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Die Stimme · 1935-04-26 · Heft 444 (26.4.1935) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 444 (26.4.1935)
Date
1935-04-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 444 26. April 1935 DIE STIMM« Seite 5 iw HOTEL BELLEVUEN PÖRTSCHACH am WÖRTHERSEE Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung/HerrlicheLa^e, direkt am See / Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser / Vorzügliche internationale Küche Volle Pension: Vor- und Nachsaison . . S 9'- Hauptsaison.S 12- Seebad und Garage frei / Geöffnet von MaibisOktober / VerlangenSie Prospekte Oberrabbiner ÄEessandro Da Fano ran In Mailand starb Oberrabbiner Da Fano, über dessen segensreiches Wirken „Die Stimme“ in der Pessach-Nummer berichtet, hatte. Über die Leichenfeier wird uns au* Mailand berichtet: Dienstag, den 16. ds.. fand unter großer Beteiligung das Begräbnis statt. Ganz ausnahmsweise und nur der letztwilligen Verfügung des Verstorbenen entsprechend wurde - die Leiche im Tempel aufgebahrt, obwohl dies in Italien nicht üblich ist. Beim Begräbnis des kürzlich dahingeschiedenen Oberrabbiners von Rom. Dr. Sacerdoti, wurde der Sarg nur auf die Stufen vor dem Tempel gestellt. Nicht nur das ganze jüdische Mailand war zu diesem Begräbnis erschienen, son dem auch aus vielen anderen Orten kamen Trauergäste, vor allem die Oberrabbiner von Florenz Prof. Artom, von Mantua Doktor Calo, der Rabbiner von Alessandria R o c o i, der Vizerabbiner von Turin Doktor Di S e g a i, die Präsidenten der Kultusgemeinden von Triest, Dr. M o r p u r g o, von Genua, Modena, Livorno u. a, Die Vertreter der Regierung, des Fascio, der Vize- Podestä von Mailand erschien in Begleitung von vier in Trauer gekleideten Valletti. welche am Sarge die Ehrenwache hielten. An der Spitze des Zuges schritten die Schüler und die Lehrer der von Fano gegründeten jüdischen Schule mit der Fahne. Unter den zahlreichen Beileidstelegrammen an die Familie des Verstorbenen ißt vor allem das des Papstes zu nennen, welches .durch seinen Zeremonienmeiister, Monsignore Caccia Dominione, übermittelt wurde. Oberrabbiner Da Fano war der Hebräischlehrer des Papstes und mit ihm eng befreundet. Das ganze jüdische Mailand trauert um seinen verehrten Oberrabbiner, welcher durch 43 Jahre auf seinem Posten stand und sich auch durch sein hohes Alter von seiner Pflichterfüllung nicht abhalten ließ. Auf seihen besonderen Wunsch wurden keinerlei Reden gehalten, doeh ist beschlossen worden, an dem zum 30. Tage nach dem Hinscheiden stattfindenden feierlichen Trauergottesdienst sein Andenken gebührend zu ehren. Egone. ri y. Für unsere Leser nur : ' eudegger Fahrschulen Wien, VIII., Neudeggerg. 18 Tel. B 46-5-72; " und Inxersdorf (Nleder-Österreich) . Prüfungserleichterung durch:;!! Laufendes Auto im Lehrsaal!! Ein Dritte 1 der türkischen Juden will nach Palästina Wie die in Saloniki erscheinende jüdische Zeitung „La Prensa“ berichtet, haben 17.000 türkische Juden, ein Drittel der gesamten jüdischen Bevölkerung der Türkei, um die Zuteilung von Palästina-Einwanderungszertifikaten angesucht, da sie k e i n e M ö g 1 i c hkeit sehen, ihre Existenz in der .Türkeizuerhalten. Verlangen Sie im Restaurant wie auch im Kaffeehaus ausdrücklich „P r e b 1 a u e r Sauerbrun n“, das gesundheitsfördernde, erfrischende österreichische