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Die Stimme · 1935-04-12 · Heft 442 (12.4.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 442 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. '442 — 15. Äprtt 3xBERGMANN,Ü RABENSTEIG^ .HIMMELW0RTO5 KOLLNERHOFO. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWÄREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) visionisten die Petitionsbewegung allein weiterführen und vom Kongreß keine Notiz nehmen. Dies werde bedeuten, daß der Kongreß nicht mehr die ganze zionistische Bewegung vertritt. Diese Tatsache werde von der Judenheit wie von der offiziellen Außen weit zur Kenntnis genommen werden müssen. Gegen die revisionistische Petition Jerusalem, 10. April. (2. T. A.) Unter den vom Aktionskomitee der Zionistischen Organisation angenommenen politischen Resolutionen befindet sich eine, in der gegen politische Sonderaktionen. insbesondere gegen die revisionistische Petition an den Völkerbund. Stellung genommen wird Diese Resolution wurde mit allen Stimmen gegen die der Revisionisten angenommen Das große Fragezeichen Wir werden in unserer nächsten Nummer zu der durch die Sezession der revisionistischen Mitglieder des Aktionskomitees und die Erklärung .Jabotinskys geschaffenen Dago Stellumr nehmen. Die Redaktion. Bur3«nland -U. Tatzmannsdorf Mineral-, Monr- und natürliche Kohlensäure-Sprudelbäder. Kurbeginn 7. April. Zeitgemäße Penilonspreiie. Auskünfte und Prospekte bei der Kurdirektion od. bei der Generalvertretung, Wien, I., Kohlmarkt 8, Tel. U-25-104. Heu: Moorpackungen, Moorkoinpressen in allen Apotheken erhältlich. Rauschning verteidigt sich Danzig, 11. April. (2. T. A.) Der frühere Präsident des Danziger Senats, Dr. Rauschning, übergibt der Presse folgende Erklärung zu den Beschuldigungen, die in einer großen Danziger Versammlung vom Gauleiter Julius Streicher gegen ihn erhoben wurden: „Es ist nicht wahr, daß ich Danzig an die Juden verraten wollte Wahr ist vielmehr, daß ich in pflichtgemäßer Wahrnehmung der Danziger Verfassung für die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung Danzigs wie aber auch jeden anderen Bevölkerungsteils Sorge trug, da dies um so mehr meine Pflicht war, als jede rechtliche oder wirtschaftliche Benachteiligung auch gegen vertrag liehe Verpflichtungen der Freien Stadt verstoßen und schwere Schäden für das wirtschaftliche Leben Danzigs hätte zur Folge haben müssen. Es ist nicht wahr, daß ich diesen ,soge nannten Verrat1 heimlich ,begehen1 wollte. Wahr ist vielmehr, daß ich in aller Öffentlichkeit durch Regierungserklärungen und in voller Übereinstimmung mit d e m G e s a m t s e n a t die Sicherstellung der Rechte der jüdischen Bevölkerung und aller Bevölkerungsteile als verpflichtende Aufgabe der Regierung zugesagt habe. Es ist nicht wahr, daß ich nicht habe zulassen wollen, daß man die Wahrheit über die Juden erfuhr und daß ich den ,Stürrn e r‘ verboten habe. Wahr ist vielmehr, daß der Polizeipräsident den Vertrieb dieses Blattes für einige Folgen verboten hat, da er die öffentliche Sicherheit durch den Vertrieb dieser Zeitung für gefährdet ansall. »Schwere K o 11 e k t i v b e 1 e i d i g u ng e n fl e r j ii <1 i s c h en B e v ö 1 k e r u n g Danzigs hatten einen Zustand herbeigefiilirt, der den v e r t, r a g 1 i c h e n A b m ac h u n g e n, der Rechtslage und den ausdrücklichen Regierungserklärungen zuwidersprach.