Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1935-03-15 · Heft 434 (15.3.1935) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 434 (15.3.1935)
Date
1935-03-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054140-3054189--4903-3060576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 434 — 15. März 1935 Seit» 3 OIE STIMME Rishon le Zion nur dieser Name bürgt für Echtheit und Güte beim Einkauf von Palästina sW ein fytYptm.nl'? VEREINIGTE GROSSKELLEREIEN RISHON LE ZION Wer stört den Frieden? Weltverband der Allgemeinen Zionisten will Round-Table-Konferenz Krakau, 12. Mürz. (2. T. A.) Der Weltveiband der Allgemeinen Zionisten hat sieb, wie die „JTA“ erfährt, an die Zionistische Exekutive mit dem Ersuchen gewandt., die zionistische Rotmd-Table-Konfrrenz wieder einznberufen, um den innerfcionist.ischen Frieden zu befestigen. Der Welt verband teilt mit, daß eich ihm in der letzten Zeit vier allgemein-zionistische Jugendorganisationen, die rund 60.000 eingetragene Mitglieder repräsentieren, angefieblossen haben. „Haolam“ gegen Round- Table-Konferenz London, 11. März. (2. T. A.) Das Organ der Zionistischen Exekutive „ITaolam“ führt zur Frage der innerzionistischen Befriedung unter anderem aus: Nach der Krakauer Konferenz der Union der Zioniisten-Reviisionksten, in der die Revisionisten die Disziplin der Zionistischen Organisation ganz von sich geworfen haben, ist eine Grundlage für weitere Verhandlungen mit den Revisionisten betreffend Frieden innerhalb der zionistischen Bewegung n i o li t m e h r vorhanden. Eine Round- Table-Konferenz aller Parteien, wie sie die Revisionisten Vorschlägen, würde zu keinem Ergebnis führen und nur den Revisionisten eine weitere Gelegenheit geben, ihre Unabhängigkeit darzntun. Die revisionistischen Mitglieder des Aktionskomitees, sofern sie noch in der Zionistischen Organisation stehen, werden zu der Jerusalemer Aktions- Koniitec-Sitzmig kommen und dort Gelegenheit zur Revision ihrer destruktiven Politik haben. Eine Round-Table-Konferenz kann ihnen auch nicht mehr bieten, da der Grundsatz zionistischer Disziplin nicht verlassen werden kann. Trotz Abbruchs der Verhandlungen seien die drei erreichten Übereinkommen in Kraft. Doch sei darauf zu verweisen, daß die Revisionisten diesen Übereinkommen dadurch ausweichen, daß sie die zionistischen Fonds zwar nicht bekämpfen, sie aber auch nicht unterstützen, sondern ihre Tätigkeit auf den Keren Ted Chaj konzentrieren. „Haolam“ versichert, die Disziplinklausel auf denn Sohekelformular sei nicht der letzte Schritt der Exekutive in der Diszipdinfrage; die Exekutive werde weitere Vorschläge zur Stärkung des organisatorischen Zusammenhalts unterbreiten- II., Taborstraße 12 Vorzügliche Zubereitung -Schwechater Biere - Natur weine Großer Saal mit Bühne für Veranstaltungen und Hochzeiten abzugeben RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. Operer) Telephon R 46-5-67 Kampfansage an die Exekutive New York, 11. März. (2. T. A.) Die amerikanischen Allgemeinen Zionisten der Gruppe „B“ veröffentlichen eine Proklamation, die eine Kampfansage gegen die jetzige zionistische Exekutive ist. In der Proklamation wird der Exekutive vorgeworfen, daß sie die allgemein-zionistischen Prinzipien fallen gelassen und sich der Histadruth ausgeliofert hat. Die Zionisten in allen Ländern werden aufgefordert, sich im Hinblick auf den bevorstehenden XIX. Zioiiisteukongreß zu einem Block zuaamm en zu seid ioßen, um dier „gegenwärtigen unerträglichen Diktatur der Bewegung durch eine Partei“ ein Ende zu bereiten. Die Histadruth wird beschuldigt, daß sie Klassenkampf in Palästina schürt und ihren Einfluß auf die zionistische Exekutive zu Parteizwecken außnützt. Arbeitskleidung GEGR.1903 Ärztemäntel * «iba Mod«II« BUromäntel * nach Mall l.