Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 432 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 4 DIE STIMME Nr. 432 - 8. MUr* 193* nmsanoi SS3H JJABENSTEIG 3 < .■■ JIIMMELPFORTG. 5 \M4 KöLLNERHOFfl. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aufw.) tung der österreichischen Jtnlenschaft zu unterstützen.“ AI' zweiter Tunkt der Tauvsonlmuig stand da- Go-uich der Vereinigung Tinjan [(aarez zur Debatte. ab Sondorvereinigung in den Landesverband auLrenommen zu werden. Wegen der vorgerückten Nachtstunde und wegen der beabsichtigten Reformierung des Statuts des Landesverbandes wurde die Vertagung dieses Punktes boseldussen, Schließlich wurde dein Landeskoniitee die Bestimmung de«- Terminen und der Tagesordnung der nächsten Landeskonferenz überladen und nach einem Appell des Prä-identen iles Landesverbandes zu einer regen Schekelkampagne die Sitzung vom Vorsitzenden Professor Patli gesohlo-sen. TREFFER ANLEIHE PQ1I2XIN jcgcnMonffbpfJmicn i£k41' 'VvV-VTb k4K m*ü% Nochmals die Sache Braunthal Pal cor, die offiziöse Korrespondenz der Exekutive, berichtet zum Falle des Herrn Bratmthal: „Ohne auf die Frage einzugehen, ob Herr Julius Brauntihal, der bisher als politischer Verbannter in einem österreichischen Konzentrationslager saß und aus ihm unter der Bedingung froigelass°n wurde, daß er Österreich sofort verlasse, ein Zertifikat verdient oder nicht, wird durch da,s Einwanderungs-Department der Jewish Agency fest-gestellt, daß Herr Braunthal kein Zertifikat für Palästina erhalten hat. Er hat nur ein Touristenvisum erhalten und kommt al3 Tourist nach Palästina.“ Es wird hier die Frage offengela^sen, ob Wöllersdorfer Hachsoharah an sich einen Anspruch auf die Erteilung eines Zertifikates gibt. Wir sagen: Nein! und hoffen, daß das auch die Ansicht der Exekutive ist. Wir hoffen ebenso zuversichtlich, daß Herr Braunthai sein Zertifikat auch nicht nachträglich in Palästina erhalten wird. Sorge um die Juden in Nordmazedonien Athen, 6. März. (2. T. A.) Im Zusammen,hang mit dern Bürgerkrieg in Griechenland herrscht unter den Athener Juden große Besorgnis in Bezug auf die große Sicherheit der Juden im nördlichen M azedonien, wo heftige Kämpfe zwischen Aufständischen und Regderangstrupperi aiusgefoohten werden. Die Anhänger von Venizelos, der an der Spitze der Rebellen stellt, isetzen sich zu einem großen Teil aus juden- Allen Institutionen, Freunden und Gesinnungsgenossen, die mir Worte des Beileids und des Trostes gespendet haben, danke ich auf diesem Wege hcrzlichst. .. n 3 Moses Rath feindlichen Fronten zusammen: inan hält deshalb Ausschreitungen gegen Juden in den nördlichen Distrikten für möglich. Der palastinenebch-jiidusche Paesagierdampfer „Tel-Aviv“, der unter jüdischer Flagge seine erste Rückfahrt, von Haifa nach Triest angetreten hat, wurde gleich anderen ausländischen Dampfern im Zusammenhang mit, der Revolte im Hafen von Athen zurück heli, alten. Aus dem Dritten Reich BummmmmtmmmmmBnammmmmmmmmammmmummm Das Martyrium der Saar-Juden Am Tage der Rückkehr der Saar an das Reich sprach Julius Streicher auf einer Kundgebung in Nürnberg. Nach dem Bericht der ..Fränkischen Tageszeitung” sagte er u. a.: „Ich habe cs am .13. Jänner an dieser Stätte gesagt und sage cs heute wieder: Es ist kein Zufall, daß man an die Spitze der Regierung im Saarland einen Angehörigen des jüdischen Volkes setzte, es kst kein Zufall, daß dem Juden H e i m