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Die Stimme · 1935-02-22 · Heft 428 (22.2.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 428 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 128 — -2. Februar 1085 RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTö. 5 KOLLNERHOFQ. 1 niki, wo ebenfalls Lnmlungsverbot bestand, hielt das Schiff einen Monat lang (vom .18. Oktober bis 12. November), bis es unter polizeilicher Bewachung in der Nacht de* 12. November von Saloniki abfahren durfte, wobei es in dieser Nacht zum zweitenmal auf seiner Expedition nur mit knappster Not einer Katastrophe entging, da das Schiff bis hart 50 Meter au einen Felsen herangekommen war. Während der Fahrt herrschte nicht nur ein arger Nahrungsmangel, sondern auch grober Wassermangel. Tagelang litten die Chaluzim Hunger. Viele Teilnehmer erkrankten. Zwei junge Chaluzim haben durch die Strapazen ihr Spraehvermügen vollends verloren, einer wurde ganz gelähmt, einer erblindete plötzlich. Die Schiffsmannschaft tat ihr übriges, um die Leiden der Heisenden zu vergröbern. Krank, matt, ganz heruntergekommen langte die Expedition auf der Insel Kreta an. Von hier ging es nach dem Piräus. In Athen blieben sie vom 16. bis 18. November. Hier vollzog sich die letzte Etappe dieser Unglücksodyssee. Der Erreichung Palästinas mußte schmerzlich, aber endgültig adieu gesagt werden. In Athen erfolgte die Einschiffung auf den rumänischen Dampfer „R e g e 1 e G a r o 1 i". der sie nach Konstan z a bringen sollte. Das Schiff war voll belegt mit Passagieren, die von Palästina kamen. Die erste Sorge der Expeditionsleitung galt den hart mitgenommenen kranken Teilnehmern und besonders den Mädchen und Frauen. Diese mußten vor allem unter ein schützendes Dach gebracht werden. In Konstanza langten sie am 21. November an, wo sie bis 25. November blieben. Erst über die Intervention der polnischen Regierung wurden die Teilnehmer der Expedition, wie einleitend erwähnt, in das polnische Städtchen Zalesezvki gebracht, wo sie alle in Konzentrationslagern untergebracht wurden. Jetzt mußten erst die Pässe aller Teilnehmer erneuert werden, damit sie in ihre Wohnländer gelangen konnten. die Tschechen nach Prag, die Österreicher nach WTien, nur die Litauer und Letten durften nicht zurück, ihnen mußte in Danzig die Möglichkeit gegeben werden, ihre Dokumente in Ordnung zu bringen. Die wenigen Österreicher, die an dieser Expedition teilgenommen hatten — es waren insgesamt fünf, darunter zwei Ehepaare — kamen nach Wien. Jetzt haben fast alle ihre wohlverdienten Einreisebewilligungen erhalten und befinden sieh, während diese Zeilen in Druck gehen, wieder auf den Gewässern des Mittelländischen Meeres, diesmal jedoch mit dem Zertifikat in der Tasche lind mit dem Bewußtsein, auch in Palästina landen zu dürfen. SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN EIERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) Aus der arabischen Presse Es waren Heroen, diese Palästinafahrer, die einst in den Annalen der Alijoth sicherlich ihren Ehrenplatz finden werden. Die Worte des Wiener Cliaiuz, der bereits in Palästina ist, seien zum .Schluß hiehergesetzt: „Trotz Hunger und Not, trotz fürchterlichster Strapazen, die wir alle ertragen und erdulden mußten, waren wir alle stets von dem Muß des Aus harre ns beseelt, in der allerdings als trügerisch sich erwiesenen Hoffnung auf eine Landungsrnöglichkeit. Aber trotz allem: Wir waren zu jeder Tag- und Nachtstunde zu allen Opfern und allen Mühen bereit, um ans ersehnte Ziel zu gelangen.“ Wir aber wollen diesen Bericht nicht schließen, ohne unsere Ohaluzim dringend davor zu warnen, eich än derartige Abenteuer zu stürzen. Denn nicht immer gibt es einen ko versöhnlichen Antik-lang wie bei der „Velos!1-Odyssee. Palästina-Regierung will die Anlage neuer Plantagen erschweren Jerusalem, 18. Februar. (2.' T. A.) Wie die .Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, bereitet die Palästina-Regierung Maßnahmen vor, um für eine Reibe von Jahren die V e r g r ö ß e r u u g d e s P 1 a tit a g e n b o d e n s 1n Palästina zu erschweren oder überhaupt unmöglich zu machen. Die Regierung beabsichtigt, neue Plantagen so hoch zu besteuern, daß ihre Rentabilität in Frage gestellt wird. Die Jewiish Agency hat in dieser .Sache mit palästinensischen Wirtschaftsführern, wie Hoofien (Präsident der Tel-Aviver Handelskammer), T o l k o w s k y und V i t e l e s. Beratungen abgehalten, wobei betont wurde, daß die Regierung der Entwicklung des Landes sehr schaden würde, falls sie in die Sphäre der Privatinitiative eiligreifen sollte. Smilansky fordert die Umwandlung Palästinas in eine englische Kolonie Jerusalem, 19. Februar. (2. T. A.) Der Präsident des palästinensischen Landwirte verband es (Histadruth haikarim), Mosche S m i 1 a n s k y. fordert im „Bostenai“, Palästina aus einem von England verwalteten Mandatsterritorhun des Völkerbundes in eine englische Kronkolonie umzuwandeln. Smilansky erklärt, die Anwendung des Mandat.ssystems biete der .wirtschaftlichen Produktion des Landes nicht die notwendigen Schutzmittel. Die fünfzehnjährige Erfahrung mit dem Mandat hat eine EnttäusehiiTvg gebracht. Es sei am oh nicht, möglich, führt Smilansky weiter ans, aus Palästina einen Juden Staat zu machen, auch wenn Palästina schon morgen über eine jüdische Mehrheit verfügen sollte: es sei für ein kleines, .schwaches Land nicht vorteilhaft, Gegenstand politischer Intrigen zwischen den Großmächten zu werden. Die einzige faktische Lösung sieht Smilansky in der Umwandlung Palästinas in eine englische Kolonie, und er fordert das Judentum auf, diese Idee zu unterstützen, m.it dem Ziele freilich, daß Palästina späterhin zum Rang eines britischen Dominions erhöht wird. den sei. Mit großer Mehrheit, wurde be schlossen, den Vorschlag eines Abkommen mit den Revisionisten a b z u 1 e h n e n. Jüdische Polizisten für Tel Aviv gefordert Jerusalem, 19. Februar. (2. T. A.) Der »Stadtrat von Tel-Aviv beschloß, von der Regierung eine E r li ö h u n g der Tel Aviver Polizeikorps um weitere 2U0 j il s c h e Polizisten (gegenwärtig setzt sich du. Tel-Aviver Polizei aus 7Ü Juden un- 56 Engländern zusammen) zu fordern, für ner den Sold so zu erhöhen, daß ein Dienst bei der Polizei als a.useiehtsvoll erscheine Gleichzeitig appellierte der Stadtrat an die jüdische Jugend, in die Polizei einzutroten In der gleichen Sitzung wurde Ober rabbiner Kook zum Ehrenbürger von Tel Aviv bei Stimmenthaltung der Arbeiter partedler gewählt. ODELLENTWÜRFEund^ 1 W INGANG TERNG. I. MARC AURELSTR.3 Herrn Smilansky wäre erutgegenzuhalten, daß die Einbeziehung des jüdischen Landes in das Imperium gerade zur Folge hätte, daß Palästina in alle Möglichkeiten der englischen Politik verwickelt würde. Der Zionismus ist aus der Erkenntnis der schiefen Stellung des Judentums in der ganzen Welt entstanden. Das neue Palästina muß sieh frei von allen Bindungen entwickeln und nicht wieder in die Fehler der Vergangenheit fallen, in der Palästina bald an Assyrien, bald an Ägypten angeeohloKfien war. Judenstaatspartei Palästinas lehnt Abkommen mit Revisionisten ab Jerusalem (Paleor). Ami 16. d. M. fand in Tel-Aviv eine Konferenz der Judonstaatepartei Palästinas statt. Unter anderem wurde die Frage behandelt, ob die Möglichkeit eines Abkommens und einer Vereinigung der Judenstaatspartoi mit den Revisionisten vorhan- 1 so Saar-FlüchtUnge in Palästina Jerusalem, 18. Februar. (2. T. A.) Der Dampfer „Acquitania“ hat am 15. Februar 120 jüdische Flüchtlinge aus dem Saargebiet in Haifa abgoeetzt. Die Mehrzahl derselben hofft, sieh in Palästina seßhaft machen zu können. ""Verlangen Sie Im Restaurant wie auch im Kaffeehaus ausdrücklich „Prob 1 a u e r- Sauerbrun n“, das gesundheitsfördernde, erfriechende öeterralcbsjsöhe Mineralwasser, m E ANLEIHE 8*9«« Mon«tsprJmi«n Der Ex-Khedive Abbas Hilm« in Palästina Jerusalem (Pa Icor). hu Anschluß an den gegenwärtigen Besuch des früheren ägyptischen Khcdiive Abbas Hilmi in. Palästina ist die arabische Presse Palästinas und Syriens voll von verschiedensten, ei minder wkl enspre oh eiiden Gerüchten über die geheimen politischen Ziele dieses Besuches. Ein Teil der Zeitungen schreibt-, daß der Besuch mit dem augenblicklichen inneren Zuständen in Ägypten und mit dem Plane der Einsctzun eines Regenten an Stelle dee chronisch erkrankten