Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 430 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 1:50 — 1. März 1935 RABENSTEIGJ HIMMELPFORTG. 5 KOLLMER HOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWÄREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aulw.) Rabbiner Josef Babad und Frau danken herzlidist allen geehrten Gratulanten, die sie zur Trauung ihrer Tochter beglückwünscht haben. 5. Der Distriktstag erwartet, daß der nächste Kongreß die Reform des veralteter? Statuts der Organisation, insbesonders des Schekelwahlrechtes behandeln und beschließen wird und erwartet, daß die Exekutive diesbezügliche Reformpläne noch rechtzeitig vor dem Kongreß der zionistischen Öffentlichkeit übermitteln wird. 6. Die Arbeit für den K. K. ist nationale Mizwah und daher Ftlieht eines jeden Zionisten. a) Selbstkontingentierungeines jeden Zionisten. In erster Linie sind zur Mitaibeit die zionistischen Führer verpflichtet-, ihrem Beispiele werden dann alie Zionisten folgen. Jeder Zioniist, in jeder Linie jeder Erwachsene.' iet verpflichtet, ein S e 1 b s t k o n t i n g e n t zu übernehmen, um in seinem Kreise den K. K. L. zu popularisieren. Zuerst hat der K. K. L.-Kommis-sär ein SKT zu übernehmen sodann der Obmann der Ortsgruppe, ferner der Ausschuß und schließlich alle Mitglieder. bi Kultusgemeindesubvention. Jede Ortsgruppe hat dafür zu sorgen, daß ihre Kultusgemeinde alljährlich eine Subvention an den K. K. L. abführt. c) Veramstaltungsabgabe. Von jeder zionistischen Veranstaltung ist an den K. K. L. die 10%ige Bruttoabgabe abzuführen. d) Büchse. Im gegenwärtigen Moment des allgemeinen jüdischen Interesses für Erez Israel ist die Parole: In jedes jüdische Haus gehört die K. K. L.-B ü c li s e, als Symbol des Zusammenhanges zwischen der jüdischen Familie und dem jüdischen Lande zu realisieren. Für die Pflege der Büchse gelte die Parole: 10 Groschen täglich in die Büchse ist gleich Erlösung von 10 m2 monatlich. e) Thoraspenden. Die Zionisten haben darüber zu wachen, daß jeder zur Thora Aufgerufene für den K. K. L. spende und daß diese Spendern an den K. K. L. abgeführt werden. Die Namen der Spender sollen durch Anschlag im Tempel veröffentlicht werden. f) Familienfeiern. Die Sammlung für den K. K. L. bei den Familienfeiern ist mit altern Ernst durchzuführen. Hiebei noll stets danach gestrebt werden, keine Ablösen anzunehmen. g) Stiftungen. Stiftung e n n u r d u r c h K. K. L. Die Judenheit ist dazu zu erziehen, daß sie Stiftungen im Wege des K. K. L. verwirkliche. Der K. K. L. erhält das Stiftungskapital und zahlt die Zinsen für den Stiftungszweck. h) Kfar Kremenezky. Im Zentrum der K. K. L.-Arbeit dieses Jahres steht die Schaffung einer Siedlung österreichischer Juden in Erez Itsrael zu Ehren Johann Kremenezky, des Mitisehüpfers des K. K. L. Die Verwirklichung dieses Planes erfordert dio Aufbringung von .120.000 Schilling durch den K. K. L. Österreichs außerhalb seines normalen Kontingentes. In den Dienst de: haben sieh zumindest 1200 zu Medien, von denen 100 Schilling aufzubringeu i) Technik. Tn jeder Ortsgruppe wird eine K. K. L.-Kommission gebildet. Innerhalb der Kommission werden Referate gebildet: 1. Selbst kontingent, und Kultusgemeindesubvention (K. K. L.-Kommissär), 2. Büchsen, 3. Thoraspenden, 4. Veranstaltungen uml Materialien, 5. Familienfeiern. 