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Die Stimme · 1935-05-10 · Heft 448 (10.5.1935) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 448 (10.5.1935)
Date
1935-05-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Oll STIMMI Nr. 448 — 10. Mai 1935 Palästina meldet: Die Proklamierung des Rambam-Monats .Yie schon berichtet., hat. in der hebräischen Universität in Jerusalem zur Feier des 800. Geburtstages des Maimonides eine Festversammlung stattgefunden, in welcher die Einführung des Rambam-Monates (14. Nissan bis 14. Ijar 5695) proklamiert wurde. Dies erfolgte in einer Ansprache des Mitgliedes des Waad Leumi, A. A1 maljach, der unter anderm ausführte: ..Am 1. Nissan des Jahres 5695, 1865 Jahre nach der Zerstörung des Tempels, 18 Jahre nach der Balfour-Deklaration, 800 Jahre nach der Geburt Rabenu Mosche ben Maimon feiern wir in der heiligen Stadt Jerusalem am Scopusberg den Beginn des Rambam-Monates. Während eine Generation den Verfolgungen seitens der Feinde ausge setzt war. während eine tiefgehende Ver wirrung der Gedanken herrschte, erstrahlte vor uns vor 800 Jahren die Sonne unseres großen Lehrers Maimonides. die? Geistesgröße und dieses Glaubensstarken, der mit seinem großen Geiste, starkem Glauben und seiner tiefen Weisheit in den Tagen der Not, in der Bedrohung sein Volk aufrichtete und es aus der Knechtschaft der großen Er lösung näher brachte. 800 Jahre verstrichen seitdem seine Sonne aufgegangen war und im Verlauf von Generationen wurde seiner Größe kein Abbruch getan. Er stillte die nach Weisheit und Thora dürstenden Seelen und wies den Irrenden den Weg zur Erlösung. Seine Lehre verbreitete sich auf der ganzen Welt. Sie stärkt die Schwachen und Hilfsbedürftigen. Sein Herz brannte' für Zion, und dort fand er auch seine ewige Ruhe. Heute nach Ablauf von 800 Jahren, zu Beginn der Verwirklichung der Erlösung, nach der sich dieses Nationalgenie gesehnt hatte und mit der er im finsteren Mittelalter seine Volksgenossen tröstete, heute haben sich die Vertreter des Judentums versammelt, um den Monat, in dem Rambam geboren wurde, als Monat des Andenkens für den großen Geistesfübrer zu feiern. Innerhalb der jüdischen Größen aller Generationen erhebt sich der Name des Rambam. Seit seiner Zeit verlor seine Lehre nicht an Kraft und Bedeutung. Auch in den Staaten, die auf Bildung und Kultur Wert legen, nimmt Rambam eine bedeutende Stellung ein. Es wurde uns große Genugtuung gegeben, als Spanien, das uns bis zur Vernichtung v-e rfolgte, jetzt von Reue ergriffen, seine große Sünde wieder gut zu machen suchte, indem es diesem Großen unseres Volkes besondere Ehrung zuteil werden ließ.“ Es besteht nunmehr die begründete Hoff ming, daß die Arbeit bald gute Früchte tragen wird. Mehrere neue Häuser sind in Bau, die Äcker sind in bestem Stand. Die Chawerim sind alle galten Mutes und werden alle Kra.ft daran setzen, die Siedlung „Winai“ zu einer in jeder Hinsicht vorbildr liehen Festung des allgemeinen Zionismus im Ernek Sebulun außzuhauen. Der palästinensische Export von Kleidungsstücken . Tel-Aviv (Palnewß). Der palästinensische Export, von Kleidungsstücken, der konfektionierte Fabrikate mit. Ausnahme von Schuhen, Strümpfen und Socken, Hüten, Gürteln, Schale und Kra walten umfaßt, hat sich im Jahre 1934 auf 31.606 Pfund erhöht., während er eich 1933 auf nur 24.516 Pfund und 1932 nur auf 15.430 Pfund stellte. Eine mengenmäßige Erfassung findet, nicht 6tatt. Der Kleidungsetückexport, der vor allem von Syrien und Ägypten aufgenommen wird, befindet sich im Zusammenhang mit der Entwicklung der p a I ä61 i n en s is eh e n K o nf ek t io nsmdsust. r ie also stark aufsteigender Linie. an