Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 426 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 DIE STIMME Nr. 12(5 15. Februar 1985 3xBEflGHUHN.Ü RABENSTEIGJ ,HIMMElPfORTö^5 KDLLHERHOFö. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) eeben Juden oder Nioht-judeu waren, loh \ bedeutsame Tätigkeit zu orfüllon. Unter hatte mehrere befähigte Juden in meinem ihnen war keiner, der nicht loyal ge- Stab. aber sie waren eine kleine Minderheit wese n w ii r e oder der selbstsüchtige und jeder Einzelne von ihnen hatte eine. Zwecke verfolgt hätte.“ Aus der Budgetdebatte im Sejm tition war von vornherein eine leere Demonstration ohne Sinn und Geschmack sogar nach innen. Der Schritt war jedoch besonders unsinnig, weil auch seine Initiatoren wußten, daß er keinen Erfolg bringen würde. Vielleicht hat irgendwo in einem verlorenen Städtchen der naive Jude, der die Petition Unterzeichnete, wirklich geglaubt, daß seine Unterschrift ..die Anzahl der Zertifikate erhöhen“ würde. Die revisionistische Leitung jedoch, die sich aus Trotz imd Mangel an wirklicher Arbeit auf das Petitionsispiel einließ, hat sicherlich keine großen politischen Erfolge davon erwartet. Jedenfalls konnte «sie voraussehen. daß sie einer Niederlage entgegengeht und gerade das Gegenteil von dem erreichen wird, was sie beabsichtigte. Mag sich die revisionistische Partei selbst iti eine Partei verwandeln, die Ohrfeigen bekommt. Das ist ihre Angelegenheit. Leider hat die Frage eine gewisse Bedeutung nicht nur für die engen Interessen der Partei. Wir können uns bei den Revisionisten für ihr letztes „politisches Werk“ be tanken. Ja, wir (sind um eine neue politische Erfahrung, eine bittere Erfahrung reicher geworden.“ In einem zweiten Leitartikel schreibt „Haarez“: „Die vielgerühmte Petition, die die Revisionisten auf ihrer Konferenz und in der Presse geradezu als ..Weltereignis“, als einen Wendepunkt in der Geschichte Palästinas proklamierten, wurde in der Mandatskommission wie ein Stein in einen Braunen versenkt. Wenn von ihr etwas iibriggeblieben ißt, ist es nur der Schaden für den Zionismus als ganzes. In den Protokollen der Kommission iet es als Niederlage des Zionismus, nicht nur als Niederlage der Revisionisten, verzeichnet.“ Der „Davar“ schreibt in einem Leitartikel unter dem Titel „Der Preiß einer Dummheit“ unter anderem: „Jeder, dem der Gedanke des Judenetaates teuer ißt, wird diese politische Niederlage tief bedauern. E,s war die revisionistische Partei, die unß diesen Dienst geleistet hat. Wir haben eine politische Niederlage vor uns, die ohne die geringste Notwendigkeit herbeigeführt wurde. Jetzt sollte wenigstens klar sein: Jede neue Unterschrift für diese .schädliche Petition spielt Narren eine Waffe in die Hand, bedeutet die Unterstützung von Leuten, die uns schädigen.“ (Palco-r.) GROSSFLEISCHHAUEREI SIEGM. KORNMEHL ZENTRALE IX., BERGGASSE NUMMER 19 FELEPHONNUMMER. A 17-3-99 unrl A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilunsen t. ng?2'Fieisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabblnatsder israelitischen Kultusgemeinde Wien Autozustellung kostenlos IX., Berggasse 15, XVIII.,Währingerstraße 71 Die Juden in der Nira- Verwaltung in U. S. A. In der „Saturday Even mg Post“ äußerte sich General J o h n ß o n, der frühere Leiter der NIRA-Verwaltung, des Systems der staatlichen Einflußnahme auf die amerikanische Wirtschaft, über die verschiedensten Problfflne, die die Verwaltung der NIRA unter seiner Leitung zu lösen hatte. In diesem Zusammenhang kommt er auch auf die Behauptung zu sprechen, er, Johnson, habe zu viele J u d e n auf wichtige Posten berufen; ßo wurde zum Beispiel gesagt, daß Mr. R i e h b e r g, der einen der wichtigsten Posten innehatte, Jude sei. General Johnson erklärt hiezu: „Mr. Richb e r g i s t k e i n J u d e. Aber selbst wenn er es gewesen wäre, würde es für mich nicht« außgemaoht haben. Ich versuchte, einen Stab der besten Mensche ri zu gewinnen, die ich bewegen konnte, in den Dienßt der NIRA zu treten. Ich machte dabei nicht vor der Tatsache Halt, ob diese Men- Warschau, 11. Februar. (2. T. A.) Im Verlauf