Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 431 (5.3.1935)
- Date
- 1935-03-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Dil 8TIMMI \Tr. 1:11 . H. März J03S Be-unguL um die Einheit der zionistischen Bewegung. Gleichzeitig wird in der Resolution die .Haltung der Revisionisten in der Frage der Disziplin gegenüber der Zionistischen Organisation srhürfsfons mißbilligt, (Z. T. A.) Wichtige Leitungssitzung desWeltverbandes der Allgemeinen Zionisten ferenz zwecks Befriedung der inneren Situation in der Bewegung raschestens einzuberufen.* Nachdem die von der Exekutive eingeleitete Sonderkonferenz mit einzelnen Parteien infolge der zentri fugalen Tendenzen der Fraktionen nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben, erhebt die Leitung des Weltverbandes neuerlich im Interesse der Einheit der Bewegung und der Zionistischen Weltorganisation dringend ihre Forderung auf sofortige Einberufung einer Konferenz der Vertreter aller zionistischen Parteien, um eine mehrjährige Koalition für ein umfassendes Aufbauprogramm und den Z usammen Schluß aller aktiven Kräfte des jüdischen Volkes für den Ausbau Palästinas zu sichern. 2. Die Leitung des Weltverbandes unterstreicht neuerlich die Unzulässigkeit jeder politischen Sonderaktion von Personen und Gruppen, die hiezu von den berufenen Instanzen der zionistischen Weltorganisation nicht autorisiert sind.** Es wird nun an der Exekutive liegen, den wiederholten Forderungen des Weltverbaudes Rechnung zu tragen. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß die Exekutive die vurn Weltverband der Allgemeinen Zionisten verlangte R o u n d- Table-Konferenz nicht einberufen hat und daß bisher lediglich Verhand- Der Hebräisdilehrer-Verband der Histadiuth-Ivrith spricht dem Herrn Kultusrat Professor Moses Rath zum Ableben seines Vaters das innigste Beileid aus I u ri g o n de r F ü h r e r der A r b e i t e rs c h a. f t m i t d o n He vjsi o n i s t e n u n d ande ut u n gs wei se au c h mit d e n All g e m e inen Z i o n i s t c n siat.tgofuudcn haben. Wir möchten wünschen, daß die Exekutive dem berechtigten Wunsche des Weltverbandes nach Einberufung einer Rouml-Table-Konforenz umgehend Folge leistet und so einem b e r e c h f i g t e u W u n s c h o w e i t e s t e r K r eise Rechnung trägt. Die Resolution spricht in nicht mißzuverstehender Weise nicht von beiden F 1 ü g e 1 p a r t e i e n, denn es darf nicht verkannt werden, daß die Arbeiterpartei bisher sogar die Ratifizierung des Übereinkommens zwischen Jabotinsky und B e u G u r i o n fortwährend verzögert. Die Leitungssitzung des Weltverbandes, die noch verschiedene andere Angclcgeriheilen behandelte, faßte alle Beschlüsse ei n m ii t i g. Am Schlüsse der Sitzung dankte Dr. R u f e i s c n im Namen sämtlicher Leitungsmitglieder dem Vorsitzenden Dr. Schwarzbart fiir seine ersprießliche Tätigkeit und allen Anwesenden für ihre loyale Zusammenarbeit, Die Sitzung war ein Beweis für die fortschreitende Konsolidierung iles Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und eine Manifestation ihres Willens, der zionistischen Arbeit durch Sicherung des inneren Friedens zu dienen. Palästina - Wirtsdiaftsfragen vor dem Unterhaus eigenen Mitteln erhalten zu dürfen. Dann dürfen sie noch beim Kongreß stimmen. Alles andere dürfen so ziemlich nur die anderen. Damit soll aufgeräumt werden, und mit dieser F a r c e des S c h e k e 1- W a h 1 r e c h t e s muß der Anfang gemacht werden. Im abgehobenen kongreßiosen Jahr 5004 (,1933(34) hat zum Beispiel — was zu bedauern ist — nur ein Teil der Allgemeinen Zionisten in Österreich den Schekel erworben. Trotzdem geben die Ziffern Klarheit. Es erwarben: Schekalim Die Allgemeinen Zionisten . . . 