Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 446 (3.5.1935)
- Date
- 1935-05-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 6 DII STIMMI Nr. 446 3. Mai 1985 Beofetsoc WofysoUt* ü&tc {üdLscJUc HtusiU ten, oft aus Fotzen und Säcken zusammen - gestellt, die Gesichter meist von heller, manches Mal aber auch dunkelbrauner, ja schwarzer Farbe. Man sieht zum erstenmal Kameltransporte, angeführt von einem mächtigen Heiter auf einem kleinen Esel, schwänz verhängte Frauen, meist winzig klein, man sieht allmählich die Üb erst ä n g e v o m A r a bischen ins II e b r äische. Die Gesc-häftslü.den, zuerst bloß arabisch überschrieben, fangen an, Firmentafeln auch in hebräischer, später nur in hebräischer Schrift zu tragen, die kleinen Häuser verwandeln sich in höhere. Die engen Straßen erweitern sieb, der Burnus weicht der europäischen Kleidung, der Verkehr wird immer dichter, man überschreitet die Bannmeile von Jaffa und befindet sich in der jüngsten und merkwürdigsten Stadt, in der Wunderstadt Tel-Aviv. Beh konz Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kauf und Verkaul von Realiläten, Hypotheken l„ II. und III Sätze, Bau- und Zwischenkredite Gebäudeverwaltung ★ Büro: Franz Josefs-Kai 11 lei. R-25-0-44 Wohnung: II., Vorgartenstr 150, fei. R-41-8-88 AusderarablschenPresse „Alshabav“ droht der englischen Regierung, falls diese die Auswanderungs-;politik der Juden weiter unterstützen sollte. Die Geduld der Araber sei erschöpft und die Zionisten würden etwas erleben, was sie noch in keinem Lande erlebt hätten. „Al Jama al Aratda“ berichtet Uber einen Artikel im revisionistischen Organ „Hajarden“, der die Aufstellung jüdischer Polizei- und Militärformationen verlangt, weil angeblich das jüdische Nationalheim von den Arabern bedroht sei. Das Blatt sagt, daß die Engländer ständig den Juden nachgeben. Diese lenken die Politik Englands in Palästina nach ihrem eigenen Willen und wollen die Araber entrechten. „Felestin“ greift den Großmufti und den Jerusalemer Bürgermeister Khaldi wegen ihrer Englandfreundlichkeit an und Khaldi wegen seiner freundlichen Haltung gegenüber den Juden. Diese arabischen Führer wollen sich nur an der Macht erhalten und weiter jeden Monat den hohen Gehalt einstecken, den ihnen die englische Regierung ausgesetzt hat. „Alavkat al Arabia“ wirft der Zeitung „Felestin“ vor, daß diese durch Tatarennachrichten, so zum Beispiel über den Kauf von 150.000 Dunam Boden im Gebiete von Berseba durch Juden, die Araber unnütz beunruhige. Die Angriffe auf den Mufti seien unberechtigt. Der Mufti tue alles Mögliche, um die Araber davon abzuhalten, ah Juden Boden zu verkaufen. Dr>s Volk müsse den Mufti unterstützen. „Al Dafa“ beklagt sich über die Indolenz der Mohammedaner außerhalb Palästinas. Die ausländischen Mohammedaner werden aufgefordert, sich zu einigen wvl mit den Arabern Palästinas gemeinsam gegen den Zionismus zu kämpfen, der für die islamitische Religion eine Gefahr sei. GROSSFLEISCHHAUEREI flEGM. KORNMEHL ZENTRALE IX., BERGGASSE NUMMER 19 UlEPHONNUMMEK A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen f. -»^.Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Räbblnatsder Israelitischen Kultusgemeinde Wien Autozuetollung kostenlos IX., Berggasse 15. XVlll.,Währingerstraße 7t In den Räumen des „Bne-Brith“ fand kürzlich der zweite Kammermusik-Abend des „V e r e i n e e zur Förderung jüdischer Musik“, dem ein einleitender Vortrag Professor Julius Wolfsohns über die „neue jüdische Musik“ voramging, statt. Während noch in der vergangenen Spielzeit der „Verein zur Förderung jüdischer Musik“ die Möglichkeit hatte, einige Konzerte jüdischer Musik zu veranstalten, kam es in dieser Saison nur zu zwei Kammermusikabenden, die überdies von einer erschreckend kleinen Interessentenzahl besucht waren. Es ist. geradezu erstaunlich, mit welcher Gleichgültigkeit die jüdische Öffentlichkeit den Bemühungen des Vereines gegenübersteht. Seit einigen Jahren leistet der Verein an seinen Kammermusikabenden künstlerisch wertvolle und mühevolle Arbeit. Bedeutende Werke jüdischer Musikliteratur (insoferne sie nicht über kainmermusikalische Besetzung hinausgehen) erlebten hier ihre Erst- und Uraufführung. Geschätzte und bekannte Künstler stellten sich uneigennützig in den Dienst der Sache. Unter dem Einflüsse des Wiener Vereines entstanden in Krakau, Warschau und Agram gleichgerichtete jüdische Musikgesellschaften und mit den jüdisch-musikalischen Kreisen in der Tschechoslowakei, in Rumänien, Frankreich, Holland, Sowjetrußland und Amerika sind rege Beziehungen angeknüpft worden. Da der jüdische Notenverlag „Ibneh-Juwal“ seinen Sitz in Wien hat und hierher Zuschriften um Rat und Auskunft gelangen, erscheint die zentrale Stellung des Wiener Vereines nur begreiflich. Angesichts dieses internationalen Widerhalls ist es nun sehr zu bedauern, daß die Wiener jüdische Öffentlichkeit diesem Werke der nationalen Gesundung viel zu wenig Beachtung schenkt und daß die Zunahme der Mitgliederzahl des Vereines nur in so unzureichendem Maße vor sich geht. Um der Gefahr eines Windmühlenkampfes zu entgehen, appellierte der Verein bei der von ihm einberufenen Konferenz (April 1932) der Obmänner sämtlicher jüdischer Vereine und Organisationen a,n ihre Hilfe bei der Mitgiiederwerbung und an das Zusammenarbeiten bei der Programm wähl der jeweiligen musikalischen Veranstaltungen mit dör Programmkommission des Vereines. Die in diesem Sinne abgefaßte Resolution blieb leider Papierbeschluß. Die Propaganda für die jüdische Musik darf aber nicht auf einen kleinen, gleichbleibenden Kreis beschränkt sein, sondern soll unbedingt weite Bevölkerungsschiohten umfassend in einzelne Bezirke hinausgetragen werden. Sehr wichtig wären dabei Spezialkonzerte in den Jugendbünden. Die ganze Masse der Jugendlichen müßte aber für das Erfassen der jüdischen Musik erst empfänglich, planmäßig richtig erzogen werden. Dieser Aufgabenkreis könnte wohl auch praktisch durchgeführt werden, wenn die Organisationen ein größeres, mittätig-seinwoLlendes Interesse entgegenbringen würden. In diesem Zusammenhänge verdienen folgende Ausführungen des Professors Wolfsohn über die „R e n a i s s a n c e b e w eg u n g der jüdischen Musik“ besondere Beachtung: Bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderte lag der Schatz an jüdischer Volksmelodie und synagogaler Kantillen, von jüdischen Komponisten nicht ausgenützt, in den Zentren der jüdischen Diaspora brach. Mit der bewußten Erarbeitung dieses Materiales bogann nun die jüdische musikalischnationale Bewegung, die schon einigo Entwicklungsstadien hinter sich hat. Zunächst kam die Zeit des Sammelns und Ordnens, dos Reifens des Volksmelodienschatzes, dann seine Bearbeitung in den Werken verschiedener Besetzung für Gesang, Violine, Cello, Klavier, Kammerbosetzung und sogar Orchester. Und nun endlich nach allen diesen vorbereitenden