Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 438 (29.3.1935)
- Date
- 1935-03-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 438 — 20. Mär* E .RABENSTEIG 3 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND HiMMtLPfoRTfi 5 A WIRKWAREN SPOTTBILLIG! 4=^•FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN | ^kotlnerhofc.i (von S 680 aufw.) Aus dem Dritten Reich AUCH FÜR 1. b«l Bcrufsunfählgkcit INVAUDITXTS-RCNTCH S. fiir «in sorglos« Aller ALTIRJ.RINTEN 3. in Abfcbensfall« HINTERS LIEBEN EN-RENTEN ZU GÜNSTIGEN BEDINGUNGEN PENSIONS-VEREIN versität, Prof. Katt, vertreten. Prof. Rott hat in Cordova ein Referat in hebräischer Sprache Liber die Vertreibung1 der Juden aus Spainen gehalten. Die Stadt Cordovu zeigt sich bemüht, den Bedürfnissen besonders der jüdischen Gäste Rechnungzu tragen, so hat sie unter anderem für die Einrichtung einer Koscherküche gesorgt. Auf spezielle Einladung der spanischen Regierung nimmt der hervorragende Londoner jüdische Gelehrte Professor Jahn d a. der mehrpre Jahre Professor für hebräische Sprache und jüdische mittelalterliche Literatur an der Universität Madrid war, als einer der Ehrengäste an den Feiern in Cordova teil. Auf Einladung des Maimonides- Komitees in Cordova fungiert Prof. Jabucla als einer der Patrone der Maimonides-Feiern. Proklamation der spanischen Regierung Die vom Ministerpräsidenten Lerroux Unterzeichnete Proklamation der spanischen Regierung lautet: Am 80. März 1935 jährt sich zum 800. Male der Geburtstag des großen jüdischen Humanisten Moises ben Maimon, bekannt in der Geschichte als Maimonides, dessen Einfluß auf die mittelalterliche Kultur den Ruhm Spaniens und besonders Cordovas, der Geburtsstadt des großen Rabbi, bildet. Es erübrigt sich, auf die Bedeutung des Werkes dieses gelehrten -Mannes hinzuweisen. der sich nicht allein mit der philosophischen Konzeption der jüdischen Religion, sondern auch mit der humanistische!) Philosophie des Mittelalters befaßt und einen neuen Horizont für menschliches Denken und Forschen auf den Gebieten der M e d iz i n, der -Astronomie, der M a t h em a t i k, der orientalischen Sprac li e n und besonders der jüdischen Studien eröffnet hat. Die Republik, die dem Andenken der Söhne Spaniens, die Spaniens Namen erhöht und über die Grenzen hinausgetragen haben, den Tribut der Ehre und der Bewunderung zollt, identifiziert sich mit dem Gedanken des Komitees, welches die Feiern fies S00. Geburtstages des Maimonides organisiert: demgemäß hat der Präsident des Ministernites mit Einwilligung des Ministerrates beschlossen: 1. Alle vom Komitee in Cordova arrangierten Akte tragen offiziellen C h ar a k t e r. 2. Da« Ministerium für Kunst und Unterricht, unterstützt vom staatlichen Touristenamt, sagt seine uneingeschränkte Mitarbeit zu. Antijüdische Bewegung in Spanien Madrid, 25. März. (2. T. A.) Die Gründung von Einheitspreisg e s c h ä f t. e n in Spanien durch e i n g ew a n fl e r t e J u d e n hat eine gewisse antijüdische Stimmung hervorgerufen. Mehrere jun'_re Leute drangen in das Einhoitspro's'jroschüft S c h ö n fl o r f in Madrid ein und begannen es zu p 1 ii ml e r n. Polizei vertrieb die Plünderer. Mitglieder f as c h i s t i s c h e r < i r g a n i s a t i o