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Die Stimme · 1935-01-25 · Heft 420 (25.1.1935) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 420 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Mr. 420 — 25. Jänner 10&5 DIE STIMME Seite ßalcmor Jüdischen Gemeinde, deren Mehrheit für die Wahl Ohaim Solomons zum Vizebiirgernicister eintrat, in Verbindung gesetzt zu haben. Zwi Rosenblatt nicht an Land gelassen Jerusalem, 23. Jänner. (2. T. A.) Der im Arlosoroff-Mordprozeß freigesprochene Zwi Rosenblatt wurde, als er von einer Europaroiso im Hafen von Jaffa ankam, nicht an Land gelassen, obwohl er irn Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Rückreisevisums war. Als Grund für das Verbot wird angegeben, daß Rosenblatt auf der „Schwarzen Liste“ der Palästinaregierung stehe. Tödlicher Unglücks fall in Rechobot Jerusalem, 21. Jänner. (Z. T. A.) In einer Orangenplantage in Rechobot stürzte die Wand eines im Bau befindlichen Brunnens ein, während das Mitglied der Kwuzah Schiller, Naftali Sonnenbe rg e r, ein vor einem Jahr aus Deutschland gekommener junger Mann, im Brunnen arbeitete. Sonnenberger erlitt einen Bruch des Rückgrates und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Restaurant Rillet Bestrenommierte Küche Rcichhalt'ge Menüs äS 1*93 u. 2*60 Schwechater Bräu II., Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrüdu Telephon A 41-0-25 Das zehnjährige Jubiläum des Haifaer Technikums Jerusalem, 22. Jänner (2. T. A.) An der Feier des zehnjährigen Bestehens des Haifaer Technikums, die mit der Verteilung der Ingenieur-Diplome an die Absolventen der Anstalt und der Grundsteinlegung zu den mit Hilfe eines Regierungszuselmsses von 10.000 Pfund zu errichtenden Erweiterungsbauten verbunden war, nahmen etwa 300 Gäste teil. High Commissioner Sir Arthur W auchope wurde mit den Klängen der britischen Hymne empfangen. Eingeleitet wurde die Feier mit einem Vortrag des Institutsdirektors Ing. S. K a p 1 a n s k y über die Entwicklung des Technikums in den letzten zehn Jahren. Sodann ergriff der High Commissioner das Wort zu einer Ansprache, in der er sagte: „Das Technikum hat seinen Wert erwiesen. Seine Erweiterung ist höchst wünschenswert. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, eine hauptsächlich für zwei Zwecke bestimmte Regierungäbeihilfo von 10.000 Pfund für das Technikum zu gewähren. Einer dieser beiden Zwecke ist die Förderung der I n g e- 11 i e 11 r s c h 111 0. Diese hat gegenwärtig drei Laboratorien fiir Physik, Cliemio und Bauprüfung. Dringend erforderlich ist ein weiteres Laboratorium fiir Hydraulik, in dem die Schüler in dem Gebrauch der entsprechenden Maschinen geschult werden können. Ich brauche die Notwendigkeit dieser Art von Schulung unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Palästina nicht besonders zu betonen, Unser zweites Ziel Ist die weitere Entwicklung d e r T e c h n i s e h e 11 Mittels c h u 1 e. Der drei- bis vierjährige Kurs in dieser Schule vorbindet höhere allgemeine Bildung mit technischem Unterricht zwecks Ausbildung der Schüler zu Werkmeistern im Baugovverbo und anderen technischen Gewerben. Es ist zu hoffen, daß es durch die Rngierungsbeihilfe möglich sein wird, die Zahl der Schüler auf etwa 100 zu erhöhen. Ich beglückwünsche die erfolgreichen Graduierten. Die von ihnen geleistete Arbeit zeigt, daß die Studenten nicht nur auf persönlichen Erwerb bedacht, sondern auch von rechtem Handwerkergeist beseelt sind, ein Geist, der diesem Lande unmittelbar und dauernd zum Wohlo gereichen wird. Ich wünsche den Graduierten alles Gute und dem Technikum dauernden und immer steigenden Erfolg.