Mineralwasser. Fortschritt In Palästina llllllllilllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllilllllillllllllllllltllllllllllllllllllllllllllNliilflliiiliillliilllllilllllllllllllilllllllillllllflllll Unter diesem Titel publiziert der „Statist“ vom 20. April einen eingehenden Bericht über die Wirtschaftslage in Palästina. Die Berichterstattung des „Statist", der zu den angesehensten englischen Wirtsohaftezc-itsoh.ri.ften gehört und sich durch große Sachkenntnis und strenge Objektivität auszeichnet, bildet eine der wichtigsten Informationsquellen der Weltöffentlichkeit. Im folgenden geben wir den wesentlichen Gehalt dieses Artikels wieder. Der W i r ts eh af tea.uf sohwung in Palästina, der noch vor ein bis zwei Jahren als eine vorübergehende konjunkturelle Erscheinung gekennzeichnet werden mochte, hat sich mit solcher Stetigkeit und Intensität fortgesetzt, daß er nunmehr eine andere Beurteilung erfahren muß: die wirtschaftliche Ausweitung ist offenbar eine Dauererecheinunggeworden. Die palästinensische Regierung, die bisher in der Würdigung der ökonomischen Vorgänge sehr zurückhaltend war und noch vor nicht allzulanger Zeit die Möglichkeit einer bevorstehenden Depressionsperiode angedeutet hat, bekundet nun mehr Vertrauen in die Wirtschaftslage als jemals in früheren Jahren. Diese optimistische Haltung ist hinlänglich begründet. Jahr für Jahr ergibt sich ein Überschuß der Staatseinnahmen PALEST1NE Gegründet 1918 KUPAT-AM BANK LTD. Autorisiertes Kapital £ 50.000 Zentrale: TEL-AVIV - Filialen: JERUSALEM, HAIFA Durchführung aller Bankgeschäfte zu günstigsten Bedingungen. Korrespondenten in allen Handelszentren der Welt. ¥ Während der letzten Jahre wurden von der Bank 67» Dividende gezahlt. * Zuschriften betreffend Kauf von Gesellschaftsanteilen sind direkt an die Zentrale oder an die Filialen zu richten. ★ Traveller-Schecks sind in nnseren Geschäftsräumen erhältlich. über die Ausgaben. Man hat für das Jahr 1934/35 mit Einkünften von rund 3,400.000 Pfund gerechnet, aber es scheint, daß sich die Gesamtsumme auf 5,000.000 Pfund belaufen wird. Noch vor 2A Jahren betrugen die angesaramelfcen Reserven der Regierung 730.000 Pfund, während sie gegenwärtig 4,270.000 Pfund übersteigen. Für das Finanzjahr 1935/36 erwartet die Regierung Einkünfte von 5,500.000 Pfund und beabsichtigt, die ordentlichen Ausgaben auf etwas unter 4,000.000 Pfund zu halten. Es wird sich also ein Überschuß von VA bis 2 Millionen Pfund ergeben, der für nicht wiecLerk ehren de Kapitalaufwendungen verausgabt werden soll, wie öffentliche Bauten, Investitionen für Eisenbahnen, Errichtung von Flughäfen und dergleichen. Die bisher angesammelte Reserve von rund 4,300.000 Pfund wird unangetastet bleiben. Natürlich fragt man sich, wozu eine Regierung, die soviel Geld zur Verfügung hat, eine Zwei- Millionen-Pfund-Anleihe braucht. Die Antwort lautet dahin, daß die Anleihe für gewisse Sonderzwecke, wie Wasservereorgungs- und Entwässerungsanlagen, öffentliche Bauten, landwirtschaftliche Kredite und Wiederansiedlung von landlos gewordenen Arabern dienen soll, wogegen die angesammelten Reserven für einen eventuellen Notbedarf bereitgehalten werden. Das Ansteigen der Staatseinkünfte ist umso beachtlicher, als es keine Einkommensteuer gibt und der landwirtschaftliche Zehent eich als unergiebig erwies. Die Haupteiimahmsquelle der Staatsfinanzen