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Die Stimme · 1935-03-26 · Heft 437 (26.3.1935) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 437 (26.3.1935)
Date
1935-03-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIB STIMM! Fr. 437 WBüam 26. Mär* 1935 Seite 3 i« Aus der jüdischen Presse ]a, W ist Ml Der Friedenspakt „H a s c h o m e r liazair“ (Ttl-Avw) führt die Kampagne gegen die Ratifizierung des Friedenspakies durch die Histadruth weiter. Es meinte daß die Verschiebung der Abstimmung nichts nützen werde. Die Histadruth wird aufgefordert, den Friedenspakt nicht zu ratifizieren. Ben Gurion habe überhaupt kein Recht gehabt, ohne Befragen der Histadruth mit Ja* bolinshy einen Pakt zu schließen. Wenn sich eine Majorität gegen den Pakt aussprechen würde, so würde eine ärgere Situation entstehen, als sie vor dem Pakt bestanden habe. Es sei daher besser, die Abstimmung überhaupt vorzunehmen, da sie auf alle Fälle für die Histadruth ein Unglück sein würde. Die Immigrations politik „Nowy DziennikT (Krakau) schreibt: Das gegenwärtige Immigrationssystem führt auf geradem Wege zur Schaffung eines „Golus<( in Palästina. Der jüdische Arbeitgeber und der fremde Arbeiter das ist die größte Gefahr für das jüdische Palästina. Und dazu führen alle Maßnahmen der Regierung, deren Politik veraltet ist und mit den Sich fortwährend verändermlen Zuständen in Palästina nicht rechnet. Sollte da nicht eine Änderung eintreten und bleiben die östlichen Tore Palästinas offen für die Araber und die ^restlichen eng geschlossen — droht uns nicht nur ein Stillstand in der Entwicklung Palästinas, sondern auch der Verlust der bereits eroberten Positionen. Als Anfang Jänner die Nichtziönisten hrc Beratung des „Administrative Coftnittee“ der Jewish Agency in New York be* endet batten, machte die „J ü d i s o h e Rundschau“ in offiziöser Begeisterung. Als dann Neville Laski von geheimen Beschlüssen der Nichtziönisten orakelte und die „Stimme“ von der Exekutive Aufkläung verlangte,, erschien endlich eine nichts* sagende Erklärung der Exekutive. Jedes Wort war eine Verbeugung vor de» Nicht* zionlsten. Kein Wunder. Hier hatte man es doch nicht mit dem schlimmen Weltverband der Allgemeinen Zionisten zu tun. Jedenfalls tat die Exekutive So, als ob das Problem der Nichtzionisten in der Jewish Agency kein brennendes wäre. Nun-besuchte kürzlich der Nichtzionist Felix Warburg (New York) Palästina, Das Ruthenberg werk „The New Judaea“ (London) schreibt: Der erstaunliche Erfolg der letzten Aktienvermehrung der Palestine Electric Corporation mir nicht nur für den V erwaUungsrat dieser Aktiengesellschaft willkommen, sondern hat sicher auch jenen die Augen geöffnet, die bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten Palästinas skeptisch sind. Ruthenbergs Aktiengesellschaft verlangte bloß von den Zeichnern 600.000 Pfund gegen 4lAprozentige Verzinsung. Aber bereits fünf Minuten nach Beginn der Zeich nung mußten die Schalter geschlossen werden, da bis dahin schon Zeichnungen auf 20 Millionen Pfund Vorlagen. Wenn man die Widerwärtigkeiten bedenkt, unter denen Ruthenbergs Idee verwirklicht Mid seine Firma gegründet wurde, dann muß man große Genugtuung haben, daß sein Werk nach zwölf Jahren so gut fundiert ist. Ruthenberg, der geniale Organisator, der zur Zeit des Beginnes seines Unternehmens die Unterstützung der Zionistischen Exekutive und des Keren Hajessod genoß, verdient je den Kredit für sein Unternehmen. Man muß auch mit Genugtuung konstatieren, daß die Palestine Pötash Ltd., die die chCmikalischen Schätze des Toten Meeres ausbeuiet die Unterstützung dieser zionistischen Körperschaften seinerzeit hatte, sich günstig enJ -wickelt hat und auch leicht das weitere notwendige Kapital