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Die Stimme · 1935-02-01 · Heft 422 (1.2.1935) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 422 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 422 — 1. Februar 1935 OIE STIMME Seite 3 PREMIERE! '^ A.'VÖCUTER DES mm Jabotinsfa# für eine Round Tabl&Konferenz New York, 31. Jänner. (2. T. A.) Der Führer der Zionisten-Rcvisionisten Wladimir Jabotinsky hielt unmittelbar nach seinem Eintreffen in New York im Mecca Temple eine Versammlung ab, der über 4000 Personen beiwohnten. Obwohl die Revisionisten, sagte Jabotinsky, bereit sind, vernünftige Konzessionen zu machen, so seien Verhandlungen allein zwischen den Revisionisten und der Zionistischen Exekutive nutzlos; nur eine Round T a b 1 e - Konferenz, an der alle Parteien teilnehmen, könne die erstrebte zionistische Einheit herbeiführen. . Jabotinsky gab eine Analyse der heutigen Prosperität in Palästina und sagte, jede Hausse berge die Möglichkeit einer Kata- Hotel Erzherzog Rainer WIEN IV., Wiedner Hauptstraße Nr. 27/29 DAS MODERNE WIENER FAMILIENHOTEL Strophe in sich, und eine Katastrophe in Palästina werde sich einschneidend auf die gesamte jüdische Zukunft Palästinas auswirken. Die heutige Prosperitäts-Hausse werde aber zusammenbrechen, falls die Mand a tarmacht nicht T r a n s j ö rd a nie n der jüdischen Siedlung öffnet, und falls weiterhin die Einwanderung beschränkt und der Export behindert wird. Jabotinsky schlug vor, daß Keren Hajes- Bod und Keren Kajcmeth mit Hilfe des nationalen Kapitals eine Arbeitslosenvers i c h e r u n g schaffen, uni auf diese Weise dem Argument der Palästina-Regierung, daß verstärkte Einwanderung die Gefahr künftiger Arbeitslosigkeit in sich berge, den Boden zu entziehen. Zum Schluß gab Jabotinsky bekannt, daß die Union der Zionisten- Revisionisten nicht aufhören wird, Petitionen an die Mandatskommission des Völkerbundes mit der Forderung nach Errichtung des Judenstaates und Einführung eines Kolonisationsregimes zu richten. Wirkliche Krholunn der Haut ist die schnelle, sanft-scharfe SWING Der jüdische Weltkongreß Der Präsident des Board of Deputieß der englischen Juden, Neville L a s k i, hatte in Amerika Anfang Jänner öffentlich erklärt, daß die jüdischen Organisationen und Gemeinden in England, Frankreich, Belgien und Holland, in deren Namen er spricht, Gegner des Jüdischen Weltkongresses seien. Als Antwort auf diese Erklärung ging aus Paris der folgende telegraphische Protest nach New York ab: „Im Namen der Unterzeichneten Organisationen und Gemeinden, die einen sehr bedeutenden Teil der jüdischen Bevölkerung in Frankreich repräsentieren, protestieren wir energisch gegen Herrn Laskis Erklärung, daß die jüdischen Organisationen und Gemeinden in Frankreich Gegner des Jüdischen Weltkongresses seien.“ Die Erklärung ist unterzeichnet von Andr6 Spiro im Namen des französischen Komitees für den Jüdischen Weltkongreß; von Israel Jeffroykin im Namen des Verbandes jüdischer Gesellschaften in Frankreich, von W a n i k o w und K r u k e r im Namen des Komitees der ehemaligen jüdischen Frontkämpfer und Kriegsfreiwilligen in Frankreich. Gleichzeitig hat das Komitee der e h e m a- 1 i g e n j ii d ischen F r o n t k ä m p f e r und Kriegsfreiwilligen in Frank- Der allgemeine Welthandel weist einen starken Rückgang auf und wird von Jahr zu Jahr geringer. Devisenverordnungen, Einfuhrsperren, Kontingente machen es seihet dem leistungsfähigsten Fabrikanten immer schwerer, wenn nicht ganz unmöglich, seine Erzeugnisse auf dem Weltmärkte zu placieren. Die einzelnen Gesetze der verschiedenen Länder sind zu einem wahren Labyrinth geworden, in dein sich niemand mehr zurechtfindet. Kein Wunder also, daß sich aus diesen Gründen das Interesse für den Export nach den Ländern zu wendet, die auf diesem Gebiete noch keine „Krankheiten“ aufzuweisen haben. So ist es jetzt besonders der vordere Orient, nach dem heute der Blick des europäischen Kaufmannes gerichtet ist. Und vom vorderen Orient wieder ist es Palästina, auf das sich das größte Interesse konzentriert. Palästina, ein Land, das derzeit in aller Munde ist, kennt noch keine Krise — die einmal war, ist länget vergessen... —, keine Arbeitslosigkeit. Es herrscht Hochbetrieb in Stadt und Land, die Schlüsselindustrien kommen