“ Nach dem High Commissioner sprachen Dr. R u p p i n im Namen der Jewish Agency und des Waad Lnumi, und der Bürgermeister .von Haifa, Hassan Bey Schulcrl, Tßeaier * Musik * Film iiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Sin UefoäiscUes Homtd zum Andenken an CUaitn Ha&Umeut Biatilc Zum Andenken an den verewigten hebräischen Dichter veranstlaten der Keren Kajemeth, gemeinsam mit dem Klub Erez Israel ein großes, hebräisches Konzert im Großen Konzerthaustsaal, welches am 10. Februar 1935, J48 Uhr abends statttindet. Die schönsten Gedichte Bialiks werden vertont zum Vortrag gelangen. Die künstlerische Leitung dieses Abends hat Prof. Artur Wolf, der seit zwanzig Jahren das hebräische Lied in Wien propagiert, über. Aus dein Programm seien nachstehende namhafte Künstler genannt: Opernsänger Igno M ann (Brünn), Frau Grete R 0se nfeld (Sopran), Prof. Julhw Wolf sohn, die Sängerknaben des Stadttempels, unter Leitung Kurt Fuchsgelb, der jüdische Gesaugsverein, Dirigent: Israel B r a 11 d m a n n der jüdische Sängerbund Hasimra, Leitung: II e r 3 c h m a 1111 sowie das Symphonieorchester des Bunde« jüdischer Frontsoldaten unter Leitung ihres Dirigenten Dr. Kurt Pahlen usw. Dieser Abend dient nicht nur der Propagierung des hebräischen Liedes, sondern hat auch einen wohltätigen Zweck. Der größte Teil de« Erträgnisses fließt dem Keren Kajemeth und der Winterhilfe der israelitischen Kultuegemcinde Wien zu. Karten zu dieser einzigen großen Veranstaltung sind erhältlich: Keren Kajemeth, I., Marc- Aurel-Straße 5, Tel. U 29-1-29, Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, Klub Erez Israel. II., Praterstraße 13, Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a, Tel. R-45-305, Jüdische Kunststelle, II., Aspernbrückengasse 2 und ihre Zweigstellen. Voraus muß mau denken/ sida sichern — versichern Phonix Allgemeine Versidierungs« Ges., Wien/ IX., AlserpSalx 3 Gastspiel Sevilla Pastor — Erna Siegler. Freitag, den 25. Jänner 1935 und täglich findet in den Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstraße 34 die Erstaufführung des Sensationslustspieles „Die Schickorte“, sechs Bilder von Stoinberg, Musik von Kelly Keßmann, mit Frau Sevilla Pastor in einer ihrer schönsten Hauptrollen statt. Sonntag nachmittags. X>4 Uhr, auf vielseitiges Verlangen, bei ermäßigten Preisen „Bajazzenliobe“. Die Kindernachmittage der „Stimme“ Die uns von allen Seiten zugekommenen Glückwünsche anläßlich der gelungenen Durchführung unserer Chamischah-Assar BkSchwath-Kindernachmittage zeigt uns, daß wir einem wirklichen Bedürfnis Rechnung ge tragen haben. Überall, sowohl im zweiten als auch im fünften Bezirk, waren die zahlreichen kleinen Besucher von den Darbietungen begeistert. Besonders gefiel der Meisterzauberer Carmellini, und die zur Aufführung gebrachten Theaterstücke in hebräischer, beziehungsweise deutscher Sprache. Daß die jugendliche Tänzerin Trude Godwyn — derzeit Primaballerina an der Volksoper — ebenso wie der köstliche Onkel Ben