erhalten könnte. Palästina und die Juden Rabbiner t)r. Baeck, der Präsident der Roichsvertretung der deutschen Juden, der eben von seiner Paläatinareise Zürückgekehrt ist, äußerte sich über seine Reiseeindrücko gegenüber dom „Hamburger Israelitischen Familionblatt“ u. a. wie folgt: „Wenn irgend etwas in der Geschichte der Judon zeigt, daß eine Vorsehung über uns waltet, wonn sich das alte talmudischo Wort irgendwann bewahrheitet hat, daß Gott vor das Leiden das Heilmittel und die Heilung setzt, so ist es die geschichtliche Tatsache daß ein jüdisches Palästina heute wieder Wirklichkeit ist: ein Land, das Juden Monat für Monat und Jahr für Jahr in steigendem Umfange aufnehmen kann und auf nehmen will. Aus violon Gosprächon sprach, oft er greifend, immer wieder das ehrliche, innig Verlangen der Judon dos Landes nach Bril dern aus Deutschland. Die Bedeutung des Palästina-Werkes für uns deutsche Juden wie für die Juden in aller Welt, findet darin ihren klarsten und hoffnungsreichsten Aus druck.“ / üttltebfame beugen bro'f>enben fernerer Äranflfjmt ober feclifdjer Snfdjütte* xuitgen fitüb ba@ früf^eittge GÄtaiilBetbcn beS *$aareä. 2)aß bewährte ^flarftätfungS* toftucr „tSntrupat" füf)tt ben flefömädjtcn bk betbtttudjteu ftfttöftöffc M fa AMU* »fSfta« uitb $ctü)imud)ß ötbf HAtiitfidje fflteif« bk fettete fratfre rote* bei ersten. ©tue ßrigutalfkifd)c S 8.80, mit t S 9.80. ® ft l) e t, Siett, l.f 2M($ctlc 13. Qn allen größeren u. erfjältltd). PALÄSTINA MELDET: Eine Hand wäscht die andere „harmonische Z u s ä m m ö n a r b e i t“. Öüpienti sat. ln der jewish Agency geschieht dermalen eben nur das, was der Arbeiterpartei gefällt, insbesondere in Fragen der Alijah. Da wird krampfhaft ein Alijah-System aufrechterhalten, das vornehmlich auf die Bedürfnisse der Arbeiterpartei zugeschnitten ist. Es gibt in der Galuth Zehntaii sende von Farn i 1 i e n v Ü t e r n, die mit ihren Familien nach Erez gehen möchten. Das sind g u t a u s g e b i 1 d e t e Handwerker lind — speziell Im Osten auch praktische Landwirte. Für diese Menschen, die ein wertvolles Menschenmaterial für Palästina darstellen Würden, hat man im allgemeinen nur schöne Worte, aber keine Zertifikate. Ein Handwerkerzertifikat kann derzeit nur bekommen, wer Mitglied eines chaluzisohen und die offizielle Zeitung der Arbeiterpartei j Handwerkerverbandes ist, als ob davon die Da War“ nahm diesen höhen Besuch zum j fachliche Ausbildung abhängen würde. Ein Anlaß, um sich mit dem Problem der Nichti MaUn, der jahrelang, von der Pike auf in zionistCn in der Jewish Agency äuseihän*-. seinem Handwerk gearbeitet hat, bekommt derzüsetzen. Sie tut das behutsam, so in der Art: „Achtung! Glas! Sie registriert im kein ChalUzzertifikat. Er hat nicht „Hach- Tone des Bedauerns das Ausbleiben „praktischer Unterstützung“ (lies Geld) seitens der Nichtziönisten im Palästina-Aufbau und eine gewisse „Kühle“ des gegenseitigen Verhältnisses. Sie bedauert die Tatsache, daß sowohl der 1929 nach den Unruhen gesammelte Notetandsfonds und die „Ansiedlung def tausend Familien“ der Einflußnahme der Jewish Agency nicht untersteht und dergleichen mehr. Die Nichtzionisten werden endlich mit freundlichen Worten ermahnt, doch einmal daran zu denken, ihren Verpflichtungen nachzukomiii6n. Aber, jetzt kommt das große Aber: „Dawar“ meint, es sei jetzt nicht die Zeit, sich in einen Streit mit den Nichtziönisten e 1 n z u 1> a s s e n. Es Äöli also Wohl den Nichtziönisten überlassen bleiben, ob sie nicht nur eine Vermehrung ihrer Sitze in d6r Jewish Agency verlangen, sondern auch etwas für den Palästina-Auf* bau tmn wollen. Man ist es sonst von der palästinensischen Arbeiterpartei nicht gewohnt, daß sie den „Bitr-schul“ gegenüber Flötontöne anstimmt. Das Geheimnis ist rasch gelüftet. Warburg äußerte sich in Palästina einem Vertreter der „ITA“ gegenüber: „Ich hatte Gelegenheit., mit der Palästina-Exekutive zusammenzukommen, und es erscheint mir nur fair, zu erklären, claß noch niemals ein solcher Grad harmo* nischer Zusammenarbeit erreicht Wörden ist, Wie hier.