( Marc-Aurelstraße 3f Telephon U 21-6-96 Eingang Sterngasse Autobus; gchei Markt Das Friedensübereinkommen zwischen Ben Gurion und Jabotinsky wurde vor mehreren Monaten geschlossen. Die Revisionisten haben den von ihrem Führer Jabotinsky geschlossenen Friedenspakt bei ihrer Konferenz in Warschau ratifiziert. Die Ratifizierung seitens der Histadruth Haowdim steht jedoch noch immer aus. Es sollte hierüber eine Abstimmung sämtlicher Mitglieder der Histadruth stattfinden. Die Abstimmung wurde jedoch auf den 24. März verschoben und bereits heute sickern Nachrichten durch, wonach eine weitere Verschiebung, eventuell sogar erst in der Zeit nach dem 19. Kongreß erfolgen soll. Diese Verzögerung hat interessante Gründe. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Friedenspaktes hat der H aschomer Hazair, also der linkste Flügel der Linken in Palästina, in Versammlungen und in seiner Zeitung gegen den Friedensschluß protestiert, ebenso die radikal-linke Jugendorganisation Hanoar Haowed. In Versammlungen und auf Plakaten wurde Ben Gurion als Verräter beschimpft, und seither wird unter den Mitgliedern der Histadruth eine starke Agitation für die Ablehnung des Friedenspaktes geführt. Insbesondere wird mit dem Argument operiert, daß es noch irgend welche geheime Abmachungen zwischen Jabotinsky und Ben Gurion gibt, die von Ben Gurion der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Diese Behauptungen haben Ben Gurion veranlaßt, aus seiner Reserve herauszugehen, und er hat in einem Schreiben an das Hauptorgan der Linken, „Dawar“, am 22. Februar erklärt, daß keinerlei geheime Abmachungen zwischen ihm und Jabotinsky bestehen. In diesem Brief erklärt Ben Gurion, daß die Exekutive des Haschomer Hazair genau wisse, daß der Friedenspakt in seinem ganzen Wortlaut publiziert worden sei, und daß daneben kein Übereinkommen existiere, weder in Ansehung der Histadruth noch der Zionistischen Organisation, noch in irgend einer anderen Beziehung. Jede Unterstellung, daß noch irgend ein nicht publiziertes Übereinkommen bestehe, sei falsch. Es bleibt nun abzuwarten, wio der Kampf im Lager der Linken endigen wird, ob es zu einer Ratifizierung des Friedensübereinkommens am 24. März kommen wird oder ob eine neuerliche Verschiebung der Abstimmung stattfinden wird. Man würde es nun noch verstehen, daß die Linken in der Frage des Friedenspaktes je nach ihrer Einstellung für oder gegen die Ratifizierung Stellung nehmen. Weniger verständlich ist es, daß sich auch einige allgemeine Zionisten in Palästina” in den Streit einmengen und mit dem Haschomer Hazair eine Front bilden. Da ist es vor allem ausgerechnet Herr Kurt Blumenfeld, der Reden gegen den Friedenspakt hält. Die Zeitung „Haarez“ beschäftigt sich in einem Leitartikel mit dieser sonderbaren Politik einjoker Zionisten aus RgutofibtaL Difi Zeitung schreibt richtig, daß diese Politik Wasser auf die Mühlen der Revisionisten treibt, die für den Fall der Ablehnung des Friedenspaktes durch die Linken wieder eine politische Beschäftigung und einen neuen Anlaß haben würden, gegen die Zionistische Organisation ins Feld zu ziehen. Würde der Friedenspakt abgelehnt, dann würde der Revisionismus — so paradox es klinge — triumphieren. Eine Ablehnung des Friedenspaktes würde auch die Entscheidungen der kommenden Sitzungen des Aktionskomitees ungünstig beeinflussen. In derselben Zeitung führt das Mitglied Einsteins Gruß an Masaryk Albert Einstein, der gegenwärtig an der Princeton University (USA.) lehrt, wurde vom New- York er Ausschuß zur Veranstaltung einer Masaryk-Foier eingeladen, an dem Festbankett teilzunehmen. Da es dem Gelehrten nicht möglich war, persönlich zu erscheinen, sandte er au den Vorsitzenden des Ausschusses Thomas C apek jr. folgendes Schreiben: „Sehr geehrter Herr! Wie alle Europäer, die dieses Namens wirklich idirdig sind, verehre auch ich in Masaryk einen der bedeutendsten, liebenswertesten Männer, die im letzten Jahrhundert Europas politische Entwicklung beeinflußt haben. Meine