gar nicht nach, die Bautätigkeit ist, ungeheuer, und der Bedarf wird durch die'ständig wachsende Imigration immer größer. Selbst der Lebensstandard der eingeborenen Araber ist gestiegen und lange nicht mehr auf einer so niedrigen Stufe wie einst. Der Fabrikant, der von Anfang an dieser Prosperity teil hat, das heißt schon lange nach Palästina liefert, weiß, wie sicher seine Kunden hier jetzt sind und hat sich über mangelnden Geschäftsgang nicht zu beklagen. Er läßt einen verläßlichen Vertreter arbeiten, dessen Aufgabe es nicht nur ist, die Ware zu verkaufen, vielmehr muß er sich auch darum kümmern, daß die Ware pünktlich übernommen und pünktlich bezahlt wird. Die Zeiten, in denen man nach Palästina nur gegen Vorauszahlung, unkündbares Akkreditiv oder ähnliches geliefert hat, sind vorbei, ja: ein solider Kaufmann in Palästina würde es als Dreistigkeit empfinden, wenn man ihm heute so etwas nur zumute,n würde. Selbst Japan, das seine Massenprodukte zu wahren reich die folgende Depesche an den Verband der. jüdischen Kriegsteilnehmer in Amerika gesandt: „Jüdische Veteranen in Amerika! Wir, ehemalige jüdische Kriegsfreiwillige in Frankreich, begrüßen unsere Kriegsbrüder ih Amerika zu ihrer glücklichen Initiative, sich der Bewegung für den Jüdischen Weltkongreß anzuschließen. Wir hoffen auf Ihre energische Zusammenarbeit mit uns auf der Weltkonferenz jüdischer Kriegsteilnehmer, die demnächst zwecks Verteidigung der Interessen des Judentums in der Welt zusammen treten wird.“ Eine Reihe jüdischer Gesellschaften in Belgien bereitet einen ähnlichen Protest gegen Laskis amerikanische Erklärung vor. Schleuderpreisen auf den Markt wirft, kommt mit dieser Za.hlungskondition nicht durch und hat sich angepaßt, erst Geld nach Erhalt zu bekommen. Europa dagegen hält schon weiter. Durch die Prosperity angelockt, bemühten sich viele Fabrikanten um den Export nach Palästina und so wurde und ist jetzt die Konkurrenz ganz ungeheuer. Ein Land unterbietet das andere, und wenn es mit den Preisen nicht weiter herunter kann, kommen die Zahlungskonditionen an die Reihe. In vielen Branchen ist die Zahlungskondition „90, 120, ja 180 Tage“ keine Seltenheit. Natürlich nicht offen, sondern gegen Akzept bei Aushändigung der ■ Dokumente. Viele Europäer werden nichtwissen, daß hier noch das osmanische Wechselreeht Geltung hat, wonach der Wechselschuldner in den Arrest wandern muß, wenn er ein Papier nicht einlöst und — wenn der Gläubiger für die Arrestkosten aufkommt. Wegen der Unsicherheit der Transportkosten, die für jede Ware ja anders ist, ist der palästinensische Kaufmann darauf eingerichtet, nur zu CIF-Preisen zu kaufen. Er hat so weniger Risiko, denn er weiß von vornherein, daß Verpackung, Versicherung und die Fracht im Prei-se enthalten sind und kann natürlich leichter und sicherer kalkulieren. Angebote anders für hier zu erstellen, ist zwecklos und macht nur unnütze Korrespondenzen. Viele Fabrikanten — und die österreichischen sind darunter stark vertreten — kennen Palästina, oder noch besser den Ruf des Landes, noch von vor 10 und 20 Jahren und haben ganz vergessen, daß sich inzwischen vieles, vieles, wie überall, so auch in Palästina geändert hat. Sie wollen ab Fabrik verkaufen und auf die Wünsche der Kunden in punkto CIF-Preise oder gar Zahlungskonditionen einzugehen, fällt ihnen nicht im Traume ein. Was ist die Folge? Modernere Fabrikanten, die das Land durch einen Besuch kennengelernt haben oder sich durch eine Anfrage bei den maßgebenden Stellen Österreichs (wie es etwa das Generalkonsulat in Jerusalem ist, die Austro-Pniästinensiische Handelskammer in Tel-Aviv, ihre Schwestergesellschaft in Wien (IX., Alser- Q\siuDirlschaff i ■ Rotenturmstrasse 12 Älteste Gaststätte Bis 3 Uhr früh geöffnet I platz 3, die Wiener Handelskammer usw.) informiert haben, schießen den Vogel ab und machen das Geschäft. Ein Geschäft, das fast sicherer ist, als das im Inland. So komisch es vielleicht auch klingen mag: Es ist derzeit wohl risikoloser in Palästina eben Kredit einem verläßlichen Kaufmann einzuräuinen, natürlich gegen Akzept, als einem in irgend einem europäischen Staate. Natürlich ist es auch hier, wie überhaupt beim Exportgeschäft, unbedingt nötig zu wissen, mit wem man es zu tun hat und wie der Kunde bei den Lieferanten