“ Warburg, der zürn Unterschied von anderen Nichtziönisten etwas und sogar viel geleistet hat — er hat die Exekutive in einer bösen Zelt finanziell über Wasser gehalten — ist also unzufrieden. Er kann es auch leicht sein. Er ist ein jüdischer Notabler, der für sich allein spricht. Hinter ihm stehen keine Massen., insbesondere nicht solche, die an die Exekutive Forderungen auf Zertifikate, Anslotllung und Böden stellen. Da kann inan leicht von „hatmonisoher Zusammenarbeit“ sprechen und in dor Art des alten Kaisers Franz Joseph sagen: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“ Nun wird man fragen: Es sitzen doch drei Nichtziönisten in der Jöwish Agency, Borgst) n, Hexte r und S ß n a t o r. Was haben die äitszusägetW Nun, Bergsön kt unseres Witssöns ZUrUckgOtreten, Und die beiden anderen Herren haben — die Meinung der herrschenden Arbeiterpartei. Daher die s c h a r ä h“ gemimt. Ein Mann über 45 Jahre, der in seinem Fach Meister ist, kommt von vornherein nicht in Betracht. Ein junger Mensch aber zwischen 20 und 30 mit irgend einem Schnellsiederkurs, ein Ignorant oder Pfuscher itt seinem Fach, der kann sein Zertifikat erlangen. Die Hauptsache ist die „kollektive“ Haolischarah. Die Unsinnigkeit dieses Systems liegt auf der Hand. Trotzdem wird es krampfhaft von der Arbeiterpartei aufrecliterbalten, trotz des Schadens, den es stiftet. Warum es aufreohterhalten wird? Weil eben eine Hand die andere wäscht. Der junge Mensch, der in Haifa ankommt, landet damit bei der Histadruth, also bei der Arbeiterpartei. Der Familienvater aber, der mit seiner Familie nicht in einen „K i b b li z“ gebt, könnte der Klassenfeind, der „Bourgeoi s“ sein Hier wäscht daher die eine Hand nicht die andere. Damit soll nichts gegen die von uns bejahte Notwendigkeit chaluzischer Einwanderung gesagt sein, wohl aber ein Wort zugunsten der von der derzeitigen Exekutive stiefmütterlich bedachten kleinbürgerlichen Elemente. In der zionistischen Bewegung soll — im besten Sinne des Wortes — eine Hand die andere waschen. Es soll eine harmonische Zusammenarbeit lind Ausgleichung der Interessen stattfmden. Es muß das Unrecht gutgemacht werden, daß der kleine Männ durch ein zugunsten der Arbeiterpartei fein ausgeklügeltes System an der Einwanderung gehindert wird. Hier muß die praktische Arbeit der Allgemeinen Zionisten einsetzen. Es handelt sich um eine Machtfrage. Die Arbeiterpartei wird freiwillig in eine Änderung der auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Einwa.nderungsbestinnnungen nie einwilligen und mit Energie von der Palästina-Regierung eine entsprechende Reform zu verlangen. Die Arbeiterpartei hat attöli gar keinen Anlaß dazu, solange die Allgemeinen Zionisten sich dazu hergeben, die Peitschen zu flechten, mit denen sie geschlagen werden. Nur die Allgemeinen Zionisten können für ge fechte Einwamlcrungsbestimnuingcn, für die ohaluatsehe Einwanderung u n d für den Mittelstand kämpfen. Die Zeit, ist vorbei, in der die Allgemeinen Zionisten nur die Geldautomaten Waren. Die Allgemeinen Zionisten sind eine Macht, wenn sie nur an sieh Und die Kraft ihrer Idee glauben und sich straff organkioron. Hochsthule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft In Tel-Aviv Tel-Aviv, 21. März. (Z. T. A.) Am 24. März wird in Tel-Aviv eine neue Hochschule für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft eröffnet. Gründer der neuen Anstalt sind Professor Dr. Franz