ägyptischen Könige Fund im Zu eam.meuhang stehe. Nach dieser Version soll Großbritannien die Absicht haben, die Kandidatur des Sohnes Abbas Hilmis, des Emirs Almunacm, für das Amt des Regenten zu unterstützen. Ein anderer Teil der Presse schreibt, daß Abbas Hilmi die Absicht habe sieh jetzt, nach dem Mißerfolg seiner Bemühungen um den syrischen oder palästi nensisohen Thron in große wirtschaftliche Unternehmungen zu stürzen, und bei seinem gegenwärtigen Besuche in Palästina und Transjordanion große Boden flächen kaufen werde. Natürlich muß man all diese Gerüchte und Nachrichten mit der größten Vorsicht aufnehmen, besonders, weil man in den dem Ex-Khediven nahestehenden Kreisen sie kategorisch ablougnet und behauptet, daß der oiirrige Zweck des Besuches Abbas Hilmis sei, in Jericho ein paar Wochen der Ruhe zu verbringen. SOO Liter Milch für den Keren Kafemeth Jerusalem (Paleor). In der Arbeitersiedlung Klar Jecheskel im Emok Jesroel fand eine Feier anläßlich der Erzielung einer täglichen Milchproduktion von 200 Litern statt. Hierbei beschlossen die Mitglieder der Siedlung, dom Keren Kajemeth 500 Liter Milch zu schenken. Import und Export Palästinas im Jahre 1934. Jerusalem (Paleor). Nach den vorläufigen Ziffern betrug der Import ausländischer Waren nach Palästina im Jahre 1981 zirka 15,200.000 Pfund. Der Export palästinensischer Waren ins Ausland betrug zirka 3,250.000 Pfund. .,. /1 J a m a all s l a m l a“ venreist auf den (/roßen Judenhaß in der ganzen Welt und. auf die Tai/un;/ des faschistischen Koni/rcsses in der Seinreiz. Di<‘ Jaden hälfen die Absicht, die Welt zu beherrschen. (Das sind die Folgen der nationalsozialistischen Propaganda. Die Red.) Die Araber in Palästina hassen nicht die Juden, sondern nur die Zionisten. Gäbe es nicht die. Ba/four- Dekluration und das jüdische Nn/ioualhehn, dann würden die Araber auch nicht die. Zionisten hassen und sie als Gäste willkommen heißen. Großbritannien habe die Zionisten ins Land, gebracht, um es beherrschen zu können und die Araber aus ihrem Geburtsland zu vertreiben. Es wird die Zeit kommen, da die Juden dessen gewahr werden. daß ihnen Großbritannien einen schlechten Dienst, erwiesen habe, indem es ihnen das Nalionalhcim in einem Land, verschaffen wollte, das ihnen nicht gehört. ,'Z a v a t A lach r u P‘ weist, darauf hin, daß die Zionistische Organisation beschlossen hätte, die. Sitzung des Aktionskomitees wieder in Jerusalem abzuhallen. Die. Araber, schreibt die Zeitung, beginnen sich gegen die. Entscheidungen des Aktionskomitees vorzusehen. Es bestehe die Gefahr, daß die Gefühle der Araber provoziert werden könnten und daß dadurch eine abnormale Lage im Land entstehen könnte. „F eie sti n“ berichtet, daß jüdische Regierungsbeamte, die. im Gesundheitsdepartement von Liberias beschäftigt seien, verhaftet wurden, 'weit sie die illegale jüdische Einwanderung unterstützt hätten, Diese Beamten hätten jüdische illegale Einwanderer als Personen registriert, als ob sie früher, noch zur Zeit der türkischen Herrschaft in Palästina gelebt hätten, und hätten so ihre Berechtigung vor getäuscht, in das Land zurückzukehren. „Tel-Jabotinsky** im Fmeh Prag, 18. Februar. (2. T. A.) „Der Judonstaat“ reproduziert Aie Mitteilungen eines Palästina-Informationsblattes, wonach Lm Emok Jesreel von zionistischrevisionistischer Seite 20.000 (zivanzigtausend) Dunarn erworben wurden, um eine neue landwirtschaftliche Siedlung unter dem Namen „Tel-Jabotinsky“ anzulegcn. Kinoprogramme derWodie KREUZ-KINO Vom 22. bis 25. Februar 1035 Uraufführung: l., Wollzeile 1« Tel. K 24-2-13 Henker mit Warner Öland Beginn: 4, °/»6, l/3S, 7*10 Uhr eopoiastflötsr Volkskino II., Hotensternensfio 7ii Telephon R 40-0-23 Vom 22. biß 25. Februar 1035 mit Douglas Fairbanks Wochentags ’/A '/*8, 7,10 Uhr, Sonn-und Feiorlnf»« nb 1A-J Ulir VI., Mariahllfcrstraüc 37 Telephon B 20-2U3 Vom 22. bis 25. Februar 1035 Beginn : ‘/,4, 1 /*(>, */48, ‘/jo Uhr IX., Porzellangasse 19 Telephon A 18-0-70 Vom 22. bis 20. Februar 1035 Heimat-Kino Vom 22. bis 21 Sehnsucht mit Joan Crawford und Clark Gable Wochentag; 5, 7, 8 Uhr, Sonn* u. Feiert, ab 3 Uhr

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