2000 Verband radikaler Zionisten . . .108 Poale Zion (bis zur .Auflösung) . 88 Juden-äaatspartei ...... 25 Misraehi ...... „ , . 0 Summe , . . 2287 Kaufen aber in diesem Jahre alle Allgemeinen Zionisten den Schekel und gehen sie zur Wahl, dann nmß ein Wahlresultat zustande kommen, daß uns Allgemeinen Zionisten nicht nur. wie beim letzten Kongreß, 50 Prozent, sondern 75 Prozent aller Mandate auch bei gesteigerter Mandatszahl einbringt. hl s w i r d ii b e r h a u p t im w es e n 11 i c li e n bei de n Allgemeine n Zionisten liege n, w e 1 c h e s G es i c h t der n ä c fi s t e Kongreß h aben wird. Sind sic einig und geschlossen, dann wird der Übermut der Flügelparteien gebrochen werden, und wir werden zu normalen Beziehungen der Parteien gelangen, was wir alle wünschen. Andernfalls droht der Organisation das Chaos. Koch eines zur Frage des Schekel- W a h 1 r e c h t e s. Der Jisclmw zählt heute mehr als 300.000 Seelen. Es liegt kein Grund vor. ihm weiter doppelt so viele Delegierte zuzubilligen als sie Galuth-Länder bei der gleichen Stinunenanzahl erhalten .würden. Sträubt man sich dagegen, dann will man offenbar die Galuth-Vertret e r nur als Staffage bei den Kongressen. Es gibt aber unter den Galuth-Vertretern Menschen, die nicht gewillt sind, die Statisten für die Linken zu spielen. Die Arbeiterpartei sollte es nicht notwendig haben, sich an diese Wahlkreisgeometrie zu klammern. Auch hier sollte also ehestens Wandel geschaffen werden. Das sind die wahren innerpolitischen Auspizien, unter denen die Exekutive ihr Manifest erläßt, man möchte fast sagen: „A n ihre Volke r.“ Leider kann man nicht sagen: „An das jüdische Volk“,' solange sich zionistische Parteien 'wie feindliche Völker gegeriüb'erstehen. Das Schekel-Wahlrecht Dt aber trotz aller seiner Mängel, wenn man nur den richtigen Gebrauch davon macht, eine taugliche Waffe gegen den desolaten innerpolitisehen Zustand des Zionismus. Aber nur r ä s oniere n un d den Schekel nicht kauf e n, ist ein Unsinn. Deshalb rufen wir den Allgemeinen Zionisten zu: Erwerbet den Schekel! Nur so könnt ihr den Schekel-Unlug abstellsn, nur so könnt ihr den Gang des Kongresses beeinflussen, nur so könnt ihr Männer wählen, die dafür sorgen, daß eure Rechte nicht nur am Papier existieren, sondern auch dann, wenn es sich um den praktischen Aufbau Palästinas, um Zertifikate und um Ansiedlung, um die Herstellung des wahren Friedens, um den Neuaufbau der Organisation, uni die Richtung der zionistischen Politik handelt. Allgemeine Zionisten: Erwerbet den Schekel! SchekebDiszipltnformel auf der Tagesordnung der A.-K.- Sitzung Wie die Jüdi-cho Telegrapheu-Ageutur erfährt, .steht die Frage der Disziplinformel im Text de> zionistischen Schekel auf dom er.-een l'unkt der für den 27. März nach Jeru-alem einbcrul'orieu Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. Der Merkas der A 11 g e m o I u e n Z i on i s t e n P a 1 ii s t i n a s hat in einer außerordentlichen Sitzung eine Resolution gefaßt, in der er sieh gegen je.de Änderung des Textes auf den Sehekolformularen ausspricht und die Zioni.-tisehe Exekutive auffordert, den ursprünglichen Text beizulu halten. Diese Forderung entspringe derj Am 3. ds. fand in Krakau eine Sitzung der Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten unter Vorsitz von Doktor Schwarzbart statt. Vertreten waren: Die Landesorganisationen Ostgalizien und Westgalizien, ferner Kongreßpolen (Dr. Gottlieb), Österreich (Dr. Grünbaum) und Tschechoslowakei (Dr. Rufeisen). Die Konferenz besprach in einer achtstündigen Sitzung alle wichtigen Angelegenheiten des Weltverbandes, insbesondere Organisationsfragen und Fragen der bevorstehenden Sitzung des Aktionkomitees und faßte u. a. folgende Resolutionen: ,,1. Es wird beschlossen, der Gesamtleitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten, die in Jerusalem gelegentlich der A. C.