Nathan (Siegfried Abeies) ein wesentliches zu dem Gelingen der Veranstaltung beitrugen, muß wohl nicht besonders betont werden. Es sei liier den aufopferungsvollen Bemühungen der Jüdischen Kulturstelle besonders gedankt, die diese gewiß nicht leichte Aufgabe der Durchführung der Kindernachmittage auf sich genommen hat. Die Bezirkssektionen, die für das nächste Programm Interesse haben, mögen sich diesbezüglich an die IKA, II., Aspernbrückengasse 2, Dienstag von 18.30 bis 19.30 oder schriftlich wenden. Bialikfeier des Chajes-Reab gymnasmms Vor einiger Zeit fand im Chajes-Realgymnaeium eine Gedenkfeier für Ch. N. Bialik im Beisein des Direktors Dr. Kellner und der gesamten Lehrer- und Schülerschaft statt. Nach einem Schülerchor, geleitet von Dr. B. L öwe nfeld, hielt Dr. Klar die Gedenkredo in hebräischer Sprache. Obwohl sein Vortrag hohe sprachliche Anforderungen an die Schülerschaft stellte, folgte sie ihm mit gespannter Aufmerksamkeit. Er spraeh von Bialiks dichterischer Entwicklung von den Anfängen bis zur Höhe seines Ruhme' und würdigte Bialiks Persönlichkeit als Mensch und Führer des Judentums. Hierauf sang Oberkantor M a r g 01 i e s, der sich in liebenswürdiger Weise uneigennützig zur' Verfügung gestellt hatte, Bialiks „El Hazippor“ und „Tomar ehjo Raw“ mit tiefem Verständnis und gewohnter Meisterschaft. Reicher Beifall lohnte seine Darbietung. Schließlich brachte Diiektor Kellner ein von ihm selbst übersetztes Gedicht Rialiks, „Echad, echad uween roeh“, zum Vortrag. Durch seine feine Einfühlung in das Wesen der Dichtung und die Vollkommenheit dev sprachlichen Wiedergabe hielt er die Zuhörer im Bann. Tief erschüttert sahen sie die Gestalt des Dichtem vor sich erstehen, dev noch vor wenigen Jahren als Vortragender in ihrer Mitte geweilt hatte. Den Abschluß bildete „Techesaknah“, die von allen Anwesenden stehend gesungen wurde. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik veranstaltet Sonntag, den 27. Jänner 1935, im Saale der „B’nai Britli“, 1X„ Universitätsstraße Nr. 4. einen Kamntermusikabend. Vom tiefsten Schmerze gebeugt, geben wir die traurige Nachricht von dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Mutter und Frau Amalie Strum Das Leichenbegängnis hat Donnerstag, den 24. d. M., stattgefunden. Hermann Strum Sämtliche Schwieger- und Enkelkinder: Joachim Hilsenrad Nora Strum Anny Strum Dr. Heinrich Landau Benjamin Kemon Frieda Nemon Helene Hilsenrad Salo Strum Goida Landau Mina Strum Lola Strum Clemens Strum Ignaz Strum als Kinder Von Kondolenzbesuchen bitten wir ahzusehen ....11111.. AmeciUaftUck& fUme- Geistige Großzügigkeit und geistige Freiheit haben auf allen kulturellen Gebieten und in allen Zeitläuften Doch immei die höchsten Werte und Spitzenleistungen zu vollbringen vermocht. Auf allen geistigen, kulturellen und künstlerischen Gebieten hat sich dieses Prinzip immer bewährt. So auch natürlich auf dem Gebiete des Films. Der stumme FiLm sah lange Zeit Amerika auf höchster Stufe. Eine Zeillang war es Deutschland, das der Neuen Welt clen Ruhm auf der Leinwand abspenstig machte. Der Beginn der Tonfilmära sah jedoch Amerika, nicht zuletzt durch die großen, technisch vollendeten Mittel, die ihm zur Verfügung standen, irn Vordergründe. Eine Zeitlang war es wieder Frankreich, das durch eine Reihe subtiler und ganz