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Die Stimme · 1935-05-03 · Heft 446 (3.5.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 446 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 446 — 3. Mal 1035 DIB STIMMI Seit« 5 Appell äer Allgemeinen Zionisten an die Revisionisten Jerusalem, 30. April. (2. T. A.) Die Allgemeinen Zionisten Pa- 1 ft s i n a s haben an das Exekutivkomitee •der Welt Union der Zionisten- Revisionisten in Paris eino Botschaft gesandt, in der die Führer des Revisionismus ersucht werden, die Zionistische Organisation nicht zu verlassen, sondern einen friedlichen Wog zur Aufrcchterhaltiung der Einheit in den zionistischen Reihen zu suchen. Notruf der jemenitischen Juden Die palästinensische Presse veröffentlicht einen erschütternden Hilferuf von in Palästina lebenden jemenitischen Juden zugunsten ihrer Brüder im Jomo n. Darin wird geschildert, wie die jüdische Bevölkerung der südarabischen Halbinsel dem Iman J ah i j a auf Gnade und- Ungnade ausge liefert ist. Versucht es ein Jude, der jemenitischen Hölle zu entfliehen und nach Palästina auszuwandern, so wird er, wenn er gefaßt wird, als ein Schwerverbrecher behandelt und umgebracht, während die jüdischen Führer seiner Stadt in den Kerker geworfen werden. Gelingt es einem Juden dennoch, über die Grenze zu kommen, so werden aus der Mitte der jüdischen Bevölkerung seiner Stadt Geiseln ausgehoben xmd in den Kerker geworfen, ihr Vermögen wird konfisziert. Die Unterzeichner des Schreibens fragen, warum sich keine jüdische Instanz findet, die sich für die verfolgte jüdische Gemeinschaft im Jemen einsetzt; warum 'nicht England versuche, einen Druck auf den Iman Jahija, der ja Herrscher von Englands Gnaden ist, auszuüben? Sind denn — so heißt es zum Schluß des Briefes — die Juden des Jemen nicht Kinder des Volkes Israel? RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. Operer) ■ l., I’aborstraBo 12 Telephon II 40-5-57 Ausgiebige Urateu-MenUs S i'ltO ■■■■k«. 1 Geflügel .. S 2.20 •vfa'J Vorzügliche Zubereitung-Schwechater Biere Hatuiweine Irotter Saul mil Kühne Ur Vetanslahiingen und Hochzeiten «b/.ueeben =i"T’ü" .■■ ■ ==m Neue Arbeitersiedlung bei Rechowoth Jerusalem, SO. April. (2. T. A.) Anschließend an die Kolonie Rechowoth wird mit Hilfe von Darlehen der Bne Herzl- Loge eine neue Arbeitersiedlung errichtet, die nach dem verstorbenen Präsidenten der Loge den Namen Ramath Aron Eisenberg tragen wird. Das Terrain für diese Siedlung wurde von Eisenberg dem Jüdischen Nationalfonds testamentarisch vermacht. Es umfaßt 56 Dunam und soll in 20 Parzellen zu zwei Dunam aufgeteilt werden. Es ist beabsichtigt, ähnliche Kolonie- Randsiedlungen für jüdische Plantagenarbeiter in größerer Zahl zu errichten. Bialiks Wohnhaus ein ethno• graphisches Museum Tel-Aviv, 29. April. (2. T. A.) Der Stadtrat von Tel-Aviv hat der Kulturkommission den Auftrag zugewiesen, das Wohnhaus Bialiks in Tel-Aviv in ein großes ethnographisches Museum mit Bibliothek umzuwandeln. Für die Überlassung des Gebäudes soll der Witwe Bialiks lebenslänglich eine Monatsrente von 40 Pfund ausgezahlt werden. Die große hebräische Kulturausstellung auf dem Gelände der Levante-Messe wild täglich von vielen Tausenden Menschen besucht. Besonderes Interesse finden die dein Leben und Schaffen Bialiks gewidmeten Säle. Auf dem Turm des „Tozeret