“ — wie schon berichtet — um sich der Rache der zu entziehen. Er ist nach Die Ablehnung des Friedenspaktos durch die Mehrheit der bei den Urnen erschienenen Mitglieder der Histadruth (hat in der ganzen jüdischen Welt Empörung und Bestürzung hervorgerufeu. Die niederschmetternde Wirkung uler Ablehnung des Friedenspaktes dokumentiert sich, abgesehen von den Auseinandersetzungen im Lager der Arbeiterschaft, in einem verlegenen Schweigen ihn Regierungslagcr. Die „Pal cor“, die mit dem Gehle der Organisation erhaltene offiziöse Korrespondenz der Exekutive, in Wirklichkeit ein Organ zur Vernebelung der öffentlichen Meinung durch die Linken, hüllt sich in Schweigen. Die „Palcor“, die sonst ausführlich, mit behaglicher Breite und in großer Aufmachung alles aussch rot tote, was irgendwie, gegen die Allgemeinen Zionisten erichtet war, ist einsilbig geworden, und auch die offiziösen Blätter, die Disziplin mit Mamelukengehorsam verwechseln, sind kleinlaut geworden. »Sie haben auch allen Grund dazu. Das Abstiinimmgsresultat war eine Demaskierung. Das sorgsam gehütete Geheimnis vom L d n k s r a d i k n 1 i s m u s e i.n es 'feiles d er Arbeit e r s c h a f t wurde plötzlich jedem Auge klar. Diese Tendenzen siind es, die in den weitesten Kreisen Bestürzung ihervorrufen. Eine gut geölte Propaganda batte bisher die Revisionisten als die alleinigen »Störenfriede hingesteillt und die Mitglieder der Histadrutih als Menschen, die nichts anderes tun, als Sümpfe entwässern, pflügen, säen und ernten. Jetzt sieht plötzlich der einfache, biedere Zionist, daß diese Arbeiter, deren Verdienste um den Aufbau er nicht verkleinern will, ebenso eine Gefahr für den Frieden bedeuten, wie die militanten Revisionisten. Er macht sieh auch Gedanken über Kurt B 1 u m e n f e Id, den Gründer der neuesten und überflüssigsten Partei, der Kidmali, der in Palästina herumzag und Reden gegen die Ratifizierung des Friedenspaktes hielt. Wo sind die Arbeiter, die ihre Interessen Blumenfeld anverträut haben? »Sie existieren nicht, aber der Kongreßwahlkampf hat schon begonnen. Das macht Verschiedenes verständlich. Der einfache Zionist fragt sich weiter: Die Histadruth hat angeblich 70.000 Mitglieder. Nur 40.000 von ihnen haben sich nicht an der Abstimmung beteiligt. Warum nicht alle 70.000? Der einfache Zionist möchte gerne Antwort haben, aber er bekommt sie nicht. Die Offiziellen und die Offiziösen schweigen. Das Abstimmungsresultat hat ihneg die Rede verschlagen. Der einfache Zionist gellt noch weiter und fragt: W er i s t >h emt e der aus s c h 1 aggebende Faktor in der Arbeiter- I PENSION ALPENHEIM || SEMMERING Partei, wer kann heute Friedensverhandlungen führen ohne zum zweiten Male desavouiert zu werden? Wer hat heute nach dem Debakel Ben Gurions die Autorität, um im Namen der Histadruth zu verhandeln? Auch diese Frage wird nicht beantwortet. Der einfache Zionist ist tief betrübt. Ihn ekeln alle diese Parteikämpfe an. Er will den langersehnten Frieden sehen, sachliche A u f b a u a r b eit und eine gründliche Reform id esun g e r e c h t. e n Z e r t i f i k a t e n s y s t e in s. Er will, daß die Verteilung der Zertifikate nach der geistigen und fachlichen Eiginung des Bewerbers erfolgen soll und nicht nach seiner p a r te imä ß i ge n E i n ste 1 lu mg. Der einfache Zionist hat es langsam satt, zu applaudieren. Er fragt die Exekutive, w a s sie z u untern e h ni e n g ed e n k t, u m w i r k i i c h F r i e ul e n z u ts c h a f f e n. Er möchte gerne wissen, warum die große Friedenskonferenz, die vom Wßltverband der Allgemeinen Zionist.