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Die Stimme · 1935-02-08 · Heft 424 (8.2.1935) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 424 (8.2.1935)
Date
1935-02-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 DIE STIMME Nr. 42 i - 8. Februar 1035 3»BEHGHAHH.[: jRABENSTE1G3 .HIMMtLPfOMO. 5, KOUNERHOFQ. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTi BILLIG! FÜHREND IN ErERNA-HEMDEN (von S 6 80 aufw.) rterte Bestellungen vorliegen, reißenden Absatz finden wird. Die BrosohUre ist zum Preise von S 1.20 ab Mittwoch, den 5 Februar, im Büro des Zionistischen Landeskomitees erhältlich und wird über Wunsch auch zusresendet. I. E. Poritzky gestorben In Berlin starb der bekannte Schrift-steiler und Feuilletonist Jakob Elias Poritzky. Er war am 13. Jänner 1876 in Lomza in Polen geboren. Während des Krieges war er zeitweise Oberspiellei t-er und Dramaturg des Badischen Landesthentere in Karlsruhe. Zahlreiche Novellenbände, Essays und Feuilletons hat Poritzky veröffentlicht. Seine Veröffentlichungen erstreckten sich auch auf jüdische Dinge, wobei er immer die kloinen Zufälligkeiten und doch Wesentlichkeiten des Alltags und der Alltagemensehen in den Mittelpunkt stellte. „Keinen K a d d i s c h wird man sage n“, „Jüdische Vorträge", „Die Geschichte der spanischen Inquisition“ Und Schriften über Heinrich Heine sind aus dem Schaffen Poritzkys zu erwähnen. Der arische Geschäftsweiser Wir erhalten folgende Zuschriften: An die Redaktion der „Stamme“, Wien, I., Marc-Äurel-Straße 5. „Auf Ihren Artikel vom 18. Dezember vorigen Jahres ,Antisemitismus und Geschäft1 habe ich folgendes zu bemerken: Ich habe seit 21 Jahren -mit meiner zum größten Teil jüdischen Kundschaft im besten Einvernehmen gelebt. Als Geschäftsfrau inseriere ich ohne Hinblick auf die Politik in Zeitungen, Kalendern und Kinos aller Richtungen. Wäre mir das von Ihnen mit Recht beanstandete Vorwort bekanntgewesen,- hätte ich niemals die Einwilligung zur Einschaltung meiner Firma gegeben. Mit vorzüglicher Hochachtung Sofie Perthen, Bären-Drogerie, Photohandlung Wien, II., Glockengasse 8a. Berliner Hausbesitzer Wir he fen Ihnen X. Einnahmen za erhöben, 3. Ausgaben zn vermindert, 3. Den Bauvertrag sicher und fruchtbringend anznlegesu erstklassig# Rtfsrsnzan. AuskQnfts koatan'os u. unverbindlich. Gorantta, Schuh und ln erectsnvertre’ung für Oiundbasitt und Hypotheken, Berlin, W 30, N*ue Winterfel .straBe 8. Der Dank Kommerzialrat Ludwig H i n n o r, der als streng katholischer Christ zahlreiche Juden zu seinen Freunden zählte. So berieten Christen und Juden gemeinsam in den Ausschüssen, ohne daß Differenzen, wie sie heute zu Tage treten, Vorkommen konnten. Es sei daran erinnert, daß auch später in der Nachkriegszeit gewählte jüdische Führer es waren, dio die Aktion der „Alten“ im Verein mit ihren christlichen Kollegen fortsetzten, allen voran der auch so früh verstorbene Jude Otto Busch. Nicht unerwähnt möchte ich j lassen, daß auch der Jude Kommerzialrat Alfred Raubitschek, der weit über dio Grenzen unseres Vaterlandes bekannt ist, in uneigennützigster Weise die Kolle-ge-n-sehaft an führender Stelle geleitet und Opfer an Zeit und Gesundheit für alle Kollegen, ohne Unterschied der Konfession, gebracht hat. Daß so