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Die Stimme · 1935-01-25 · Heft 420 (25.1.1935) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 420 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite Z DIE STIMME Nr. 420 — 25. Jänner 1935 Nach POIEN besonders billige Gesellschaftsreise 29. Jänner bis 3a. Februar (andere Aufenthaltsarrangementa möglich). Ideelle Gelegenheit tür YVintersportler. Anmeldungen und Auskllnite mir Poln. VerkehrsbUro „S-R ANCO POL“ W en, Ul., Renn >ieg 1 Tel. U 16490 vom in Palästina. Der Zionismus hätte versagt, wenn er nur ein Tranaportuntern e h in e n ist, das sich damit beschäftigt, Juden aus den Zinskasernen der G a 1 u t h in die Zinskasernen T e 1- A v i v s umzusiedeln. Die Förderungdes Keren K a j em e t h u n d d e « Kere n II a j e s s o d ist ist daher keine Parteisache. sondern d i e nationale Aufgabe des ganzen Volk e s. Wir in Österreich haben es uns zur Aufgabe gestellt zu Ehren Kremenezkys 50 jüdische Familien aus Österreich auf Keren Kajemethboden in Palästina anzusiedeln. Das ist. eine Aufgabe, die der Arbeit aller Juden Österreichs wert ist. Österreichs JucleiLschaft ist in der Lage 50 jüdische Familien, die hier keine Existenzmögliehkelt haben, glücklich zu machen. Wer darf sich da ausschließen? E« ist vielleicht billiger über nationales Kapital, Priva-tka-pital zu diskutieren und über die bösen Bodenspekulanten zu schimpfen. Hier aber kann man eine nationale Tat setzen und bei der B e k ä m p f u n g derBoden- Spekulation wirksam mitarbeiten. Der Schlachtruf „K f a r Kremenezky“ ist aller Anstrengungen wert. Je rascher diese Aktion beendet istdesto ehrenvoller für uns. Wir haben die Aktion .,K f a r Kr em e n e z k y‘; begonnen und die ganze jüdische Welt blickt auf uns. Wir dürfen nicht zu schänden werden. Wir müssen 50 j üdische Familien retten. Jeder tue mehr als seine Pflicht! Das Werden des Allgemein-zionistischen Hechaluz Aus einem Gespräch mit Dr. Abraham Stupp, Führer des Hecha luz Haklal Zioni in Ostgalizien und Mitglied der Leitung des Wel' verbandes der Allgemeinen Zionisten Auf seiner Reise nach Palästina hielt sich Dr. Abraham Stupp dieser Tage auch in Wien auf. Die Redaktion der „Stimme“ benützte diesen Anlaß, um Herrn Dr. Stupp über eine Reihe von Fragen, die die allgemein-zionistische Chaluzbcwegung betreffen, zu interviewen. Wir geben im folgenden seine Äußerungen wieder. Als vor sechs Jahren die Spaltung der Lager zu ziehen, wodurch eine Stärkung des Allgemeinen Zionismus in Palästina unmöglich gemacht werde. Im November 1934 hat “Vtf 3 RESTAURATION Ungarische Küche WIEN, I., VORLAUFSTRASSE 2 Telephon 0 21-2-82 Volkstümliche Preise, beste Bedienung Vorteilhafte Arran.ifemente für Hochzeiten u. Diners Die Arbeit des Keren Kajemeth Klar Kremenezky: Ansied! ns Yon 50 österr. Familien in Erez Israel Kosten der An,Siedlung respektive der Erwerbung und Assanierung des Bodens für eine Familie 7500 Schilling; je 25 Spender oder Selbfitkontingentler von je 300 Schilling haben das Recht, einen Kandidaten für die Ansiedlung vorzuschlagen. Auch Gruppen, die 7500 Schilling aufbringen, sind berechtigt, einen Siedler zu stellen. Erforderlicher Betrag für den Erwerb des Bodens und die Ammelliorierurig desselben seitens des Keren Kajemeth (zusätzlicher Betrag zu den Normaleingängen) 120.000 Schilling. Mindestens 1200 Selbstkontingentler, die mindestens je 100 Schilling aufbringen, werden sich in den Dienst de« Keren Kajemeth stellen müssen. Selbstkontingentierung. Die SelbfltkontingGTitierung schreitet fort. In den letzten Tagen wurde von der Sektion XII die teilweise Selbstkontingentiorung