Haarez- Pavillons“ leuchtet jeden Abend ein riesiges elektrisches „Ner Bialik“ auf. Anläßlich der Bialik-Tage ist ein „Milon Chidushim Bialik“ erschienen, ein etwa 600- Worte-Neubildungen, die von Bialik schriftlich niedergelegt oder mündlich überliefert wurden, enthaltendes Wörterbuch. Den Worten sind entsprechende Zitate und Erläuterungen beigefügt. Ein unbekannter jüdischer Hirtenstamm Jerusalem, 30. April. (2. T. A.) Unweit der oft im Talmud erwähnten Stadt Nez i win, an der syrisch-türkischen Grenze, wurde letztens — wie die hebräische Presse mitteilt — eino bisher unbekannte Siedlung von etwa 500 jüdischen Familien entdeckt, deren Mitglieder hauptsächlich von Viehzucht leben. Das Dorf, in dem sio wohnen, heißt Kmisobleh. Die Einwohner sind wie Beduinen gekleidet und sprechen türkisch und arabisch. Vom hebräischen Schrifttum sind ihnen lediglich einige Gebete überliefert. Jerusalem, 30. April. (2. T. A.) Nach mehrwöchigem Aufenthalt in Palästina hat die Gruppe englischer Parlamentarier, die das Land zu Studienzwecken besucht hatte, an Bord des Dampfers „Champollion“ die Rückreise nach England angetreten. Unmittelbar vorher fand im Hotel Hadar Hakarmel in Haifa ein von der Haifaer Jüdischen Gemeinde zu Ehren der englischen Abgeordneten veranstalteter Empfang statt, an dem auch der Handelsvertreter der englischen Regierung C. Empson teilnahm. Die Kundgebung wurde im Namen des Rates der Jüdischen Gemeinde von Bar Rav Chai eröffnet. Es folgte eino Ansprache von Colonel F. H. K i 6 c h, der sich mit den Handelsbeziehungen zwischen England und Palästina befaßte und die Sympathie Englands für die nationalen Ziele des jüdischen Volkes hervorhob. Dr. Sehmarja Lev in legte die tiefen Beziehungen dar, die der Engländer zur Bibel hat, und wies auf die Notwendigkeit hin, daß gegenseitige Verstehen zwischen dem englischen und dem jüdischen Volk auf Grund dieser ähnlichen geistigen Einstellung noch weiter zu vertiefen. Abg. Barnett Jänner hob den außerordentlichen Aufschwung des Aufbauwerkes in Palästina im letzten Jahre hervor und wies auf die Unterstützung hin, die die britische Nation dem nationalen Werk der Juden zuteil werden ließ. Viele Abgeordnete aller Parteien stünden den Zielen des jüdischen Aufbauwerkes mit großer Sympathie gegenüber. Auch die übrigen anwesenden Ehrengäste hätten, m:rm ip cjSreblatiet ftets nut r* <5auec&*umt wie ihm bekannt sei, von ihrem Besuch in Palästina die besten Eindrücke mitgenommen. R. H. Morgan erklärte, von allem, was er in Palästina gesehen habe, hätte ihn der hier herrschende Geist der Arbeit, Duldung und Freiheit am tiefsten berührt. Sir Wilfried Sud gen sprach von dem tiefen religiösen Eifer, den er bei der Bevölkerung Palästinas feststellen konnte; besonderen Eindruck haben auf ihn die Kinderfürsorge, dio Stellung der Frau und die wissenschaftliche Forschungsarbeit in palästinensischen Instituten gemacht. Abg. Tom Williams gestand, daß Palästina für ihn vor seinem Besuch ein Rätsel gewesen sei. Vieles sei ihm nun klarer geworden, und er werde nach seine Rückkehr mithelfen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Englands zu Palästina zu verbessern und auezubauen. Sir Murdoch Mackenzie Wood hob die Bedeutung der Stadt Haifa hervor. Er und seine Kollegen Auf Anregung eines französischen Juden, der sich in dieses Dorf verirrt