7. Die Ortsgruppenleitungen haben darauf zu achten, daß kein Zionist irgendein Mandat innehaben darf, welcher seine K. H.-Pflicht nicht erfüllt. (Beschluß der Kongresse und Landesorganisation.) Die Konferenz nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, daß in einigen <'rtsgruppen seit längerer Zeit keine K. H.- Arbeit geleistet wird. Die betreffenden Gruppen werden aufgefordert, ihre K. II.- Tütigkeit sofort aufzunehmen. Jede zionistische Gruppe hat eine kleine K. II.-Kommiseion einzusetzen, weleher die Entgegennahme der Zeichnungen der Mitglieder, deren Einschätzung und der Verkehr mit der K. II.-Zentrale obliegt und deren Aufgabe es ist, die K. H.-Propaganda in ihrer Stadt unter der gesamten Judenschaft verantwortlich zu leiten. Die Präsidien der einzelnen Ortsgruppen werden verpflichtet. für die K. H.-Arbeit in ihren Nachbargemeinden Sorge zu tragen, sofern« dort keine K. H.-Kommission besteht. 8. a) Der Distriktstag verlangt, daß in jeder Provinzortßgruppe nur eine zionistische O r g a u i s a t i o n bestehen soll, die Trägerin und Repräsentantin des zionistischen Gedankens ist und deren Disziplin sich sämtliche Gruppen unterstellen müssen. Das Zionistische Landeskomitee wird ersucht, darauf Einfluß zu nehmen, daß die Erreichung dieses Zieles ermöglicht werde, b) In jeder Provinzortegruppe soll es nur eine, der Disziplin der zionistischen Organisation unterworfene Jugendgruppe für Jugendliche unter 16 Jahren geben, c) Wir verlangen die Schaffung und Förderung von gewerblichen und landwirtschaftlichen Hascharahpl ätzen seitens des Landeskomitoes für die keranwachsomle Jugend in der Provinz, d) Wir verlangen im .Sinne der Initiative des Landeskomitees eine ausreichende Zuteilung von Zertifikaten an die Provinz, deren Verteilung ausschließlich den Provinzortsgruppen obliegt. 9. a) Es ist Ehrenpflicht jedes Mitgliedes der W i z o, sich an der Mitgliederwerbung für diese oder für die anderen zionistischen Organisationen durch Propaganda aktiv zu beteiligen. Auch jede andere Form von Werbung an öffentlichen oder privaten Wechselnden, durch briefliche Aufklärung usvv. ist bei passender Gelegenheit auszuniitzen. b) Die Mitglieder der Wizo sind verpflichtet, auf die zionistische Idee bei Erziehung ihrer Kinder gebührend Rücksicht zu nehmen. Sie helfen dadurch mit I an der Erziehung eines fiir den Zionismus buj gtdsterten Nachwuchses, c) Die Mitglieder der; Wizo «sind verpflichtet, in ihrem Haushalt den j Konsum von Tozereth Haarez intensiv zu fördern. Sie sollen die Vorzüge dieser Produkte j bei allen jüdischen Frauen unter Hinweis auf 1 die wirtschaftlichen Auswirkungen für Paj läetina auch diese zum Kauf der Tozereth Haarez zu gewinnen suchen, d) Jede Frau, die : Mitglied der Wizo ist, ist verpflichtet, au allen Veranstaltungen und Zusammenkünften der i zionistischen Organisation aktiv teilzunehmen. ■ 10. a) Der Distrikts tag beschließt, daß die! E r o b e r u n g d e r Iv u 1 t u s g e in e i n d e n eine prinzipiell notwendige und ehebaldigst zu ' erstrebende gemeinsame Aufgabe darstellt. I b) Schon jetzt ist alles zu unternehmen, um j den Tätigkeitskreis der Kultusgemeinde im ' Sinne einer V o 1 k s gem e i n «I e zu gestalten. c) Die Kultusgemeinde ist das Zentrum der jüdischen Erziehung für Galuth und Erez Israel, d) Die Förderung der offiziellen Fonds der Organisation ist