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Die Stimme · 1935-03-22 · Heft 436 (22.3.1935) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 436 (22.3.1935)
Date
1935-03-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Blätter der jüdischen Frau ■.mmm. " WmmmmammammmmmmmmmmmmmmmmmHKKRKHS FRAUENBEILAGE DER „STIMME" * FREITAG, SS. M Ä RZ 1935 » 3. JAHRGANG NR. 1 24* bis 31• März 1935; Die 8. Weltkonferenz der „Wizo“ in Tel-Aviv Die 8. Weltkonferenz der Wizo tritt am 23. März 1. J. unter ganz besonderen äußeren und inneren Umständen zusammen. Nicht nur, daß sie in Tel-Aviv, der atemlos pulsierenden Hauptstadt des Jischuw Zusammentritt, ist da«s Besondere, sondern mehr noch die Realitäten dieses Jischuw selbst, wie sie sich in diesem Augenblick darbieten: der tägliche Zustrom Neueingewanderter, darunter nahezu die Hälfte Frauen und Mädchen, von denen ein sehr großer Prozent satz bei der Wizo Halt und Stütze für die Eingliederung sucht. Und nicht nur die landwirtschaftlichen Schulen und die Meschakim der Wizo und ihrer Partnerin, der Moazath Hapoaloth, werden bis zum Bersten mit der vorwärts drängenden Kraft junger Pionierinnen erfüllt (darunter die 250 Schülerinnen, die von Ada Fishmann bei ihrer Reise durch die jüdischen Massensiedlungen Europas kürzlich ausgewählt wurden), sondern neben dieser innerlich vorbereiteten Gruppe, die sich anschickt, aufs Land zu gehen und dort wertvolle Aufbauarbeit zu leisten, wimmelt es in den Städten von ungezählten Scharen junger Mädchen und Frauen, die ohne jede Vorkenntnis der hebräischen Sprache und der produktiven Arbeit ins Land gekommen Sind — und nicht nur aus Deutschland. Hier ist der Wizo ein gewaltiger neuer Aufgabenkreis entstanden, der ihr über den Kopf zu wachsen droht, wenn sie nicht ihre bedeutenden organisatorischen und erzieherischen Kräfte planmäßig in den Dienst dieser entscheidend wichtigen Frage stellt. Es ist zum erstenmal, daß die Wizo ein großes Stück städtischer Hachsc-harah in Palästina selbst zu leiten hat und noch mehr Aufgaben dieser Art vor sich sieht. Die Erfassung der unproduktiven weiblichen Elemente und ihre Überführung in aufbauende Kräfte ist das wichtigste Problem dieser Stunde für die verantwortlichen Frauen der nationalen Bewegung. Denn gerade von dieser Seite drohen sonst ernste Gefahren für die innere Gesundheit des Jischuw. auf die Verteilung von Einreisezertifikaten für Frauen und Mädchen sichern soll. Mögen die Beratungen der führenden Frauen der zionistischen Weltbewegung, die sich im Frühling in Erez Israel zusammenfinden, von Erfolg gekrönt und dem gesunden Aufbau Erez Israels dienlich sein. Die österreichische Wizo wird durch die Damen Federn, Griffel, Dr. Hofmann, Dr. Kantor, Dr. Liohtenstein und Frau Sabine Weiß, insgesamt sechs Delegierte, vertreten sein. Ferner nehmen an der Reise nach Palästina I schien eine Zusammenfassung der Arbeite» noch zwölf Ersatzdelegierte und Gäste teil, rinnen als Vertretung der Frauen des Ji die das große Interesse der Wiener Wizo an der Weltkonferenz der Wizo in Palästina deutlich zum Ausdruck bringt. Dr. M. H. * Vor der Abreise der österreichischen Delegation fand zu ihren Ehren im internen Kreise der Wizo-Zentrale eine hübsche Abschiedsfeier statt. Bürgerpflichten in Erez Israel Von Nanrey Margulies-Auerbach Tel-Aviv Den zweiten Hauptpunkt dieser Tagung bildet die Entwicklung der Jung-Wizo-Bewegung, die in vielen ihrer Gruppen mehr und mehr zur Alijah drängt. Die Mädchen sind gruppenweise in den verschiedenen