der Ausschußmitgiieder durchgeführt. Selbstkontingentler-Pinkassim. Entsprechend der fortschreitenden ernsten Durchführung der Sclbstkontingentierung der Erwachsenen, führt der Keren Kajemeth Österreich Selbstkoritingentler-Pinkasftim ein, in welche alle von den Selbstkontingentlern aufgebrachten Beträge eingetragen und von der Kassa des Keren Kajemeth bestätigt werden. Diese Pinkaßsim werden daher als Nachweis für dio geleistete KKL-Arbeit Verwendung finden. . Jeder Zionist — Selbstkontingentler; jeder Selbßtkontingentler Besitzer des Selbstkontingentler-Pinkassos (Keren-Kajemeth-Paß). die Spaltung der zionistischen Bewegung in Fraktionen immer schärfer hervortrat, hieß es, daß die zionistische Jugend nicht iim Allgemeinen Zionismus bleiben könne, sondern sich dem linken Flügel der Bewegung au wen den müsse. "Wir Allgemeinen Zionisten jedoch meinten, daß, wenn diase These richtig wäre, es überhaupt keinen Allgemeinen Zionismus geben kann, da wir doch als Grundlage des Allgemeinen Zionismus jenes Prinzip anerkennen, daß der allgcmedne Zionismus alles, was im Zionismus ist, zu umfassen vermag und dem ganzen Volke und nicht einzelnen Klassen dienen will. Die damalige Sachlage konnte nach unserer Meinung n.ur durch die Schaffung einer eigenen Organisation für allgemein-zionlstisohe Ohaluzim geändert werden. Das Leben selbst hat uns in dieser unserer Auffassung recht gegeben. Mit dem Entstehen des Allgemein - zionistischen Hechaluz ist auch unsere Jugend bedeutend gewachsen, so daß in O e t g a 1 i z i e n sehr starke Jugendgruppen dem Hechaluz Haklal Zioni angehören. Es sind dies vor allem die drei Jugendorganisationen „Achwah (8000 Mitglieder), „Hanoah Hazioni“ (6000 Mitglieder) und „Hasz“ (Histudrutli zionistischer Akademiker (2000 Mitglieder), also 16.000 Mitglieder. Jahrelang war Kongreßpolen gegen den Heehaluz Haklali eingestellt in der falschen Auffassung, von der sich weite Kreise des Allgemeinen Zionismus lange Zeit leiten ließen, daß dio Allgemeinen Zionisten zu nichts anderem da sind, als eben die „M e 1 k k u h“ für andere Parteien abzugeben, eine Auffassung, die darin gipfelte, den „H.a s:c h o m e r H a z a i r“ als seine Jugend zu betrachten. Nun hat man auch hier in Kongreßpolen gegen den Willen des Zentralkomitees die Wichtigkeit und Bedeutung des Hechaluz Haklal Zioni erkannt. In letzter Zeit konnte das Zentralkomitee nicht mehr seinen früheren Einfluß auf den Chaluz ausilben und die Chawerim in Kongreßpolen suchen immer mehr Kontakt mit unserer Zentrale in Ostgalizien. Eine wichtige Frage, die gegenwärtig auch im Weltverband zur Diskussion steht, ist die Frage, was mit unseren Leuten in Palästina zu geschehen habe. Es ist die Frage des Entstehens einer allgemein-zionistischen Arbeiterorganisation, deren Aufrollung bereit« dazu geführt hat, daß die sogenannten progressiven Zionisten dio Landesorganisa.tdou Palästinas verbissen haben. Da die Leitung in dieser Frage noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt hat, möchte ich als Mitglied bloß zur Information sagen, daß im allgemeinen die Meinung vorherrscht, daß man auch in Palästina für unsere Leute sorgen muß. Hier sind vor allem zwei Auffassungen festzuhalten. Die eine glaubt, daß dies irn Rahmen der H i s t a d r u t fr erfolgen soll, in der unsere Leute als autonome Gruppe Platz finden könnten, während die andere der Ansicht ist, daß die Histadruth schon lange keine einheitliche Organisation dar- Btelle (da es, wie bekannt, bereits revisionistische und misraohistische Grupen gibt), und daß es daher angezeigt sei, eine alle Arbeitenden zusammenfassonde Dachanisation zu