eine selbstverständliche Verpflichtung aller wie immer geleiteten Kultusgemeinden. e) Der irmi.gsto Kontakt der Gemeinden der Provinz ist 'herzustellen, der Gemeindebund ehebaldigst zu errichten. ^ODEUE^monpwo ßflä I. MARC AURELSTR.3 WS Arbeitsgemeinschaft mit «lern Ansspcisevcr. iu ..Heudaf. Sabbat" zusammcngese'do--en. Auch diese Maßnahme erweist sieh als durchaus zweckentsprechend. Du ich R e o r g a n i s a t i o n e n i m S p i t a 1 der I\iiltusgemeimle ist dafür Vorsorge getioffen worden, daß eine größere Anzahl von Ärzten als bisher dortsclbst sich der spitalür/tliclien Ausbildung widmen können. Damit, ist einem aus der Entwicklung der Verhältnisse erstandenen Begehren der Ärzteschaft. entsprochen worden. Mit. besonderer Befriedigung kann verzeichnet werden, daß allgemein reges jüdisches Leben und a u f s t e i g e n d e Ent w i c k- I u n g wahrgenommen, das Interesse und clio Anhänglichkeit für die Gemeinde gestärkt, und die O p f e!• w i I I i g k e i t sowie die Leistungen auf das äußerste angespannt werden. So kann der Erwartung Ausdruck gegeben werden, daß es der Wiener Judenschaft, auch weiterhin gelingen wird, in eifrigem Zusammenwirken der Not der Zeit zu begegnen. Dieser kurze Bericht gibt ein erfreuliches Bild von der konstruktiven Tätigkeit unserer Gemeinde in dieser schweren Zeit. JÜDISCHE GEMEINDE i Kfar Kremenezky Selbstkontingentler jeder mindesten« hat. Im Sinne des Beschlusses der zionistischen Landeskonferenz rnuß jede Gruppe mit Rücksicht auf Kfar Kremenezky ihre Leistungen für den K. K. L. um mindestens 50% erhöhen. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt und Klub „Erez Israel“ sprechen ihrem Vorstandsmitgliede, Herrn Kultusrat Prof. Moses Rath, zum Ableben seines Vaters, Herrn Simon Rath s. A. das herzlichste BeiloWl aus. Am 18. Februar fand eine öffentliche Plenarsitzung des Kultusvorstandes statt, Präsident Dr. Friedinann hielt zunächst dem verstorbenen Bibliotheksdirektor Regierungsrat Dr. Bernhard W a c h s t e i n einen warm empfundenen Nachruf und gedachte anschließend der hundertsten Wiederkehr des Geburtstages des Oberrabbiners Doktor G ii d o m a n n und der 125. Wiederkehr des Geburtstages Ludwig August Frankls. Hierauf erstattete Regierungsrat Fuchsgelb den Präsidialbericht und führte u. a. aus: •Seit der letzten Plenarsitzung, dio am 9. Jänner 1935 stattfand, war die Kultusgemeinde in die erfreuliche Lage versetzt, ihre karitativen und kulturellen Einrichtungen durch zwei wichtige Institutionen zu ergänzen. Am 27. Jänner 1935 wurde in feierlicher Weise der Zubau zur israelitischen Versorgungsanstalt seiner Bestimmung übergeben. Der Erbe nach dem verewigten Herrn Heinrich Men dl hat das „Heinrich und Josefine Moralische Stiftungshaus“, XX., Denisgasso 33, in welchem bisher die Toynbo-Halle und die Kinderhort« untergebracht waren, nunmehr der israelitischen Kultusgemeinde für kulturelle und karitative Zwecke zur Verfügung gestellt. Zunächst wurden daselbst J u g e n d Vereinigungen unterbracht, welchen die Möglichkeit gegeben ist, unter der Ägide der Kultusgemeinde und in nach jeder Richtung hin geeigneten Räumen eine ersprießliche Tätigkeit zu entfalten und sich weiter zu entwickeln. In umfassender Weise ist die Wintorh i 1 f s a k t i o n bemüht, den Hungor der Ärmsten zu stillen. Es bestehen derzeit folgende zehn