und nicht zuletzt im Lande selbst angeschrieben ist. Ein verläßlicher Vertreter ist die Hauptbedingung. Ihn zu finden, ist viel leichter, als man glauben mag. Beim Konsulat, bei der Handelskammer in Wien, bei der Austro- Palüstinensischen Handelskammer in Tel- Aviv — überall sind genügend verläßliche Vertreter vorgemerkt, die erprobt, verläßlich und tüchtig sind und die Interessen der vertretenen Häuser zu wahren wissen. Es ist nicht richtig, vom Vertreter in so einem Lande unbedingt Branchenkenntnis zu verlangen. Es genüge vollkommen, wenn er die in Frage kommende Kunde kennt, beziehungsweise weiß, wo sie zu finden ist. Das Land ist so klein, daß ein Agent unmöglich in einer Branche allein arbeiten; kann. Man findet nicht selten Vertreter, die 20, 50, ja noch mehr Fabriken zur vollsten Zufriedenheit vertreten. Wichtig und das Maßgebendste soll für den Fabrikanten der Ruf, die Verläßlichkeit sein! Der Fleiß, die erzielten Erfolge für andere Firmen' spielen eine ebenso große Rolle. Unmaßgeblich dagegen ist das Bankkonto. Denn' ein Vertreter kauft ja. nicht auf eigene Rechnung, sondern verkauft gegen eins Kommissionsgebühr. Und ein Vertreter miti einem großen Bankkonto kann viel untüchtiger, viel weniger fleißig und verläßlich sein, als einer, der fast nichts sein eigen nennt« Sei SoDfMimerjen, rJjeumatifdjen tu gidjtifdjen 23efd)toerben toirfen SogaI*!£a&IetteH rafcf) mtb ftdjer. ßetn anöereS aljnUcfyeS 5ßrcU ßarat — mag ilpit aud) nod) fo btel nadjge* rülpitt beröett — heftet über 6000 fdjriftlidje Strstcgutadjten. ■ (Sin SBerfud) überzeugt! allen Slpofljefcn erfjälfltdj. — 5ßret3 S 2.40, Bevor man sich entschließt, Kollektionen, die mehr oder weniger wertvoll sind, herunterzusenden, ist es klug, genau anzugeben, welche Artikel, aus welchem Material und in welcher Preislage man seine Ware bringt. So erspart man zumindest die kostbare lange Zeit, die das Zusammenetellen von Musterkollektionen in Anspruch nimmt. Manche Erzeugnisse Österreichs, die in die' ganze Welt oft gehen, kommen zum Beispiel nicht in Frage. loh denke da an Taschen für Damen, für die der Zoll so hoch jetzt ist, daß nur ganz feine Sorten (Gewichtszoll) ihn vertragen. Bei anderem Artikeln sind gewisse Gesundheitsvorschriften zu beachten, wie etwa bei Rasierpinseln. So paradox es klingen mag, der Export nach Palästina, ist nicht leicht wegen der Bonität der Kunden. Denn eben diese ist schuld daran, daß fast alle bedeutenden Firmen der ganzen Welt in Palästina vertreten sind, und es ist zum Staunen, welche Artikel und in was für einem Ausmaß viele Länder nach Palästina liefern. Es gibt wohl keine Ware, die man nicht bekommt. Um ein Beispiel zu nennen: Jede kosmetische Fabrik von Ruf verkauft ihre Präparate iü den besseren Parfümerien. Österreich steht im Palästina-Export weit, weit rückwärts, wenn seine Ausfuhr auch bedeutend gestiegen ist. Nicht zuletzt sind an der geringen Ausfuhr die Fabrikanten in Österreich selber schuld. Man könnte den Export österreichischer Waren nach Palästina um hundert, und mehr Prozent steigern, wenn, ja wenn unsere Fabrikanten eben nicht so konservativ, am alten Hergebrachten hängend, wären und sich der modernen Zeit unpassen würden. Die Zeit ist für I dieses Land, die Geschäfte, die ganze Wirt-. I schaft florieren, und die Erzeuger, die sich Eine Sensation für Pessach 5695 sind Schmidl-Mazzoth weil Schmidl-Mazzoth in Geschmack und Qualität unübertroffen sind! Schmidl-Mazzoth werden unter streng orthodoxer Aufsicht des ran diw arnnn trm?\ov ann hergestellt Tonfpalo * M RmrloKlfV II., Leopoldsgasse 43, und In allen besseren AiVniralV« 1^- Druacuny einschlägigen Geschäften erhältlich || Telephon A 40-0-90, A 60-2-63 und A 48-4-48 Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt l Seit vielen Jahren genießen die »Schmidl-Mazzoth« das beste Renommee und werden von allen bevorzugt! Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Schmidt N. B.“ auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-Grieß wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlichSchmidl- Mazzoth-Grieß. Palästina und Oesterreich Ein kleines, aber wichtiges Exportkapitel von Benno M ü n z t e r, Mitglied der Ausiro- Palästinensischen Handelskammer in Tel-Aviv

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