Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 435 (19.3.1935)
- Date
- 1935-03-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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dann die Bodenhesohaffung erleichtern. Es steht am-h nichts im Wege. Siedlungen in Transjordanien anzulegen. Du-m kompakten Siedlungen sind auch vom strategischen Standpunkte vorteilhafter als kleine Objekte. Da der durchschnittliche Geldbedarf pro Familie nur höchstens 1-0 Pfund an Stelle der heutigen 1000 Pfund bei den sogenannten KapiuvUsteneinwanderern tretragt, wäre die Übersiedlung von einer halben bis zu einer Million Familien innerhalb zehn Jahre mit Leichtigkeit durclizufiihreri. Das Tempo sollte anfangs vorsichtiger sein und später könnte dieses, auf Grund der erworbenen Erfahrungen, beschleunigt worden. Es ist zu hoffen, daß die englische Regierung der Errichtung solcher Siedlungen, welche die ansässige Bevölkerung in keiner Einsicht stören, niemandem Boden, Wohnung oder Art. eit wegnehmen und abseits von der Weltpolitik und von der Weltwirtschaft ruhig für sich selbst arbeiten und leben wollen, keine Schwierigkeiten entgegenstellen wird. Die Erteilung von Einwunderungszertifikaten an Leute, auf welche die fertige Wohnung und die sichere Existenz wartet, wäre sicherlich leichter zu erwirken. Nach dem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. an der sich die Herren Direktor Ing. Freundlich, Oberbaurat Ing. Fischer, Kommerzialrat Paul Kürt. Prof. König stein, Ing. Glückseelig und Ing Lichteustein beteiligt haben. Gegen liber dem Einwand der Kostspieligkeit eine» Euxusbanes wurden die Baukosten des Wiener Hochhauses mit denen der Wiener Stadtrandsiedlungen verglichen, welche letztere — trotz der bescheidenen Ausstattung —- teurer kommen. Den heute von anderen Stellen häuft« propagierten Nebenerwerbsiedlungen gegenüber stellte der Vortragende fest, daß diese die Arl-eiter nur mit der halben Menge der notwendigen Lebensmittel versorgen; die andere Hälfte sowie die Industrieprodukte muß er aber kaufen. Kann er aber seine Arbeitskraft nicht außerhalb der Siedlung verwerten, dann muß er darben. Die propagierte Siedlungsweise verwertet aber die Arbeitskräfte zu 90 Prozent innerhalb der Siedlung. Die Abhängigkeit von dem Außenmarkt ist also uur zehnprozentig. Mit anderen Worten, die Siedlung ist zu 90 Prozent krisenfest. Ein Redner propagierte nach den Erfahrungen der letzten 100 Jahre eine starke Industrialisierung Palästinas, da dieser Weg die Reichtümer der modernen Zeit gegchaffen hat. Die anderen haben sich wieder nach den allerletzten Erfahrungen für die Rückkehr zum Boden, zur Landwirtschaft, ausge>sprochen. Ing. Vertes bewies, daß beide Auffassungen falsch sind. Die Wahrheit liegt in der Mitte: von Lebensmitteln und von Industrieerzeugnissen sollen wir nach Maßgabe des Bedarfes produzieren. Dann haben wir keine Sorge um den Markt, dessen Aufnahmefähigkeit wir nicht beeinflussen können. Falls die Siedlung möglichst alles selbst erzeugt, dann entwickelt sich der Austausch innerhalb der Siedlung, wo auch die gegenseitige Kaufkraft vorhanden ist. Der Referent ist keinesfalls für eine sinnlose Autarkie, aber ebensowenig für eine sinnlose unbedingte Verknüpfung mit der Weltwirtschaft. Der Auffassung gegenüber, daß es unter den Juden zu wenig Handwerker und Bauern gibt, stellte der Referent fest, daß •die mechanisierte Arbeit rasch zu erlernen ist. Diese geht ohne besondere Anstrengung vor sich und läßt dem gebildeten Menschen Zeit für intellektuelle Neigungen. Es wäre angezeigt, daß dieser Plan von den interessierten und maßgebenden Faktoren einer ernsten Behandlung unterzogen werde. Wenn wii auch nicht in allem mit den Ausführungen de« Ing. Vörtes einverstanden sind, glauben wir jedoch feststellen zu dürfen, daß