n e n stehen als Pfosten vor dem Geschäft und ersuchen die Kaufvvilligcn, es zu mcidmi. weil es ein jüdisches Geschält ist. Verschärfung der deutschen Judenpolitik Paris, 26. März. (2. T. A.) Der in Berlin weilende Sonderberichterstatter des ,.Pariß Soir“, Juice Saue rw e i n. meldet, daß in diesem Augenblick Deutschland n e u e A u s s c h r e i t u n g e n g e g e n die J u d e n vorbereitet. Man bereitet Maßnahmen gegen die Privatbankiers j vor, um sich des flüssigen Kapitals, | da.s sich noch in jüdischen Händen befindet,;.u bemächtigen. Endlich steht schon jetzt absolut fest, daß Juden und Nichtarier v o m Heeresdienst ausgeschloes e n bleiben, als ob sie Verbrecher wären. In den letzten Tagen sind etwa 1000 deutsche Schriftleiter, hauptsächlich nichtarische Schriftsteller, darunter auch diejenigen, die am Kriege teilgunommen haben, aus dem Reichsverb and der deutschen Presse ausgeschlossen worden. Sie verlieren damit das Recht, weiterhin journalistisch in Deutschland tätig zu sein. Moses Mendelssohn in seiner Vaterstadt Dessau ausgemerzt Berlin, 25. März. (2. T. A.) In Dessau, dem Geburtsort von Moses Mendelssohn, ist, wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, die Mendelssohnstraße in Sebas tia<n-Baoh-Straße umbenannt worden. Streicher in Köln Aus Köln meldet das „Berliner Tageblatt“: ..Zum erstenmal nach der Machtübernahme sprach Gauleiter Julius Streicher auf einer großen Kundgebung der Partei in der bis auf den letzten Platz besetzten Rheinlandhalle, die bereits eine halbe Stunde vor Beginn wegen Überfüllung geschlossen werden mußte. Gauleiter Grobe begrüßte den Redner als den Mann, der den Kampf gegen das Judentum entschlossen und ohne jedes Kompromiß führt. Diejenigen, die zeitweise geglaubt hätten, daß die Maßnahmen gegen die Juden gemildert würden, hätten sich verrechnet. Die Juden- Frage, so betonte Grobe, werde einmal restlos und für immer gelöst werden, und z w a r i n der Form, wie w i r e i e a u s fl e m „S t ii r m e r“ kennen. S t r e i c h e r entwickelte hierauf in dreistündiger Rede spine bekannten Gedankengänge über das Weltjudenturu. Seine Ausführungen wurden mit stürmischer Begeis t eru ng a u f g c n o m m e n. ‘: Die Tragödie des Dr. Gach Prag, 25. März. (2. T. A.) Am Sonntag vormittags wurde Dr. Josef Gach, der den mannigfachen gegen ihn gesponnenen Intrigen an der deutschen Universitätsklinik nicht gewachsen war und den Tod wählte, auf dem Prager jüdischen Friedhof zu Grabe getragen. Mehrere Tausend Trauergäste hatten sich eingefunden, um Dr. Gach das letzte Geleit zu geben. Weder das Rektorat der Deutschen Universität, noch die deutsche chirurgische Klinik hatten einen offiziellen Vertreter entsandt, nur die Pflegerinnen der Klinik Schloffer ließen einen schlichten Kranz niederlegen. Unter Führung des Oberrabbiners Doktor Aladar Deutsch und des Obmannes der Beerdigungsbrüderschaft, Prof. Dr. Lie b e n, waren die Spitzen der Prager Sy na gogengemeinden erschienen, mit ihnen eine starke Delegation der Lose- und Redeballe jüdischer Hochschüler, deren langjährige* Mitglied Dr. Gach gewesen ist. In ihrem Namen nahm als einziger Redner Jus-Doktor Ernst D e s e n s y von Dr. Gach Abschied. Er schilderte das pfliehterfiillte