mancher der ,.166“ bei einem jüdischen Lehrherrn den Beruf erlernt, viele davon später bei jikliochon Chefs in Stellung waren und dadurch derzeit im Genusso ihrer Selbständigkeit stehen, die die Juden mitzuorringen halfen, haben diese „166“ schon vergessen. Erloschen ist dio DankeseehukU! Amerikanische Reform-Rabbiner und die Histadruth New York, 6. Februar. (Z. T. A.) Rabbi Edward L. Israel, Baltimore, Vorsitzender des Komitees der Reform-Rabbiner zur Unterstützung des Arbeiterwerke in Palästina, veröffentlicht eine von 241 Reform-Rabbinern der Central Conference of American Rabbis Unterzeichnete Erklärung, in der es unter anderem heißt: Wir sind des Glaubens, daß die vom Liberalen Judentum übernommenen prophetischen Ideale in einem sehr hohen Maße mit jenen der Arbeiterbewegung in Erez Israel vereinbar sind. Zweck dieser Zustimmung ist nicht, den Stempel unserer Billigung, jeder Phase oder jedem Aspekt der Arbeiterbewegung aufzudrücken, sondern wir wollen nur unser Einverständnis mit ihren Grundsätzen zum Ausdruck bringen. Das Programm der Histadruth in Palästina und der Liga für das Arbeitende Palästina in Amerika soheönt uns edns zu sein mit den wesentlichen Grundsätzen de« prophetischen Idealismus. Wir schließen daher mit der Erklärung, daß das Liberale Judentum, wie wir es ver-, stehen, neben seiner allgemeinen Sympathie für den Wiederaufbau Palästinas als jüdir sches Heimatland eine besondere Begeisterung noch für das Arbeitende Palästina bekunden sollte. Wir empfehlen unseren Kollegen und unseren .Freunden, dem Werk der Histadruth und ’ der Liga für das Arbeitende Palästina warme Unterstützung angedeihen zu lassen. Rabbi Louis I. Newman veröffentlicht gemeinsam mit den Rabbinern William F. Rosenblum, Sidney E. Tedesche, J. X. Cohen, Herbert I. Bloom und John J. Tepfer eine Gegenerklärung, die im wesentlichen besagt: Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß Schritte ergriffen werden, die es bewirken, daß in Erez Isreal Irrtiimer vermieden werden, die im Wirtschaftsleben anderer Länder Verwirrung und Elend im Gefolge haben. Als Rabbiner weisen wir die Führer des Jischuw und die qewish Agency darauf hin, welche Bedeutung es hat, den Jischuw hinsichtlich Kapital und Arbeit so zu leiten, daß soziale Gesundheit, Ruhe und Fortschritt gefördert werden, daß die Anlage neuen Kapitals zum Gesamtwohl des Jischuw führe, daß unverantwortliche Spekulation vermieden werde, daß eine gerechte Lohnskala und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen geschaffen werden und daß im Aufbau des Neuen Palästina alle Klassen gemäß den höchsten Idealen prophetischer und rabbinischer Tradition Zusammenarbeiten. Keine Einzelpartei oder Gruppe hat ein Monopol in der Erfüllung der Ideale sozialer G e r e c h t i g k e i t.. Wir fordern, daß. die verschiedenen Parteien das Gemeinsame, nicht aber das Trennende, das ja nur minimal ist, betonen, und daß alle Gruppen zwecke Erreichung folgender Ziele Zusammenarbeiten: Bodenkauf, eine immer Bich vergrößernde Einwanderung, Entwicklung von Landwirtschaft, Handel und Industrie des Neuen Palästina. Nur durch Versöhnung und Zusammenarbeit kann der Jischuw die Basis für ein produktives, glückliches und geistig schöpferisches Leben in Erez