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Die Stimme · 1935-03-29 · Heft 438 (29.3.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 438 (29.3.1935)
Date
1935-03-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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I;■ :*j« | iC I :k SÄ M MM* « JtüsF] m *? ■i ■ ■ i Seite Z Die STIMM! Nr. '438 — 9*. Mfir*. Feststellung kommt, man in nicht« einer Mil dorung dos jüdischen Problems näher. Sie ist nur möglich, wenn eine internationale Aktion das Werk des Völkerbundes voll endet und die jüdische Ansiedlung in Pnlä st hin. vollständig freigibt und sie unter die Kontrolle der Jewish Agency stellt. Die englische Mandatsmaeht zeigtzur Genüge dai.l sie der Frage ratlos gegenübersteht und in dieser Stimmung immer neue Fehler macht. Für England ist die Sorge um das Natio naiheim d*-r Juden eine schwere Last, die es nur aus seinen eigenen militärpolitischen In teressen noch trägt. Zudem wird diese jüdi sehe Frage durch die Vorkommnisse in Deutschland, durch die wirtschaftliche Ver elendung in Polen, durch die Saar und Dan zig. immer komplizierter und schwieriger Sie kann mit den gewöhnlichen Mitteln, mit Unterscheidung zwischen legal und illegal nicht mehr behandelt werden. Nur der gute Wille, das Verständnis der Juden selbst und Ihre von brüderlich-sozialen Gesichtspunkten beherrschte organisatorische Tätigkeit kann dem Problem 'beikommen. England soll die politische und militärische Macht behalten so lange es dies selbst will, aber die Immi gration und die Sorge um den Arbeitsmarkt soll es den Juden selbst überantworten. Kooperation mit England war ganz schön, aber jetzt ist der Hitlerismus da. Herzu. Frauenheilbad Burgenland Tatzmannsdorf Mineral-, Moor- und natürliche Kohleneäure-Sprudelbäder. Kurbeginn 7. April. ZeltgemBBe Pensionspreise. Auskünfte und Prospekte bei der Kurdlrektlon od. bei der Generalvertretung, Wien, I., . Kohlmarht 8, Tel. U-25-104. Meu: Moorpackungen, Moorkompressen in allen Apotheken erhältlich. Der Prinz von Wales und die Zertifikatenot in Wien Während der Anwesenheit des Prinzen von Wales in Wien erhielt er mehrere Briefe von jüdischen Handwerkern, die an ihn die Bitte richteten, ihnen die Einreise nach Palästina zu ermöglichen. Der Prinz übergab diese Briefe der Paßstelle der englischen Gesandtschaft mit cler Bitte, die einzelnen Fälle zu untersuchen und womöglich positiv zu erledigen. Da nun die Recherchen ergeben haben, daß es sich tatsächlich um ausgezeichnet qualifizierte Professionisten handelt, die allen Anforderungen der Palästina-Immigration entsprechen, aber wegen der geringen Zertifikateanzahl, die Wien zugeteilt wird, keine Aussicht haben, in absehbarer Zeit an die Reihe zu kommen hat die Paßstelle der englischen Gesandt schalt an die Palästina-Regierung das Er suchen gerichtet, für diese beson deren Fälle Spezialzertifikate zu bewilligen. WARUM sind dl« bekannten schweren viele Tausende auf STRUH-NAZZOTH runde Strum-Mazzoth so ausgezeichnet vor allen anderen die sie jede anderen Marke verziehen Die Hausfrau hebt lobend hervor: Der Sohn spricht: Ich will deshalb nur STRUM - MAZIOTH unter strengster Einhaltung aller orthodoxen Kaschruth - Vorschriften erzeugt werden.und well sie besonders delikat schmecken! Besonders praktisch beim Kochen und Backen, sehr wohlschmeckend sind STR'JM MAZZOTfl GrieB und Farvel — und überdies frische Ware 1835 ST8UN - MAZZOTH essen, weil sic mir sehr gut munden . .. und vor allein, weil sie sehr