-Sitzung Zusammentritt, vorzuschlagen, daß rechtzeitig vor dem 19. Kongreß die ordentliche Weltkonferenz des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten einberufen wird. 2. Die Gesamtleitung des Weltverbandes wird ermächtigt, anläßlich der A. C.-Sitzung in Jerusalem mit allen Vertretern der allgemein-zionistischen Landesverbände und Landesgruppen, die dem Weltverband noch nicht angehören, Verhandlungen über deren Eintritt in den bestehenden Weltverband zu pflegen.“ Diese Resolution grenzt in klarer Weise jene Organisationen ab, mit denen Verhandlungen wegen Eintrittes zum Weltverband geführt werden und es kommt auch klar zum Ausdruck, daß einerseits in Jerusalem nicht eine Weltkonferenz der „Allgemeinen Zionist e n“, sondern des „W eltverbandes der Allgemeinen Zionisten“ stattfinden wird, und daß außerdem der Beitritt nur auf Grund des Krakauer Programme erfolgen kann. Damit erledigen sich die von der offiziösen Korrespondenz der Exekutive „Palcor“ gemachten Ausstreuungen und verschiedene andere gegen den Weltverband der Allgemeinen Zionisten gerichteten Torpedierungsversuche. Die zwischen der Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und dem Organisationsdepartement der Exekutive wegen der Landesgruppe Kongreßpolen entstandenen Differenzen wurden wie folgt einer Erledigung zugeführt: „1. Die Leitung des Weltverbandes nimmt die Stellung ihres Vorsitzenden in der Angelegenheit der Auseinandersetzung bezüglich des provisorischen Organisationsstatuts des Verbandes laut dem Berichte der Leitung des Weltverbandes vom 10. Jänner 1935 zur Kenntnis. 2. Die Leitung betrachtet die Landesgruppe der Allgemeinen Zionisten in Kongreßpolen als einen legitimen Bestandteil des Weltverbandes. 3. Die Leitung setzt eine Kommission zur Reform des Organisationsstatuts der Weltorganisation ein. Aufgabe dieser Kommission wird es sein, der Exekutive und dem Kongreß Reformvorschläge zu unterbreiten, welche die Lebensbedürfnisse der Zionistischen Organisation und des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten sichern.“ Es ist zu hoffen, daß numehr die leidige öffentliche Diskussion mit dem Organisationsdepartement aufhüren wird und daß der Kongreß eine taugliche Reform des Statuts beschließen wird. Von besonderer Bedeutung ist weiters folgende Resolution: „1. Die Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten erinnert an den Beschluß der Krakauer Konferenz des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten folgenden Inhaltes: ,Der Weltverband ersucht die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation Im Einverständnis mit dem Präsidenten des A.C., die Führer aller Parteien zu einer gemeinsamen Kon- Im Unterhaus kam es, wie uns aus London vom 1. d. berichtet wird, zu einer ausgedehnten Aussprache über Wirtschaftsfragen Palästinas. Der Abgeordnete S u mmersby fragte den Kolonialminister, ob es ihm bekannt sei, daß sich die Anlagen im neuen Hafen von Haifa, insbesondere in der Zeit des Citrus-Exports, als unzureichend erwiesen haben; der Abgeordnete fragte weiter, ob dem Minister seitens der Palästina-Regierung vorgeschlagen worden sei, daß in diesem Hafen mindestens sechs weitere Anlegeplätze geschaffen