der Generaldebatte über das Budget im polnischen Sejm wurde wiederholt auch die Judenfrage berührt. Der Generalreduer der Nationaldemokratisohen Partei, Prof. R i b a r s k i, griff sehr scharf die Juden an und stützte sich dabei auf eine Mitteilung der Jüdischen Telegraphen- Agentur über eine Rede von Rabbiner Prof. Sohorr in London. Ribarski sagte, das „Schnorren“ für die armen polnischen Juden im Auslände kompromittiere den polnischen Staat. Würden sich die Juden als echte Polen fühlen, so würden eie keine Hilfe außerhalb der Grenzen des Landes suchen. Ribarski erklärte weiter, die Juden in Polen würden mit Vorzug behandelt, sie gehören zur „wirtschaftlichen E1 i t e“. (Widerspruch auf den Bänken der Regierungspartei.) Der Vorsitzende des sozialdemokratischen Sejmklubs N i e d z i a 1 k o w s k i (zu den Regierungsbänken gewendet): „Gewiß seid ihr nicht solche Antisemiten, wie die Nationaldemokraten, die nicht über den Mond reden können, ohne dabei die Judenfrage zu berühren, aber in der Praxis spielt ihr einander in die Händ e!“ Der orthodoxe jüdische Deputierte Rabbi L e w i n wies darauf hin, daß das diesjährige Budget keinerlei Änderung zum Besseren hinsichtlich der Postulate der jüdischen Bevölkerung aufweist. Der für jüdische Zwecke eingesetzte Posten ist angesichts der jüdischen Drei-Millionen-Bcvölkerang verschwindend gering. Positiv sei die Erklärung des Finanzministers, daß die Steueraussohreibungen sich auf reale Grundlagen stützen -werden. Der Redner forderte sozialen Schutz auch für die jüdischen Bürger. Die Juden sind gezwungen, eigene Spitäler, Erziehungsanstalten usw. zu unterhalten, die die Regierung stark entlasten; diese Institutionen haben um so mehr Anspruch darauf, von der Regierung finanziell gefördert zu werden, als die jüdische Bevölkerung zu sehr verarmt ißt, als daß sie sie aus eigenen Kräften erhalten könnte. Die Armut unter der jüdischen Bevölkerung hat schreckliche Formen angenommen. Der nationaldemokrafcische Deputierte Stipulkowski forderte den Ausschluß der Juden von jeder Beteiligung an M.ilitärliefern ngen. Stipulkowski selbst ist Enkel des einßtigen Vorstehers der Chor-Synagoge in Woloszyn und des einstigen Mitglieds des Präsidiums der Warschauer jüdischen Gemeinde Matthias Börsen, Die inzwischen aufgelöste nationalradikale Partei hat es abgelehnt, ihn, wegen «einer jüdischen Abstammung, als Mitglied aufzunehmen. Den antisemitischen Rednern trat der Deputierte dos Jüdischen Klubs Dr. R ot h e n s t r e i c h entgegen. Gegenüber Ribans-ki erklärte er: „Wir Juden sammeln nicht, Almosen bei anderen Völkern, wir appellieren an unsere jüdischen Brüder. Ribarski hielt es gewiß nicht für eine Herabsetzung Polens, alß man bei den Polen irn Auslande Spenden für die Opfer der Hocliwasserkataetrophe sammelte. Ribarski sprach auch von »jüdischen Monopolen4, namentlich im Import von Früchten. Weiß er nicht, daß das Handelsministerium die in ihrem Berufe ergrauten jüdischen Kaufleute ruiniert, um Platz für Nichtjuden zu machen? Die E n t j u d u n g d es Ha nd e 1 ß geht so weit, daß das Ministerium Kontingente für den Import von Orangen verteilt hat lind den Konsum-Kooperativen sowie dom l'nvalidenvorein, die sich nie mit dergleichen abgegeben haben, gegenüber den jüdischen Fachleuten den Vorzug gegeben hat. Auch bei Vergebung der Kontingente für Eierexport wurden die sachverständigen jüdischen Exporteure zugunsten von im Fache ganz unerfahrenen Leuten zurückgesetzt. Die jüdischen Kaufleute, die im Auslände bereits ihre Einkäufe gemacht hatten, waren gezwungen, von den bevorzugten Nichtfachleuten die Importzertitikate zu je 1000 Zloty pro Waggon abzukaufen, was naturgemäß zu einer Verteuerung der Ware führte. Stipulkowski fordert Boykott der Juden bei Militärlieferungen. Ein solcher Boykott wird tatsächlich bereits geübt. Das Kriegsministerium hat in einem Zirkular angeordnet, daß Roggen und Hafer für Militär direkt beim Produzenten — dazu werden merkwürdigerweise auch die städtischen christlichen Kooperativen gerechnet — anzukaufen sind.4 Der Deputierte des Jüdischen Klubs Sommerschein erklärte, die