dieser Vorschlag einen Ausgangspunkt zur Revision und Verbesserung der gegenwärtigen Aufbaumethoden und des jetzigen Siedlungsweeen« bilden könnte. Dr. F. Pick holz. AUS PALÄSTINA schreibt uns ein langjähriger Verbandskollege ln leitender Stellung (auszugsweise Wiedergabe): .Trau, schau, wem. Es gibt in der ganzen Welt anständige und unanständige Menschen. Das Warenüberangebot führte zur Verschlechterung von Zahlungsbedingungen. Offerte, die nicht cif oder fob Jaffa-Haifa gestellt werden, sind zwecklos. Waren minderer Qualität fanden früher reißenden Absatz, doch heute kommen nur Qualitätswaren bei billigen Preisen und günstigen Konditionen in Betracht. Arbeiteohancen sind noch für alle Berufe, jedoch nur für selbständige Qualitätsarbeiter und ma nuelle Berufe. Für andere Arbeiter sind die Risken zu groß. Das Leben hat sich in der letzten Zeit wohl verteuert, jedoch ist daß«e!be immerhin noch relativ billiger wie in Europa, bis auf das Wohnen. Diesbezüglich ißt in der nächsten Zeit eine Besserung kaum zu erwarten. Die Dichtheit an Menschen nimmt zu, nicht hingegen die Wohngeiegenheiten. Konjunktur ißt un-geschwächt günstig und dürfte anhalten, so lange Kapital ins Land etrömt. Ein Rätsel bleibt e<s noch immer, wie es werden wird, wenn einmal eine Sättigung eint ritt und der Zustrom am Kapital ausbleibt. Betrübend ist noch immer die Wirkung der Bodenspekulation und das Fernhalten von der Landwirtschaft .. Kollegen fn Palästina und PalüsHnarefsetule' Fachsekflonett werden gebeten, ihre Eindrücke und Er-j Rillen demnächst gebildet werden. Zu fahrungen und alles Wlesenswerte, was den I diesem Zwecke ißt es nötig, daß jene Kol- Wiener Kollegen nutzbar ist, in kurzgefaß-■ legen, die eich hiefiir imereßaioren, umter Form dem Verbände zur Verfügung zu! gehend Ihre Meldung, für welche Sektion sie stellen, welche in den Mitteilungen des 1 Interesse haben, an da« Sekretariat senden. Verbandes jüdischer Ingenieure veröffentlicht werden. Weiche Erfindungen haben Erfolgsaussicht? Kleine Kompressoren. Verbet-senutgeu von Kühlanlagen, benzinlose Feuerzeuge, Trockenimitfel für Zement, Glühlampen für Universalspnnmmg. respektive für umßchaltbare Stromstärke. Ersatz für Dachpappe (billigere Herstellung und bessere Haltbarkeit), Benzinturbinen, Petroleumvergaser. Weitere Anlegungen folgen. Erfindungen. Mitgliedßkollegen erhalten kostenlose Beratung ehe sie ihre Patente anmelden, respektive verwerten wollen. Technische Zeichner finden fallweiße Gelegenheitsverdien.st. Adressenangabe und Angabe de<s Spezialfaches genügt. Vorträge Im Technischen Museum. Die Kollegenschaft wird auf die lehrreichen Vorträge dortselbst aufmerksam gemacht. Jeden Samstag, 4 Uhr nachmittags, und Sonntag, 10 Uhr vormittags. Eintritt j zise 8 Uhr 50 Groschen. Giltig auch für das Techj Ksioll: De Voranzeige über Fernkurse über: Praktische Winke für Elektro« immteure im I solche die es werden wollen, beginnen in der nächsten Nummer der Milteilung des Verbandes jüdischer Ingenieure. Kurse für Berufsumschichtung. Mitglieder, weichtsich an solchen beteiligen wollen, senden Anregungen an das Sekretariat. Im April werden folgende Kurse vom Verband veranstaltet: 1. Kurs für Galvanoplastik, Vernicklung, Verchromung. 2. Kurs für clektrißche Installation und Montage. 3. Die Gnmdelemente für das Baufach. Vorträge des Verbandes im Verbandslieim, XVEIT., Weimarer". 