Arbeiten ist der Weg frei für das Schaffen eines eigenen nationalen Melos, das seine stärksten Impulse aus dem „Trop“, aus der chassidischcu Vergangenheit und palästinensischen Wirklichkeit schöpft. Von einem kleinen Kreis russisch-jüdischer Musiker nahm die Bewegung ihren Ausgang, es waren dies in Moskau und Petersburg Engel, S c h k 1 a r, R o s o w s k y und S c h o r r. Auch der Vortragende versuchte um dieselbe Zeit, unabhängig davon, in privaten Zirkeln und öffentlichen Vorträgen in Warschau und später auch in Wien die Idee der jüdischen Musik zu propagieren und schuf schon damals seine „Jüdische R h a p s o d i e“. In seinen späteren Werken bemühte er sich, den eben geschilderten Entwicklungsweg weiterzugehen. Immer mehr erweiterte sich der ideelle und territoriale Kreis der „jüdisch-musikalischen Pioniere“. Immer größer wurde die Zahl der im Verlage „Ibneh“ erschienenen Werke. Zu Engel. Rosowskv, Wolfsohn gesellten sich späterhin im Laufe der Jahre A c h r o n, Almon, Gnessin, Kr ein, Mil ln er, Sandberg, Saminsky, Stutsohewski, Weprik, Zeitlin und der in Wien lebende, eminentes Talent verratende Brand mann und aridere mehr. Im Westen sind cs der Schweizer Ernest Bloch, dessen bedeutendes Schaffen ganz im Klange der jüdischen Synthese stellt, fernerhin die Italiener Castelnuovo - T e d e s c o. M a s s a r o n i, der Franzose M i l h a u d usw. Selbstverständlich griffen diese Erneuerungsbestrebungen auch auf das Gebiet des synagogalen Schaffens über und zeitigten auch hier eine Bereicherung der Literatur (Achron, Millner, Saminsky und andere mehr). Auch die musikwissenschaftliche Arbeit zur Erforschung der jüdisch-musikalischen Quellen begann sich zu regen. Es erschien das Standardwerk Idelsohns über den jüdischen Tempelgesang. Die „Musik des Pentateuch“ von Rosowsky. In Vorbereitung ist die „Geschichte der jüdischen Musik“ vom Wiener Akademieprofessor Max Graf, der man mit größter Spannung entgegensehen darf (am Wiener musikhistorischen Institut schrieb die erste Dissertation über die Geschichte des jüdischen Tempelgesanges Dr. Mann), Institute zur Erforschung jüdischer Musik sind manchen Kunstschulen Amerikas angegliedert worden, eine ganze Reihe von Studien und eine Fülle von journalistischem Material über die musikalische Judäica ist schon in verschiedenen Sprachen vorhanden (Berl, Birnbaum, Sabanjeew, Nettl, Stutschewski, Torbe usw.). Den weiten Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit dürften viele Tatsachen doch noch nicht genügend bekannt sein, wie beispielsweise, daß Toscanini Wepriks „Lieder und Tänze des Ghetto“ zur Aufführung annahra, daß sogar Furtwängler vor vier Jahren in einem Wiener philharmonischen Konzert Blocks „Schelomo“ für Cello und Orchester aufführte, daß der Führer der französischen Moderne Ravol jüdische Gesänge für Orchester bearbeitete, daß das Werk des italienischen Komponisten Mass a r o n i „Chad-giadja“ in Venedig bei einem Festival der internationalen Musik großen Erfolg hatte und vieles andere. Mit der zuversichtlichen Bemerkung, daß all die Wege, die aus verschiedenen Ländern, in denen jüdische Komponisten lebten, nicht „nach R o m“, sondern „nach Jerusalem“ „führen werden“, schloß Professor Wolfsohn, dessen Verdienste auf dem Gebiete der jüdischen Musik allgemein bekannt und gewürdigt sind, seinen mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag. * Der musikalische Teil des Abends brachte unter