Erhöhter Schuhimport im Jahre 1934 Tel-Aviv (Palnews). Der Schuhimport., ins besondere derjenige von Ledersohmhen, hat im Jahre 1934 ein «ehr starke Steigerung erfahren, obwohl sich bei Schuhen um ein Produkt handelt das in Palästina in ausreichender Menge er zeugt werden könnte. Der Lederseh uh impor der vor allem aus Syrien und der Te che oho Slowakei kommt, hat »ich mengenmäßig also um 40 Prozent gesteigert, die wertmäßig Steigerung des Lederech uhImportes macht sogar knapp 80 Prozent aus. Der Import von Gummischuhen und anderein Schuhen hat sich mengen- und wertmäßig gegenüber dem Vorjahr reichlich verdoppelt. Insge samt hat der Schub Import im Jahre 1934 de Höhe von 100.000 Pfund erreicht. Hltachduth Oie) Austria, Sntf Haifa Der jüngst in Haifa begründete Zweigverein des in Tel-Aviv bestehenden Verbandes der Immigranten aus Österreich entfaltet, bereits eine rege, vielversprechende Tätigkeit. So Anden Vorträge über alle Themata statt, welche für den Jischuw von Interesse sind. Insbesondere sei ein Zyklus von politischen Vorträgen erwähnt, der von Vertretern aller Richtungen im Zionismus gehalten, den Vereinemitgliedern ein klares und vollständiges Bild vermitteln und somit ein selbständiges Urteil ermöglichen soll. Treffpunkt aller Olim und Tajarim (Einwanderer und Touristen) jeden Montag, 149 Uhr abends, im Cafe Werner des Bet.li Fraenkel, Rechow HerzI von Hadar Hakarmel. Ärztliche Auskünfte zweimal wöchentlich im Neuen Merkas Misehari. Beth Holland Bank, wo jeder Interessent aus Österreich unentgeltlich Auskünfte erhalten kann. Hier sind tätig der bekaunte Wiener Arzt Dr. Lothar Bauer, weiters in der Sanitätskommission Dr. Kar] Pollak und Frau Dr. Pepi Fischer. Alijah-Beratung erteilt W. G o 1 d s m i t. h. Alter Merkas Misehari Beth Nagler, POB. und Soeben erschienen als 6. und 7. Tausend! Ausgabe zu ernifi (ligtmn Preise .Schicksalsstunden eines Führers' Von 7j. F. Hnkefatein. Stimmen der Presse: Eb sind keine Bilder, sondern ekstaiische Visionen. Pracht/olle und tiefgründige Blitzlichter auf dem heroischen und tragischen Wege Herzls. (Nowy Dziennik, Krakau). Ich halte das Buch für eine der tiefsten Analysen, die je Uber HerzI geschi leben wurden. Die zionistische üteraiur darf den Verfasser zu diesem Meisterwerk beglückwünschen. (The New Palatine, New York). Nur noch bei Stefan Zweig, diesem Meister der Seelenraalerei, begegnen wir einer Ähnlich fesselnden, leuchtenden Gestallunstskraft. (Dr. Jakob Rosenthal, ,Der Wiener Tag'). Erschütternde und aufwühlende Erlebn'sse im Rahmen eines Buches. („Neue Freie Presse", Prof. Dr. Bach). Die .Schicksalsfunden“ sind ein dichterisches Kunstwerk ersten Ranges und da es Finkeistein schuf, be kündete er, daß er zur liteiarischen Meisterschaft schreitet (Dr. Th. Weisseiberger, „Ostjüdische Zeitung", Rumänien.) Die-.es Werk wurde bereits in einige Weltsprachen übersetzt. Preis eines gebundenen Exemplares S 3-—, Qanzlei ,en S 4*—. Zu beziehen durch den Sawitra-Verlag, Wien, /., WippHngerstraße n. Tel. 321. — Wirtschaftsberatung durch Karl Hirsch, Rechow Pewsner 37. Siedlungsberatung, insbesondere betreffs Mittelstandßsiedlung in Kirjath Bialik durch Ing. A. Hochstätter, Anaforta 12, POB 455. Aus dem Dritten Deich Kibbuz „Winai“ Aus Palästina wird uns berichtet: Die Chaiuzgruppe des Wiener allgemein-zionistischen Jugendbundes „Gdud Z’irim“ ist, unter Führung des Chawer Mendel T e ig im Emek Sebitlu ajigekommen und hat auf eigenem Boden in der Siedlung „W i n a i“ ihre Arbeit aufgenommen. Zu dem Trupp haben sich viele Chawerim des „Gdud Z’irim“ gesellt, die in den letzten Jahren von Funktionären der Histadruth Haowdim und von aufgehetzten