Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 444 (26.4.1935)
- Date
- 1935-04-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 4M — 26. April im iBERGMINIÜ: RABENSTEIG^ .HIMMELPFORTflJj KÖLLN ERHOFQ. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) Chaim Leib Juda und die „Neue Wiener Friseur- Zeitung“ Zu diesem in unserer Nummer vom 9. April enthaltenen Artikel erhalten wir folgende Zuschrift von Rechtsanwalt Dr. Edwin Weißberger: Über Ersuchen und im Vollmaehtsnamen des Herrn Adolf Nefzger. Eigentümer und Herausgeber der ..Neuen Wiener Friseur- Zeitung”. erlaube ich mir Ihnen folgendes initzuteilen: Im Aprilheft der von meinem Mandanten herausgegebenen Fachzeitschrift war ein Artikel unter dem Schlagwort ..Der Olfen barungseid” erschienen, welcher mit gutem Grund den Unmut, jüdischer Leser erregt hat, weil dieser in tendenziöser Art über den angeblichen Ausgleich eines jüdischen Ge schäftsmannes berichtete. Herr Nefzger legt nun Wert darauf, Ihnen zur Kenntnis zu bringen, daß dieser Artikel ohne sein Wissen abgedruckt w u r d e, und daß er auch niemals seine Einwilligung zum Abdruck in seiner Zeitschrift gegeben hätte, wenn er ihm vorgelegrt worden wäre. Wie sich durch sämtliche bisher er sohienenen Nummern dieser Fachzeitschrift erweisen läßt, liegt meinem Klienten eine Tendenz, wie sie in jenem erwähnten Artikel zum Ausdruck kommt, vollkommen fern Vielmehr hat ein Mitarbeiter dieser Zeitschrift, der lediglich über gewerberechtlioke Fragen zu referieren hat, Herr Dr. Hans Judex, derzeit übrigens Sekretär beim Gewerbebund, eine längere Abwesenheit des Herrn Nefzger von Wien dazu benützt, um diesen Tendenzartikel zum Abdruck zu bringen. Herr Nefzger, welcher erst von dritter Seite auf diesen Mißbrauch aufmerksam gemacht wurde, hat den Verfasser in ganz dezidierter Weise darauf aufmerksam gemacht, welche Konsecjuenzen er daraus ziehen müßte, wenn in Hinkunft ein Referat ähnlichen Inhalts emgereicht worden würde, und hat mich ersucht, Ihrer geschätzten Redaktion in geeigneter Weise hievon Mitteilung zu machen. Ich zeichne mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Dr. Weißberger m. p. Der AuAenhandel Palästinas Haifa (Palnews) Nach den amtlichen Veröffentlichungen verteilt sich der Import und Export Palästiims im Jahre 1934 in folgender Weise auf die verschiedenen Länder (in LP 1000 abzüglich Goldimport und -export): 1934 1933 Der Frontring der Rechtsanw alte Wir erhalten vom Präsidenten der Rechtsanwaltskarrrmer in Wien, D r. Siegfried Kantor, folgende Zuschrift: ..Sie bringen in Ihrer Nummer vom 17. April 1935 einen Bericht der ITA über ein Gespräch, das deren Wiener Vertreter mit mir über die Versammlung des Frontrings der Rechtsanwälte geführt hat. Der Bericht ist zwar als eiine selbständige, zusamnienf astende Darstellung des ITA-Vertreters über den Verlauf des Gespräches zu erkennen, ich lege aber Wert auf die Feststellung, daß ich nicht von Vereinsmeierei, sondern nur davon gesprochen habe, daß hier bloß Enamziationen eines Vereines und nicht einer offiziellen Stelle vorliegen. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie den Inhalt meines heutigen Schrejbone in Ihrer nächsten Nummer entsprechend erwänen wollten. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Kantor.