Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 448 (10.5.1935)
- Date
- 1935-05-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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vt. m —10. 'm 1035 DH STIMM! T PALÄSTINA - TRANSPORTE Pix1? unsonD BROPER & FENYO Wien, I., Franz-Josefs-Kai 7-9, Telephon R 26-0-67 und R 26-1-67, übernehmen zu kulantesten Be dingungen Übersiedlungen, Warentransporte via Galatz, Triest und Constanza nach Palästina &t in diesem Znammenhang, daß Dr. Friek soeben da« bevorstehende neue Staatsbtirgerrecht angekiim%t hat, daß denJ u de naisFremd rassigen die Staatsbürgerschaft aberkennt. Genau so wenig wie die Partei duldet, daß sich das Judentum neuen Einfluß anmaßt, und so sehr wir gewillt sind, diesen Todfeind deutschen Volkstums auch in der Wirtschaft immer weiter zitrückzudrängen, so sehr wendet sich die Bewegung gegen Elemente, die glauben, unter dem Deckmantel des Antisemitismus die Ordnung unseres Staates stören zu können. Im übrigen haben wir es in den Kampfjahren oft genug erlebt, daß Kommunisten und andere Gegner in jüdischem Auftrag jüdisches Eigentum zerstör t e n, um damit in der Öffentlichkeit Sympathien für die angeblich „verfolgten“ Juden zu erwecken, die sich ins Fäustchen lachten, wenn ihnen hernach die Versicherungsgesellschaften die eingeschlagenen Fensterscheiben bezahlen mußten.“ Ein mutiger Geistlicher Es gibt in Deutschland noch Menschen, die keine „Br au nschwoiger“ sind. Der evangelische Pastor Eduard Lindenmayer in Berlin-Wilmersdorf gab kürzlich eine Broschüre heraus, in der er sich mit der Behandlung der Juden durch die Nationalsozialisten befaßt und u. a. schreibt: „Die Bibel wurde nicht durch Arier geschrieben, sondern durch Juden. Trotzdem enthält sie die größten Wahrheiten, die wir kennen. Wenn Gott zu seiner Offenbarung einen Juden ausgewählt hat und uns das Heil durch ein Mitglied der jüdischen Rasse sandte und nicht durch einen Arier, dann wußte Gott, warum er das tat, und wir müssen das als gegebene Tatsache annehmen.“ Das sind keine chaluzischen Kampfmittel! Ein Mitglied des Jugendbumdes „Gdud Z’irim“ schreibt uns: In der letzten Nummer des „Juden“, des Organs der Vereinigung Burjan Haarez, findet sich ein Artikel, der sich mit den Allgemeinen Zionisten und insbesondere mit dem allgemein-zionistischen Wiener, Jugendbund „Gdud Z’irim“ beschäftigt. Unter den verschiedenen Anwürfen figuriert auch jener, daß der „Gdud Z’irim“ in Tageszeitungen inserieren müsse, um sich auf diese Art und Weise neue Mitglieder zu verschaffen. Dadlit aber noch nicht genug: Es wird die falsche Behauptung aufgestellt, daß man im „Gdud Z’irim“ für Geld Zertifikate bekommen kann. Über diese Kampfmethoden kann man nur mit Verachtung hinweggehen. ' Unter den Mitgliedern und Freunden des „Gdud Z’drim“, der sich ungeachtet aller solcher und ähnlicher Nadelstiche nicht daran hindern ließ, innerhalb weniger Jahre zu einer mächtigen Organisation eraporzuwachsen, die fast 1000 Mitglieder umfaßt und einen eigenen Kibbuz in Erez besitzt, können die Methoden, wie sie der „J u d e“ anzuwenden beliebt, nur die Folge haben: Mit größerer Begeisterung und noch größerer Lust weitorzuarbeiten! Schon mehrere Maie mußten wir ja derartige Angriffe erleben. Es sei nur an die grundlosen Vorwürfe