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Die Stimme · 1935-04-12 · Heft 442 (12.4.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 442 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit© % DIB STIMME Nr. 112 — IS.- April Inland Kein Jude im Fachbeirat der Ärzte der Vaterländischen Front Wien, 10. April. (2. T. A.) ln dor ..Vaterländischen Front1’, der als einzigen zur politischen Willensbildung itn<rl zu Interventionen bei der Regierung berufenen Organisation, wenden jetzt verschiedene Faehbeiräte aus den einzelnen Berufskürperschaften bestellt. In den Fachbeirat der Ärzte beim Generalsekretariat der Vaterländischen Front, die unzählige Juden zu ihren Mitgliedern zählt, ist kein einziger jüdischer Arzt berufen worden. m fßtanfjoKfdjeit Uffeltfotien ber finfttoege ftctä nur WARUM Binrl die bekannten schwüren viele Tausende auf STRUN-NflZZOTH runde StrumHazzoth so ausgezeichnet vor allen anderendie eie Jeder anderen Marke verziehen? Der Familien^ iiy vater sagt: W Die Hausfrau hebt lobend hervor: STRUM-MAZZOTH Ilesontlers praktisch heim Kochen und [tacken, sehr wohlschmeckend sind unter strengster Einhaltung aller orthodoxen STRUM ■ MAZZOTH Kaschrulh - Vorschriften Grieß und Farve) — erzeugt werden.und weil sie und überdies frische Ware 1035 Der Sohn spricht: Ich will deshalb nur STRUM - MAZZOTH essen, weil sic mir sehr gut munden ... und vor allem, well sie sehr hygienisch und nur von jlldlschen Arbeitern erzeugt werden! By« rTi sollen auch -• ie das Pessncht-'est 1035 nur mit den bei Allen beliebten, vorzüglichen STRUM- MAZZOTH Aus dem Staatsgymnasium in der Brigittenau Wir erhalten die folgende Zuschrift: Die Erwartungen vieler jüdischer Eltern, daß die Zitt Beginn des heurigen Schuljahres begonnene antisemitische Welle in den Staatsmittelschulen dank de« Eingreifens der Regierung abtlauen werde, haben sich leider nicht erfüllt. Im Gegenteil. Es scheint, daß in den Kreisen derer, bei denen nach der Äußerung des Wiener Bürgermeisters Schmitz ■ die „Flttsterpropag a n d a am stärksten ist, es einige Unentwegte gibt die ihre Agitation für das Reich Hitlers mit seinem wüsten Antisemitismus ganz offe betreiben und die ihnen anvertraute Jugend in entsprechender Weise für die .äim Auf bau befindliche große Epoche Deutschlands1 wie sie es selbst, bezeichnen, vorbereiten Daß zu dieser geistigen Vorbereitung natür lieh antisemitische Ausfälle a-e hören, liegt in der Linie In diesem Sinne erhalten Schüler der V. Klasse gymnasiums in der Uebo.! Wenn nicht iii i;i:< liülio. -- bestellen Sie direkt bei Mazzoth- Bäckerei H. STRUM feiern und beim Einkauf auf die Stampiglie ,,H. STRUM1* achten, die Jedes Paket trügt 1!! II., Rotensterngasso 11 Telephon R 41-8-71 Oesterreich und Stresa Wizo in den politischen Körperschaften auf der Grundlage eines besonderen Status zu verhandeln. Es soll damit einer Organisation von 70.000 zionistischen Frauen das Mitx bestim.inungsrecht in den politischen Körw perschaften gesichert werden, ohne daß die Frauen eine besondere politische Einheit! bilden. Alle Frauen verbände werden aufgefordert, ihren Mitgliedern die Kenntnis des Hebräischen als eine der wichtigsten Aufs gaben der zionistischen Frau zu vermitteln und Hcbräisch-Kurse zu organisieren. Ferner soll vom palästinensischen Landesverband sofort eine hebräische Ausgabe der Zeitschrift „Pioniere und Helfer“ geschaffen werden. solcher Erzieher zum Beispiel die de s S t a a t « Brigittenau das eben von meinem Kinde besucht wird jl | Für unsere Leser nur: Neudegger Fahrschulen Wien, VIII., Neudeggerg. 