Oppenheim, der Dozent an den juristischen Kursen in Jerusalem, S. Eisenstadt, dßr Sekretär des Obersten jüdischen Friedensgerichtes und Schriftleiter des „Hamischpat haiwri“, Advokat Dickstein, Bürgermeister Meir DizeUgöff, Professor Dr. Benjamin Siew, ehemaliger Finanzrat der Iettländischen Regierung, und das Mitglied des Pariser Instituts für internationales Recht Professor M. Lazarson. An der neuen Hochschule werden zwei Fakultäten, eine juristische und eine wirtschaftswissenschaftliche, eingerichtet. Die Studien an jeder Fakultät sind auf vier Jahre berechnet. Vorlesungen und Seminare finden in den Abendstunden statt. Ziel der Hochschule ist die Ausbildung von Richtern, Advokaten, Verwaltungsbeamten, wirtschaftlichen Beratern uSW. Voraussetzung zum Besuch der Hochschule ist das Abitur einer höheren Lehr-1 anstalt. Man erwartet, daß der neuen Hochschule binnen kurzem das Öffentlichkeitsrecht verliehen werden wird. Man glaubt, daß ausländischen Hörern der Besuch der Hochschule durch Zuteilung von Studentenvisen ermöglicht werden wird. Das Studiengeld beträgt jährlich 20 Pfund, die Inskriptiönstaxe 1 Pfund. Die Ratifizierung des Abkom• mens zwischen Ben Gurion und Jabotinsk$ Jerusalem, 22. März. (Z. T. A.) Mit 94 gegen 90 Stimmen hat die Konferenz der Miiflagäth Poale Erez. Jisrael (Mapa.i — politische Organisation der palästinensieoben Arbeiterpartei) den Beschluß gefaßt, hinsichtlich des Londoner Abkommens zwischen Ben Gurion lind Jabotinsky von sich ans keine Entscheidung zu treffen, sondern es allein der Konferenz, beziehungsweise dem Plebiszit der Histadruth Haowdim zu überlassen, ob das Abkommen ratifiziert werden soll oder nicht. Ben Gitriön erklärt, die in der Presse erschienene Mitteilung, er, Ben Gurion, hätte gesagt, durch Sanktionierung des Abkommens werde Jabotinsky gezwungen sein, sich der Disziplin dßr Z. 0. zu beugen, sei nicht richtig; er habe eine solche Behauptung auf der Konferenz nicht gemacht. Haus für Chaluzot in Tel-Aviv Jerusalem (Palcor). In Tel-Aviv wird in Kürze durch die amerikanische Frauen-Liga für Palästina ein Haus für Chaluzot errichtet werden. Es ist für die Unterbringung von Chaluzot in den ersten Monaten nach ihrem Eintreffen iu Palästina bestimmt., und es wird sich in ihm auch ein Arbeiterinnßnklub, Werkstätten zur Berufsausbildung der Chaluzot, Arbeit erinnengen ossensohaftem und ein Kindergarten für die Kinder von Arbeiterfrauen befinden. Da.s Haus wird 17 Wohnzimmer, eine Waschanstalt, eiin genossenschaftliches Restaurant, vier Arbeltsräume, einen Bibliothekssaal und einen Saal für den Arbeiterinn en k 1 u b auf w e isen. Bäckerei mit einem Kapital von 25.000 Pfund in Itel-Aviu Jerusalem (Palcor). In den letzten Tagen wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 25.000 Pfund zur Gründung einer großen modernen Bäckerei iu Tel-Aviv geschaffen, die die neuesten und modernsten Maschinen zur Massenherstellung von Brot und Gebäck besitzon wird. Die Gründer dieses Unternehmens stammen aus Wien. Gesellschaft für den Bau von Arbeiterhäusern Zionist*Ortisgrupno (jrni, KUUTHant IwrqoUtlMClion UuUuw'tcnnptndo. JHtrr»n<a»tic Dr. Josef Kasteln: Mit Rücksicht auF die Persönlichkeit uhd die Bedeutung des Vortragenden Ist mit einem Massenbesuch zu rechnen und wird gebeten, Piatzieseivierungen telephonisch (Israelitische Kultusgemeinde, Telephon O 100) vornehmen zu wollen Doi 88, MUtte, prHat. '/,0 Uhr abends Jerusalem (Palcor). Tagen wurde in Pa.lfistii für den Bäu von Arbciti doai jüdischen Koloni In den letzten eine Gesellschaft Wohnhäusern in Judäa« gegriln k Die Aufgabe der Gesellschaft ist die. I ligc Wohnhäuser für die landwirtsdui liehen jüdischen Arbeiter in den Kolon

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