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Die Stimme · 1935-02-01 · Heft 422 (1.2.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 422 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 OIE STIMME Nr. 422 — 1. Februar 1985 ■ntiim schöpferische. parasitäre Rasse in Grund um! Boden vertlucht wird. Diese Aehterklürunir ist in das politische (Bewußtsein von M ’1 ii»>’ii-i! Menschen eingeiramren und kann durch nichts getilgt werden, weil der Oegenlicwi'is nnicrdrüekt wird. Aus ernten Griind>“ii. wenn das deutsche Volk sieh bis znai I'ozmm. his zum wildesten Haß hat hinrcii.»,'ii lassen, wenn es a.l.s seine Wortführer die (toehbels, Kube.. Streicher, Himmler duldet und ehrend gelten läßt, wenn es nicht alles vergessen hätte, was es von den Juden empfangen hat. <n würde es vielleicht doch zu denken besinnen und die jetat eingetreteiie geistige Verdorrung Deutschlands erkennen. Wir aber erkennen, wenn wir von Haber und .Schwarz und Ehrlich und Wassermann sprechen, was der jüdische Geist noch leiste kann. Für andere haben sie gewirkt, ihr Wissen und Denken treibt fremde Mühlen Wenn das jüdische Volk in seiner Heimat seine eigenen Katheder für die Ausbildung seiner Jugend, für die geistige Hochzucht seiner Lernenden bauen wird können, daun wird es seinen Reichtum ausbreiten können, End dann werden sieh die Juden als Juden den Nobelpreis holen. verbrecherische, unsatz wird die Zionistische nicht, aufgeben. l-harakteristiseherwei.^e hat die revisionistische Konferenz nach langen Debatten davon Abstand genommen, sich für oder gegen die B e t e i I i g u n g a m Z i o n i sten-Kougrcß auszusprechen und hat diese Entscheidung der revisionistischen Leitung überlassen, obwohl die Haltung der Zionistischen Organisation in diesei Sache den Konferenzteilnehmern hätte vollkommen klar sein müssen. Die Konferenz hat, was noch merkwürdiger ist. ihre Leitung beauftragt, die Beteiligung am Kongreß davon abhängig zu machen, ob der DLsziplinbeschhiß dies 18. Kongresses auf dom Schekelformular gedruckt ist oder nicht. Es scheint, daß die Revisionisten größeres Gewicht der Frage beilegen, Ob eine gewisse Bestimmung auf dor Schekelquittung gedruckt ist. als der etwas -wichtigeren Frage, ob diese Bestimmung einen rechtlichen Beschluß d e e Kongresses darstellt.. Die Entscheidung des 18. Ziomisten-Kongresses (deren Quintessenz lautet: ..Die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation setzt die Unterordnung unter ihre Gesetze und die Bescilillisse ihrer lei-1 Dizengoffs Wiedergenesung Der Bürgermeister von Tel-Aviv, Mayer D i z e n g o f f. der das Krankenbet bereite verlassen hat, empfing einen Abgesandten des High Conrimissioner. Sir Arthur W auchope. der ihm einen eigenhändig geschriebenen Brief des High Commifisionor übergab, in welchem dieser seiner Freude über die fortschreitende Wiedergenesung Dizengoffs Ausdruck gibt und hin- Äufiigt, mit ihm seien die gesamte jüdische Bevölkerung, ebenso auch die Engländer in Palästina, mit tiefer Besorgnis dem Verlauf seiner Krankheit gefolgt, und sie werden gleich ihm mit Freude die Nachricht von seiner Wiedergenesung entgegennehmen, Dizengoff empfing den soeben aus London zurückgekehrten Ing. Pinohas Ruthenberg und besprach mit ihm Angelegenheiten der Entwicklung TeJ-Avivs. Konkurs Im Bethaus- und Unterstützungsverein „Ben« Bemh". XX., Kaschlgasse 4 (Kaschlschuob, ist der trei gewordene Rabbinerposten zu vergeben. Bewerber muß Maturant, verheiratet, vor dem Jahre 1923 in Österreich seßnaft sein und einen einwandfre qn, streng religiös-orthodoxen Lebenswandel geführt haben Kandidaten, welcne den oberwähn ten Voraussetzungen entspiechen, woben ihre Ra ibinatszeugmsse dem Vorstände des obigen Bethausvereines binnen 14 Tagen einsenden Meir Berlin bleibt Vorsitzender der Misracki-Exekutive Jerusalem, 30. Jänner. (2. T. A.) Rabbi Meir Berlin, der vor kurzem *bein Amt als Vorsitzender der Exekutive des