18 Tel. B‘46-5-72 ' und Inzersdorf (Nieder-Österreich), Prüfungserlerchterung durch :. ..!! taufendes Auto im Lehrsaal!! den Deutschunterricht. So erklärte der Lehrer — es ist Professor Dr. Häusler — im Deutschen, anläßlich des Vortrages eines Schülers über Deutsch-Ostafrika, er freue sich, so mutige Schüler, wie eben den Vor tragenden zu haben, denn das im Aufstieg befindliche große Deutschland bedürfe solcher wackerer Jungen. „H i n g e g e n sehe ich hier in der Klasse auch S c h ii ler, die im neuen Deutschland nichts zu suchen haben werden erklärte dieser Professor mit deutlicher Anspielung auf die jüdischen Schüler. Ein anderes Referat desselben Schülers beschäftigte sich mit „Hindenburg“. Natürlich gehörte auch zu diesem Thema die Judenfrage, wobei der betreffende Schüler vom „zersetzenden Einfluß des Israeli t e n t u m s“ sprach. Der Lehrer «hätte sicherlich amch diese Bemerkung hingehen lassen, wenn nicht ein jüdischer Schüler gefragt hätte, wieso man solche Behauptungen aufstellen könne. Der Lehrer antwortete darauf, daß dies historische erwiesene Tatsachen .seien, sonst «hätte das heutige Deutschland «die Juden n i o h t u n t e r e i n b e s o n d e r e s R e c ih t gestellt. Im übrigen wies der Lehrer nicht den Vortragenden Schüler, sondern den jüdischen Schüler zurecht und drohte ihm mit einer Karzerat r a f e. ' Auch sonst gibt dieser Lehrer sonderen Antipathie gegen das gerne Ausdruck, oft in recht Bemerkungen. Um nur eine zu seiner be- Judentuim neckischen erwähnen, sagte er eine«m Schüler, der kein Geld für ein Lehrbuch hatte: E r s ch lagen Sie halt einen reichen J u d e ti, dann werden Sie das Geld hiefiir «haben. Eine Mutter. Wir bringen diese Zuschrift zum Abdruck und nehmen an, daß der Stadtschulrat den Herrn Häusler entsprechend belehren wird. Von eiin cm mit den internationalen Verhältnissen vertrauten Diplomaten wird uns geschrieben: Die Konferenz in Strem hat den Zweck, eine Einigung Englands, Frankreich« und Italiens über allo durch Hitlers Vertragszerstörung entstandenen Fragen noch vor der Tagung de« Völkerbundes herbeizuführen. Es ist im Augenblick wieder fraglich geworden, oh sieh Mussolini durchsetzen wird. Für. alle Fälle hat sich ein iiitereetsamtor Szenenwechsel vollzogen: Mussolini tritt für die Autorität des Völkerbundes ein, England will sich jeder Genfer Bindung entziehen. Frankreich ist zwischen beiden eingekeilt. Im Vordergrund aller Besprechungen .steht die Sorge um österreic h. Da.s Dritte Reich gibt «eine Bestrebungen, den Donaustaat zu annektieren, nicht auf und läßt sein Geld und «eine Parolen ungestört weiter arbeiten. Österreichs Unabhängigkeit wird heute von allen europäischen Staaten verteidigt; sie ist ein integraler Bestandteil der Frdedenearbeit geworden, weil ihre Aufhebung den sofortigen Zusammenbruch des gesamten europäiische«n Systems herbeiführen würde. Es handelt sich dabei über den Staaten auch darum, die Kulturzelle Österreich niciht gleichßohalten zu «lassen und deshalb sind slo einer seit« für Aufhebung der militärischen Klauseln von St. Germain, anderseits für eine allgemeine noc«hmalige Garantieerklärung. Das seinerzeiitiige Genfer Protokoll soll durch Sanktionen ergänzt werden. Die selbstverständliche Voraussetzung ist wohl die, daß Österreich selbst gegen die nationalsozialistischen Umtriebe sich wehrt. Die Staaten, die dies fordern und die sieh für die territoriale und