Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 432 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Z DIC STIMME Nr. m - 8. März 198» Zur Makkabiade nach Palästina Besonders günstige Gesellschaftsreise mit Luxusdampfer (Einheitsldasse) 28. März bis 25. April 1935 Wien—Palästina—• Wien 5 580'—. Anmeldungen bis 16. März 1935 bei Reisebüro , Universal", Wien, I., Kärntnerring 3. Tel. R 27*1-14 dort in einer der Führer der Person. Araber. konzentriert sieh (Pr. Ben Djoollah — Die Red.) Es wurde der Bericht des Joint Foreign Committee verlesen, in dem es mit Bezug au! Österreich heißt: Von der Drohung nazi-deutscher Einmischung in hohem Maße entspannt, hat jetzt Österreich Gelegenheit zur Stabilisierung seiner Lage, die es so sehr braucht. Dieser Stabilisierungsprozeß kann aber nicht vollkommen sein, so lange D i skriminierung gegen Juden geübt wird. Den jüngsten Erklärungen von Sprechern der österreichischen Regierung kann man entnehmen, daß man sich über diese Tatsache klar ist. Die Regierung hat ihren jüdischen Bürgern „beispielgebenden Schutz ihrer Rechte und ihrer Kultur“ zugesichert. Viel hängt davon ab, •wie die Verwaltung diese Zusicherungen interpretiert; in dieser Beziehung haben die österreichischen Juden berechtigte Beschwerden vorzubringee. deren Ursachen die Regierung hoffentlich zu entfernen bemüht sein wird. Mit Bezug auf Die Maimonidesfeiera der Wiener Judenschaft Pressekonferenz der Kultusgemeinde wird festgestellt, sehe Ausbrüche Nationalradikalen Polen daß sporadisch antisemitl seitens Mitgliedern der Partei zu verzeichnen sind. In den meisten Fällen werden die Schuldigen ergriffen und der gerechten Strafe zugeführt. Schwerer zu bekämpfen ist der antijüdische Boykott, den diese Partei gemeinsam mit der National demokratischen Partei führt und durch den das Weihnachts- und Neujahrsgeschäft der jüdischen Ladenbesitzer verdorben wurde Die allgemeine Wirtschaftslage der polni sehen Juden ist ernst, Anzeichen einer Besserung sind nichtvorhan d e n. Restaurant Rillet "KPO Bestrenommierte Küche Hfc’D Reichhaltige Menüs iS 1*90u. 2*60 SdiwediaterBrSu II.. Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke Telephon A 41-0-25 Antisemitischer Redakteur in Kanada gemaßregelt Aus Winnipeg in Kanada wird berichtet: Der Vorsitzende des Winnipeger Gerichtshofes, Richter M 0 n t a g u e, hat auf Grund der im April 1934 vom Parlament des Staates Manitoba einstimmig angenommenen Novelle zum Gesetzgegen Verleumdung, durch die jedem Angehörigen einer Rasse oder eines Glaubens Klagerecht bei Kollektivbeleidigung seiner Gemeinschaft eingeräumt wird, den kanadischen Nationalisten und Herausgeber einer antisemitischen Zeitung, William W h i 11 a k e r, durch Gerichtsurteil verpflichtet, keinerlei gegen die Juden gerichtete Verleumdungen mehr zu veröffentlichen. Eine einstweilige Verfügung in diesem Sinne war bereits am 8. November bei der Eröffnung des Gerichtsverfahrens gegen Whittaker ergangen. Die Klage war im Einvernehmen mit dem kanadisch-jüdischen Kongreß von dem Kriegsteilnehmer Hauptmann William Tobias erhoben worden. Der unmittelbare Anlaß für die Erlassung eines Gesetzes wegen Kollektivbeleidigung im Staate Manitoba war der Wunsch, der antisemitischen Propaganda entgegenzutreten und insbesondere die Verbreitung der sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“ zu verhindern. Manitoba Ist der erste kanadische Bundesstaat, in dem ein solches Gesetz