Raumann hinterläßt eine Witwe und einen Stiefsohn, den bekannten Dirigenten Dr. Kurt Pahlen. Dr. Raumann hat der Leitung der Union der Israeliten Österreichs angehört. Bei aller Festigkeit seiner Anschauungen hat er es stets verstanden, auch den politischen Gegnern gegenüber Loyalität zu zeigen, so daß ihm auch in diesen Kreisen ehrendes Gedenken gesichert bleibt. Das Leichenbegängnis hat gestern mittags auf dem Döblinger Friedhof stattgefundon. An der Feier nahmen das Präsidium der Kultusgemeinde sowie sämtliche Mitglieder des Vorstandes teil. Das zionistische Landeskomitee war durch Herrn Dr. Rotte n b e r g vertreten. Magendarmkatarrh. In der ärztlichen Berufstätigkeit wird das natürliche „Franz-Josef“- Bittenvasser bei Männern, Frauen und auch Kindern mit vollem Erfolg angowendet.