gegen unseren Bundesffihrer Mendel Teig erinnert, den man ohne Grund der Unterschlagung beschuldigte. Wir sehen mit Ruhe der Entscheidung des Verbandsgerichtes des Zionistischen Landesverbandes entgegen. Wir Chaluzim des „Gdud Z’irim wissen, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Die Zukunft wird das lehren! In jedes jüdische Haus „Die Stimme" Konzert des jüdischen Gesangvereines. Die materiellen Schwierigkeiten aller jüdischen Musikvereinigungen zwang auch den j ttdischen Gesangverein sein Konzert uicht in oinem Konzertsaal, sondern im Tempel in der Schmalzhofgasse zu veranstalten. Dadurch mußte das Programm ausschließlich auf liturgische Gesänge beschränkt bleiben. Als eine Art Entschädigung kam die prachtvolle Akustik des schönen und stilvollen Tempels dem Klangkörper zugute. Dynamische Schattierungen, Diktion, Steigerungen vom hingebauchten Pianissimo bis zum strahlenden Forte — alles klang klar, plastisch und vornehm. Das technische Können dieses Chores entwickelte sich in der letzten Zeit ganz enorm. Die Fuge im „Un’sane Taukew“ von M i 11 n e r — vielleicht dem bedeutendsten, aber auch schwersten Werk der neuen jüdischen Synagogalmusik — war der Höhepunkt des Abends und der Chortechnik dieser Vereinigung. Lewandowskis „M a tauwu“ machte den Anfang, es folgte ein prächtiger Psalm von M il 1 n e r, worauf Oberkantor Müller eine in synagogaler, rezitativisohlcantillationsmäßiger Art gehaltene eigene Komposition „Omar Rabbi Eliazar“ mit erlesenem Geschmack und prächtiger Stimme vortrug. Aus jeder Phrase und jeder Wendung hörte man den Kenner und Könner des traditionellen Tempelgesanges, als den wir ihn lange schätzen. Weniger interessant war das „Adojn Aulom“ (Solo Herr Korn) von Ssaminsky — ein Werk, das weder Originalität besitzt noch anderseits die alte Tradition wahrt. Beim Standardwerk des Abends — des oben erwähnten „Un’sane ■ Taukew“ von Miliner sangen die Solis: Frl. Körner und Ing. K o h n mit ihren klangschönen Stimmen und musikalischer Sicherheit. Der Erfolg des Abends ist. vor allem der Erfolg des musikalischen Erziehers und Leiters des jüdischen Gesangvereines, des bekannten Tondichters und verdienstvollen Pioniers neuer jüdischer Musik, Israel Bran dmann, der es verstanden hat, den strebsamen Chor auf ein hohes künstlerisches Niveau zu bringen. Seine bis ln die Fingerspitzen musikalische Natur wirkt suggestiv auf die Sänger, die dadurch zu Höchstleistungen angespornt werden. Hoffentlich wird sich die Möglichkeit ergeben, diese Chorvereinigung mit ihrem prächtigen Leiter Brandmann in einem der großen Wiener Konzertsäle wieder zu hören. Jul. W o 1 f s o h n. Ehrenabend Sevilla Pastor. Am 8. d. fand in den Jüdischen Künstlerspielen ein Festabend zu Ehren der Frau Sevilla Pastor statt. Die Künstlerin ist an diesem Abend in einer ihrer besten Rollen, „Die Negerin“, aufgetreten. Sie wurde vom Publikum, das bis auf das letzte Plätzchen den Saal füllte, stürmisch bejubelt und gefeiert. Pension Eckstein - Semmering Stutschewsky-Kurse in Tirol. Joachim Stutschewsky, unoer geschätzter Violinvirtuose und Lehrer, Verfasser von weithin beachteten und grundlegenden pädagogischen Werken, unterrichtet in den Monaten Juli bis August in Obernberg am Brenner, einem der schönstgelegenen Bergorte Westtirols. Diese