und an Entbehrungen reiche Leben von Dr. Gach, der nun nach siebeneinhalbjuhriger verdienstreicher Tätigkeit an der Prager deutschen chirurgischen Klinik die langersehnte und ihm längst gebührende Stellung erhalten sollte, was aber gewisse Leute zu verhindern wußten. Die Enttäuschung über eine solche menschliche Treulosigkeit konnte Gach nicht überleben. Wir werden, rief der Redner aus, dich nicht vergessen — aber auch n i c h t di e, d i e dich in den Tod trieben! — Mehr als zwei Stunden dauerte das Defilee der Trauernden am Grabe. Das Verfahren gegen die Schuldigen Die Polizei hat sämtliche, den Selbstmord Dr. Gachs betreffende Akten der Staatsanwaltschaft mit der Anzeige gegen den Leiter der deutschen Chirurgie dien Klinik. Prof. Schloffer, und seinen Assistenten, Doktor Wenzel, wegen Verbrechens nach § 98 St.-G. übergeben. Dieser Paragraph betrifft das Gesetz gegen Nötigung. Der Rechtsanwalt der Mutter Dr. Gachs. Dr. Emil Schneeberger, erstattete außerdem eine Strafanzeige gegen Professor Schloffer. Dr. Wenzel und die fünfzehn Ärzte, welche die Erklärung, mit Dr. Gach nicht Zusammenarbeiten zu wollen, unterzeichnet hatten. Die Hetze der Weißrussen in Charbin Charbin. Der japanische Generalkonsul für Mandschukuo, M. Marishima, empfing den Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Charbin und befragte ihn im Aufträge der japanischen Regierung über die Beschwerden der jüdischen Gemeinde. Er erhielt darauf Informationen Liber die antisemitische BILLIGE OSTERFAHRTEN nach POLEN und I CZERNOWITZ Abfahrten am 13. (ahends) und IC. (früh) April 1935 Rückkehr ain 2. Mai 1935 Anmeldungen und Auskünfte „Francnpbl“ Wien, III., Renn weg 1 (Telephon U 10-1-00) Nord. UeisebUro, I., Graben 10 (Tel. K 25-0-92) Heisobüro K. Ferstel, I., Kiirntnerr. 12 (T. U -10-301) Hetze der Weißrussen und ihres Organes „Nasch Put“, die sogar vor Ritualmordbeschuldigungen nicht zurückschrecke. Der Generalkonsul erklärte daraufhin, daß Japan gegenüber den Juden freundschaftliche Gefühle hege und die antisemitische Agitation verurteile. Er stehe immer der jüdischen Gemeinde zur Verfügung, um Unrecht a,bzuwohren. Trotz dieser Zusagen geht aber die Hetze weiter. Die Zeitung „Nasch Put“ ließ in den Straßen Plakate aftichierou, in denen behauptet wird, daß das Weltjiuleiifum einen Krieg gegen Mandschukuo betreibe Man wird nicht in der Annahme fehlgehen, daß auch liier die nationalsozialistische Propaganda die Hand im Spiele hat und daß auch in Charbin die Mark rollt. Verlangen Sie im Restaurant wie auch im Kaffeehaus ausdrücklich Problauer S a u e r b r u n n“. das gcsundlieitßfördonide. erfrischende österreichische Mineralwasser. I „Kompass" Allgemeine Kredit- und Garantie-Bank Generalversammlung vom 26. März 1935. E Die am 26. März unter dem Vorsitz dos Vizepräsidenten Julius Singer abgelialtene 22. ordentliche Generalversammlung genehmigte den Abschluß pro 1934, der folgende Hauptposten aufweist: Aktiva: Kassa-stand und Guthaben bei anderen Banken S 2.925.555.48;+ S 422.971.83), Wechsel S 1.229.191.95 (— 8 477.4:38.02). Wertpapiere S 320.287.12 (— 8 38.622.01). Debitoren S 14.827.405.87 f+ 8 2.051.709.24). Beteiligungen 8 249.335.77, Immobilien und Mobilien 8 1,074.906.39. Passiva: Aktienkapital 8 4,500.000.