b u r g e r (er ist weder Jude, noch jüdischer Abstammung — Red.) die Macht an der Sa-.r gegeben wurde, es ist kein Zufall, daß man einen Juden ausersehen hat als Sklavenhalter an der Saar. Er diente dem jüdischen Volk als Direktor der Regierung, die man dort ,'Clmf, er diente jenem Volke, das sich zum Ziel setzte, die Welt zu erobern und eine ewige jüdische Weltherrschaft aufzurichten. Wir werden es dem Saarvolk sagen — so wie es vierzehn Jahre lang dem deutschen Volk gesagt haben, und wie ich es in Nürnberg und Franken gesagt habe: Erkennet endlich euren Feind! Wenn es in den Heiligen Büchern geschrieben steht, daß der Kämpfer von Nazareth den Teufel als den Vater der Juden erklärte, dann haben wir die Pflicht, der Gegenwart das immer wieder zu sagen, daß auch wir dae jüdische Volk als Teufelsvolk erkannt haben. Wenn uns der Mund verschlossen würde oder wenn die Bewegung, die den Sieg des Jahres 1933 errang, ablassen würde, der ganzen Welt immer wieder zu sagen, daß der Jude am Werke ist, um seine Weltherrschaft aufzurichten, dann wäre jener Sieg umsonst gewesen und alle Siege der Zukunft, würden umsonst sein. Würden wir einmal schweigen müssen, oder würde man das vergessen, was wir in diesen 15 Jahren durch den Ewigen Juden erduldet hatten, dann müßte man es bedauern. daß wir heute in diesem lichterfüllten Platz uns versammelt haben ... Wir haben den Feind erkannt und wir werden ihn immer nennen und werden nicht lassen von ihm. Wir .haben seine Festungen erobert, die er errichtet hatte auf Schleichwegen im Laufe der Jahrhunderte. Aber der Sieg würde den Keim des Unterganges iti sich tragen, wenn wir aiisruhen würden, wenn wir jetzt rasten öder vergessen würden.“ Ein Bild aus Saarbrücken Die Saat der vom Reich her unter Führung von Julius Streicher betriebenen Hetze gegen die Saarjuden beginnt aufzugehen. In Saarbrücken und in anderen Orten werden bereits antijüdische Bekanntmachungen an die Häuserwände geklebt. Die Fenster jüdischer Geschäfte werden mit Beschimpfungen und Warnungen vor dem Einkauf bei Juden beschmiert. Der „Stürmer“, besonders diejenigen Nummern des Hetzblattes, in denen die Saarjuden der Verrates an Deutschland bezichtigt werden, wird in den Straßen ungebeten und massenhaft verbreitet. An die Mitglieder der bisherigen Deutschen Front werden Aufrufe gerichtet, in Massen in die SA. und SS. einzutreten; auch diese Aufrufe arbeiten mit den bekannten antisemitischen Argumenten. gier u ng zu sprechen kam und dazu ausl'ührtc: Wenn der Nationalsozialismus mit Recht das Sichbreitmachen fremd rassigen Wesens in Staat, und Kultur ausmerzt, so heißt d an n i e h t, u n t e r s c h i e (I 1 o s j e d e n Juden vernichten, und wenn freimaurerische Heimlichtuerei mit- Recht abgetan wird, so gilt, deshalb nicht jeder Freimaurer als Landesverräter. Alter Mißgriffe dieser Art sind vergängliches Beiwerk, das noch hei keiner Revolution gefehlt hat. * Schacht hat, wie erst kürzlich läppert, für das Ausland gesprochen. Seine scheinbare Mißbilligung der Judenpolitik wird dadurch gegenstandslos, daß er eelbst (sagt, daß Hitler die Richtlinien bestimmt. 