Ausspeisostellen der Kultusgemeinde, in welchen insgesamt 1750 Personen t ä glich verköstigt werden: Vereinigte Ausspeisungen Jüdischer Volkskücheverein Seudat Habhat, II., Malzgasse. Durch Gewährung eines besonderen Kredites wird es der Fürsorgezentraie ermöglicht, solchen v e r s o h ä in t e n Armen, welche die Ausspoiscstellen nicht in I Anspruch nehmen können, Beihilfen zu gc- I währen. | Vom Präsidium der Kultusgemeinde wurde | die vorn Bwndesriiinisteriuin für Unterricht., beziehungsweise der Landesregierung abverlangte Stellungnahme zu dem Begehren des Vereine ..Adas Jisroel“ (S c h i f f s s c h u 1) um dio Bewilligung zur Konstituierung als eigene orthodoxe Gemeinde in ausführlicher, sachlicher Weise erstattet. Auf die Auslassungen, welche in dieser Angelegenheit, im Wochenblatt „J ü d i s c h e Press e“ enthalten waren, einzugeben, hat sich das Präsidium nicht veranlaßt gesehen. Durch V o r s p r a c h e n und s c h r i f tliehe Vorstellungen hat das Präsidium bei den in Betracht kommenden Regierungsstellen mehrfach in solchen Angelegenheiten zu intervenieren Veranlassung gefunden, in welchen eine Verletzung der gewährleisteten staatsbürgerlichen Gleichberechtigung empfunden wurde. Es wurde auch bezüglich der wüsten antisemitischen Angriffe, die in gewissen Presseorzougnissen nucli immer aufscheinen, an die Staatsanwaltschaft herangetreten. Eifrigst werden die Bemühungen fortgesetzt, für die Errichtung eines eigenen K i n d e r e r h o 1 u n g s h e i in o s ein geeignetes Objekt ausfindig zu machen. Diese Bemühungen habon bisher zu keinem Erfolg geführt, weil die für diesen Zweck aufbringbaren Geldmittel nicht ausreichen. Es werden jedoch weiter Verhandlungen gepflogen, so daß zu erwarten steht, daß auch diese Frage einer befriedigenden Lösung wird zugofiihrt werden können. Unter der Ägide der Kultusgomeindc hat eine Reorganisation des u n e n tg e 1tliehen Arbeitsnachweises stattgejfunden. Nach dem Berichte Uber den Monat Jänner, der dem Präsidium bereits vorliegt, ist die Entwicklung oino recht befriedigende. Iin Berichtsmonate konnton 62 Bewerber, und zwar 57 männliche und 25 weibliche, placiert werden. Gleichfalls unter der Ägide der Kultusgemeinde wurde der Verein „Jüdische Volksküche“ reorganisiert und in einer PH TREFFER ANLEIHE P0MZTEN 9«g«n Monabprümicn G ROSSFLEISCH HAU ERE ZENTRALE IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONN Ü M M ER; A 17-3-99 und A 15-9-34 Liefetant für Heilanstalten Abteilungen f. -1$3-Fleisch unter Aufsicht de« Ehrwürdigen Rabbinatader isiaelitischenKultusgemeinde Wien AuiOTUstollung kostenlos IX,, Berggasse 15, XVIII.,Währingersfraße 71 Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO Uraufffülirung: ]., Wollzeih* Ifl Tel. lf 24-2-16 sein mit Johnny Weißmiiller Beginn: 4, °/4ö, 7a8, 7*10 Uhr Leopoldstailfer Volkskitio II. UotonatmiiR iKsu 7a Telephon K 4II-C-2!) Vom 1. bla 4. Mürz 10U5 Wochentags '/Ji, '/J0 Uhr, Sonn- und feiertags 'A1 Uhr Zionistische Bezirkssektion und Wizo LandstraBe IA Palästinafilm von Dr. Ph. Rezek: „Palästina, Oktober 1934 Kreuz-Kino I., Wollzella 16. Sonntag, don 3. Mär* 1933, %11 Uhr vormittags. Karten bei den Aus^hußmitgliodern und an der Kassa zu haben. Voranzeig« i * Zlonlftlfche Bezlrkasakhon und Wizo XX., Toynba-Halle, XX., DenUgass« Nr. 33, Sonntag, don IC. März 1933, 7*1 und 7,9 Uhr abends.