Chaluz-Organisationen vertreten und betreiben dort als gleichberechtigte Mitglieder ihre Hachscharah. In Polen gibt es auch Manchem Ohr klingt das Wort „Bürger“ nicht erfreulich. Es hört daraus Behäbigkeit, Bequemlichkeit, Spießbürgerlichkeit, zumindest aber Überheblichkeit, über irgend einen anderen Stand. Unsere Ohren sind an anderes gewöhnt: Arbeit, Chaluziuith, Umgraben der Scholle, herrliche Worte, deren Klang ewig teuer und heilig bleiben wird. Aber wir wollen unser Ohr gewöhnen an ein Wort, das nicht weniger klangvoll und schön, nicht weniger lebenswichtig und lebensbildend, nur noch neu ist und nicht vollkommen, noch nicht plastisch faßbar und noch nicht geistig geformt, aber voller Leben schon heute und voller Bewegung und voller Zukunft: wir sprechen von der Bürgerin unseres Landes. Die ersten schwersten Jahre des Palästina- Aufbaues gehören der einfachen Frau des Kolonisten, die eine Pionierin war im besten Sinne des Wortes. Einfach war sie, sie kam ohne große Probleme und ohne Theorien ins Land, in die schwersten und gefahrvollsten Bedingungen; sietat;alles, was zu tun war und sie schuf die Basis rür die größere Einwanderung in Ereiz Israel. Sie war die Bereiterin des Weges, den das Volk einst gehen sollte. Etwa zwanzig Jahre sind es, da kam in unser Land der neue Typus der jüdischen Frau, die ihr Leben dem Lande weihen wollte. Es war die Chaluzah, die junge Frau, das Mädchen, das Studium und Heimat verließ, Eltern und Freundinnen aufgab und in ein unwirtliches, hartes Dasein auszog, well ein glühender Idealismus sie beseelte, ein unendlicher Opfermut sie vorwärtstrieb — trieb in ein Leben voller Entbehrungen, Größe, und härtester Gefahren. Ihre Rolle im Aufbau des Landes wird ewig unverrückbar feststehen: sie war die wirkliche eigene Kibuzim der Jimg-Wizo die freilich Be,reitfjri„ defi BodfBS, aucJj des seelischen nur einen kleinen Teil der nach Hachscharah strebenden Mädchen aufnehmen können. Die Frage der richtigen Vorbereitung der Chaluzah ist noch ungelöst, und die Wizo wird Tjei ihrer Konferenz versuchen müssen, dieses höchst aktuelle Problem auf breitere Grundlage zu stellen und seiner Lösung näherzubringen. Als erstrebenswertes Ziel darf ein Zukunftsbild hingestellt werden, welches die Wizo als verantwortliche Instanz für die gesamte weibliche Hachscharah zeigt und ihr einen entscheidenden Einfluß ZlonlstisciieSfezliteeHtion Innere Stadl, Wien, I. Neuforgasse 6 nimmt noch einige Vereine » /ür freie Heimabende gegen geringe. Bezahlung auf. Anfragen sind zu richten: An die Bezirkssektion, /. Neutorgasse 6 Bodens für die trägen, schwachen Herzen ira jüdischen Volke. Beide Kategorien von Frauen, konnten nach so vielen Jahren, nicht ihren Typus abgrenzen: vom Lande mußte man in jlie Stadt ziehen, Kinder verlangtem andere Bildungsmöglichkeiten, Mädchen wurden Frauen und Mütter, viele viele neue Frauen kamen hinzu, die Städte wuchsen, ayß Kleinsiedlungen wurden Kolonien, aus Kolonien wurden Städte, das Leben formte sich selbst nach den täglichen Anforderungen, es entstand eine mächtige Schicht von Frauen, die nicht Kolonistinnen und nicht Chaluzoth waren, aber deren Anzahl und Arbeit dem Volke Erez Israels seinen Charakter stark aufprägten, die städtische Frau, ln den Jahren der großen polnischen Einwanderung bildete 6ich diese Schicht heraus, sie litt un i arbeitete hart in den schweren Jahren der Krise und der Unruhen, sie bereitete die Lobe n sm ög lichkeiten für die seit zwei Jahren einetrömenden Massen städtischer Einwanderung — sie