hat, wandten sich die jüdischen Beduinen an den Leiter der Allianzschule in Beirut mit der Bitte, etwas für die Befriedigung ihrer religiösen und sozialen Bedürfnisse zu tun. Die Pariser Allianzleitung hat eino Summe zur Errichtung einer Schule für die Kinder dieser jüdischen Hirten bewilligt. Ein sephardischer Jude übernahm bei ihnen die Funktion eines Rabbiners und Lehrers. Juden des Irak sandten ihnen eine Thora-Rolle. Petach Tihwah wird Stadt Jerusalem, 30. April. (2. T. A.) Der High Commißsioner hat eine Kommisßion unter dem Vorsitz dos stellvertretenden Distrikekommißßars Pollok mit der Feststellung der Grenzen von Petach Tikwah beauftragt. Diese Arbeiten stehen mit der beabsichtigten Umwandlung Petach Tilcwahe in eine Stadtgcmoinde im Zusainmenseien sich der großen Verantwortung bewußt, die England bei der Verwaltung des Mandats, dieser „einzigartigen Aufgabe“, in einem hoch bedeutsamen Land zufalle. Großbritannien werde in der ihm in Palästina übertragenen Mission nicht versagen. Was den von mancher Seite für Palästina erstrebten Status eines englischen Dominions betreffe, so hänge die Durchführung dieses Planes nicht ausschließlich von England ab, und dieses sei nicht schuld daran, daß Palästina die Vorteile der Imperial Preference nicht genießt. Zum Schluß verlas Abg. Jänner eine Botschaft des Staatssekretärs für Überseehandel Colonel C o 1 v i 11 e, in der dieser die Hoffnung auf Verstärk ung der Handelsbeziehungen zwischen England und Palästina aussp rieht. Billige Klingen ind billig;. Sanft, gründlich, rassig und preiswert ist natürlich nut Die Keren Kajemeth-Resolutionen der Welt - Konferenz der Wizo Die Weltkonferenz der Wizo in Jerusalem hat u. a. die folgende Resolution beschlossen: Die VIII. Konferenz der „Wizo“ findet, daß die Grundlage unserer Existenz und unserer nationalen Renaissance der Boden ist und daß ohne Erlösung desselben eine den großen Bedürfnissen des jüdischen Volkes in der Galuth entsprechende Entwicklung unseres Werkes unvorstellbar ist.. Darum bestimmt die Konferenz die Bodenerlösung zu einer Haupttätigkeit der „Wizo“. Die Konferenz findet, daß für nationalen Boden gesammelt werden müsse, der der ins Land strömenden Alijah dio Verwurzelung in der Landwirtschaft ermöglicht die allein die gesunde Grundlage für unsere Entwicklung abgibt. Dio „Wizo“ übernimmt fürs nächste Jahr ein KKL-Kontingeüt von 15.000 Pfund. Die „Wizo“ betont die Wichtigkeit der ßüchsenarbeit des Keren Kajeraeth 6owie die Bedeutung dee „Sefer Hajeled“. Die Konferenz schlägt vor, daß jede jildischo Mutter ihre Kinder ins „Sefer Hajeled“ ein tragen soll. Dio Konferenz boschließt, daß der „Muttertag“ der „Wizo“ von uun an am Lag b’Omer stattzufinden hat als eine gemeinschaftliche Aktion der „Wizo“ und des Koren Kajernetb. Die Konferenz fordert, daß ein entsprechender Teil der mündlichen und schriftlichen Propaganda der „Wizo“ dem Keren Ivajemeth gewidmot sein müsse. Demgegenüber MAWON DAVIES BIN« u.oi«y \N DEM MUSIm /«,, A AUSSTN^^^IR» fywad&z Cofdwun (MAyer) -KINO müssen dio Emissäre des Keren Kajernetb alle Probleme der „Wizo“-Arbeit kennen und der „Wizo“-Arbe.it in den Ländern des Gal.uth propagandistisch und organisatorisch helfen. Ebenso fordert die Konferenz, daß der Keren Kajemeth in seiner schriftlichen Propaganda den „Wizo“-Problemen Platz gewähre. Ankunft in Palästina