Misrachi-Weltverbandos niederlegte, hat sich bewegen Lassen, seine Demission zurückzuziehen. Die Exekutive zur revisionistischen Sonderaktion Das Zionistische Zentralorgan „Haolam“ (London) schreibt: Herr Jabotinsky hat bei der revisionistischen Konferenz unter begeisterter Zustimmung aller Delegierten nochmals das Prinzip der unabhängigem (politischen Sonderaktion der Revisionistischen Union proklamiert und hat es emphatisch abgolelmt, eich den Beschlüssen des /zionistischen Kongresses unterzuordnon und die Disziplin der Zionistischen Organisation anzuerkennen. Es versteht sich von selbst, daß die Zionistische Organisation keine Absicht hat, ihre Anschauungen über diese Angelegenheiten zu ändern, die von jedem Menschen mit reifem politischem Urteil aLs die einzig möglichen angesehen werden müssen; das Prinzip der Unterordnung unter die Entscheidungen des zionistischen Kongresses und die Konzentrierung der politischen Aktionen in der Hand der vom Kongreß Wofür gewählten Körperschaft, .»dies sind die Grundbedingungen einer jeder! Normalisierung der Beziehungen innerhalb der zionistischen Bewegung. Diesen Grundorganisation t,enden In,stanzen voraus. In allen zionistischen Fragen hat die Disziplinptlicht gegenüber der Zionistischen Organisation vor der Disziplinpflicht gegenüber jeder anderen Organisation den Vorrang.“) ist, für alle 'feile der Zionistischen Organisation verpflichtend, ob sie auf der Sohekolqiiittuug gedruckt ist oder nicht, Das ist die entscheidende Tatsache. Die Rechtmäßigkeit dieser Entscheidung wird nicht durch ihre Erwähnung im Schekelformular begründet, sondern umgekehrt: die letztere Tatsache ■kt ein Ergebnis der Reohtmäßigkcit des Beschlusses. Auf joden Fall möchten wir ein für allemal klarstollen, daß — wie die Revisionisten durch eine einfache Anfrage beim Büro der Exekutive hätten leicht erfahren können — diese ..schrecklichen“ vom Kongreß beschlossenen Sätze über Disziplin tatsächlich in dem Schekelformular enthalten sind, und weiter, daß die Zionistische Organisation die Prinzipien ihrer Einheit, Geschlossenheit und Disziplin nicht auf geben und adle Schritte unternehmen wird, um den Status des zionistischen Kongresses und die Durchführung seiner Beschlüsse zu sichern. AUCH IM WIENER RATHAUSKELLER STOBERLPREISE OK All-Wien im Grinzinger Keller. Täglich Musik der Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz, Stimmung. Mitwirkend: Stiinmungssänger Hans Blaschek und Violinvirtuose R. Ohlensch'äger „ALLRADIO“ Ing. Nissim Anavi David Lehrer Wien, Ii., Karmellterplafz 1 (Ecke Tahorfltrnße) — Tel. A 44-207 Radio, Giammophon, Elektromaterlal, »ANAV «Dau«ib anddftn Jauacß Kleine Teitaaßiungen Die Nichtzionisten in der Jewish Agency Zu Beginn dieses Jahres fand in New York eine Sitzung der Nichtzionisten im Administrative Committee der Jewish Agency statt. Diese Tagung ißt aus zwei Gründen bemerkenswert. Einmal deswegen weil sie die Erinnerung an die jahrelangen Streitigkeiten in der Zion ist iß oh en Organisation waohrief. Nach Woizmannß Vorschlag sollte die Jewish Agency dadurch erweitert werden, daß die Nichtzionißten 50 Prozent der Sitze in der Exekutive erhalten sollten, was eine stürmische zionistische Opposition hervorrief, deren Führer hauptsächlich Jabot i n s k y u,nd der Führer dier radikalen Zionisten, Jizehak Grünbaum, waren, Die Opposition behauptete, daß durch die Aufnahme der Nichtzionisten die Souveränität der Zionistischen Weltorganisation in Gefahr komme und damit auch die zionistische Führung der Politik. Nach schweren Kämpfen wurde beim 16. Kongreß in Zürich im Jahre 1929 die erweiterte Jewish Agency gebildet. Sie stand von Anfang an unter einem Unstern. Wenige Tage nach der Beend igaing der ersten Tagung des Councils der Jewish Agency starb der prominenteste Führer der Nichtzionißten, Louis Marli a 11, und fast gleichzeitig begannen in Palästina die blutigen Unruhen, die hunderte jüdische Opfer forderten. Die