« n verlangt wird, nicht endlich von der Exekutive einberufen wird. Er argwöhnt, daß die „V e r s t ii n id i g u n g s k o m m i s si o n“, die offenbar unter dem niederschmetternden Eindruck des Pie biszits der Histadruth derzeit in Jerusalem tagt, ein neues Verschleppungiemanöver ist Er sieht nicht mehr durch die offiziösen Bri.l len. Er liest zuirn Beispiel, daß der »Sportvor band der Linken, der „Hapoel“, nicht bei der Makkabiah mittut, sondern sich auf eine Begrüßung beschränkt hat. Ist e s f il ir d e klassen bewußten „P o e 1“ kein K o w e d, m i t „B ourgeois“ in spor t liehen Wettbewerb zu treten? Überall das große Fragezeichen. De Also treffen wir uns bestimmt... an den Sederabenden bei A1Barschak Wien, II., Gr. Schiffgasse 3, Tel. A 46-4-39 Unter Aufsicht Sr. Efirw. Herrn Rabb. Josef Babad Berühmt sind seine ungarischen Weine, Palästinaweine, Met, Slibowitz, Cognac von s 2'— per Liter aufw. — Besonders empfehlenswert : seine streng koschere Küche. nos bw ntio Bestbekannte Küche. Anerkannt schönste Lage. Telephon Nr. 22 I einfache Zionist, das sind die zionistischen Massen, wolle n klar sehen und wollen einen ehr liehen F r i e d e n. Der einfache Zionist will nicht mehr der Hampelmann sein, an dessen Schnüren gerade zieht, wer an der Macht sitzt. Kein Zweifel! Der einfache Zio nlst beginnt das Spiel hinter den Kulissen zu durchschauen. Was geht dort vor? Das ist das große Fragezeichen. Es ist ein Sturmzeichen. Aufgabe aller verant wortungsbewußten Zionisten muß es sein reinen Tisch zu machen. Die Zeit ist zu ernst zu diesem üblen Ab klatsch eines d i p 1 o an a t d s c h e n Ränkespiels. Es kann a u c h n i o li t weiter geduldet wer d e n, d a ß eine Partei in einer auf freiwilliger M i t a r b o i t a u f g e b au t e u O r g a n i s a t i o ii r ii c k s i c h t s 1 o s alle M acht a n sich reiß t. Die Abstimmung in der Histadruth ist das erste Aufhellen der vernebelten öffentlichen Meinung in der zionistischen Organisation. Die Fragezeichen müssen verschwinden. Klare S i c h t 1 s t die Vorbedingung für einen e h rli ch en Frieden, den wir alle wünsche n. Rauschning hat ■ Danzig verlassen, Streicher-Anhänger Polen übersiedelt. Restaurant Rillet Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs iS 1'90u.2*60 Schwechater Bräu IL Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke Telephon A 41-0-23 Oie) Austria TeVAviv Die G e 11 0 r a 1 v e r vS a tm an 1 u ti ig findet am 30. d„ um J49 Uhr abends, im Hotel Talpioth. statt. Am t« tag e d e s ö s t, e r r c i oh I« ch en Generalkonsulates: Die nächsten Aiiubstage für Tel-Aviv finden Donnerstag, den 25. April, und Dienstag, den 21. Mai, in unserem »Sekretariate, beziehungsweise im Hotel Talpioth statt. »Schcliunatli Olej Austria. Wir richten an alle jene, die eich für eine gemeinsame ländliche oder vorstädtische Sierl- 1111g interessieren, das Ersuchen, im »Sekretariate einen Fragebogen zu belieben, anszufiillon und einzusenden. Nach Sichtung des Materials werden wir ein Projekt ausarbeiten und den Interessenten vorlegen. Zweigstellen i n H a i f a un d J cr ii« a 1 e m: In den vergangenen Wochen wurden Zweigstellen in diesen beiden »Städten gegründet. Die wöchentlichen Vorträge finden 'ln Haifa im Cafe Austria, Pevisnerstraßo, und zwar jeden Montag, in Je nasalem, joden Mittwoch, im Cafe Europo, Jaffa Road, statt. 