werden. Der Kolonialminister bejahte die Anfrage und erklärte, er habe vor kurzem seine Genehmigung zu einem Vorschlag des Iligh Commissioner für Palästina erteilt, 40.000 Pfund zur Ausarbeitung detaillierter Pläne für die weitere Vergrößerung des Haifa er Hafens auszugeben; in diesen Plänen sei auch der Bau neuer Anlagekais und Lagerhäuser vorgesehen. Die Arbeiten seion sehr schnell in Angri ff genommen worden. Schon vor einiger Zeit habe man umfangreiche Arbeiten vergeben. Sir George Jonas fragte, ob dem Kolonialminister bekannt sei, daß in dieser Saison über 6 Millionen Kisten Citrus Früchte aus Palästina exportiert werden, und daß nach sieben Jahren infolge der Erweiterung der Pflanzungen nicht, weniger als 20 Millionen Kisten jährlich für den Export bcreitstehen werden; hat die Regierung Maßnahmen ins Auge gefaßt, um den A b s a t. z des erhöhten Exp o rts a u f e n g 1 isehen und anderen Märkte n z u unterstütz e »V Minister Cunliffo Lister erwiderte, die künftige Ausdehnung des Citrus-Exports aus Palästina sei vielfach annähernd so hoch geschätzt worden, wie dies in der Anfrage erwähnt sei. Die Palästina-Regierung werde auch in Zukunft gemeinsam mit den Vertretern der Industrie an der Durchführung von Plänen zur Verbesserung der Absatzmöglichkeiten und zur Erhöhung des Verkaufes arbeiten. Der Abgeordnete könne versichert sein, daß die englische Regierung bei Verhandlungen über Handelsverträge miit fremden Ländern diese Angelegenheit, im Auge behalten werde. Kein Hafen für Tel-Aviv! Der Abgeordnete Janer machte den Kolonienminister darauf aufmerksam, daß der erhöhte Citrus-Export aus Palästina im nächsten Winter 7500 Quadratmeter gedeckten Lagerraum in den Häfen und in jeder folgenden -Saison weitere 3500 Quadratmeter Lagerraum erfordern wird. Er fragte, ob man glaube, diese Einrichtungen in Haifa schaffen zu können; wäre der Minister jetzt nicht geneigt, die Palästina-Regierung zu instruieren, daß sie den Bau eines weheren. Hafens i n J a f f a o d e r i n Te 1 - A v i v oder in beiden Städten erlaube? Der Kolonienminister antwortete, dem Hihg Commissioner sei das Bedürfnis nach vergrößerten Lagerräumen für Citru-Export in TTaiFa und Jaffa bekannt; umfassende Verbessorungsarbeiton, darunter an eh die Errichtung neuer Lagrerrüume in beiden Häfen, würden so schnell, als es die Umstände erlauben, durcligelTdirt werden. Er sei überzeugt, daß es nicht notwendig sei, Instruktionen in dieser Sache zu erteilen. Auf eine weitere Frage erwiderte Sir Philip OunlilTe Lkler, er könne sich u i c h t. s U n b e g r ii n d e t e r e s u n (I n i o h t s U n w i r t s e b a f 11 i c h e r e s vorstellen, als einen weiteren Hafen i n J a f f a o d e r T e 1 - A v i v zu errichten, nachdem der prachtvolle Hafen in Haifa gebaut worden sei. Bezüglich des Ausbaues der Straße Jaffa —Haifa sei noch keine EnGolieiiduug getroffen. Zur Makkabiade nach Palästina Besonders günstige Gesellschaftsreise mit Luxusdampfer (Einheitsklasse) 28. Mär? bis 25. April 1945 Wien—Palästina- Wien S 580-—. Anmeldungen bis 16. März 1935 bei Reisebüro , Universal",. Wien, I., Kärntnerring 3. Tel. R 27-1 14 eine Freifahrt nach Palästina! Dazu einen frtfhllchen Abend bei dsr „Mlrjam‘‘-Hedoule (in der Secession am 3. März) bei der um 1 Uhr frilh eine Freifahrt Trlost—Haifa—Triest verlost wird. Jede Eintrittskarte ein Los. Jazzkapelle Pleflkow. Mltlernachtsrevue des Zionistischen Kabarettfs. Karten bei i. W. „Mirjam", I., Jordangasso 7 (U 24-0-57); Jüdische Kulturstello, II., Aspernbrüakengaaao 2 (R 48*2-81); VI., Loquaiplatz 11(020*0-81); IX., WOhringentraOe 40 (A14-400).