Israel sein. Ein Zahntechniker schreibt uns: Sehr geehrte Redaktion! Ihr unerschrockenes Eintreten gegen den „Arischen Zeit- und Geschäfteweiser 1934/35“ hat in allen zahntechnischen Kreisen, die auf Beständigkeit un-d Einhalten der gesetzlichen Vorschriften etwas halten, die höchste Befriedigung ausgelöst. Vor mir liegt die Liste der 166 Zahntechniker, die im Ceschäftsweiser inserieren und damit gegen das Gesetz verstoßen. Sie begaben sich damit, infolge der Tendenz dieser Druckschrift, auch auf politisches Gebiet, was bei Ausübung unseres Berufe« durchaus zu verpönen ist. Es verträgt sich dies auch nicht mit den Grundsätzen der alten Führer der Zahntechnikerschaft, denen jede Parteipolitik fremd war. Mögen diese „166“ sich doch vor Augen führen, daß der leider zu früh verstorbene Zahntechniker Kommerzialrat Wilhelm Fischer, Wien, IX., 80 Jahre lang als Chefrodakteur, ohne jede Honorierung die „Zeitschrift für Zahntechnik und Zahnheilkunde“ geleitet hat und somit als geistiger Führer der österreichischen Zahntechniker anzusehen ist. Wären diese „160“ diesem Juden nicht zu Dank verpflichtet und müßten eie nicht sein Andenken anders wahren, auch Uber den Tod hinausV Kommerzialrat Fischer vertrat die Interessen aller Berufsangehörigen ohne Unterschied des Glaubens. Beweis der Anerkennung ist, daß Fischer Ehrenmitglied aller Vereine der österreichisch-ungarischen Monarchie war, und zuletzt vom Bundespräsidenten zum Kommerzialrat ernannt wurde. So der Jude Fbcher! Er war einer der intimsten Freunde und Mitarbeiter des auch so früh verstorbenen Präsidenten Aus der jüdischen Presse Die Allgemeinen Zio- Die hZ ionist inisten in Polen sehe W o c h“ (Lemberg) kritisiert das Orgamsationsdepartement der Exekutive, das seine Entscheidung über die Gruppe Eth Liwnolh, die sich dem Weltverband der Allgemeinen Zionisten angeschlossen habe, im Wege der Presse bekanntgegeben habe. Die Zeitung meint, daß dieser abnormale Vorgang darauf zurückzuführen sei, daß das Organisationsdepartement von den Linken beherrscht wird, und man könne es daher nicht erwarten, daß das Organisationsdepartement sich an diß Konstitution halten und die Loyalität disziplinierter Zionisten nicht mißbrauchen wird. Die Palästina-Konln der „J ü d ijunktur sehen Rundschau“ (Berlin), schreibt Dr. A. Bonne u. a.: „Es wäre verkehrt, die Entwicklung auch in Palästina nach dem üblichen Schema: Konjunkturanstieg und Konjunkturabfall zu sehen und nunmehr in nächster Zukunft auch in Palästina eine starke temporäre Einschränkung der wirtschaftlichen Entwicklung mit folgenschweren Erschütterungen für die angeblich rein konjunkturbedingten Wirtschaftszweige zu erwarten. Sicher wird bei einer Stockung der Einwanderung ein Rückschlag eintreten. Es wird dabei zunächst zu einer Kor r eh tur vieler aufgeblähter und irrealer Gebilde kommen. Es ist aber keinsewegs sicher, ob dieser Rückschlag überhaupt über einzelne Teilgebiete hinaus zu Rückwirkungen führen muß. Das, was im Laufe der letzten zwei Jahre an produktiven Kräften und Mitteln neu in die palästinensische Wirtschaft eingeströmt ist, wird ihr zum großen Teil erhalten bleiben und mithelfen, die möglichen Gefahren aus rückläufigen Konjunkturen abzuwenden. Gegenüber dieser Stärlmng wird es wenig