Befürchtungen der Opposition, die sich an den Eintritt der Nichtzionisten knüpften, sind nicht eingetreten und um die Opposition ist es richtig still geworden. Insbesondere Jizehak Grünbaum. der seinen Frieden mit den Linken geschlossen hat und Mitglied der Exekutive ist, schweigt und cs sind keine Anzeichen dafür vorhanden, daß er den Kampf gegen die Erweiterung der Jewish Agency, den letzten übrig gebliebenen Programm punkt seiner Partei, weiter verfechten will. Die Befürchtungen der Opposition sind nicht eingetreten und die niohtzlonistischen Mitglieder der Jewish Agency haben nichts getan, wae die zionistische Politik irgendwie gefährdet hätte. Der andere Grund aber, der in dem seinerzeitigen innerzionistischen Streit keine wesentliche Rolle spielte, und durch die New-Yorker Tagung wieder in Erinnerung gerufen wurde, hat sich leider als stichhaltig erwiesen: Die Nichtzionisten in der Agency Jewish, die keine Organisation hinter sich haben, blieben der Zionistischen Organisation reichlich schuldig, was man von ihnen erwartete, nämlich Geld. Die Niohtzlonisten in der Agency Jewish sind Notabein, angesehene und auch verdiente Männer, so zum Beispiel Felix Warbuig. Diese Männer sind aber in der Regel aber zur Ehre vieler Niohtzionisten in der Jewish Agency sagen, daß sie selbst diesen Zustand als bedrückend empfunden haben und auf eine Änderung drängten. Das war noch beim 17. Kongreß der Fall. Seither ist es auch diesbezüglich stiller geworden. Bei der Tagung der Nichtzionisten beim Prager Kongreß wurde an die Niohtzionisten das Ansinnen gestellt, sich mit einer Verringerung ihrer Mandate zahl zufrieden zu geben. Die Niohtzionisten haben das abgelehnt. Es geschah seither nichts und mm kam die Tagung in New York. Wir haben schon kürzlich darauf hingewiesen, daß die Exekutive es bisher unterlassen hat, eine offizielle Erklärung über den Verlauf und die Beschlüsse dieser Tagung abzugeben. Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von N oville Laski statt und auch Felix W a r b u r g nahm an den Beratungen teil. Nevillo Laski orakelt nun in einem Interview, das er der Zeitung „The Jewish 0 h r o n i c 1 e“ gab, von ,,g uwissen Resolutionen des Administrative Comitees, die veröffentlicht worden seien“. Es gibt aber auch geheime Resolutionen, über die sich Laski ausschweigt. Er sagt, nur in dem genannten Interview, die Niohtzionisten seien der Ansicht, daß es nicht nur ihre Sache sei, ihre Pflicht zu tun, sondern es müsse ihnen auch die Gelegenheit gegeben werden, daß sie als Niohtzionisten nach dem Wortlaut und dem Geiste des Jewish Agency-Agreements ihre Pflicht erfüllen können, und er gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Resolutionen, über die er nichts sagt und die nicht vorlautbart worden, loyal ausgeführt werden würden. In ähnlichem Sinn äußert sich Noville Laski in einem Interview, das er der Londoner Zeitung ,,W o r 1 d Je wry“ gab. Deutlicher ist Laski in einem Gespräch mit dem New-Yorker „Jewish Mornin J o ii r n a 1“. Er beklagte sich darüber, daß die Nichtzionißten nicht als gleichwertig he handelt werden, daß sie zum Beispiel über die Anleihe von 500.000 Pfund seitens der Exekutive nichtvorherinform i e r t worden seien und daß sie niemand um ihre Zustimmung gefragt, hätte. Laski führt über diese Behandlung der Nichtzionisten Beschwerde und erklärt, diaß sowohl er als auch S i r O s m o n d d'A v i g d o r G o 1 d s m i t h zurücktreten würden und ebenso andere Nichtzionißten, wenn da nicht Wandel geschaffen werden würde. Sie würden zwar weiter ihr Interesse für Palästina bekunden, aber nicht, als Mitglieder der Jewish Agency. Man dürfe die Wichtigkeit niemandem verantwortlich, ihre Wahl ist ge-j der Nichtzionißten keineswegs unterschätzen wohnlich nur eine Formalität. Man muß es] Sie hätten gesellschaftlichen E i u f l u ß und materielle Hilf s q u c 1- 1 e n. Die Nichtzionisten verlangen gleiches Recht gemäß der