schaffen, die sich ausschließlich mit Berufsfragen zu befassen hätte. Dieser Teil der allgotnei n-zi on Ls tisch cm Arbeiter behauptet, daß die Politik der Histadruth das Verbleiben in der Histadruth unmöglich mache. Diese Politik gehe darauf aus, die Allgemeinen Zionisten, die in der Histadruth eine Minorität sind, ins linke ein Teil der al Igem e in -z io nis tis oh on Arbeiterschaft ohne vorherige Befragung des Weltverbände« eine eigene Histadruth gebildet, was bekanntlich zu Differenzen im Weltverband geführt hat, die noch nicht bereinigt sind. Über die Lage im Weltverban der Allgemeinen Zionisten muß leider gosagt werden, daß es in Palästina trotz Einwanderung vieler Tausender Allgemeiner Zionisten zu keiner Stärkung des Allgemeinen Zionismus gekommen ist. Meiner Meinung nach deshalb, weil wir der einzige Teil im Zionismus sind, der seine Tätigkeit in Palästina den dortigen Verhältnissen und Bedürfnissen noch nicht entsprechend angepaßt hat. In Palästina kann man nicht allein durch ideologische und kulturelle Arbeit wirken. Dagegen haben jene Gruppen den größten Einfluß erreicht, die es verstanden haben, wirtschaftliche Positionen zu erobern und bo das palästinensische Leben zu beeinflussen. Am besten hat dies die Organisation der Linken verstanden. Wie bekannt, beschäftigt &ich die Histadruth nicht nur mit Arbeitsfragen allein, sondern sie ist auch auf einer Reihe von Gebieten Unternehmerin und hat es auf diese Weise verstanden, viele Existenzen von sich a b h ä n g i g zu machen. Darin liegt ihre Macht in Palästina und ihr großer Einfluß in der Galuth. Die Allgemeinen Zionisten dagegen haben in Palästina keine einzige Stelle, an die sie sich wenden können, niemand sorgt für 6ie. Es ist daher kein Wunder, wenn trotz zahlreicher allgemeinzionistischer Einwanderer . die allgemeinzionistische Bewegung in Palästina nicht die entsprechende, nach außen sichtbare Stärkung erfahren konnte. Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten wird sich den Methoden der Histadruth anpassen und das Versäumte nachholen müssen. Natürlich wird das dann leicht möglich sein, wenn es uns gelingt, eine Einigung im eigenen Lager zu erzielen. Nach meiner Überzeugung — schließt Dr. Stupp seine Ausführungen — wird die praktische Arbeit in Palästina auch wesentlich zur Einigung beitragen. Dies wird auch deswegen um so leichter sein, als der Allgemeine Zionismus bei ernster Betrachtung bei weitem nicht jene klaffenden Differenzen aufwoist, wie z. B. die Linke, die aber gerade durch den Besitz der realen Macht es vermocht hat und es auch heute noch vermag, alle Divergenzen und Differenzen in den Hintergrund treten zu lassen und nach außen hin geschlossen aufzutreten. Organisation der Allgemeinen Zionisten in Jugoslawien Belgrad, 21. Jänner. (Z. T. A.) Die «eit dem Prager Zionistenkongreß angestrebte Organisation der Allgemeinen Zionisten Jugoslawiens ist soeben geschaffen worden. Es ist dies ein Verband der progressiven Allgemeinen Zionisten der Gruppe „A“, der sich dem zionistischen Landoeverband loyal unterordnet und mit der zionistischen Linken kooperiert. Die Zentrale des Verbandes ist in Zagreb. Als erstes Ziel hat «ich der Verband die Eroberung der nichtorganisierten Jugend und deren Zusammenfassung in der Jugendorganisation „Akiba“ gestellt. „ALLRADIO“ Ing. Nissim Anavi Daniel Lehrer Wien, li.f Karmelilerplali 1 (Ecke TaborstroOe) — Tel. A -14-207 Radio, Giammophon, Elektro material, »ANAV.