politische Integrität Österreichs einsetzen, sind Staaten, i n denen das widerliche Rasseng e rode n i c h t Fuß fassen konnte. Die Demokratien «der Wesbstaafcen und der Faszismus Italiens lehnen entrüstet jode Anerkennung des Blutmythus ab. Sie beobachten deshalb auch mit aller Aufmerksamkeit die V o r g ä n g e «der innere n Politik Österreichs. Die Vorstöße «der Rassenbekenner sind deshalb, insolange eie mit Langmut und mit Miilde behandelt worden, eine fortdauernde Gefahr für die Sympathie, die das Ausland, das maßgebende und entscheidende Ausland, diesem Staat entgegmbringt. Man würdigt die Tatsache, daß Österreich ein deutscher «Staat i s t-, nach jeder Richtung hin, und ist entschlossen, in keinem Punkt über die militärische Revision hinauszugehen. W«as auf dem Gebiet des Erziehung'swe’Sens, der Gewerbeordnung und des ständischen Aufbaues geschieht, muß den Konflikt mit dem Friede«ii.svertrag vermeiden. Der bekannte Parallelklassen erlaß, der bis heute nicht zurückgezogen worden ist, elfte Kündigungen verdienter jüdischer Ärzte und ähnliche Erscheinungen bleiben kein auf den engen Bezirk Österreichs beschränktes Geheimnis, und es ist i n s h e s o n d e r e E n «g 1 a n d, das «diese „Penetration pacifique“ des neaideutsclien Geistes nicht aus den Augen läßt. Mussolini wieder rechnet damit, daß D e u t «s c h 1 «a n d nach der Schlappe von Danzig alle Hebel in Bewegung setzen wird, Österreich unter seine volle Kontrolle zu bekommen, und daß es deshalb alles mit Freuden unterstützt, was Österreichs innere Gesundung zu stören geeignet ist. Der Böczeßantisemitiisinus ist der Ausgangspunkt 'des' Nationalsozialismus gewesen, und diese Seite seiner Wirksamkeit hat die erste Welle des Abscheus der ganzen Weit erzeugt. Nicht nur die Juden, auch die Nichtjuden außerhalb D e uts chlan d«s haben den 1. April 1933 nicht vergessen. Seit diesem Tage weiß mau in Frankreich, in der Schweiz, in der Tschechoslowakei, was das Schicksal dieser Völker und Staaten im Falle eines Sieges des deutschen E xp a n s «i o n s p r o g «r a m m e s wäre. Man weiß, daß der Beginn dieser Katastrophe in dem Augenblick eintritt, wo die innere Gleichschaltung Österreichs zur Tat Sache wird, und deshalb beschäftigen sich alle aus wärtigen Stellen, die hiezu berufen sind, auch mit dem Vordringen des Rassenprinzips in Österreich. Die Staaten gehen von verschiedenen Gesichtspunkten aus, aber sie kommen zu dem gleichen Ergebnis. In Stresa wird bei der Besprechung über Österreich auch die jüdische Frage eine sehr wichtige Rolle spielen. Die bestrenommierte orth. “TfcO Feinwurstu. Seldiwarenerzeugung EISEN aHÖNIGSBER INHABER: J. EISEN bringt auch für pJDÖ ihre Spezialitäten. Zu haben in allen ihren Filialen. Fabrik und Postversand * Wien, III., Rabengasse 13, Telephon Nr. U 14-1-68 Wer ist die Schiffschul? Der Synagogeiiverein SchifTschul (Adass Jisroel) macht dadurch von sich reden, daß er bei der Regierung um die Bewilligung einer eigenen Gemeinde angesucht hat und daß .seine Enunziationen ausgerechnet in der „Reichspost“ erscheinen und sich von einem antisemitischen Advokaten rechtsfreundlich vertraten läßt. Wie wir nun hören, hat die Schiffschul nur ungefähr 300 Mitglieder, die alle zusammen nur ungefähr 17.000 Schilling an Kultussteuer entrichten. Das wurde offenbar, als im Zuge der Erhebungen die „Schiffschul“ der Behörde ihren Mitgliederstand bekanntgeben mußte. Man wird daher gut daran tun, sich durch die Pressekampagne und die Überheblichkeiten dieses winzigen Griippchens in der Orthodoxie nicht bluffen zu lassen. Die gesamte Wiener Judenschaft steht wie ein Mann gegen di© Separations- und Machtgelüste der Schiffschul. DANDY EXPRESS: putzt färbt bügelt U-31-1-82, B-37-4-81 Hauskäufe und -Verkäufe, Hypotheken, Reparaturkredite, Zinsvorschüsse, fachmännische Beratung Behördlich geprüfter und konzessionierter Gebäudeverwalter und Sensal Oskar Deutsch, Wien, X., Favoritenstr. 