hygienisch und nur von jüdischen Arbeitern erzeugt werden! DARUM L’eberall erhältlich! Wenn nicht in Ihrer Nähe — bestellen Sie direkt bei sollen auch -L ie das Pessach- Pest 1035 nur mit den bei Allen beliebten, vorzüglichen Mazzoth- Bäckerei STRUM- MAZZOTH H. STRUM feiern und beim Einkauf auf die Stampiglie ,,H. STRUM * achten, die jedes Paket trägt 11! II.i Rotcmsterngassa 11 Telephon R 41-U-71 uns schließlich zu der entscheidenden Erkenntnis hingeführt, daß das Judentum eine Rnssengemeinschaft ist... Die Rassenlehre vermittelt uns daher ein zureichendes Erkenntnisbild vom Judentum, daß allein einer echten Lösung der Judenfrage als Leitbild dienen kann/4 Das Blatt vertritt auch sonst nur die Belange des Dritten Reiches und ist von einem jenseits der Grenzen erscheinenden Naziblatt kaum zu unterscheiden. Welchem Umstande ißt es wohl zuzuschreiben, daß diese Presse in Österreich frei erscheinen und auf den Straßen vertrieben werden darf? Neue polnische Verfassung angenommen Schuschnigg gegen den „Biut Mythosu In einer Rede, die Bundeskanzler Schuschnigg am 25. März im Frauen- und Mädchenring der Ostmärkischen Sturmscharen gehalten hat, wend-ete er sich unter anderem gegen die nationalsozialistischen Gedankengänge und bemerkte insbesondere: „Furchtbarer Gedankengang, der glaubt, der Weisheit letzten Schluß gefunden zu haben, wenn er vom Mythos des Blutes spricht, w’eil es sich hier um Verkennung der letzten Werte handelt. Gerade aus diesem Saal heraus wächst der Glaube an die Antithese des Mythos des Blutes, das ißt das Mysterium des Geistes.“ »• Rassenantisemitismus in Wien Das seit ein paar Wochen hier erscheinende Ant-ißcmitenorgan „Deutsches Volksblatt14 veröffentlicht einen Artikel unter dem Titel „Rassenantisemitismus“, der zu dem Schluß kommt: „Die Grundforderung des Antisemitismus heißt Ausschaltung der Juden aus unseren Gemeinschaften ... Der kulturelle Antisemitismus hat Hotel King Solomon Neubau am Kamel, “«Ä Komfort, 23 zweibetlige Zimmer, jedeö mit Balkon; Restaurant, Terrasseri-Cafö, alles aufs Meer, an tüchtigem Fachmann zu verpachten« — Näheres: Architekturbureau Ing. Arch. M. Gerstel, Nordaustraße 20, Haifa, Paiestine. Am 23. März haben der polnische Sejm und der Senat die neue polnische Verfassung verabschiedet, die hauptsächlich dadurch charakterisiert ist, daß sie dem Präsidenten der Republik weitreichende Vollmachten anvertraut und daß das proportionale Wahlsystem durch ein System einfacher Mehrheiten ersetzt wird. Bekanntlich war die jüdische Bevölerung in den ersten Parlamenten der neuen polnischen Republik annähernd ihrer Zahl entsprechend vertreten; dies weil die Städte mit ihrem hohen Prozentsatz jüdischer Bevölkerung eigene Wahlkreise bildeten. Später wurde das Wahlgesetz in der Weise umgestaltet, daß die Städte mit rein ländlich-bäuerlichen Bezirken vereinigt wurden. Auf diese Weise wurden die jüdischen Stimmen majoris i e r t, und nur dank dem proportionalen Wahlsystem konnten die Juden einige wenige Mandate im Sejm hlr sich sichern. Im Senat blieben sie ohne Vertretung. Nach der neuen Ordnung müßten die Juden, die in keinem Wahlkreise über eine absolute Mehrheit verfügen, ganz ohne Vertretung bleiben, es sei denn, daß sie mit anderen Parteien eine Koalition eingehen, was aber unter den heutigen politischen Verhältnissen in Polen höchstens mit dem Regierungsblock möglich ist; dies würde aber eine Unterwerfung unter die Regierungspolitik und die Aufgabe jedes Bestrebens, jüdische Postulate vor dem