in Kraft ist; der kanadisch-jüdische Kongreß ist bemüht, die An-1 nähme entsprechender Gesetzesbestimmungen auch in den übrigen Provinzialstaaten zu veranlassen. Mittwoch, den 6. März, fand unter Vorsitz des Präsidenten Staatsrat Dr. Friedman n und der Vizepräsidenten Dr. L ö w e u h e r z und Dr. T i c h 0 eine Pressekonferenz über die geplanten offiziellen R a in b a m - F e i e r n der W i e n e r K u 1 t u s g e m e i n d e statt. Im Mittelpunkt der Konferenz, zu der sämtliche Wiener Tageeblätter, darunter auch die amtliche „W i ener Zeitung“, ihre Vertreter entsendet hatten, stand das Referat über Maimoniides, das OberrabbinerDr. Feuchtw a 11 g erstattete und in welchem er nach eingehender Würdigung der Persönlichkeit des Wirkens und der Bedeutung des großen jüdischen Philosophen über jene Veranstaltungen und Feierlichkeiten berichtete, die im Rahmen der Wiener Kultusgemeinde aus Anlaß der 800. Wiederkehr des Geburtstages Maimonides’ stattfinden werden. „Die Bedeutung des Maimonides“, führte Oberrabbiner Feuchtwang aus, „liegt darin, daß er in seinem großen Geiste die gesamte Bildung seiner Zeit mit dem großen Schatz der jüdischen Literatur und Tradition harmonisch vereinte. Aus dieser Synthese der gesamten Woltwissenschaft bis zum 12. Jahrhundert mit der jüdischen Tradition ent tanden die genialen Meisterwerke des Mannes, von dem das Sprichwort sagt: ,Von Mose bis Mose erstand keiner wie Mose/“ Oberrabbiner Feucht wang zeichnete in einer markanten Skizze Maimanides als den genialsten Philosophen der Judenheit und wies auf das bedeutende philosophische Werk Maimonides’, „Führer der Irrenden“ hin, ohne das die Philosophie und Theologie eines Albertus Magnus und Thomas von Aquino, dieser großen Lehrer der Kirche, kaum denkbar ist. Thomas von Aquino ist geradezu ein Schüler Maimonides geworden. Der Einfluß des Moses Maimonides war auch zu einem großen Teil bei dem Mystiker E c k h a r t und bei ’Leibnitz zu verspüren. Kein Wunder also, wenn Spanien auf diesen Sohn Cordovas so stolz ist und Regierung, Universitäten und Akademien ihn feiern. Nannte man Albertus Magnus „Doctor universalis“ und übertrug diesen Ehrentitel auf Leibnitz, so könnte man mit Recht auch Maimonides so nennen, denn er beherrschte daß ganze Wissen seiner Zeit. Durch ihn lernten die Scholastiker des Mittelalters die arabisch-aristotelische Philosophie kennen. Sein „Führer“ wurde schon im Anfang des 13. Jahrhunderts ins Lateinische übersetzt und aus dieser lateinischen Übersetzung lernten Albertus Magnus und Thomas von Aquino seine Lehren kennen. Schließlich bildete die Scholastik mit ihrem Einfluß auf die Philosophie der Naohzeit die Brücke zu den Philosophen der Neuzeit. So übte Maimonides’ Philosophie indirekten Einfluß auf jüdische und nichtjüdische Philosophen bis an die Schwelle der Neuzeit. Man bedenke ferner, daß Thomaß von Aquino, dessen Weltbild, Theologie und Metaphysik unge wöhnlioh stark von Maimonides beeinflußt sind, bis zum heutigen Tage „der Philosoph“ der Kirche ist, der beispielsweise auch in der berühmten päpstlichen Enzyklika „Qua dragesimo anno“ zitiert wird. Wieso kam eß, daß diese großen Lehrer der Kiroho Maimonides für würdig hielten, ln ihrem eigenen religiösen Denken und Schaffen einen so vornehmen Platz einzunethmen? Es war unstreitig die Größe und Erhabenheit seines Wesens und Denkens, in dem tiefster Gottesglaube, unerschütterliche Religiosität und Ethik vereint waren