wird durch die Zolleingänge gebildet, die sich allerdings in eindrucksvoller Weise erhöht haben. Vom April bis September 1933 brachten die Zölle 434.0C8 Pfund, in der entsprechenden Periode des Jahres 1934 dagegen 1,189.457 Pfund. Die Gesamteinfuhr des Jahres 1934 erreichte die Rekordziffor { von rund 15,400.000 Pfund gegen 11,300.000 Pfund im Jahre 1933. Die Gesamtausfuhr belief sich 1934 auf 4,100.000 Pfund gegen 3,400.000 Pfund im Vorjahr. Das bemerkenswerte Wachstum der Staatseinnahmen ist auf den stetigen Zustrom jüdischer Siedler und jüdischen Kapitals zurückzuführen. Schätzungsweise zwei Drittel der Zolleingänge sind der Vergrößerung des Imports durch jüdische Einwanderung und zusätzliche jüdische Industrie zuzuschreiben. Die Juden tragen mindestens 50 Prozent zu den gesamten Staatseinkünften bei. Das Zuwachsprozent der jüdischen Bevölkerung war in den letzten zwei Jahren höher als jemals seit Beginn der britischen Verwaltungsära. Im Jahr 1933 sind über 39.000, im Jahre 1934 über 42.000 Juden eingewandert. Die Zahl der jüdischen Einwanderer hat damit ungefähr 310.000 erreicht, das ist etwa ein Viertel* der Gesamtbevölkerung. Ohne die bekannten Restriktionsmaßnahmen der Regierung wären diese Einwanderungsziffern noch viel höher. Als Folge der Regierungspolitik ist ein ernster Arbeitermangel zu verzeichnen, welcher zur Flucht der landwirtschaftlichen Arbeiter in die höhere Löhne bietenden Städte und zu einem Zustrom von mehreren tausend arabischen Arbeitern nach Transjordaniern und Syrien geführt hat. Das abgelaufene Jahr hat in allen Industriezweigen, namentlich aber im Baugewerbe, beträchtliche Erweiterungen gebracht. Es dürften mehr als 5,400.000 Pfund in neuen Gebäuden angelegt worden sein. Nur der Mangel an geschulten Arbeitern hat den Aufschwung etwas gedrosselt. Die wichtigste Zementfabrik des Landes, die Nesher- Werke, hat’ das ganze Jahr lang auf vergrößerten Anlagen in drei Schichten gearbeitet und war dennoch außerstande, den örtlichen Bedarf voll zu decken. In den ersten sechs Monaten des Jahres 1934 belief sich der Wert des eirigeführten Zements auf 118.000 Pfund gegen 27.000 Pfund in der entsprechenden Zeit des Vorjahres, Den stärksten’ baulichen Aufschwung nimmt Tel-Aviv; vor 25 Jahren ein bescheidener Gartenvorort, heute die größte Stadt des Landes mit einer jüdischen Bevölkerung von mehr als 100.000. Für ‘ das Fortschrittstempo def letzten Jahre ist charakteristisch, daß von 1908- bis 1931 in Tel-Aviv rund 700.000 Quadratmeter, in der kurzen Zeitspanne von 1932 bis 1934 dagegen nicht weniger als 200.000 Quadratmeter verbaut worden sind. Im letzten Jahr sind ungefähr 1,500.000 Pfund jüdischen Kapitals in neuen oder schon bestehenden Unternehmungen investiert worden. Die palästinensische Elektrizitätsgesellschaft, die das ganze Land mit Ausnahme von Jerusalem und seiner Umgebung mit Licht und Kraft versorgt, hat ihr Kapital von 900.000 Pfund auf über 2,100.000 Pfund erhöht. Im letzten Jahr sind mindestens 270 neue industrielle Unternehmungen ins Leben gerufen worden. So hat DIEHODERNEGESCHMACßOUE ÜBH1K5E WANDBEKIEIDUNG ERHÄLTLICH DURCH JEDEN TAPEZIERER ODER DIREKT BEI DER JAWIG"A-.G. WIEN I, SCHOTTEN BASTE110 die erste Eisengießerei ihren Betrieb mit 80 Arbeitern aufgenommen, so wurden neue Anlagen für die Fabrikation von Ziegeln, Glas, Draht, Seife, Gummiartikel