V ere h r un g f ii r Mas a r y k ist untrennbar verbunden mit der Hochachtung und Sympathie für eine Nation, die sich einen solchen Repräsentanten edelster Kultur zu ihrem Führer erkoren hat. An einem persönlichen Erscheinen bin ich leider verhindert, wünsche aber von Herzen, daß die Feier dazu beitragen möge, dem Geiste zu neuem Leben zu verhelfen, welchem Masaryk in seinem arbeitsreichen Leben so treu gedient hat. Mit ausgezeichneter Hochachtung A. Mustern in. der Exekutive J i z c h a k Grünbaum aus, daß sich das Übereinkommen zwischen Ben Gurion und Jabotinsky nicht auf das Verhältnis der Revisionisten zur Zionistischen Organisation beziehe, sondern nur auf die Arbeitsbezichungen. Komme es zur Ratifizierung des Friedensübereinkommens durch die Arbeiterschaft, dann würde der Friede im Jischuw davon nur Vorteile haben. „Doar Hajom“ schreibt ebenfalls über die Kämpfe zwischen den Linken, meint aber, daß die überwiegende Mehrheit der Histadruth für die Annahme des Friedenspaktes sei. Die revisionistische Zeitung „II a j a r d e n“ meint, daß die Verschiebung der Altstimmung in der Histadruth den Zweck habe, um die Revisionisten zu zwingen, den Frieden zu brechen. So steht derzeit die Sache des nach seinem Bekanntwerden so stürmisch gefeierten Friedenspaktes. Derzeit tragen nicht die Revisionisten, sondern die Linken die Verantwortung für eine langsam unerträglich werdende Spannung im Jischuw. Das muß festgehalten werden, weil eine gewisse Publizistik immer darauf aus ist, die Revisioni-: sten als die alleinigen Friedensstörer hinzustellen. Solange die Histadruth sich nicht klar für den Friedenspakt Ben Gurions ausgesprochen hat, trägt die gesamte Linke die Verantwortung. Man kann nur hoffen, daß die Abstimmung tatsächlich am 24. März stattfindet und das von allen friedliebenden Zionisten gewünschte Resultat erzielt. Welchen Einfluß das Ergebnis der Abstimmung auf die internen Verhältnisse im linken Lager Palästinas haben wird, interessiert uns hier nicht. Wir wissen aber, daß der linke Flügel der Arbeiterpartei bei der letzten Sitzung des Aktionskomitees ein Friedensübereinkommen mit den Allgemeinen Zionisten und Misrachisten verhinderte, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil offenbar der ganzen Arbeiterpartei der Frieden mit ihrem radikalen linken Flügel wichtiger war als der Friedensschluß mit anderen Parteien. Die nächsten Wochen müssen darüber Klarheit schaffen, wer die wirklichen Friedensstörer sind. Bri <£rtä(iungsfranH)dtcn triefen SagaLXabletten tafd; itnb jtcfjer. Xogal löft btc fdjäbltcfjen 33eftattbtetle im 3Mut; e§ iuirft in f)ol;em iölafjc als inneres Slntifeprifum. 1—2 Za* bletteit, red;tjeidg genommen, fönncit GerfältungS* tranfljciten tierfjiiten. über 6000 Strjtc, barunter titele bebeitteubc ^ßrofefforen, bestätigen bic l;ertiorragenbe SBtrfung be§ Togal. $n alten Sipo tiefen crfjültlid;. ^rciS S 2.40. Masaryk - Ehrenbürger von Tel* Aviv Jerusalem, 11. März. (2. T. A.) Die gesamte hebräische Presse Palästinas veröffentlicht huldigende Artikel zum 85. Geburtstag des Präsidenten Masaryk. Iu der Jerusalemer Masaryk-Kundgebung der Jewish Agency sprachen das Mitglied der Exekutive Mosche Shertok, Dr. Schnuirja Lewin, Dr, Hugo Bergmann und der tschechoslowakische Konsul Kadlec. In der Kundgebung in Tel-Aviv sprachen Dr. Benzion Mossinson, Konsul Grunwald uml der stellvertretende Bürgermeister Rokacli, der ankündigte, daß die Stadt Tel-Avi” Masaryk zu ihrem Ehrenbürger gewählt hat« ie können Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden in der durch , JORGSIN (Warenhäuser in allen Städten der UdSSR) alle gewünschten Lebensmittel, Bekleidungs - Gegenstände und Bedarfsartikel spesenfrei ausfolgen lassen. B Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSR, Wien, I., Wallnerstraße Nr. 9, Telephon U 21-5-55

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.