mit klarer, kritischer Erkenntnis und philoophischer Durchdringung der von ihm dargestellten Weltbilder. Selbst in einer dem Christentum in seiner wahren Gestalt feierlichen Umwelt werden solche kulturhistorische merkwürdige Tatsachen und Erscheinungen nicht geleugnet werden können. Wo schon Gläubigkeit und wahres Christentum herrschen, wird man sie nicht nur nicht bezweifeln, sondern bekräftigen, da die Wurzeln aller monotheistischen Religionen in dem Mutterboden des biblischen Judentums zu suchen und zu finden sind. Der Vorstand der Wiener Kultusgemeimle hat zur Ehrung des großen Lehrers der Judenheit die folgenden Veranstaltungen {ingeordnet: Eine Herausgabe einer populärwissenschaftlichen Gedenkschrift, Leben und Wirken des Maimonide« darstellend, für Erwachsene und die reifere Jugend. Herausgabe eines Gedenkblatte« für die Schüler der Haupt- und Unterinittclschulen, Anordnung von Gedenkreden, die am ersten Tage des Pessachfeste-s von Rabbinern und Predigern gehalten werden. Ansetzung eiuer Mitte April im großen Leopoldstädter Tempel stattfindenden, allgemein zugänglichen Gedenkfeier. Beauftragung der jüdischen Religionslehrer aller öffentlichen und Privatsohulen, im Monat März eigene Religionsstunden dem Andenken Maimonides zu widmen. Schließlich wurden alle jüdischen Vereine und Bünde veranlaßt, an einem Abend Gedenkfeiern für Maimonides abhalten zu lassen. Oberrabbiner Feuchtwang schloß seine interessanten Ausführungen mit dem Appell an die Presse, das bedeutsame Ereignis enteprechend zu würdigen. * Auszeichnung des Ober• rabbiners JDr. Feuchtwang Der Bundespräs ident luit dem Obcrrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Dr. David Feuchtwan g, taxfrei das Offizierskreuz des österreichischen Verdienstordens verliehen. Wir beglückwünschen den Herrn Oberrabbiner licrzliohst zu dieser schönen Auszeichnung. ü?ki tatarrfjaliftjien «Uffcttionen öcr ßufttoeoe ftet§ nur Lord Meichetts Brief an die „Times ff In seinem bereits erwähnten Brief an die „Times“ nimmt Lord M e 1 c h e 11 zu einem am 27. Februar veröffentlichten Bericht des Palästina-Korrespondenten dieser Zeitung über die gegenwärtige Lage in Palästina Stellung. In dem Artikel war u. a. auf die Zusammendrängung der Einwanderer in den Städten, auf die Kolonisationspläne in! Syrien, sowie darauf hingewiesen worden,1 daß Araber in Transjordanien Bodenkäufe vornehmen, weil sie erwarten, daß die Juden sich auch in diesem Lande ansiedeln würden. Die Zusammendrängung in Palästina habe sollen. Zufällig ist es so, daß die beide n so große Interessen gemeinsam haben, daß nur ein klein wenig S t a a t s k u n s t und Führerschaft seitens dieses Landes erforderlich ist, um ein fiir beide Teile günstiges Ergebnis herbeizuführen. Die Rückkehr der Judenheit ist eine der großen mystischen Manifestationen des. Menschengeschlechts. Es ist dies, wie ein Minister zu dieser Frage im Unterhaus vor einigen Jahren namens der Regierung ausfiihrtc, nicht ein Fall, in dem das Britische Reich die Judenheit, sondern in dem die zu einer Steigerung der Baukosten und [Judenheit das Britische Reich Bodenpreise und damit der Löhne, Gehälter,jauf die Probe stellt. Wir sind unter Lebenskosten, Produktionskosten usw. und | anderen Dynastien nach Palästina zurückzu einer so starken Differenzierung des1 gekehrt und haben Reiche überlebt, die seit Lohnniveaus jüdischer und arabischer Arj langem untergegangen sind. Jedesmal war beiter