war die Bereiterin der städtischen Siedlung, die heute Zehntausende, Hunderttausende von Juden umfaßt, dsm Juden der Golah eine Heimstätte bietet, den Vertriebenen der Welt einen Hafen des Friedens imd ein Ziel ihres Irrens bereitet. Auch ihre Rolle wird unvergeßlich sein in der Geschichte. Ihre Kämpfe und ihre Arbeit, ihr Ringen und Lernen brachten Segen der Allgemeinheit; nur eines hat sie vernachlässigt, im Gegensatz zur Chaluzah, und das ist ihre, eigene geistige Persönlichkeit. Sie hat bis heute ihre Fundierung nicht vollendet; sie hat ihre geistige Beschaffenheit nicht ideologisch unterbaut; sie hat für ihre praktische Arbeit noch keine Theorie gefunden. Sie hat ihr Ziel nicht fest vor sich hingestellt, sie hat es ahnend, vorausfühlend begonnen, und nun ist es an der Zeit, die geistige Form zu finden, die Formel zu schaffen für die große Anzahl von Frauen, arbeitend in Haus und Heim, in Stadt und Vorstadt, in Beruf und Gesellschaft, in Sozialfürsorge und Politik. Sie schuf den Typus der bürgerlichen Frau, der vollberechtigten, vollschaffenden, vollverantwortlichen Mitarbeiterin am Aufbau der nationalen, sozialen, geistigen Form unseres Lebens. So wie diie große Gruppe der Arbeiterinnen in Erez Israel sich zu der Moazath hapoaloth, der Vertretung der Frau in der Arbeiterschaft vereinigte, so schuf sich die Frau des Mittelstandes ihre Organisation in der früheren Histadruth Nashim Ivriofch, die nunmehr mit der früheren Landesgruppe der WIZO, olamith, verbunden ist zur Histadruth Nashim Zionioth, der Landes förderation der WIZO in' Erez Israel. Von ihrer Gesamtarbeit soll in diesem Rahmen nicht gesprochen werden; zu gut bekannt ist den Pfauen der jüdischen Welt ihre Leistung hauptsächlich auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und ihre führende Rolle bei der Vorbereitung der jüdischen Frau für das Leben im Lande mit all seinen viel fachen Ansprüchen. Viel zu wenig bekannt und unterstützt wird aber die große Aufgabe, die nur ßie allein infolge der Struktur ihrer Mitgliedschaft erfüllen kann: die Organisierung und kulturelle Ausbildung der Frau des Mittelstandes, die Schaffung eines Typus, den der Jischuw zu 6einem Aufbau dringend braucht und der vielleicht bestimmt ist, vielfache Mängel zu behoben, Ruhe und Frieden zwischen den Parteien zu stiften, ein Niveau von Ordnung und kultureller Höhe mitzubestimmen; das ist diie verantwortliche, mi tauf bau endo und mitbestimmende bürgerliche Frau. Was noch vor Jahren genügend erschien, ist heute durch die rasende Entwicklung in Zahl und Tempo überholt. Vor Jahren noch schuw ausreichend. Heute aber, wo die Zahl der hier nicht hineinzugliedernden Frauen des Mittelstandes unendlich gewachsen ist, wo sh* nicht nur eine Ziffer, sondern einen ausschlaggebenden Faktor im öffentlichen un i v irtsd aftlichen l eben daretellen, heute ist, die Frage ihrer Erziehung zur Vollbürgerin, zur kulturellen Erzieherin der kommenden Generation eine Lebensfrage des Jischuw überhaupt. Ihre Stimme in den maßgebenden Körperschaften des Landes muß gehört werden; ihre Forderungen für soziale Fürsorge müssen beachtet und untenstützt werden; ihre Vorbereitungsarbeit, ihre Hachschahrah der neuem wandernden Frau, ihre Erziehungstätigkeit für das ungeschulte neu ankommende Mädchen muß eines der Hauptinteressen der jüdischen Welt sein. Ihre Einbeziehung neuer Elemente von Frauen in die Laudesarbeit, in den Kreis hebräischer Sprache und Kultur, ihre Erziehung der Mitglieder zu kulturell hochwertigen Faktoren des