hervorragender Tonfilme sich mit einem Ruck in die erste Reihe der Filmländer stellte; aber ein ernster Konkurrent für Amerika ist bis heute, wie es etwa noch im stummen Film möglich war, kein einziges Land in Europa geworden. Deutschland, das noch vor einigen Jahren Ansätze dazu aufwies, hat durch die „Politik der Großmutter“, die selbstverständlich auch vor der Leinwand nicht Halt machte, diese Chance ans der Hand gegeben. Die Filme, die allwöchentlich auf das Publikum losgelaseen werden, beweisen es immer wieder aufs Neue. Gewiß, nicht alle amerikanischen Filme sind gut. Aber immer wieder bietet uns der amerikanische Film ein neues schönes Erlebnis. Ein solches der jüngsten Zeit ist zum Beispiel Viva Villa, ein Metro-FUm, der die Saga des legendenumrankten Banditenhäuptlings Viva Villa (Pancho Villa) schildert. Der Film streift historischen Ballast ab und zeigt in dem allerdings berauschend schönen Rahmen der herrlichen mexikanischen Landschaft und in hinreißendem Tempo den auch historisch beglaubigten Ablauf der Kämpfe um die Freiheit dieses Landes den Kampf der unterdrückten Peones gegen ihre Bedrücker. Er schildert das Heldenleben des Banditenhäuptlings Pancho Villa, seine Streifziige durch mexikanisches Land schildert, wie aus dem Banditenhäuptling ein Held der Freiheit wird, wie in der rauhen Schale eines Revolverhelden eine herrliche, kindlich reine Seele lebt, die ihren Träger zu allem Edlen und Guten führt, zum Schönsten: zum Kampf um die Freiheit für sein Volk. Es ist ein Heldenkapitel aus der mexikanischen Geschichte, das hier filmisch in einer ausgezeichneten Weise verarbeitet wurde. Es ist ein Ruhmeskapitel im Blatt, welches Wallace B e e r y heißt. WalJaee Beery macht aus seinem Pancho Villa ein Heldenepos. Bezwingend dieser Banditenhäuptling in der Szene vor dem von ihm vergötterten, zum Führer des befreiten Mexiko auserwählten Madero, ergreifend, mit welch kindlicher Ergebenheit und Naivität er sich allen Anforderungen fügt. In ihm behält das Gute und das Reine stets die Oberhand. Am stärksten und am ergreifendsten ist Wallace Beery, wenn er das tut, wozu ihm sein Inneres drängt. Er tut es so, wie einer, der eben nicht anders kann. Ein Film, den man lange nicht vergißt. j. r. Wiedersehen mH Annabella Der neue Fox -Film „Hochzeitsnacht“ vermittelt ein Wiedersehen mit Annabella, dieser nach Elisabeth Bergner reizendsten und anmutigsten Schauspielerin der Leiuwand. Dieser Film gibt Annabella keine große Entfaltungsmöglichkeit, aber der graziöse Gang, das charmante Lächeln, das bezaubernde Französisch, das sie spricht, läßt alles andere in dem Film verzeihen. Dom Regisseur, noch in guter Erinnerung von seinem Film „Der Kongreß tanzt“, gelang es zweifellos, die Atmosphäre eines ungaiischen Weiniesefostes bildhaft und musikalisch einzufangen. Tokayer Weinlesefest in Hollywood. Cbaries Boy er gab Annabella einen ebenbürtigen Partner' ab. Sein Spiel gefiel. r. Jüdische Bühne, II, Piaterstraße 60, Tel. R 43-4-59. Ab Freitag, den 25. Jänner 1935, lAd Uhr abends, ,,A Cbasene im Städte 1“. Dienstag, den 29. Jänner 1C35, Uhr abends, Sondervorstellung zugunsten des Jüdischen Sc!iaM<|,jelv‘*reine6 .,A Cluusene im St/'dtel“. ■ouung. i-l Uhr n« dnnittau„A Chase i® Stüdtui“. 999999 58906067

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