ehemaligen Mitgliedern des Jugendbundes von dem Weg des allgemeinen Zionismus abspenstig gemacht worden waren. Die aktive Tätigkeit auf landwirtschaftlichem Gebiete wurde mit aller Kraft aufgenommen. Gilt es doch, der Wiener allgemein-zionistischen Jugend wieder einen aufnahmefähigen, gesunden und starken Stützpunkt in Erez zu sichern und die großen Verluste auszugleichen, diie der jungen Siedlung durch den aufgezwungenen Kampf von Seiten linker Chaluzkreise zugefügt worden sind. Steigerung des Eierimportes Jerusalem (Palnews). Das Gommercial Bulletin veröffentlicht in seiner letzten Ausgabe die Außenhandels Ziffern für das 2. Halbjahr 1934. Daran» er gilbt sich eine außerordentliche Steigerung des Eierimport.es um erheblich mehr als die Hälfte. Gegenüber dem Jahre 1932 liegt eine reichliche Verdreifachung des Eierimportes vor. Die palästinensische Eierproduktion bleibt also in weitem Abstand hinter der Bedarfsentwicklung: zurück. Turnlehrer mit langj. Praxis, bebr. Kommando, medic. geschult, sucht Stellung. Zuschriften an Schiller, II., Czerninplatz 4 Landwirtschaft sind Auf• f orstung Jerusalem, 5. Mai.. (2. T. A.) Der High Commissionen hielt auf dem vierten palästinensischen F ar mertag in Akko eine Ansprache und teilte mit, die Re gierung werde ihren Jähreszuschuß in der Höhe von 3000 Pfund für die landwirtschaftliche Forschungsstation in Rechoboth dauernd weiter auszahlen und weitere 390 Pfund für Citrus-Forschung gewähren. Sie werde ferner weitere Schritte zur Sicherung der Prosperität der Landeskulturen ergreifen. So werde die Regierung in Kürze eine landwirtschaftliche Hypothekenbank zwecks Gewährung langfristiger Anleihen an Landwirte zu niedrigem Zinssatz gründen, eine Wiederaufforstungstätigkeit inaugurieren und Palästinenser nach Oxford zwecks fachlicher Ausbildung im Forstwesen schicken. Der Präsident des palästinensischen Farmerverbandes, Zwi W i 1 k a n s k y, sprach im Namen der jüdischen Landwirte Genugtuung über die Regierungsaktion aus und sagte, dieses Interesse der Regierung für Landwirtschaft und Aufforstung werde auch zu einer Besserung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern beitragen. Die nach Deutschland zurückkehren . . . Aus unbedingt zuverlässiger Quelle erfährt der A m s t e r d a rn e r J T A. - Yr e rt r e t e r folgendes über die Behandlung der nach Deutschland zurückkehrenden jüdischen Emigranten: Im Zusammenhang mit. dem seit zwei Monaten in Deutschland eingetretenen neuen antisemitischen Kurs, der von besonderer Schärfe und Unbarmherzigkeit ist, ist auch die Behandlung jüdischer Rückwanderer ungemein verschärft worden. Während noch bis etwa Anfang März die Rückwanderer nach ihrer polizeilichen Anmeldung lediglich einem Verhör durch die Geheime Staatspolizei unterzogen wurden und meist danach unbehelligt blieben. werden jüdische Rückwanderer und Rückwanderinnen nunmehr nach einem solchen oft zwei Stunden dauernden Verhöre gefangen gesetzt und sodann in ein sogenanntes Schulungslager, eim besserer Name für Konzentrationslager, transportiert. Für Mädchen und Frauen ist zu diesem Zwecke ein neues Lager unweit Hannover angelegt worden. Männliche Rückwanderer werden in verschiedene Lager, oft auch in das berüchtigte Dachau, überführt. Die Rückwanderer und Rückwanderinnen, die einer so scharfen Behandlung unterworfen sind, sind solche, die eich weder vor ihrer Auswanderung noch während ihres Aufenthaltes im Auslande politisch betätigt haben. Es ist einleuchtend, daß Personen, die irgend eine politische Betätigung ausgeübt haben, alles andere eher tun, als nach Deutschland zurückzukehren, selbst wenn sie im Auslande die 'größten Entbehrungen, erleiden