“ England . Australien Indien Cypern . Kanada . Andere britische Besitzunge Empire insgesamt Deutschland . . Vereinigte Staaten Syrien Rumänien Belgien . Japan Tschechoslowakei Türkei . . Italien . . Polen Ägypten Frankreich Österreicl Holland . . Rußland Schweden . Irak . . . Jugoslawien Schweiz . . Bulgarien . Dänemark . Ungarn . „ China , . Griechenland Lettland e Persien * . Niederländisch-Ostindie Brasilien Argentinien Finnland Norwegen » Andere Länder Insgesamt . . Import 2.960.7 186.5 176.7 79.2 32.7 51.3 3.487.1 1.659.9 1.283.5 1.083.1 953.3 620.5 593.5 514.2 495.3 481.3 475.4 456.8 417.6 348.2 247.2 215.0 184.7 180.5 174.4 168.3 148.8 127.0 115.4 76.3 73.6 66.9 45.8 45.2 34.6 29.9 27.3 25.1 298.0 Export 1.785.0 8.5 21.8 3.4 14.5 31.0 1.864.2 600.7 30.7 222.6 60.5 29.9 10.4 0.2 18.7 32.0 70.5 29.6 6.3 77.5 8.4 34.9 6.2 2.2 9.9 4.1 45.8 0.9 1.4 0.4 1.4 0.1 0.1 0.2 0.1 8.8 29.9 9.0 Import 1.949.9 137.7 167.6 86.3 15.2 45.3 2.402.0 1.193.3 838.8 942.7 581.6 346.7 349.9 312.9 364.1 357.0 289.7 1.208.2 459.6 186.8 117.9 157.6 122.2 81.6 65.5 73.9 88.6 74.2 54.4 48.7 96.4 39.1 23.3 34.7 23.7 14.7 8.6 17.6 147.5 Export 1.559.5 14.8 11.8 3.8 13.2 17.0 1.620.1 373.7 21.4 213.0 40.6 9.8 5.6 4.4 0.2 14.3 15.1 72.0 21.9 2.3 53.9 3.4 25.3 5.4 1.2 3.9 4.3 37.5 0.3 2.4 0.5 3.5 0.1 0.2 0.3 0.8 4.6 16.3 13.3 15.152.8 3.217.6 11.123.5 2.591.6 Erfolge eines jüdischen Komponisten aus Jugoslawien Wie uns aus ß elg rad geschrieben wird, hat die jugoslawische Rundfunkleiturig Grinskys „Konzert für Violine und Orchester-' unter 25 eingereichten 'Werken einstimmig mit (lern ersten Preis ausgezeichnet. Ladislav Grinsky hat ferner eine „Slawische Rhapsodie” geschrieben, die vom Vereine der Musikfreunde in Belgrad für große»* Orchester angenommen worden ist. Sein jüdisches Oratorium „Die Makkabäer“ wird in Kürze in Wien aufgeführt werden, Bei weitem an erster Stelle steht der I mport aus England, der sich 1934 auf annähernd LP 3 Mill. beläuft und gegenüber 1933 um LP 1 Mill. gestiegen ist. Annähernd 20% dos palästinensischen Gesamtimportes werden aus Englang bezogen. An 2. Stelle folgt Deutschland mit einem Anteil von etwa 11%, an 3. Stelle stehen die Vereinigten Staaten mit 8% %, an 4. Stelle schließt sich Syrien mit etwas über 7%, an 5, Stelle Rumänien mit rund 6%% der Gesamteinfuhr an. An 6. bis 8. Stelle stehen Belgien, Japan und die Tschechoslowakei mit einem Export von je über LP 500.000 bis 600.000, an 9. bis 13. Stelle die Türkei, Italien, Polen, Ägypten, Frankreich mit jo LP 400.000 bis 500.000. Der Rückgang der Einfuhr aus Ägypten ist zum größten Teil nur ein scheinbarer und erklärt sich daraus, daß in der Vorjahrsziffer in starkem Maße Transitgüter für den Militärdie und Regierungsbedarf enthalten waren, 1934 direkt importiert wurden. Der palästinensische Export ist lediglich nach England, Deutschland und Syrien von größerer Bedeutung. England nimmt über 55% des gesamten palästinensischen Exportes auf. In kleinerem Umfang importieren ferner Holland, Ägypten, Rumänien, Dänemark, Schweden, Polen, die Vereinigten Staaten, Norwegen, Belgien und Frankreich aus Palästina, obwohl bei den meisten dieser Länder das Verhältnis ihres Importes aus Palästina zu ihrem Export Restaurant Rillet 1V3 Bestrenoramierte Küche 1^3 Reichhaltige Menüs äS 1*90 u. 2*60 Schvmhaterßräu II., Haromerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke Telephon A 41-0-2J nach Palästina außerordentlich geringfügig! ist, bis auf N 0 r w e g c n, mit. dem PaUD stina eine aktive Handelsbilanz hat. Rückgang des palästinensischen Weinexportes Tel-Aviv (Palnews). Trotz der Aufhebung der amerikanischen Prohibition, an die sich hinsichtlich des Weinexportes Hoffnungen knüpften, ist die, Weinausfuhr mengenmäßig im Jahre 1934 weiter zurückgegangen. Wertmäßig hat sie sich geringfügig erhöht. Im Jahre 1934 war-.' den S12.G87 Liter exportiert (gegenüber 943.253 Liter im Vorjahre und 1,376.198 im Jahre 1932). Der Wert der Weinausfuhr beläuft sich 1934 auf LP 23.214 (gegenüber LP 22.270 im Vorjahr und LP 30.737 im Jahre 1932). Zementimport nach Palästina Tel-Aviv (Palnews). Der palästinensische