und Möbel, ferner für die Baumwollspinnerei und Baumwollweberei errichtet. Als nächste Neugründungen sind eine neue Zementfabrik mit einem Kapital von 250.000 Pfund und große chemische Werke mit einem Kapital von 1,000.000 Pfund in Aussicht genommen. Der Gesamtwert der industriellen Erzeugung jüdischer Provenienz betrug 1934 6,500.000 Pfund gegen nur 2,500.000 Pfund ira Jahre 1930. Was die Landwirtschaft betrifft, so betrug der Export von Citrusfrüobten im letzten Jahr insgesamt 5A Millionen Kisten1 pflegen Sie Ihre ||pS|pffl Zähne mit ODOL- " i3||B Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins Kleine Tube S —SO Große Tube S 1.40 und dürfte in der heurigen Saison 6A Millionen Kisten erreichen. Ungefähr drei Viertel der Jahresernte werden von Großbritannien aufgenommen. In einigen Jahren dürfte sich der Jahresertrag der bereits vorhandenen Citruspflanzungen einschließlich der von jüdischen Siedlern ins Land gebrachten Grapefruits auf ungefähr 20 Millionen Kisten belaufen. Zum erstenmal seit Kriegsschluß haben alle landwirtschaftlichen Siedlungen der zionistischen Organisation ihre Jahresrechnungen mit Gewinn abgeschlossen, obwohl diese Siedlungen im Laufe des Jahres eine große Anzahl neuer Einwanderer aufgenommen haben, namentlich Flüchtlinge aus Deutschland, von denen ungefähr 22.000 in Palästina ein neues, dauerndes Heim gefunden haben. Frühlingsfahrten nach PolCH Am 9., 11. und 25. Mai gehen billige Sonderzüge nach Polen ab. Rückkehr 30. Mai. Andere Aufenthaltsarrangements möglich. Anm. u. Ausk.: Poln. Verk. Bü'O „Francopol“, III., Rennweg 1, (Geb. d. Poln. Konsulats). Te\ U 16-4-90 AUS DEM DRITTEN REICH Judenhetze in Danzig Die antijüdische Boykott- und Hetzpropaganda der Nationalsozialisten in Danzig dauert ununterbrochen an. Seitens des Senats wird trotz der wiederholten Intervention des polnischen Generalkommiesars nichts unternommen, um ihr ein Ende zu bereiten* Auf seine letzte Note hat der Vertreter Polens bisher überhaupt keine Antwort erhalten. Dagegen haben die nationalsozialistischen Hetzer die Pessachfeiertage benutzt, um ihre Boykottaktion noch zu verschärfen. In der Nacht zum zweiten Pessachtage sind wieder an allen jüdischen Geschäften der Stadt die bekannten Boykottzettel „Wer beim Juden kauft, ist ein Volks Verräter“ angebracht worden. Die Zettel sind durch eine Karikatur „verziert“, die dem „Stürmer“ entlehnt ist. Streicher und das hindhergh* Baby Ein großer Teil der letzten Nummer des Nürnberger „S türmer“ ist dem Kampf zugunsten des wegen Entführung und Ermordung des Lindbergh-Babys verurteilten Richard Hauptmann gewidmet. Das Organ veröffentlicht den klischierten Originaltext nebst Übersetzung eines Artikels, der in dem jjprdamerikanischen Blättchen „The Fascist“ erschienen ist und in dem behauptet wird, dasLindbergh-Baby sei das Opfer eines Ritualmordes geworden. Es wird nämlich betont, daß das Kind Lindberghs am 1. März geraubt wurde — und das jüdische Purimfest am 22. März stattfand! Der Schriftleiter des „Stürmer“, Fritz Brandt, nimmt auch mit einem eigenen Artikel für Hauptmann Partei und schreibt, daß der „Deutsche“ Bruno Richard Hauptmann auf Antrag des „J uden“ David T. W i 1 e n t z, der als Staatsanwalt in Felmington fungierte, zum Tode verurteilt worden sei. “ÄS! Erwirb uni werhrcHe Jen Schekel!

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