Juden wollen eine nationale Schule und eine autonome jüdische Gemeinde; dies stehe durchaus nicht im Gegeiißatz zur Erfüllung ihrer Pflichten als polnische Staatsbürger. Die Einmischung der Behörden in die Verhältnisse der jüdischen Gemeinden demoralisiert dieselben. Die Regierung ernennt Beamte für diese Gemeinden, die nicht die geringste Qualifikation für ihre Ämter liaben. Der Redner protestiert gegen die Einsetzung von Rogienm-g.skommissaren in die Gemeinden und verlangt die Ausschreibung freier Wahlen. Alle Minderheitensprachen außer Jiddisch und Hebräisch anerkannt Gemäß dem neuen Ilandelskodex in Polen können II a n d e 1 s b ü che r auch in den Sprachen der nationalen Minderheiten, zum Beispiel in Deutsch, Ukrainisch. Weißrussisch, Russisch und Litauisch, geführt werden. Einzig für die J u d en I .s t eine M i n d e r h e i t e n s prac h e nicht z uge las seu, Ilandelsbiichcr dürfen in jiddischer oder hebräischer Sprache nicht geführt werden. Nichtberücksichtigung der jiddischen Schute in Warschau Die Exekutive der jiddischen Schnlorganisation in Warschau beeehloß, eine P r otestaktion gegen die Niohtberüoksiolit.igung der Kultur- und Schnlbediirfnisse der jüdischen Bevölkerung im Budget, der Warschauer Stadtverwaltung durchzuführen. Das Stadtbudget sieht keinerlei Su mmen für jiddische Schul- oder Kulturinstitution cd vor. Da« Subventionsgesuclj der jiddischen Schulorganißation, deren Schulen von mehr als 2000 Kindern der ärmsten jüdischen Bevölkerungssohioht, besucht werden, wurde unberücksichtigt gelassen. ¥ Der Minderheitenschutz in Polen London, 18. Februar. (2. T. A.) Im Lfnterhause fragte der Abgeordnete Rhy-s Davies den Außenminister, ob er im Hinblick auf die durch die Haltung des polnischen Delegierten bei der letzten Tagung de« Völkorbundsrates seitens Polens bekundete Mißachtung der Minderheitenverträge des Jahres 1019, diese Angelegenheit vor den Völkerbund bringen wolle. Außenminister Sir John Simon erklärte, der polnische Delegierte habe, wie dem Interpellanten bekannt sei. am .14. September der Vülkerbundversammlung erklärt, Polen lehne in bezug auf die Überwachung des bestehenden Systems für den Schutz der Minderheiten jede Kooperation internationalem Rahmen ab. Er — der Außenminister — habe bei dieser Gelegenheit den Standpunkt der englischen Regierung klargelegt. Die Haltung der polnischen Regierung b es c h ä f t i g t e b e r e i t s d e n V ö 1 k e rb u n d. Auf die weitere Frage des Abgeordneten, oh der Außcnminißtor erwarte, daß in dieser wichtigen Sache neue Schritte beim Völkerbund getan werden würden, antwortete der Minister, die Angelegenheit gehe den Völkerbundsrat als solchen an, er glaube aber, daß die Stellungnahme der englischen Regierung und anderer Regierungen vollkommen klar sei: sie stünden auf dem Standpunkt, daß das Minderheitenverfahren noch in Kraft ist und durch einseitiges Vorgehen irgend eines Staates nicht abgeändert werden kann. Zion. Bez.-Sekfion IV/V, töfiz© und Jugendgruppe Samstag, den 16. Februar, El 9 Uhr abends, Tanzabend mit künstlerischen Darbietungen, Es wirken mit: Herr Joe Wilner, Frau Nora Dauber, Herr Dr. Ernst Abeies und die jugendliche Pianistin Mizzi Kerk. Für die Nichttanzeiiden Bridge und Rummy im Herzl-Saal. Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO Vom 15. bis 18. Februar 1935 Beginn: 4, 8/»6, ‘/*8, V»10 Uhr Leonoldstililfer Volhsklno Telephon lt -19-0-23 Vom 15. bis 21. Februar 1935 mit Magda Schneider und Wolf Aibach.Retfy WoehentnKS '/<(>, '/A 19 Ul», Sonn- und Feiertags '/•,( Uhr II., Malzgasse Nr. 2 Telephon A 44-0-85 vom Himmel mit Joseph Schmidt Beginn: 4, %G, 7,8, 7*10 Uhr Vl„ ManaliilferstrnOe 37 Telephon B 20-208 Vom 19. bis 21. Februar 1935 Beginn : ‘/„4, '/4(i. */48, LJlir Heimat-Kino,x",,orze,iMsasse 19 Telephon A 18 0-76 Vom 19. bis 21. Fubrunr 1935 Vorstadtvariete (Die Amsel vom Lkhtental) Wochentag: 5, V, 9 Uhr, Sonn u. Feiert, ab 8 Uhr Vom 19. I>iu 21. Februar 1935 Sehnsucht mit Joan Crawford und Clark Gable Täglich: 4. %(>. >1,8. %10 Uhr Jeder Zionist Selbstkontingentier — Jeder Selbstkontingentier bringt mindestens S 100*- auf!