Zementimport, dessen Höhe im Jahre 1934 auf zirka 120.000 Ton-: nen geschätzt wurde, hat diese Schätzung erheblich übertroffen und ist auf 150.537 Tonnen im Werte von LP 267.624 angesties gen. Der Zementexport ist nahezu auf den Nullpunkt gesunken. Der König-Alexander-Wald in Palästina Haifa, 11. April. (Z. T. A.) Der High Commissioner für Palästina, Ges neral Sir Arthur Wauchope, hat im Rain men einer feierlichen Zeremonie den ersten" Baum des von den jugoslawischen Juden zu Ehren ihres in Marseille ermordeten K öw nigs Alexander gestifteten Waldes gepflanzt. Der Feierlichkeit wohnten Präsident Ussischkin, Delegierte der jugosIawL sehen Judenheit, Mitglieder des englischen Parlaments, Repräsentanten der Exekutive der Jewish Agency, führende Mitglieder deä Welt-Makkabi und viele andere hei. Es wurs den dreizehn Bäume eingepflanzt. Mit den großen Aufforstungsarbeiten wird schon jetzt begonnen. Staatsländereien in Palästina für Beduinen Jerusalem. (Z. T. Ä\) Einer Meldung dos „Doar Hajom“ zufolge hat der Distriktskommissar von Nablus 30.000 Dunam Staatsländercien im Gebiet von Ghur el Barea an Beduinen auf 30 Jahro: zu einem Pachtschilling von 180 Piastern unter der Bedingung verpachtet, daß sie vor Ablauf der Pachtfrist keinen Boden verkaufen. Tierschutz Zu dem in unserer Nr. 441 vom 9. April unter dieser Überschrift erschienenen Artikel erhalten wir folgende Entgegnung: Auf Grund des § 23 des Preßgesotzes ersuche ich um Aufnahme nachstehender Berichtigung in der nächsten, beziehungsweise zweitnüclisten Folge Ihres Blattes: Unwahr ist, daß der Wiener Tierschutz- Verein mich jetzt zum Zwecke der Schaffung eines österreichischen Tierschutzgesetzes als Propagandachef engagiert hat. Wahr ist vielmehr, daß der Wiener Tierschutz-Verein bereits seit Dezennien ein Tierschutzgesetz anstrebt und der Presse- und Propagandachef des genannten Vereines Herr Kommerzialrat Dr. Neurath ist. Unwahr ist, daß ich nach dem Verbot der Hitler-Partei aus der Tschechoslowakei nach Österreich gegangen bin. Wahr ist vielmehr, daß ich bereits vor zehn Jahren aus Eger nach Wien üborsiodelte und ich in diesem Jahr in Wien zuständig werde, loh bin gebürtiger Salzburger, liabo in Wien studiert und bin insgesamt 34 Jahre in Österreich wohnhaft. Auch bin ich österreichischer Staatsbürger. Unwahr ist, daß ich vom nordischen Rassenschutz zum Wiener Tierschutz kam. Wahr ist vielmehr, daß ich seit 25 Jahren als Redner und Schriftsteller für den Tierschutzgedanken wirke lind in den Jahren 1926 bis 1930 auch dem Vorstand des Wiener Tierschutz-Vereines angehörte. Dr. Alexander Schilling. Bau einer Teilstrecke für die Haifa—-Bagdad-Bahn Bagdad, 23. April. (Palucws.) Der Bericht der irakischen Eisenbahn ver* waltung für das Betriebsjahr 1933/34 enthält die Mitteilung, daß die frühere deutsche! Bagdad-Bahnstrecke Bagdad—Baiji wegen; Unrentabilität zweckmäßigerweise abgc-1 tragen worden soll. Das Material soll zum Bau einer Bahn von Bagdad nach Hit am Euphrat verwendet werden, die einen Teil der geplanten Haifa—Bagdad-Bahn dans teilen’ würde. Zur besseren Linienführung der Haifa—Bagdad-Balm wurde im Auftrag der irakischen Eieenbahnvorwaltung das Wadi- Senka-Gobict in Transjordanieu kartographisch aufgenommen. Der bishor vorliegende Entwurf soll durch einen neuen ersetzt worden. ' Dr• Michael Berhowicz — 70 Jahre Dr. M. Borkowiez, der hebräische Sokrotilr Theodor ü 0 r z 1 s, hat kürzlich seinen 70. Geburtstag begangen. Er unlcrriehtete Her/,1 im Hebräischen und hat auch unter anderem dou „Judenstaat“ ins Hebräische übersetzt, Er lebt seit langen Jahren in Biolitz, wo or hebräischer Roligionskhror ist. Er ist als Gosthiclilfil’orsclier und Lehrer ganz besonders geschätzt.