Konstitution. Sie bestehen auch darauf, daß das Verhältnis 50 z u 50 auf alle Körperschaften der Jewish A g e n c y a u s g e d e li n t wird. Sie hätten nicht die Absicht, eich in die internen Angelegenheiten der Zionisten einzumischen. Aber sie müssen über alles informiert sein, was die Jewish Agency betreffe. Wenn sie mit dieser Forderung nicht durch,dringen würden, daun bliche ihnen nichts anderes übrig alß aus dor Jewish Agency auszutreten. Das ist eine sehr klare Sprache. Dazu muß zunächst einmal gesagt werden, daß niemand das Recht hat, Ansprüche geltend zu machen, der nicht selbst seine Pflicht erfüllt. Es muß leider festgestellt werden, daß die Nichtzionißten in der Jewish Agency alle Rechte für sieh in Anspruch nehmen, daß sie aber als Körperschaft deswegen nichts leisten, weil sie bisher nichts unternommen haben, um eine Organisation der Nichtzionisten mit einer wirklichen Massenbewegung zu schaffen und weil sich ihre Tätigkeit bisher im wesentlichen im Besuche der Council- Tagungen erschöpfte. Wenn sich Laski darauf beruft, daß die Nichtzionisten ihren Einfluß und ihr Geld zur Verfügung stellen, so mag vielleicht das enste-re richtig sein. D i e N i c h t z i o n i s t e n a 1 s s o 1 c h e h a b e u aberbishcr für Palästina nichts g e t a n. Gewiß haben in dankenswerter Weise Felix Warburg und andere Nichtzionisten Geldopfer gebracht. Richtig ißt auch, daß ein Teil der von der englischen Judenschaft aufgebrachten großen Summen zugunsten der Aussiedlung deutscher Flüchtlinge in Palästina verwendet wurden. Aber diese Summen wurden bisher nicht nur von den Nichtzionißten, sondern auch von Zionisten beigeßteuert. Wir wollen hoffen, daß Nevillo Laski, der trotz seiner niohtzionistischen Gesinnung in seiner Eigenschaft als Präsident des Board of Deput i e s den Aufbau Palästinas gefördert hat, einsehen wird, daß die Verdienste einzelner niohtzionißtisehor Persönlichkeiten nicht darüber hinwegtäusohen können, daß die Nichtzionisten als solche ihren Verpflichtungen gegenüber der Jewish Agency nicht nachgekommen sind. Er wird sich kLar darüber sein müssen, daß die von ihm gestellten Forderungen nur dann Aussicht auf eine Realisierung in einem entsprechenden Ausmaß haben, wenn seitens der Niohtzionisten naohgeholt wird, was bisher versäumt wurde: Eine starke Organisation aller Niohtzionisten, das heißt aller jener Juden, die bereit sind am Aufbau Palästinas mitzuarbeiten und dafür tatsächlich materielle Opfer bringen. Neville Laski hat neuerlich die Frage der Niohtzionisten in der Jewish Agency aufgerollt. Diese Frage sollte beim nächsten. Kongreß ihre Lösung finden. Das Wort in dieser Sache haben nun die Zionisten, vor allem das Organisationsdopartement und Herr Berl Locker. Unsere Exekutive hat es jedoch, soweit wir informiert sind, bisher nicht für notwendig befunden, die zionistischen Instanzen über die geheimen Beschlüsse von New York zu unterrichten. Es wäre jedoch dringend notwendig, daß in dieser wichtigen Frage keine Geheimdiplomatio betrieben wird, sondern daß dio zionistischen Instanzen und die zionistische Öffentlichkeit rechtzeitig verständigt werden, u m d i e Frage d e r B o t e i l i g u n g der Nichtzionißten an der Jewish Agency zu diskutieren. Dio Mandatare im Aktionskomitee und für den Kongreß ßollten rechtzeitig informiert worden und cs ist auf dio Stirn men in der zionistischen Öffentlichkeit zu hören. Wir sind cii.iifitwxH.liMi keineswegs so begeistert wie die „Jüdische Ru u xl s c h a u“, die kürzlich llbor die Now-Yorkor Tagung schrieb: „Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen, auf allen Beiten herrscht eino recht große Befriedigung.“ Es ist uns nicht bekannt., auf welches Tatsachenmaterial sich diese offiziöse Begeisterung stützt. Daher nochmal«: Wir erwarten, daß die zionistischen Instanzen die geheim e n B es oh lässt) vofi New York kenueulenien.

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