anderem einige Erstaufführungen für Klavier „Prelude“, „Tanz“, „Maisöle“ von Lazar Weiner und den palästinensischen Tanz von Verdina Schiionsky für Gesang und Klavier. Der Bedarf an gut spiebarer jüdischer Klaviermusik ist noch lange nicht gedeckt. Dem Wesen des jüdischen Musikers scheint die klavieristischo Schreib- Soeben erschienen als 6. und 7. Tausend! Ausgabe zu ermäßigtem tJ r e i s o .Schicksalsstunden eines Führers' Von Z. F. MnkelMcIn. Stimmen der Presse: Es sind keine Rüder, sondern ekstatische Visionen. Prachtvolle und tiefgründige Blitzlichter auf dem heroischen und tragischen Wege Herzis. (Nowy Dziennih, Krakau). Ich halte das Buch für eine der liefslen Analysen, die Je über Herzl geschiieben wurden. Din zionistische Literatur darf den Verfasser zu diesem M-usterwerk beglückwünschen. (The New Palatine, New York). Nur noch bei Stolan Zweig, diesem Meister der Seelenmali rei, begegnen wir einer iihnlich fesselnden, leuchtenden Gestnitunntskrnft. (Dr. Jakob Rosenthal, „Der Wiener Tag"). Erschütternde und aufwühlende Erlebn sse im Rahmen eines Buches. („Neue Freie Presse", Prof. Dr. Bach). Die „Schicksnlstunden“ sind ein dichterisches Kunstwerk ersten Banges und da es Finkeislein schuf, bekundete er, daß er zur litetarischen Meisterschaft schreitet (Dr. Th. Weissclherger, „Ostjudisshc Zeitung", Rumänien.) Die es Werk wurde bcreiis in einige Wellsprachen übersetzt. Preis eines gebundenen Exemplnres S 3*—, Ganzleinen S 4*—. Zu beziehen durch den Sawitra-Verlag, Wien,!., Wippiingcrstraßc 12. weise, die Klangmöglichkeiten, speziell der kurzwährende Ton dieses spezifisch westlichen Instrumentes* weit weniger zu entsprechen als die warme Beseeltheit einer menschlichen Stimme,: das Emotionell-Gesättigte des Violoncellos- und Violint-ones oder die farbige Klangdifferenziertheit eines Instrumcntailkörpers. Es ist daher sehr zu begrüßen, wenn die jüdische Kl av i e r 1 i t e r a t u r nicht nur eine zahlenmäßige, sondern auch eine qualitative Bereicherung erfährt. Von den drei Stücken Weiners ist die „Prelude“ in der Einfachheit ihrer durchschreitenden akkordisehen Struktur wohl noch am schönsten. Der Tanz bringt eine alt-virtuose, nunmehr schon überwundene Art der Melodiebearbeitung und in „Maisele“ stören die Anklänge an Debussy und Niemann den jüdischen Charakter der variationsmäßigen Bearbeitung der Volksmelodie. Eine starke Talentprobe ist der „Palästinensische Tanz“ von Verdina S c h 1 i o n s k y, der in Palästina lebenden Schwester des bekannten hebräischen Dichters A. Sohlionsky. Verdina Schlionsky, Schülerin von Varese und Milhaud, schrieb schon viele vokale lind Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO feLwÄS Uraufführung! Shan Mimi Beginn: 4, 8/46, ‘/ü8, l/410 Uhr Leopoldstfltfler Volkskino Te'lephon TtSO-*23 Vom 3. bis 6. Mai 1035 Alles für die Firmn Wochentags 7>*>. V*8, 7,10 Uhr, Sonn- und Feiertag 7i4 Uhr Rembrondt-Kino Telephon A 44-0-35 Vom 3. bis 6. Mai 1035 Letzte Liebe mH Albert Bassermann( MIchiko Meinl Wochentags : VA 7a8i 7J0 Uhr, Sonntag: 4, 7«0, V>8. ’/»10 Uhr Votiupark-Kino ^TeSo^^lS-^-Oß12 Vom 3. bis 6. Mai 1035 Uraufführung! Ich hin nicht zu haben mit Jean Harlow Täglich: 4. 8/*6, */,8, V410 Uhr Heimat-Kino ^TeSphon1 ä"^^1 9 Vom 3. bis ü. Mai 1035 Scharlachrote Blume mit Merle Oberon, Leslie Howard Wochentag: 5, /, 9 Uhr, Sounu. Feiert, ab 3 Ubr Der Kongreß steht vo» der Türe! Jeder Allgemeine Zionist muß zehn Schekellm absetzen