besagen, wenn die unvermeidlichen Folgeerscheinungen Ökonom i- 8 eher Überspannung hier und dort sich geltend machen “ Der Bürgermeister N owy D ziennik von Jerusalem (Krakow) schreibt: „Die Wahl eines Arabers zum Bürgermeister von Jerusalem bedeutet einen Verzicht auf die Rechte, welche den Jerusalemer Juden zustehen. Ob dieser Verzicht unter dem Druck der Regierungskreise oder aus tieferen politischen Gründen erfolgte, ist belanglos, aber er war ein F e hl er, dessen Folgen wir noch lange spüren werden.. Wir haben eine Position verloren, die nicht nur von lokaler Bedeutung ist und die uns von Rechts wegen zugekommen ist. Wir wissen nicht, ob dies ein Verzwht auf weiteren Kampf oder ein taktischer Zug, von einer momentanen Kräfteverteilung diktiert, war. Der Kampf um dm Jerusalemer Bürgermeister ist nicht zu Ende...“ PALÄSTINA MELDET: Arabische Exekutive fordert Verbot des BodenverUaufs Jerusalem, 6. Februar. (Z. T. A.) Die Arabische Exekutive Palästinas hat die Zusammenstöße zwischen Beduinen und Polizei auf Nationaifondsboden bei Ifarathija. zum Anlaß genommen, um neuerlich ein Verbot de« Bodenvcrkaufs an Juden von der Palästina-Regierung zu verlangen. Zum High Commissioner wurde eine Abordnung entsandt, die ihm diese Forderung vorgetragen hat. Außer dieser Abordnung empfing der High Commissioner auch den Großmufti von Jerusalem, Ilaj Amin al Hussein!, der ebenfalls auf die Vorgänge bei Harathija. hinwies und Einwendungen gegen die Transferierung von Boden in jüdische Hände erhob. Zwei neue Flußplätze in Pa* I ästina Jerusalem, 5. Februar. (2. T. A.) Der Flugverkehr mit Palästina tritt in eine neue Phase ein. Wie der JTa mitgetealt wird, beschloß die Regierung, zwei neue Flugplätze, einen in L u d d und den zweiten bei Haifa, anzulegen. Der Flugplatz in Liuld wird eine Zwischenstation im Flugverkehr England—Indien sein. Mit der Zeit wird Palästina die einzige Landungszone clor „Imperial Airways“ und anderer Fluglinien zwischen London und Karachan bilden, dis Landungen in Gaza, Rutbah und Bagdad werden entfallen. Vergünstigungen für registrierte Gesellschaften in Palästina Jerusalem, 5. Februar. (2. T. A.) „Official Gazette“ enthält einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Companies Ord'inanoe 1929, wonach Gesellschaften, die in Palästina registriert sind, das Recht erhalten, in Großbritannien ebenfalls registriert zu werden. Umgekehrt ist auch englischen Gesellschaften die gleiche Vergünstigung für Palästina gewährt. Die neue Verordnung bringt ausdrücklich zum Ausdruck, daß auch andere Staaten die gleiche Vergünstigung in Palästina genießen können, sofern sie Gegenseitigkeit Zusagen. Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO tfÄg Urauffühiung s Der lange Schatten mit William Poweil Beginn: 4, */»H, '/aö. % 10 Uhr ffHÜEECD lflMfl VI., Mai ahllferslraPe 37 nnurrcK-iuiiu Telephon b 20203 Vom 8. bis 11. Februar 1095 Süße Bestie mit Clark Gabi« Beginn : 7,4, \6. \8, ' ,10 Uhr Heimat-KinT ^Telepl/onTl^'ü8?«19 Vom 8. bl. 14. Februar 11)88 Die Amsel vom hiehienial Wochentag: 5, 7, ö Uhr, Sonn u. Fe eil. ab 3 Uhr Votivpark-Ktnif Vom 8. bis 11.’Fe'mmr I03ft Der Herr ohne Wohnung Täglich: 4, %6, VA V*1U Uhr

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