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Die Stimme · 1935-03-15 · Heft 434 (15.3.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 434 (15.3.1935)
Date
1935-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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tofto 4 Dil STIMM! xt. m lß.MSrt los» RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTC. 5 KÖLLHERHOFG. 1 SBMMaaauM Ben-Djelloul beteuert .. Aue Constantine in Algerien, wo unlängst der berüchtigt gewordene Pogrom arabischer Nationalisten auf Juden stattgefunden hat, wird gemeldet: Der französische Innenminister Marcel R 6 g n i e r setzte in Constantine seine Verhandlungen mit den Vertretern der Bevöl kesnng fort. Er empfing zunächst eine jü dißche Delegation unter Führung des Ge neralrats L e 11 o u c h e, die iihm ihre Loyalität gegenüber Frankreich versicherte und noch einmal die Entetehuugsgeschichta der schweren Zusammenstöße vom 5. August 1934 darlegte. Die Delegat-ionsmitglieder er klärten, die Juden von Constantine betrie iben keineswegs Wucher, wie man ihnen vorgeworfen habe. Minister R6gnier emp fahl der Delegation, ihre Glaubensgenossen sollten gegenüber den Muselmanen besondere Zurückhaltung üben. Das wichtigste Gespräch führte der Innenminister mit dem Oppositionsführer Dr. Ben-Djelloul und seinen politd .sehen Freunden. Der eingeborene Oppositionsführer beteuerte seine vollkommene Loyalität gegenüber Frankreich und erklärte, die Vorgänge in Constantine .hätten nur lokalen Oharakter getragen. Sie seien nicht das Resultat einer antisemitischen oder antifranzösischen Bewegung. Er kämpfe zwar für die Gleichheit der Rechte der Eingeborenen, werde sich aber stets vor den Entscheidungen des französischen Parlaments beugen, gleichgültig, wie diese ausfallen mögen. Regnier führte im Anschluß daran mit Ben-Djelloul noch eine Privatunterhaltung, in der es dieser erneut weit von sich wies, gemeinsame Sache mit ausländischen Kreisen zu machen. Ben-Djelloul wurde von der französischen Presse nachgesagt, daß er der Führer im Pogrom von Constantine war und unter dem Einfluß der deutschen Nationalsozialisten stehe, wofür als Beweis angeführt wurde, daß seine Anhänger sich zuweilen mit „Heil Hitler" begrüßen. SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 6 80 aufw.) nommen haben und grundsätzlich wurde die isität in Freiburg (Schweiz) dem Kon Beteiligung katholischer Professoren, Theo logen und Soziologen von päpstlichen Universitäten zugesagt. Ursprünglich hätte der Kongreß in Prag stattfinden sollen, jetzt aber hat die katholische U n i v e rgreß die Gastfreundschaft angeboten. Es wird dies die erste Gelegenheit sein, wo katholische Theologen und jüdische Wissenschaftler auf diesem Gebiete Zusammentreffen werden.“ Aus der jüdischen Presse Die Disziptiukiausel Hll «Qr 20jährige jüdische Waise durch Stallung als Kfndaifräulein. Scheut auch keine Arbeit im Haushalt. Mittelschulbildung. Nachfrage U 43-8-86. Der Vatikan stimmt Zolls eh ans Anregung zu Die Olmützer katholische Zeitung „N a ä i n e c“, die immer über gute Informationen aus dem Vatikan verfügt, schrieb dieser Tage: „Die jüngst abgewickelte Enquöte der ,Prager Presse1 über die Rassenfrage hat auch im vatikanischen ,Observatore Romano4 Beachtung gefunden, das besonders auf die Kundgebung des Zionisten Prof. Z o 11 s c h a n aufmerksam wurde. Zollschan hatte eine Konferenz über die Rassenfrage angeregt, die in der Tschechoslowakei stattfinden soll. Hiezu erfahren wir, daß die vatikanischen Kreise diese Anregung zustimmend aufge- TREFFER ANLEIHE PQIUZEN S«9«n Motvttiprjmi*» ln der schreibt Dr. Schwarz hart: „Ich stelle fest, daß die Exekutive uns überhaupt keinen Antrag über dw. Einfügung der Disziptiukiausel in den Scheitel vor gelegt hat, und daß also es über diese Frage weder eine Diskussion noch einen Beschluß gegeben hat. Dagegen hat die Exekutive erklärt, daß sie in der Frage der Deform des Kongreß Wahlrechtes den zuständigen Organen der