«Dauetb andöfen Tattaeß Kleine Teilzahlungen n Volk und Staat" Unter diesem Titel gibt der ehemalige großdeutsche Landtagspräsident von Nietierösterreich Ilofrat Dr. M i 11 e r rn n n n unter Mitwirkung der Gesellschaft für Österreichkunde und der Südostgemeinschaft eine Halbmonatsschrift heraus. Die Kampfschrift „Volk und Staat“ soll, wie Ilofrat Mittermann betont, auf dem Glauben an Österreich, sein Staatsrecht und seine unzerstörbare Lebenskraft aufbauen; sie wird das Organ der volks konservativen Soziologen und Historiker sein, „die den Angriff gegen die Götzen des Tages in alle Kreise des deutschen Volkes und «einer wahren Freunde tragen wollen. ln der ersten Nummer wird über die Stellung zu den Juden programmatisch bemerkt: „In der Judenfrage stellen wir zunächst die Aussichtslosigkeit der raseen antisemitischen Methoden fest. Mit Pogromen, mit der „Nacht der langen Messer“ usw. ist lie Judenfrage nicht zu lösen. Die Judenfrage ist nicht nur ein nationales, sondern ein gewichtiges soziale«, wirtschaftliches und ethische« Problem, das, wie die Arbeiterfrage, von der Warte der christlichen Sitten« lehre au« gesehen werden muß. Damit ist das Unterfangen ausgeschlossen, dem Judentum in seiner Gesamtheit Me nchenrecht und Menschenwürde abzueprechen. Hiebei bleibe augenblicklich unerörtert, ob solche Gesamtheit bereits konstituiert ist oder nicht. Die österreichische Staatsreform älß eine wertvolle und wichtige Methode deutschen Staatsaufbaues geht in ihrer Stellung znm Judentum den Weg der Gerechtigkeit und der Achtung erworbener Rechte, ohne einer Besserung tatsächlich bestehender Mißstände emmend vorzugreifen.“ Worin diese Mißstände bestehen sollen, darüber wird vorläufig nichts ausgesagt. Hachscharah in Wollersdorf Die I. T. A. berichtet: Der bekannte Sozialdemokrat und ehemalige Chefredakteur des „Kleinen Blattes“, Braunthal, der im Zusammenhang mit den Februarereignissen verhaftet, später freigelassen, dann aber wieder verhaftet und im Konzentrationslager Wöllersüorf zum Zwangsmfenthalt untergebracht worden war, iefe nun aus Wollersdorf entlassen worden, jedoch gegen die Verpflichtung, bis zum 2. Februar ein Palästina-Visum eizubringen und baldigst nach a 1 ä s t i n a abzurcisen. Wie mau hört, ist dio Entlassung auf Grund einer us Palästina ergangenen Eindung an Braunthal, zwecks Abhaltung eines Vortragszyklus über sozialpolitische Fragen nach Palästina zu kommen, erfolgt. Das altbewährte, bellebto österreichische Mineralwasser „P r e b 1 a u e r Sauerbrunn“ ist in allen Apotheken, Drogorion und Lebensmittelgeschäften erhältlich. Bis auf einen Gruß an die „Genossen“ in 'alästina, der 1933 im „Wort“ erschien, lmt Julius Braunthal sich niemals für die jüdische Arbeit in Palästina oder für den Zionismus interessiert. Dagegen ißt er am 18. Dombor 1912 nun dem Judentum ausgetreten. Diese Flucht des „aufrichtigen Mitkämpfers“ — so nannte ihn einmal „Der jüdische Arbeiter“ — aus dem Judentum wird offenbar von den Einladern als genügende Legitimation für Vorträge angesehen. iihiiiiiiiiiiiiiii P Die Zionistische Sektion XX gratuliert J ihrem Obmann Herrn Dr. Leo Menczer 1 und Frau zur Geburt einer Tochter j und wünscht herzlichst 1 aus bi» fillllllllllllllll Zionistische Bezirkssektion Döbling, Wien. XIX.. Caf6 Döblingerhof, Bl Irothstreße 49. Dienstag, den 29. Jlinncr 1935, 7*9 Uhr abends Dr Josef LÖWenlierÄ, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde: Die Lage der Juden Oesterreichs und die jüdische Gemeinde Voranzeige: Versammle, g der Wizo Döbling. Redner. Frau Dr. Sophie Löwenherz, Präsidentin der Wuo Oeserrelchs, und Frau Dr. Licchtensteln-Rappapor Dienstag, den 5. Februar 1935, 8 Uhr abends, im Cafß Döblingerhof. Anfang März: „Große Purimfeier“ 9999999999999994

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