Von Dr. Hugo Benedikt Frühmorgens eines herrlichen Frühlingstages hören die Schrauben der „Galiläa“ zu arbeiten auf. Etwa 2 Kilometer vom Strande Jaffas wirft sie ihren Anker und schließt eich einer langen Reihe von Dampfern an; die Einwanderungskonimission kommt au Bord; nach Abwicklung langer Formalitäten, zu denen auch ein ausgiebiges Frühstück gehört, beginnt eie ihre Tätigkeit. Zuerst kommen die Passagiere I. Klasse an die Reihe. Diese scheinen nach jeder Hinsicht unverdächtig, denn sie werden raschest abgefertigt. Schlimmer geht es den Passagieren der Touristenklasse. Obwohl diese sich mit tadellosem Visum und Papieren ausweisen, werden sie auf Herz und Niere geprüft, der Paß geht von Hand zu Hand und wird mit den Schiffslisten verglichen. Jedes Kommissionsmitglied besieht sich Passagier und Paß und setzt seinen Namen unter einen Aufdruck. Was das alles bedeutet, weiß der geängstigte Passagier nicht. Endlich erhält er eine gelbe Karte mit permis to land. Zwei hünenhafte negroide Polizisten nehmen am Fallreep diese Karte in Empfang und der Weg nach Palästina scheint frei. — Irrtum! Nun kommt die Ausbootung und die Gepäcksexpodition. Diese furchterregenden Dinge wickeln sich aber durch die ausgezeichnete Organisation, allerdings unter kolossaler Lärmentwicklung, überraschend schnell und glatt ab. Zitternd geht der Passagier das schwankende Fallreep hinab. Unten erwartet ihn eine Nußschale von einem Boot, welches von den Wellen hin- und hergeschlagen, gehoben und gesenkt wird. Aber eho der Passagier ein Stoßgebet zum Himmel senden kann, haben ihn vier kräftige Fäuste erfaßt und in das Boot auf eine Bank gesetzt. Nun bleibt noch die Angst um das Gepäck, zumal man die Wahrnehmung macht, daß die einzelnen Bagagestücke in verschiedenen Booten liegen. Wie soll man das jemals wiederbekommen? Alles aber, Passagier und Gepäck, feiert Lm Zollhause .Jaffa ein rührendes Wiedersehen, da jedes Gepäckstück uumeriert ist und die Träger und Schiffer genaue Evidenz führen. Im Zollamte empfangen den Passagier englische, jüdische und arabische Polizisten und Zollbeamte und nach einer kurzen Stichprobe im Gepäck ist Maturaschule „Universum" Wien, IX., Garrvsongasse Nr. 3 Telephon A 20-4 48 der Passagier nunmehr fast frei. Ganz noch immer nicht, denn er muß sich verpflichten, in einigen Tagen beim Gesundheitsamte einer palästinensischen Stadt den Nachweis seines Wohlbefindens zu erbringen. Den Passagier umringt nuu eine Schar von Hotelageuten, Fremdenführern, Pensionsinhaberu, Chauffeuren, Kutschern, Lastträgern. Man muß sagen, daß alle diese Menschen mindestens fünf bis sechs Sprachen, darunter oin modernes Hobräiseh, sprechon und in allen Fragen bewandert sind. Wagon und Autos, Träger usw. sind außerordentlich billig und halten genauest die Taxen ein. Nun fährt der Passagier durch das malerische J a f f a. Mau sieht mit Staunen die farbenprächtigen arabischen Trachhang. Badgastein / Kuru. Badehaus Villa Dr.Wassins I Moderner Komfort / Gepflegte Küche / Kein Pensionszwang / Eventuell 0 Diätkost / Thermalbäder im Hause / Billige Pauschalkuren von S 14*— 0 pro Tag an / Arzt im Hause: der Besitzer O.-M.-R. Dr. Wassing 0 aMHHHBMar-^ Für Ausbau englisch-palästinensischer Wirtschaftsbeziehungen luden. K1: Muttertag Bäume t Keren Kajemethl

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