68 Welt Länder der Importieren Stiemen Oliven-Oel und Toilettewell die Qualität die beste ist und die Preise billig sind Shemen Salat-Oel gesohmaok- und geruohlos, ln allen Geschäften erhältlich Generalvertretung für Österreich! S. RABINOWITSCH Wien, II., Zirkusgasse 10 :: Tel. R 48-7-38 AUS DEM DRITTEN Schwere Ausschreitungen im Berliner Scheunenviertel Aus Berlin wird gemeldet: Da« alte »Scheunenviertel beim Alexauderplalz, wo die Quartiere der ostjüdischen Einwanderer liegen, deren Zahl in den letzten zwei Jahren aber sehr stark abgenoniimen hat, war in dieser Woche mehrmals der Schauplatz jmlenfeindlieher Kundgebungen. Die umliegenden »Straßen wurden von einem Deliionstratioiiszug durchzogen, der angeblich nur für d c n „S t ii r an e r“ werben wollte — im Seheimenviertel, wo keine Leser für dieses Blatt zu gewinnen waren. Ein Dutzend Riesenplakate mit abschreckend häßlichen jüdischen Karikaturen und den Aufschriften: „Juden Taus!“ und „Die Juden sind unser Unglück!“ wurden dem Zug vorangetragen, für den eine Kapelle der Hitler-Jugend die Marschmusik besorgte. Es kam verschiedentlich zu Belästigungen jüdisch auisschender Passanten. Schließlich kam es auch zu ernste-ren Aus scihrdtungen, bei denen vier den, darunter der Kaufmann Hans Moses und der Friseur M a r k 11 s, schwer verletzt wurden, so daß siia ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Auch in das Cafö Magnet, das ein spezifisch Zu verkaufen Kofferkisten für Ueberseetransporte, Aufbewahrung von Ausstattungen etc. sehr geeignet. Trockensicher. Schubladen, elsenbesohlagen, mit Schlössern. Anfragen: Therese Ambros, II., Kleine Sperlgasse 5 jüdisches Puhliikjum hat, drangen die Demonstranten ein und zwangen die Gäste, das Lokal zu verlassen. Nach diesen Ausschreitungen unterblieben offenbar auf eine polizeiliche Warnung hin weitere Demonstrationen. Die j u d c 11 f e i n d 1 i c li c Boykottbewegung wird jetzt auch in Berlin arrangiert. Sämtliche Angehörige der Belegschaft der S i 0 111 ens-W e r k e, di« 30.000 Angestellte und Arbeiter zählt, mußten sich dieser Tage der nationalsozialistisclien Betriebszcllcnloitmig gegenüber verpflichten, daß sie und ihre Familienangehörigen keinen Einkauf ln jüdischen Geschäften vornehmen werden. Ein arischer Lustmörder schlachtet Judenhinder Unter der Bevölkerung der deutschen Provinzen Mecklenburg-Schwerin und Brandenburg herrscht große Aufregung über das in den letzten Wochon erfolgte Verschwinden von fünf K n ab e 11, die nach einiger Zeit fürchterlich verstümmelt totanf gefunden wurden. Innerhalb der letzten zwei Jahre «ind Insgesamt siebzehn Knaben zunächst vermißt mul dann ermordet aufgofutulon worden, die durchweg im Aller von 8 hi« 12 Jahren «fanden. Wie dem „Pariser Tageblatt“ aus Schwerin unter dem 5. April gemeldet wind, handelt es sieb, bei den Opfern um K i n- 0 r a u s j il <1 i s e h e 11 F a m i 1 i e 11. Namentlich die drei letzten KiiHlor-Eutfüh- 76761560

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