'MODELLEN!WÜRFE und Hk fr Üi23 I. MARC AURELSTR.3 iDERBUREAUX-MANTtlAS.O Kinoprogramme der Woche KREUZ KINO Vom 8. bis 11. Mürz 1035 und sein Kamerad ProlongiertI Beginn: 4, ‘/aH, bt10 Uhr LeoDOldsfSdier Voikshlno Telephon8IIf40-C-23 Vom 8. bis 11. Mürz 1035 Die Emigranten ins Konzentrationslager Prag, 6. März. (2. T. A.) Aus Berlin wird gemeldet: Sämtliche Juden, die nach der Übernahme der Macht durch Hitler ins Ausland gegangen, später aber nach Deutschland zurUckgekehrt sind, sind verhaftet und in Konzentrationslager eingeliefert worden. Bei allen Verhafteten handelt es sieh um politisch ganz Uninteressierte, die nur ausgewandert sind, uin sich im Ausland eine wirtschaftliche Existenz zu schaffen, was ihnen aber nicht gelungen ist. In nationalsozialistischen Kreisen verlautet, daß die Verhaftungen gemäß einer Vorschrift erfolgten, wonach aus dem Ausland zurüokkehrende Personen für das Leben in der Volksgemeinschaft trainiert werden müssen. Es müsse in ihnen da,s „Interesse an der nationalen Gemeinschaft“ geweckt werden. Nun gehören aber gemäß der nationalsozialistisdien Sta-atsauffassung die Juden nicht zur „Volksgemeinschaft“. Weswegen die Aktion gegen die jüdischen Repatrianten verwundern muß. Juden und Vivisektion Nürnberg, 6. März. (2. T. A.) Unter der Überschrift „Denke nach, < Volksgenosse!“ enthält die „Deutsche Volksgesundiheit aus Blut und Boden“, die von Gauleiter Julius Streicher herausgegeben wird, eine Aufstellung von Ärzten, die Versuche an lebenden Tieren und Menschen gemacht haben. Am Schlüsse des Artikels wird gefragt, wie es komme, daß „die Tier- und Menschenschinder zum großen Teil Juden sind“. Als Antwort heißt es: „Wir wissen es: Tierversuche entspringen jüdischem Schächtgeist; Menschenversuche entspringen jüdischer Verniohtungswut!“ „Ausziehende Judensippschaft** Im Nürnberger Faschingszug Wie die „Fränkische Tageszeitung“ berichtet, enthielt der Nürnberger Faschingszug auch einen Wagen und Gruppen, die deutsche Juden darstellten. Die ^Fränkische Tageszeitung“ bemerkt dabei: „... am heitersten... wurde die aus zieh ende Judonsippsehaft, die in naturgetreuen Nachbildungen zu sehen war, aufgenommen.“ Schacht über Hitlers Judenpolitik Leipzig, 5. März. (2. T. A.) Reichsbankpräsident und Leiter des Reichswirtschaftsministoriums Dr. S c h acht hielt auf der Leipziger Messe eine für das Ausland bestimmte Rode, in der er auch auf die J u d en p o 1 itik dor Hi 11 er- Re- Bretter, die die Welt bedeuten mit Mary Losseil, Ssöke SzakaL' Wochentags Va6, 7*8, V410 Uhr, Sonn- und Feiertag 7*4 Uhr RemMDKino Telephon A 44-0-35 Vom 8. bis 11. Mürz 1035 Programm Beginn: 4, Ö/»G, VA 7U0 Uhr SCHÄFFER-KIHO VITeJephon' ^20-203 Vom 8. bis 11. Mürz 1035 Neues Programm Beginn : 7a4, 7*6, «/*8, 7*10 Uhr Votiupark-Kino IX., Wiihringerstraße 12 Telephon A 18-3-96 Vom 8. bis 14. Mürz 1035 Eine Welt Täglich: 4. %6, V.8, 7*10 Ulu 2. Vortrag Dr. Josef Kasteln ln Wien Samstag, den 30. März 1933, um & Uhr abends, im Mittleren Konzerthaussaal Hält DR. JOSEF KASTEIN über das Thema „Ahasver oder die Überwindung eines Mythos" Diesem zweiten Vortrag des berühmten jüdischen Geschichtsschreibers sieht man in allen jüdischen Kreisen Wiens mit größter Spannung entgegen, Sichern Sie sich rechtzeitig Karten I Der Kartenverkauf hat bereits begonnen I Verkaufsstellen: Zionistisches Landeslcomitee. Telephon U 22-2-11 Sämtliche Zionistische Bezirkssektlonen Jüdische Kunststelle, Wien, II., Aspernbrüdcengasse Nr. 2. Telephon R 48-2-91 p1 m m Verkaufsstellen: Bücherstube Rath, Wien, II., Taborstraße Nr. 20a. Telephon R 45-^05 Bücherstube Lanyl, Wien, I., Kärntnerstraße Nr. 44. Telephon B 26-3-33 Bücherstube Löwith, Wien, I., Wollzelle Nr. 6. Telephon R 21-4-25