Bewegung Anträge unterbreiten wird, nach welchen: a) jeder Wähler vor der Abgabe des Schekels eine Formel über die Disziplin gemäß dem Beschlüsse des 18. Kongresses unterschreiben soll, und b) jeder Schekelzahler erst nach dem Unterschreiben einer solchen Erklärung das Recht eines Mitgliedes der Organisation ausüben kann; c) daß bei der Veröffentlichung der Kandidatenliste filr den Kongreß jeder Kandidat eine schriftliche Erklärung abgeben muß, gemäß der Disziplinformel nach Antrag a). Die Repräsentanten des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten haben sich die Stellungnahme in der Frage des Antrages a) Vorbehalten, haben den Antrag unter b) abgelehnt und in Bezug auf Antrag c) haben sie eine Änderung der Formel in der Weise verlangt, daß die Formel lauten soll: ,Ich anerkenne das Baseler Programm und erkläre, daß ich mich bedingungslos der Disziplin der Zionistischen Organisation unterwerfe! Und in dieser Form haben die Vertreter des Verbandes den Antrag c) angenommen als ein Projekt zur Beschlußfassung der kompetenten Behörden, weil die Exekutive nur das verlangt hat. Das ist — die wirkliche Wahrheit und die ganze Hetze der revisionistischen Presse in dieser Frage — ist Bluff und Brunnenvergiftung... Die Exekutive ist in dieser Sache vollkommen in Ordnung, da sie beschlossen hat, alle Anträge, für welche sie Boden vorzubereiten hatte, den kompetenten Instanzen vorzulegen, das heißt dem Kongreß, beziehungsweise dem Aktionskomitee im Rahnen seiner konstitutionellen Rechte. Wenn also die Revisionisten den angeblichen, nicht existierenden Beschluß zwischen der Exekutive und dem Weltverband der Allgemeinen Zionisten in der Frage der Disziplinformel auf dem Schekel als eines der Hindernisse für die Kooperation innerhalb der Zionistischen Organisation und der Beteiligung am Kongreß angeben, so trägt dieses Argument jegliches Zeichen einer politischen Ausrede, welche zurückgewiesen werden muß. Das Wesen der Frage liegt nicht im Schekel, sondern im Leben, in der Disziplin gegenüber der einen souveränen, alle Zionisten umfassenden Organwation. dieser Hinsicht aber werden sie den ganzen Weltverband der Allgemeinen Zionisten auf der Seite derer finden, welche für diese Souveränität kämpfen.“ Chwila” zeigt, ln Polen ist es notwendig, aggressiv zu sein. Dort muß der Revisionismus eine kämpferische Organisation sein und kann ohne militärisches Gehaben nicht auskommen. Es wird für die Anhänger J abotinskys in Amerika und den Revisionismus in Polen schwer sein, sich aufeinander abzustimmen. Die Verschiedenheit der Methoden muß früher oder später zu einem Durchbruch führen. Wenn Jabotinsky nach Polen zurückkommt und sich dort etwa so ge haben sollte wie jetzt in Amerika, dann wird er einen schweren Kampf mit seinen polnischen Anhängern auszufechten haben, die sicher nicht mit den revisionistischen Propagandamethoden Madd in USA. 1935 übereinstimmen. Die deutschen „The Jewish Chro- Juden nicle“ meldet, daß nach Berichten aus gut unterrichteten Kreisen die deutsche Regierung ihre Haltung gegenüber den deutschen Juden, die in Deutschland wohnen, radikal ändern will. Die jüdischen Organisationen Deutschlands werden sich nur mit ihren statutarischen Angelegenheiten beschäftigen dürfen und es wird ihnen nicht erlaubt sein, sich mit öligemein-polilischen Fragen, insbesondere der Fortflauer des Aufenthaltes der Juden in Deutschland zu beschäftigen. Es bestehe die Gefahr, daß die. Zeitung des Zwntralvcreines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens verboten wird. Nur die Zionistischen Organisationen würden in der Lage sein, ihre Arbeit ungehindert fortzusetzen, aber mir insoweit, daß sin sich nur mit jüdischen Angelegenheiten, aber nicht damit beschäftigen dürfen, daß Deutschland ihr Vaterland sei. Erklärungen Dr. Goldmanns in Genf Revisionismus ln Amerika „The New Pale.