7. Am Donnerstag, den 28. .März 1935, Ingenieur Karl Blitz- Aus der WorkstäUe eines erfolgreichen Erfinders. — Winke, Ratschläge im Ernst und Humor. Am Donnerstag, den 4. April 1935, präabends. Baumeister Tng. Simon Unfug und die Notwendigkeit niß&he Museum selbst. Samstag auch! der Lebrlingsbildung und Schnellsiederösterrefchische Kollegen In Palästina. In den letzten fünf Monaten fanden in Palästina feste Stellung ein Kollege als Architekt, ein Kollege als Teilhaber eines Unternehmens für Kabellegung, ein Architekt a.le Leiter einer Möbelerzeugung. Preisausschreibung: Vielfachen Wünschen entsprechend, will der Verband eine Vereinsnadel mit- Insignien des VerbandeB schaffen. Der angenommene Entwurf wird prämiiert, die Entscheidung bleibt allein dem Ausschuß da« Verbände« anheimgestellt und ist inappellabel. Die tönende technische Wochenschau. Freie Volontärstellen zwecks Berufsum- Schichtung. Der Verband ist in der Lage, einige Kol legen in erprobten Werkstätten als Volon täre unterbringen zu können, und zwar: Schnitte- und Stanzenmacher, Maschinenbauer, Konstrukteure. Kollegen soll geholfen werden. Dies ißt nur möglich, wenn der Verband in seinen Bestrebungen unterstützt wird, Der kleine Mitgliedsbeitrag von ö. S. 6.-- pro Jahr ist sicherlich für jeden erschwing lieh und werden die Kollegen gebeten, die Rückstände nachzuzahlen. Jedes Mitglied Prämie ist eine praktische Spende eines j werbe neue Mitglieder. In der Stärke liegt Verbandsmitgliedes. | die Kraft. Aück füc Sic Unsere Lesestube Im Verbandsheim steht den Kollegen jeden Donnerstag zur Verfügung. Bis auf weiteres müssen wir uns auf die Sitzungszeit von bis 9 Uhr beschränken, doch ist im Monate April eine Erweiterung beabsichtigt. Die vorhandenen Fach- und Tage«- biätter Mnd Spenden von Mitgliedern uni wird um w-eitere Überlassung solcher ge* beten. 1. Bei Berufsunfähigkeit INVALIDITÄTS-RENTEN 2. Für ein sorgloses Alter ALTERS-RENTE N 3. Im Ablebensfalle HINTERBLIEBENENRENTEN XU günstigen Bedingungen VERSICHERUNGS-AKT.-GES. PENSIONS-VEREIN WIEN,I.,SCHELLINGGASSE 1 kurße im Bau wo Am Donnerstag, den 11. April 1935, präzise 349 Uhr abends, Prof. Ing. Armin Hiksßerl: Richtige Berufsausnützung und Bernfseignung in bezug auf Arbcitsmöelichkeiten in Palästina auf Grund fünfjährigen Studiums in Palästina. Die Vorträge beginnen pünktlich. -— Vorher, K>8 biß 8 Uhr, Berichterstattung über Verba ndsangelogenheiten. — Gäste willkommen! Ausschußsitziingen an Vortra.gsiagmi entfallend; von den fallweisen Ersatz,Sitzungen werden die Ausßchu ßm itglie-de r be na oh rieh ti-g t. Ausschußmitglieder treffen sich jeden Donnerstag, 348 Uhr abends, im Verba ndßheim. XVIII., Weimarrrgaßse 7. (Zweite Haltestelle der Straßenbahnlinie 41 vom Gürtel.) Bibliothek. Ee wird um Buchspenden für unsere anzulegende Bibliothek gebeten. Freiwilliger Archivar, der ehrenhalber, diese zu führen geneigt ist, wird geßiicht. Technische Artikelserie beginnt über die neuesten Errungenschaften in der nächsten Nummer. Wir bitten um Adressen von Kollegen im Tn- und Auelande, denen wir unser Mitteilungsblatt“ für Propagandazwecke «enden könnten. Nach Palästina werden allmonatlich die Mitteilungen des Verbandes jüdischer Ingenieure zur Zeit an 200 Adressen abwechselnd gesandt. Wir suchen freiwillige Mitarbeiter für unsere „Vorbandsmitt eilungen“. Wir bitten um Anregungen und Kritik unserer „Verbandismitteilungen“ mit Vorschlägen, wie rnan’s besser macht, Jüdische Kulturstelle. Verbandßmitglieder zahlen dortselbst gegen Vorweisung der Mitgliedskarte für 1935 und 1936 einen Betrag von S 2.—, somit S 1.— pro Jahr. Markentausch wird von einigen Mitgliedern angestrebt. Lehrling gesucht. von alieingeführter Elektro-, Gas- und Wasser-Installationsfirma. Nur solche Reflektanten kommen in Frage, welche über gutes Zeugnis und gutes Benehmen ver-i fügen. Rechtsauskünfte für mittellose Kollegen erteilt kostenlos bekannter Anwalt in Wien, Förderer unseres Verbandes. Nähere« durch das Sekretariat. Iv ge nt Um er, Verleger und Herausgeber: Zionit'lischer Landesveiband für Gstenfich, YVmn, I.. Mare-Aui-el-StraUe 5. — VeranUvoitli"her Redakteur: Irnre Kaiser, Wien, 1„ Mare-Atu al- Stia/.ir 5. - Druck: Vomay A. G\, Wien, IX., Caulsiusgasse 8 -10.