jüdischen Lebens muß sowohl im Lande, als auch im Auslande in ganz anderem Maße als bisher gewürdigt und gefördert werden. Die Notwendigkeit, den großen Teil unserer Mittelstandsfrauen in einer starken Organisation zusammenzufassen, ist im Augenblick dringend und ihre Ausführung nur eine Frage der Zeit. Allein ihre große Zahl verlangt gebieterisch nach einer nachdrücklichen Vertretung in allen Fragen des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens, und so wie die Moazath hapoaloth für ihre Tausende von Mitgliedern arbeitet und spricht so wird eine Vertretung jener Frauen eine« Tages ihre Stimme erheben. Diese Vertretung darf niemand anderer sein als die WIZO, vertreten hier durch ihre Landesföderation. Wenn sie es nicht wäre, so würde ihre Arbeit in der ganzen Welt an Bedeutung und an Zugkraft verlieren. Sie schickt uns ihre Mitglieder vom Auslande her; wir müssen sie erfassen, kulturell beeinflussen und erziehen, sie organisieren und mit ihnen den Typus der Bürgerin von Erez Israel schaffen, der alle die Verantwortung mit fibernimmt für Aufbau und Wohlergehen des Landes. Alle einzelnen zusammen sollen die Gemeinschaft bilden, die Großes schaffen wird in der Gestaltung des Volkes, des sozialen Lebens, der gesellschaftlichen Einrichtungen. Sie alle zusammen, sie könten eine Macht bilden, die der Bedeutung der Wedt-WIZO würdig ist. Die Zeit ist vorüber, da ein Komitee, und sei es das produktivste und erfolgreichste, für irgend eine Gesamtheit sprechen konnte. Das lebendige Leben spricht durch sich selbst; diie Frauen sehen auf die Frauen, die sie kennen und von denen sie wissen, daß sie mitleben, mitarboiten, mitleiden. Sie wollen vertreten sein durch eine starke Organisation, der sie selbst ihre Form und ihren Inhalt geben. Sie wollen ihre For-r derungen stellen durch sich selbst an alle. Sie wollen, daß die heranwachsende Generation erzogen und beeinflußt werde von Müttern, denen nichts Jüdisches fremd ist, denen Erez Israel leibliche und seelische, geistige und kulturelle Heimat geworden ist. Sie wollen in die großen jüdischen Körperschaften Frauen ihrer Wahl schicken, die mit Ernst imd Nachdruck ihre und die allgemeinen Forderungen vertreten. Diejenige Frauenorganisation, die ihnen alles dies gibt und ermöglicht, wird ihre Repräsentantin sein. Es hängt von der moralischen Unterstützung der Welt-Wizo ab, ob sie selbst, vertreten durch ihre Landesföderation, diese Oer Vereint für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, I., Kohlmessergasse 4. Telephon U 27-0-05 sucht d r I n,g c vt d Stellen für: ä) Kontoristen Buchhalter, langjährige Geschäftsführer aus der Schuhbranche, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure. Kellner, Innenarchitektin, Krankenpflegerinnen und Heilmasseurinneti, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfächer; b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art (darunter auch Chemiker, Installateure, Bauingenieure, Schneider, sowie ungelernte Arbeiter); c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. In demselben Verein sind derzeit offene Stellen fttr: geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit Sprachkenntnissen. Mascliinnäherinnen für Herrenhemden eingearbeitet (Spezial Kragennäherinnen). Perfekte Zuschneider für Herrenwäsche. Kanditensieder. Tapezierergellilfe (auf Kinderwagen eingearbeitet). Metallarbeiter für Palästina (Profilieren, Stanzen, Löten, Schweißen, elektrisch und autogen). 14293693

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