müssen. Die Rückkehrer müssen sich in den Gengnissen gleich Verbrechern alle Unannehmlichkeiten und Erniedrigungen gefallen lassen, die ein Gefängnisaufenthalt mit sich bringt. So zum Beispiel erhalten sie . die übliche Gefängniskost, in erster Zeit nur trockenes Brot. Sie werden täglich eino halbe Stunde im Gefängnishof spazieren geführt. Jedes Gespräch mit einander ist dabei streng vorboten. Zuwiderhandelnde werden in Einzelzellen überführt. Wie dio Behandlung in den Schulungslagern ist und für wie lange Zeit der Aufenthalt dort vorgesehen ist, läßt sich bei der Neuheit der ganzen Einrichtungen noch nicht sagen. Jedenfalls werden die Rückwanderer dort mit längerem Aufenthalt zu rechnen haben. Auch deutsche Juden und Jüdinnen, die nach 1933 ausgrnvandert sind, können bei einem Besuche, auch nur vorübergehender Art, in Deutschland große Unannehmlichkeiten erfahren, sobald sie sich polizeilich melden oder die Polizei sonstwio ihren Auf-| enthält erfährt. Die Polizei lädit auch I solche deutsche Juden, die nur vorübergehend dort bleiben wollen, zum Verhör vor. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Verhaftungen vorgenommen oder die Pässe beschlagnahmt wurden. In einigen Fällen hat die Geheime Staatspolizei solchen Juden eine Frist znm Verlassen Deutschlands gestellt unter der Bedingung, daß sie an der Grenzübergangsstelle ihren Paß in Empfang nehmen. Mehrere Juden sind gezwungen worden, schriftlich zu erklären, daß sie nie mehr nach Deutschland zurückkohren werden. Diese Behandlung unschuldiger Rückwanderer oder Besucher hat bereits zur Folge, daß zahlreiche jüdische Reisende ihre Reisen nach Deutschland aufgegeben haben. Schon heute gibt es verschiedene Geschäftshäuser, die ihre jüdischen Vertreter oder Einkäufer, die früher in Deutschland wohnten, nicht mehr nach Deutschland zu geschäftlichen Zwecken entsenden. Die schweren wirtschaftlichen Nachteile, dio dadurch entstehen werden, hat sich Deutschland selbst zuzuschreiben. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler zu meinen, daß es sich hier um Maßnahmen handelt, die dem in Deutschland herrschenden Antisemitismus ans reiner Willkür entspringen. Hier liegt ein klares Ziel vor, aus dem alle diese rigorosen Maßnahmen zu erklären sind: Man will unter keinen Umständen die Zahl der Juden in Deutschland durch die Rückwanderer vermehren. Die geschilderten strengen Maßnahmen sollen Abschreckungsmittel sein für jeden ausgewanderten Juden, daß er nicht nach Deutschland zurückkehrt. Das Ziel des Nationalsozialismus ist, Deutschland völlig „von den Juden zu reinigen“. Niemand darf mehr zurückkehren. Die deutschen Juden selbst sollen wirts c h a f 11 i c h v'c r n i c h t e t werden, damit sie zur Auswanderung getrieben werden oder als ein Rest von Hungerleidern und Bettlern in Deutschland Zurückbleiben. „Verstärkte antisemitische Aufklärungu Köln, 8. Mai. (2. T. A.) „Westdeutsche Beobachter“ mit- Wio der teilt, wies Gauleiter G r o h ö auf einer Fübrertagung anf „das in den letzten Monaten sich immer mehr verstärkende Treiben der Juden hin, die die Großzügigkeit des nationalsozialistischen Staates benutzen zu können glauben, um sich in Deutschland neue wirtschaftliche Machtpositionen aufzubauen, bezw. dio alten wieder zu festigen. Diesem Treiben begegnet dio Partei mit einer vors t ä r k t o n a n t i s o nti t i s e li e n A u fk lärmig. Nach dem Willen der lödchsleitung der Partei hat sich jeder Parteigenosse in deai Dienst dieser wichtigen Aufklärungsarbeit zu stellen. Besonders wichtig Juden, stiftet auf Namen Ewer Mütter zum Muttertag Bäume'* Keren Kajemefh!

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