Kurse, die Stutschewsky über Anregung ausländischer Schüler und Freunde in diesem Sommer hält, bedeuten auch für den österreichischen Fremdenverkehr eine wertvolle Unterstützung. „Dus Pintale JUL“ Gastspiel Sevilla Pastor — Erna Siegler. In den Jüdischen Künstlerspielen (II., Praterstraße 84) gelangt am Freitag, den 10. d., Samstag, den U. d. und Sonntag, den 12. d., um VA und HO Uhr, „D u s P i n t a 1 o J i d“ zur Aufführung. Dieses populäre dreiaktige Volksstück wird in der neuen Auffassung das jüdische Publikum ohne Zweifel fesseln. Montag, den 18. d. „Schiokerte“. Dienstag, den 14. d. „Negerin“, „Mittwoch, den 15, d. „Ohne Zertifikat nach Palästina“, Donnerstag, den 16 d. Sondervorstellung des Schauspielers der Wilnaer Truppe Josef K am e ö. *Josef-Kamen-Abend. Der in Wien bekannte Schauspieler der Wilnaer Truppe, Josef Kamen, hat nach längerer Krankheit das Krankenhaus verlassen. Die Jüdischen K ü n 8 11 e r s p i e 1 e, H., Praterstraße 34, veranstalten zu Beinen Gunsten einen Abend unter Mitwirkung der berühmten Sevilla Pastor und der bekannten Sängerin Hilde Dulitzkaja, Die Vorstellung, deren Reinerträgnis zur Anschaffung einer Prothese dient, findet am 16. Mai statt. Herrn Kamen mußte bekanntlich ein Bein amputiert werden. Das Komitee bittet um zahlreichen Zuspruch. Jüdische Künstlerspiele. Mitwoch, den 15. d. „Ohne.Zertifikat nach Palästina“, zugunsten des Kfar Kremenezky-Fonds. Festakademie. Der jüdische Schauspieler verein veranstaltet Samstag, den 11. d., 9 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, IL, Taborstraße, eine Festakaclemie mit Tanz unter Mitwirkung folgender Künstler: Der 12jähtige Geiger Norbert Brainin, Hilda Dulitzkaj a, Jakob Feldhammer, Meller und Wagner, Sevilla Pastor, Erna Siegler, Emst Urbach, Leo Weintraub, Dolly Nachbar. Kapelle I. Geiger. Am Klavier: Max L o u b e t z k y. Jüdische Kulturstelle. Zentrale: IL, Aspernbrtickengaßse 2 (Tel. R 48-2-91); Zweigstellen: VI., Loquaiplatz 11 (Tel. B 20-0-81); IX., Währingerstraße 48 (Tel. A 14.400). Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für alle Theater Wiens zur Verfügung. (Scala: Letzte Woche: Die reizende Revue „Servus-Servus“. Konzert: Elisabeth Schumann, Großer Musikvereinssaal, 18. Mai. Führung: Sonntag, 12. Mai. Die Denkmäler der Ringstraße. Leitung: Doktor Oskar Rosenfeld. Treffpunkt: Yilt Uhr, Liebenbergdenkmal. Maimonidesfeier des Zionistischen Landesverbandes und der Bezirks• Sektion Prater Der Zionistische Landesverb a n d veranstaltet gemeinsam mit der B ezirkssektion Prater nächstens eine große Maimonidesfeier im Lustspieltheater. Programm und Datum wird noch bekanntgegeben werden. Die Feier wird ein besonderes Gepräge dadurch erhalten, daß über Einladung des Zionistischen Landesverbandes und der Bezirkssektion Prater der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister 'Spaniens in Wien, Seine Exzellenz Herr E. G a r c i a Comin, sein Erscheinen bei dieser Feier zugesagt hat. Zu dieser Feier, die aus einer Gedenkrede auf Marmonides und einem künstlerischen Programm bestehen wird, gelangen die Karten in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Schekel und Lotteriegewinn Herr Heinrich Löwy, Zahntechniker, Mitglied der Zionistischen Bezirkssektion XVI/XVII, verkaufte am 8. Mai einem seiner