—. offene Reserven 8 481.852.80 (+ 8 28.238.35). Spareinlagen S 1,283.296.11 (+ 8 80.975.29). Kreditoren 8 14.162.993.19 (+ 8 1,727.058.46). Einnahmen: Zinsen und Provisionen S 709.059.90 ( + 8 70.478.76). Effekteniiiid Konsortialgewinne 8 411.263.30 (4- 8 73.800.89), Garantie- Provisionen 8 220. 620.05 (— 8 99.920.19 Ausgaben: Personalkosten 497.S08.30 Schilling (— 8 109.263.16). Sachspe-sen 8 1 83.358.74 (+ Si 29.173.10), Steuern 8 180.979.36 (+ 8 iO.810.47), Reserve und Sehadonszahlimgen im Garantiegeschäft S 308.539.71 ( + S 4703.71). Vom Gewinn per S 191.943.59 wurden S 125.000.— dem allgemeinen Reservefonds und S 6000.80 dem Spezialreservefonds filr Einlagen gegen Einlagebiicher zugefiihrt und der Restbetrag über S 60.942.7t) auf neue Rechnung vorgetragen. Die turnusgemäß ausscheidenden Verwaltungsräte Feliee Pensa, Minister Nikolaus H. Post, Sektionschef i. R. Alexander Günther und Hugo Winter wurden wieder und Sektionschef i. R. Ingenieur Robert Jaksch neu gewühlt. Erklärung der Odol-Werhe Wir erhalten die folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung. ODOL VERTRIEBS¬ GESELLSCHAFT m. b. H. Direktion O. S., Dir. H. Wi. Wien, 15. März 1905 VI., Mollardgasse 84 An die Redaktion der „STIMME“ Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5. Sehr geehrte Redaktionl Zu der in Ihrer Nummer vom 12. Februar (1. J. veröffentlichten Notiz, daß eine einzige jüdische Kontoristin die 16 Prozent jüdischer Angestellter dars teilt, erlauben wir uns darauf hinzinvoLson, daß die* unrichtig ist. Richtig ist, daß wir in unserem Betriebe eine Anzahl Juden beschäftigen, die insgesamt 16 Prozent der Auge*teilteiusehaft ausnutclmn. Von der Richtigkeit dieses Umstandes können Sie »sich jederzeit überzeugen. Wir hoffen, daß Sie loyalerweise dieser Richtigstellung in Ihrem geschätzten Blatte Raum geben werden und zeichnen mit dem A usdni oke v o r z ii g liehet er H o eh a ch tu l ig ODOL Vertriebsgesellscluift in. b. H. (2 uiilo«. Unterschriften) Die ungarischen Baumwolltextil» werke Budapest, 28. März. (2. T. A.) Nach „Ujsag“ haben die Baumwolltextilwerke A.-G., eine deutsche Interessengemeinschaft, auf deutscho Weisung und mit Berufung auf den Arierparagraphen, alle n i c h t a r i s c h e u Angestellten entlassen. Pension Eckstein - Semmering Ein ungarisches Honorarhonsutat in Palästina Budapest, 25. März. (2. T. A.) Auf dio Eingabe der Budapostor Handclsimd Gewerbekatnmer an da.s Handels- und das Außenministerium, die ungarische Regierung möge nicht nur im Hinblick auf die Exporlinteresscn, sondern auch vom Ge- -ichtspunkte der Belebung des Fremdenverkehrs eine diplomatische Vertretung in Palästina systemisieren, hat der Minist er des Äußern geantwortet, daß er die entsprechenden Schritte zur Errichtung eines H o n o r a r k o n s u 1 a t s in Pa 1 ä s t i na eingeleitct habe. Für das Pessachfesl '»mr n« mim Palästina-Mazzoth, Karmel-Weine-Kognac aus RIshon Le Zion, Shemen-Oliven-Salatöl und Seifen, Jaffa-Orangen-Grape Fruit und Orangeade (Asis) Orangenblüten-Honig, sowie sämtliche Spezereiwaren und Sliwowitz rtDB ptT "UTD liefert zu sehr billigen Preisen ins Haus Samuel Halpernf Wien, II., Förstergasse 6, Tel. 46-4-12. Auch Provinzversand