- stine(i (New York) ironisiert Jabotinsky, der ln Amerika eine soignierte und auf Friedenstöne abgestimmte Propaganda führt und schreibt: Was Jabotinsky in Amerika als nützlich erscheint, gilt in Polen als Provokation. Es ist unmöglich, daß der Revisionismus in Polen friedfertige Methoden und Allüren Anläßlich einer Generalversammlung des Schweizer Keren Hajessod in Genf wurde für das Rechnungsjahr 1934 ein Gesamteingang von schw. Franken 52.746.— fest gestellt. Dr. Nahum G o 1 d ma n n hielt in dieser Versammlung ein Referat über die politische und wirtschaftliche Lage in Pa lästina, in welchem er sowohl die positiven wie auch die negativen Seiten des gewalti gen Aufschwunges im PaUistinaaufbau be leuchtete. Er wies darauf hin, daß heute unter den Juden keine Propaganda für Palästina mehr nötig sei, da diese von der beinahe be ängstigenden Prosperität schon mehr als genug besorgt wird. In zwei Jahren sind mehr als 100,000 Menschen Ina Land gekommen, In den Banken liegen trotz der großen Investitionen im Lande noch 14 bis 15 Millionen Pfund Depositen. Im letzte» Jahre wurde aus Palästina an Verwandte in Polen etwa 150.000 Pfund Unterstützungen geschickt und noch weit erheblichere Be* träge sind an deutsche Angehörige geflossen. Auch das zeige, daß Palästina im jüdischen Volk eine einzig artige Stellung eingenommen hat. Als Schattenseiten des Aufbaues führte er die Bodenspekulation und die Fluoht vor landwirtschaftlicher Arbeit an. Erstere müsse durch moralische Mittel, wie Verwarnung, öffentliche Anprangerung seitens vom Kongreß zu schaffender neutraler Kontrollinstanzen bekämpft worden. Der Landflucht könne nur durch Stärkung der nationalen Fonds und Neuerworb großer Bodenflächen, deren Kolonisation die chaluzisohe Emek-Ideologie wiedererwecken könnte, Einhalt geboten werden. Zur Politik übergehend, stellte Dr. Goldmann fest, daß der jetzige engiUßobe Qberkommissar mehr Verständnis für die jüdischen Ideale habe. Die Administration sei gut, aber kleinlich. Die Regierung tue für die Juden nichts, lasse sie jodoch gewähren. Zwischen Verwaltung und Fortschritt herrsche ein Mißverhältnis. Post, Wege, Eisenbahnen »sw. seien in einem schlechten Zustando und werden nur langsam geändert. Das arabische Problem sei von der Lösung am weitesten entfernt, doch wäre die heutige Situation psychologisch für eine Einigung güns t i g, weil die arabischen Politiker angesichts dor rapide» Erstarkung de« Jisohuw die Illusion, die Juden eines schönen Tages „ins Meer werfen“ zu können, wohl die die endgültig begraben haben dürften. Für Exekutive komme es nun darauf an, wilden Aktionen der beiderseitigen Extremisten zu bändigen und clcn ganzen Aufbau, der nationalen Disziplin zu unterwerfen. Dazu ist eine starke Organisation und eine geeignete, auf breiteste Koalition gestützte Exekutive notwendig. Es wird diö Aufgabe des diesjährigen Kongresses sein, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Für die uns zugekommenen Beileidskundgebungen anläßlich des plötzlichen Ablebens der Gattin und Mutter Cilla Gross danken wir hiemit bestens. Perez Gross Dr. Heinrich Gross Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO 1„ Wollzeile 16 Tel. R 24-2-16 3. Woche und sein Kamerad Prolongiert I Beginn: 4, 8/*0, V88, %10 Uhr Leopolflstsater voihskino II. Rotsnsterngasee 7a Telephon R 40-0-23 Vom 16. bis 18. Mürz 1085 Wochentags */a6, 7*8, 7*10 Uhr, Sonn- und Feiertag 7,4 Uhr VI., MnrJahilferstraße 37 Telephon B 20-208 Vom 15. bis 18. Mär* 1085 In Flammen Beginn : 7*4, 7*6, 7*8, 7*10 Uhr VotlvporK-Kino IX., Währingerstraße 12 Telephon A 18-8*06 Vom 15. bis 2t. Mörz 1035 Alkohol Täglich: 4. 7,0. 7,8. 7*10 Uhr Zionistische Sektion — Frauengruppe — Klub Junger Zionisten Marlahllf-Neubau (VI-, Loqualplatz 11) Telephon B 20-o-8l „Großer Purim-Rummel in Tel-Aviv" (Akademie mit Tanz) Samstag 10. Mär* 1930,7,9 Uhr, Im Etebliuemwt Voiksgarton AUS DEM PROGRAMM Hilde Dullskaja, Trude Voigt, Fritz Sclmiker, Kurt Karsten, Fred Berger Karton Im Vorverkauf S 2'SO, an dor Abendkasse S 3*—

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