Patienten einen Schekel Der Patient teilte die sechsstellige auf dem Schekel aufgedruckte Kontrollzakl in drei zweistellige Zahlen und setzte sie mit 1 Schilling Einsatz iu das kleine Lotto. Alle drei Zahlen kamen heraus und der glüokliche Gewinner erhielt S 3600 ausbezahlt. Wir teilen diesen kuriosen Fall unseren Lesern mit, nicht um sie anzueifern, in der Lotterie zu spielen, sondern um sie aufzufordern, einen Schekel zu erwerben und für seine Verbreitung zu sorgen. Die Sehekelaktion endet schon am 31.1 Mai. JÜDISCHER KALENDER 10.—16. Mal 1935 7.—13. IJar 5695 Freitag (10.) Sabbath-Elngang.7 Uhr 20 Samstag (11.) Sabbath-Ausgang.8 Uhr 20 Wodienabsdinltt: Emor Die Arbeit des Keren Kafemeth Sefer Hajeled. Auf der VIII. Weltkonferenz der „WIZO'1 in Palästina wurde beschlossen, daß jede Fr?’t ihr Kind in das Scfer Ilajeled eintragen soll. Das Hauptbüro des Keren Kajemeth teilt mit, daß bei Eintragungen in da« Sefer Hajeled das Bild des eingetragenen Kindes im Sefer Hajeled angebracht' werden kann. In diesem Fall muß das Bild eine Größo von mindestem 4 cm Breite und 6 cm Höhe haben. Dem Kereu Kajemeth sind in einem solchen Fall zwei Aufnahmen dieses Kindes zu tibergeben. Muttertagspende. Geschwister Hudes spenden auf Namen ihrer Mutter Mirjam Rebekka Hudes S. A. anläßlich des Muttertages S 25.80. Ing. Gustav Grünberger gestorben. Vor einigen Tagen starb ein treuer Freund unserer Bewegung und speziell des Keren Kajemeth, Ing. Gustav Grünberger. Mit einem schweren Leiden behaftet, das ihn zwang, sein© letzten Lebensjahre in Anstalten zu verbringen, gehörte er trotzdem zu den opferbereitesten Spendern und treuesten Mitarbeitern des. Keren, Kajemeth. Er hat einen, ganzen Garten im Chajes-Wald (Relly Inf old s. A. Garten) aufgebracht und einen neuen auf den Namen seiner Eltern eingeleitct. Unaufgefordert meldete er alljährlich sein Selbstkontingent an und überschritt dasselbe regelmäßig. Die Liebe zu unserem Volk und Land bildete in Beinen letzten Lebensjahren wahrscheinlich seine hauptsächliche Freude im Leben. Ehre seinem Andenken. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Strick mann, anläßlich seiner Bar Mizwah (Nr. 330); Arnold David durch die Wizo und Sektion VI/VII (Nr. 331); Frau Lotte K a t z durch die Wizo VI/VII (Nr. 332). Zionistischer Vortragskalender Samstag, 11. Mai: Wizo, I., Eschenbachgasse 11,. 8. Uhr abends* Muttertagsfeier der JVizo. Sonntag, 12. Mai: 20. Bezirk: Sektion XX und Wizo, Jägern Straße 30, 8 Uhr abends: Herzl-Feier. Festrede; Rabbiner Moses Zicker. Montag, 13. Mai: Wizo, I„ Schottenring 25, Uhr abends: Oskar Baum (Prag) aus eigenen Werken. Kinoprogramme der Woche mmmmmmmmmmmmmmmmmmmamtBnmmsmmmm KREUZ-KINO «Ä Vom 10. bis 13. Mai 1935 STECKBRIEF Z. 48 mit Robert Montgomery Beginn: 4, 8/*6, V98, ‘/*10 Uhr Leonoldstfidter Volhskino TelephonSRe40^0-2>3 Vom 10. bis 13. Mai 1935 Schlager- Programm Wochentags ya6, '/*8, 7,10 Uhr, Sonn- und Feiertag ‘/,4 Uhr Rembrandt-Rlno Vom 10. bis 13. Maf 1035 Hier ist meinlierz mit Sylvia Sidney Wochentage: V«6, VA */, 10 Uhr, Sonntag: 4, VA l/ß> 7,10 Uhr Votivpark-Kino Telephon Vom 10 bis 18. Mnt 1935 Die weiße Parade Tätlich: 4. %6, V.,8. ‘/JO Ubr Die FlOgalpartelan zerstören dl« Organisation! Organisiert Euch Allgemein-Zionistisch! wählt Allgemein-Zionistischl