95. Tel. R 12-606. Erstklassige Referenzen Hausverwaltungen, Beschlüsse der Wizo-Welt* konferenz Die VIII. Weltkonferenz der Wizo hat zur Tagung des Zionistischen Aktionskomitees Jerusalem eine Abordnung entsandt, die dem Aktionskomitee die Vorschläge dor Wizo an die Jewish Agency unterbreitete. Diese Vorschläge betreffen u. a. die Aufnahme der Hachscharah-Arbeit auch außerhalb Palästinas in das Arbeitsprogramm der Wizo. Es sollen Verhandlungen mit dem Merkas Hechaluz zwecks Verbesserung der Verhältnisse in den Hachscharah-Zentren und Erfüllung dor Forderungen in bezug auf die Bedingungen für die Ausbildung der Mädchen in der Chaluz-Bewegung aufgenommen werden. Die Konferenz hat beschlossen, daß die Hachscharah-Gruppen der Wizo sich «der Weltorganisation des Hecbate eingliedern sollen. Die Konferenz hat die Abordnung ferner beauftragt, mit dem Aktionskomitee Über die Vertretung der f,Eine füdische Bäuerin spricht zu Euch!“ Aus Salzburg wird uns geschrieben! Frau Dora Schwarz aus Benjamina (Erez- Israel) folgte der Einladung der zionistischen Ortsgruppe Salzburg und hielt am 7. d. einen Vortrag „Eine jüdische Bäuerin spricht zu Euch“, der in Form und Inhalt gleich stark auf die den Saal bis auf das letzte Plätzchen füllende Zuhörerschaft wirkte. Die Reilnerin entwickelte eingehend die Formen der landwirtschaftlichen Siedlungen, schilderte Arbeit und Leben im jüdischen Bauernhof und die wirtschaftlichen Aussichten der Kolonisierung des jüdischen Landes. Der Vortrag und die anschließende Beantwortung der gestellten Anfragen durch Frau Schwarz fanden überaus reichen Beifall. Für «las Pessaclifest bx-nr mx mann PalBstlna-Mazzoth, Karmcl-Wcinc-Kognak aus Rishon-Ie-Zlon, Shemen-Oliven-Salatöl und Seifen, Jaffa -Orangen-Grape Fruit und Orangeade (Asls) O.rangenblüten- Honig, sowie sämtliche Spezereiwaren und Sliwowitz HDÖ W “IttD lie^rt zu sehr billigen Preisen ins Haus Samuel Halpern, Wien, II., Förstergasse 6, Tel. 46-4-12. Auch Provinzversand '■ 1 111 . ... 1,1,1 .... Antijüdische Ausschreitungen in Bukarest Bukarest, 10. April. (2. T. A.) Die vor einigen Tagen für die Dauer einer Woche erfolgte Suspendierung der Vorlesungen an der medizinischen Fakultät der Bukarestor Universität hat keine Beruhigung gebracht; die antijüdischen Ausschreitungen des antisemitisch infizierten Teiles der Studentenschaft haben sich von der Universität auf die Straße ausgedehnt. Seit einigen Tagen werden in den Straßen in den Tages¬ und in den Nachtstunden jüdische und jüdisch aussehende Personen überfallen und mißhandelt. Das strenge Vorgehen der Polizei hat bis jetzt nicht vermocht, dem Terror der antisemitischen Studentenschaft ein Ende zu machen. Dio Demonstrationen in den Straßen dauern an, so daß die rumänische Hauptstadt in den Abend- und Nachtstunden in eine Art Belagerungszustand versetzt ist. Man hält diose neue Studentenbewegung für eine Frucht der „Numerus valachicus“- Propaganda des früheren Ministerpräsidenten Vaida Voevod. ■wj»; .mi'.wg'."

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