geführt, daß durch die Landflucht der: die Rückkehr der Juden nach Palästina von jüdischen Arbeiter der eigentliche Zweck I hoher Bedeutung für das sittliche, geistige und kulturelle Niveau der westlichen Welt. Ich gehöre zu der großen Zahl derjenigen, die glauben, daß die heute sich vollziehende Rückkehr von nicht geringerer Bedeutung ißt. Palästina allein, das so groß ist wie Wales und bereits eine Bevölkerung von 1,750.000 Seelen hat, stellt ein unlösbares Problem dar. Transjordanien, das leer, öde, ohne Wasser ist, eine Bevölkerung von etwa 200.000 Menschen hat und einige Male so groß ist wie Palästina, zu dem es iiberlieferungsgemäß und historisch gehört , wartet auf Pioniere. Beide Länder zusammen bieten die Möglichkeit wirklichen Aufbaues, der Erfüllung einer geistigen Sendung und der Vollziehung des größten Aktes der Gerechtigkeit, den dio Welt jemals gesehen hat. geder zionistischen Aufbauarbeit zunichte macht zu werden drohe. Hiezu bemerkt Lord M e 1 c h e 11: Ist es nicht klar, daß die Antwort auf alle diese Probleme Raum, mehr Raum, sein muß? Die zusammengedrängten leidenden Massen der Judenheit Europas streben nach ihrer n a türlichen Heimat. Die Zionisten, frü her von den praktischen Menschen verlacht werden jetzt von den Idealisten als K a p i talisten und Spekulanten ver höhnt. Die in Palästina vorhandenen Pro bleme des Druckes stellen eine Gleichung dar, die nur durch Einführung eiinee neuen Faktors, nämlich Transj ordaniens gelöst werden kann. Es ist mir bewußt, daß es in bezug auf die Ansiedlung in Trans jordanien viele politische Fragen gibt. Aber diese Ansiedlung ist bereits als unvermeidlich erkannt; darum sollten diese Fragen angepackt und behandelt, nicht aber ver schleppt werden. Wenn Transjordanien ge öffnet wird, wenn die englische Regierung eine Politik wohlwollender Förderung der zionistischen Aspirationen verfolgt, dann zweifle ich nicht, daß eine 1 o y a l e, g 1 ü c kliche und wertvolle Bevölke rung an dem östlichen Ende des Mittel meeres ein Gebiet der Kultur und Sicherheit schaffen wird, das für das Britische Reich von hohem Wert wäre. Das Wachstum dieser Bevölkerung ist unvermeidlich; nach dem Glauben vieler ist es vorlierbestimmt. Wenn es durch dio englische Verwaltung v e r zögert und eingeschränkt wird, wenn zugelassen wird, daß es geteilt wird und so teils unter französische Herrschaft in Syrien und teils unter englische Herrschaft in Palästina kommt, dann würde der ganze Traum von einer großen geschlossenen jüdischen Bevölkerung in Palästina, ergeben dem Britischen Reich auf Grund irgend eines Planes, der sie in den Rahmen des Reiches als begeisterte Anhänger des Systems einfügt, das ihnen die Freiheit gab, zunichte werden. loh schlage nicht vor, daß dio Ideale, die dio Verkündung der Balfour-Dcklaration veranlaßt oder die zionistische Bewegung inspiriert haben, ausschließlich für dio Zwecke des Reiches ausgenützt werden Histadruth schafft £ £0.000* Arbeitslos enfonds Jerusalem, 6. März. (Z. T. A.) In einer Versammlung der Führer des pal äst ii 1 enß i s ch - j ü dis oh eil A rboi te r verb a ml es Histadruth Haowdim wurde beschlossen, den Histadruth - Arbeiitsloßcufonds auf eine Summe von £ 50.000 zu bringen; hiervon sind £ 30.000 bereits gesammelt. 1. b«i Bcrufsunfählgkelt IHVAUD1TÄTS-RIHTCH £. füt «In sorglos«* Alter ALTKRS'RIMTEM AbUbtnsfall« DAS GELINGEN VON KFAR KREMENEZKY erfordert 1200 Selbsikonllngentler (A mindestens S 1O0.—)