breiten Forum der Öffentlichkeit zu erörtern, beziehungsweise durchzusetzen, bedeuten. Indessen erkennt, die neue Verfassung „allen Bürgern ohne Unterschied der Rasse, der Religion und der Nationalität Gleichheit vor dem Gesetz“ zu. kein einziger jüdischer Vertreter sitzt, wurde während der Budgetdebatte über die jüdische Not nicht gesprochen. Ein Senator des Regierungslagers konnte unwidersprochen behaupten, daß die Juden sich über nichts zu beklagen haben, da es ihnen vorziig l i c h g e h e. Es liegt nicht im Intere'sse des Staates, daß die dreieinhalb Millionen Juden in Polen ohne Ver tretung im Parlament bleiben. Wenn wir fordern, daß die Bestimmung über proportionale Wahlen in die neue Verfassung über nommen wird, denken wir an die Interessen der jüdischen Bevölkerung, die zehn Prozent der Ge'samtbevölkerung Polens ausmacht. Wir wollten diese Bevölkerung davor schützen, daß man sie bei den Wahlen zu einem „K o mpensationsobjekt“ macht. Wir halten an unserem Vorschlag, das System der proportionalen Wahlen weiter gelten zu lassen, fest. Bei der Abstimmung wurde Rothenstreichs Vorschlag nicht berücksichtigt. Der Jüdische Klub enthält sich der, Stimme — Rücktritt des Klub- Präsidenten Dr. Thon Boi der Abstimmung haben sieh die Mitglieder des Jüdischen Klubs der Stimmt) enthalten. Vorher war beschlossen worden, gegen die Verfassung zu stimmen; als alter Ukrainer und Deutsche erklärten, daß sie sich der Stimme enthalten werden, folgten die Abgeordneten des Jüdischen Klubs ihrem Beispiel. Demission Dr. Thons Wegen dieser Änderung der Taktik hat der Präsident des Jüdischen Klubs. Doktor Thon, sein Präsidentenamt liiedergelegt. Die Mitglieder des Klubs nahmen die Demission nicht zur Kenntnis und baten Dr. Thon, sein Amt zu behalten. ln der Abßtirnmiuigssitzung waren von den sechs Mitgliedern des Jüdischen Klubs bloß vier anwesend: Dr. Thon, Ros m a rin, R o t, h e n s t r e i c h und S o in merstei n. Die Deputierten Rose nb I a 1.1 und Jizchak Grün b a u m wellen gegenwärtig in Palästina. ülierenieiDenDtn empfehlen Wetzte iet» beit altbeiucil)rten cjVeblatter r Gauer&Tumt Der Standpunkt des jüdischen Klubs Vor der Abstimmung über die neue Verfassung ira Sejm erklärte Abgeordneter Rothen streich im Namen des Jüdischen Klub3 unter anderem: Die bisherige Verfassung «tützte sich auf die volle Gleichberechtigung des Individuums; sie formte auch die Rechte der Minderheiten, die Gleichberechtigung erhielten. Nach dem Prinzip der proportionalen Wahlen hatten auoh die Minderheiten die Möglichkeit, in den gesetzgebenden Körperschaften vertreten zu sein und dort für ihre volle und faktische Gleichberechtigung zu kämpfen. Die jüdische Vortreterschaft hatte die Möglichkeit, auf Fälle vou Diskriminierung der Juden hinzuweisen, die Regierung über die Nöte der jüdischen Bevölkerung zu informieren, die Juden gegenüber Angriffen auf ihre Rechte und Versuchen, sie als Bürger zu deklassieren, in Schutz zu nehmen. Nun, da beabsichtigt ist, die proportionalen Wahlen abzuschaffen, entsteht in der jüdischen Bevölkerung die begründete Furcht.,' daß sie als territorial nicht zusaramenlebende Minderheit ohne jede parlamentarische Vertroterschaft bleiben wird. Was das Fehlen einer solchon Repräsentanz bedeutet, bewies die Debatte im Senat. Da im Senat Hebräisch - Lehr er (in) für Konversation gesucht (möglichst VI. Bez.). An M. JUNG, postlagernd, Postamt 56 Taufschein vorzulegen In der Beobachtungsstation für innere! Krankheiten der Arbeiter-Krankenversicheruiigskasse Wien (XVIII., Gersthoferstraßö Nr. 120) sind per 1. Mai zwei Sekundararzttellen zu besetzen. Gefordert wird die Vorlage des Taufscheines. Das gleiche wird bezüglich der zwei Sprengelarztstellen verlangt, die für den 1. und 2. Wiener Bezirk derselben Kasse ausgeschrieben sind. Diese Vorsclireibung verstößt gegen diö von der Verfassung gewährleistete GleicÜ-i berechtigung. Die fragliche Kasse ist einej aus öffentlichen Mitteln unterhaltene Anstalt! des Bundes. Ein jüdischer Arzt dieser Kasse, der; 41 Jahre alt ist, wurde per 1. Mai in Pecw sion geschickt. So wird eine Stelle frek gemacht! Die Hechdluz-Konferenz in Danzig Die Leitung des Hechaluz Haklal Zioni in Wien ersucht uns um folgende Feststellung: Im Warschauer „Haint“ war die Nachricht enthalten, daß der Hechaluz Haklal Zioni in Österreich sich an der Konferenz beteiligt, die von Warschau aus nach Danzig einberufen wurde. Der Hechaluz Haklal Zioni in Wien stellt fest, daß' er an dieser Konferenz nicht teilnimrnt, da sie nicht von der Zentrale des Hechaluz Haklal Zioni in Lemberg einberufen wurde. Die Verfolgung der „Illegalen ff Jerusalem, 20. März. (2. T. A.) Vor dem Gericht in S a f e d hatten sich 32 Personen wegen „illegaler Einwanderung14 zu verantworten. Sechs Einwanderer aus Buchara wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt, wobei der Richter den zuständigen Behörden nahelegte, die Verurteilten nach Verbüßung der Strafe im Lande zu belassen, fiallß sie naehweisen, daß sie aus Rußland stammen. Zwei Einwanderer aus Deutschland wurden zu zweimonatigem Gefängnis mit nachfolgender Landesverweisung bestraft. Einem 70jährigen Greis aus Pereioii, der angab, in Jerusalem eine Tochter zu haben, wurde unter der Voraussetzung, daß dios zutrifft, das Verbleiben im Lande gestattet. Ein junger Mann, der behauptet hatte, seine Braut wohne in Tol-Aviv, wurde zu 20 Pfund Geldstrafe verurteilt. Sein künftiger Schwiegervater muß für ihn eine Kaution hinterlegen. Ein 12jähriger und ein lOjähriger Knaho aus Persien wurden zu sofortiger Deportierung ohne vorhergehende Gefängnisstrafe verurteilt. Als „Angeklagte“ waren dem Gericht auch zwei K i n d o r im Alter von 8 und 9 Jahren vorgeführt worden. Ihnen wurde gestattet, im Lande zu bleiben, falls sich Ihre Angabe, daß ihre aus Damaskus stammenden Eltern in Tel-Aviv wohnen, als richtig her-! 1 ausstellt. Zu Gefängnisstrafe und Deportierung wurden ferner sechs Männer aus Syrien, vier Frauen und vier Kinder verurteilt. Die arabische Tageszeitung „Falestine“ meldet aus Beirut, daß die Polizei im Libanon-Gebiet neun Juden beim Versuch, die palästinensische Grenze zu überschreiten, verhaftete. Das Blatt weiß weiter zu melden, daß die syrische Regierung die Regierung von Libanon darauf aufmerksam gemacht hat, daß Juden meistens den Weg von Damaskus nach Beirut wählen, um nach Palästina zu gelangen. An die Grenzwache sei die Weisung erteilt worden, den Versuchen illegaler G renzüberschreitungen größere Aufmerksamkeit zuzuw.cnden. Weitere 1.5 im Gefängnis zu Ak k o unter-, gebracht gewesene jüdische illcgalo Einwanderer, die sich am Hungerstreik beteiligt ' hatten, sind gegen Kaution f r e i g e 1 a «s s o n worden. Restaurant Bllßst “lUO Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs iS V90u. 2*60 SdiwethaterBräu II., Hammerpurgstallgasse j (nächst Salztorbrüdte Telephon A 41-0-25 m Hi ^^:529+/B 157634783626637148697760183663576118967228800672705

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