Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 414 (4.1.1935)
- Date
- 1935-01-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Oll STIMME Nr. 414 — 4. Jänner 1935 RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTfi. 5 KÖLLNERHOFO. 1 SÄMTLICH: ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA- HEMDEN (von S 680 aufw.) Fonds gelöst und nicht der privaten Initiative überlassen werden kann. Gerade jene Schichten der Bevölkerung, die. für die landwirtschaftliche Tätigkeit in Betracht kommen, verfügen nur zum geringsten Teil über eigene Kapitalien; soweit diese vorhanden sind, würden sie durch den Bodenkatif allein in so hohem Maße verbraucht werden, daß fiir eine rationelle Bewirtschaftung nichts mehr übrig bliebe, besonders angesichts der privaten Bodenspek u- 1 a t i o n. die sieh auf dein Lande fast noch schlimmer entwickelt hat als in der Stadt. Dazu kommt, daß die landwirtschaftliche Besiedlung in Palästina naturgemäß von nationa'politischen Gesichtspunkten nicht getrennt w-erden kann: wie sich aber die Anwendung rein privatwirtsehaftlieher Grundsätze in dieser Hinsicht auswirkt, haben die alten Kolonien und neuerdings auch schon die Entwicklung in den Pardeßwirtschaften zur Genüge bewiesen. Zur Verfolgung dieses Zieles wird vor allem der jüdische N a t i o n a 1 f o n d s fortschreitend landwirtschaftlichen Boden zur Abrundung und Befestigung der vorhandenen Siedlungsgebiete erwerben, gleichzeitig aber auch neues Siedlungsland bereitsteilen müssen. Daneben fällt ihm die Aufgabe zu, die Entstehung und Entwicklung der Wohn- und W i r t s c h a f t s Siedlungen im Umkreis der Städte und die Aufschließung von Industriegeländen zu ermöglichen, wie das schon einmal in so glänzender Weise in der Haifabai geschehen ist. Nicht zuletzt muß aber endlich an die Schaffung einer ausreichenden Bodenreserve gegangen werden, um die weitere Entwicklung des Landes nicht der Bodenspekulation auszuliefern. Als notwendiges Instrument zur rationellen Durchführung dieser Aufgaben sollte endlich die schon wiederholt von den zionistischen Kongressen geforderte zentrale Bodengesellschaft ins Laben gerufen werden. Ihre Errichtung ist urü so dringlicher, als jede Verzögerung eine Erschwerung bedeutet, weil private Besiedlung, spekulative Bodenkäufe, Bebauung großer Landstrecken durch Effendis und Fellachen — mit Hilfe des von der jüdischen Kolonisation für Bodenkauf und Pachtentschädigung erhaltenen Kapitals — nationale Interventionskäufe und schließlich politische Gegenagitation von arabischer Seite die verfügbaren geeigneten Bodenvorräte immer mehr einengen. Diese zentrale Bodengesellschaft hätte aber auch die wichtige Aufgabe, im Falle einer wirtschaftlichen Krise, die wahrscheinlich von einem Zusammenbruch der Bodenspekulation begleitet wäre, geeignete freiwerdende Böden aufzunehmen und sie zur Bildung der Bodenreserve heranzuziehen. Die Mittel zur Durchführung dieser Bodenpolitik und zur Ausstattung der neu zu errichtenden Landwirtschaften mit dem notwendigen Betriebskapital müssen natürlich in erster Linie auf finanziellem Wege aufgebracht werden. Hier wären Maßnahmen zu erwägen, die sich nicht bloß — wie immer bisher — auf das Judentum außerhalb Palästinas, sondern auch auf den palästinensischen Jischub zu erstrecken hätten. Parallel damit müßte aber eine Herabsetzung der Kosten für Urbarmachung und Aufschließung der bereitgestellten Siedlungsgelände durch die Einführung des freiwilligen nationalen Arbeitsdienstes erfolgen. Die gewaltigen Anforderungen, die die Urbarmachung des II u 1 e h - Cf e b ietes augenblicklich steilen, könnten zum besten Anlaß genommen werden, um diesen Arbeitsdienst ins Leben zu rufen. Durch ihn könnten Tausende von tauglichen und arbeitswilligen jungen Menschen in den Dienst der nationalen Kolonisation gestellt werden — vor allem dann, wenn die Fonds ihrerseits die V e r p f 1 i c h t u n g übernehmen, den A r b e i f s f r e i w i 11 i g e n die A n- Siedlungauf dem von ihnen urbar gemachten Boden zu er n ö g- 1 i c h e n. Eine solche großzügig organisierte und durchgeführte Aktion könnte nicht mir für das Huleh-Gebiet. sondern auch in anderen Fällen eine sehr wesentliche Verringerung der Geldkesten ergehen. Sie würde zugleich einen außerordentlich wirksamen Weg zur Umschichtung und landwirtschaftlichen Ausbildung darstellen und dabei der zionistischen Bewegung einen neuen ideologischen Impuls geben, der gerade angesichts mancher moralischer Auswirkungen der Prosperität keineswegs überflüssig ist. Er würde aber nicht zuletzt den verschiedenen Richtungen innerhalb der zionistischen Gesamtbewegung die Gelegenheit geben, ihren Wettbewerb in einer positiveren und für den Aufbau Palästinas wertvolleren Weise als bisher auszutragen. Es sind also gerade angesichts der gegenwärtigen Lage Palästinas ernste und schwere Probleme, die Lösung verlangen. Man kann sogar behaupten, daß Versäumnisse, die jetzt aus Zufriedenheit mit dem augenblicklichen Zustande geschehen würden, unwiderbringlichen Schaden nach sich ziehen können. Es ist daher Pflicht aller jener, die sich wirklich mit dem Aufbauwerk Pa’ästinas verbunden fühlen, zusammenzuwirken, damit die zukünftige Entwicklung des Landes allen Gefahren entrückt wird. Auch Vr. Yevin sott die Palästina-Bürgerschaft ge* nommen werden Jerusalem, 2. Jänner. (Z. T. A.) Dr. Y e v i n, einer der Führer der ZioniiSteii-Revisionleten in Palästina, der zusammen mit Abba Acbi-Mcir wegen Teilnahme an illegalen Unternehmungen eine längere GofängHisträfe verbüßt, erhielt vom palästinensischen Bürgenschaftsamt die Mitteilung, daß ihm die Bürgorschaftereehte genommen werden würden, falls er nicht gewichtige Gründe gegen diese Maßnahme anführen könne. Das revisionistische Zentralkomitee in Polen hat im ganzen Lande die Abhaltung von Protestversummlungen gegen die Maßnahme der Palästina-Administration, wo nach Achi-Meir die Paläetina-Bürgerschaft abgesproehen wird., angeordnet. V&D RESTAURATION Ungarische Küche WIEN, I., VOIILAUFSTRASSE 2 Tetepbuo t 21-2-82 Volkstümliche Preise, beste Bedienung Vorteilhafte Arrangement* für HocbzeiteD o. Diners Bodenkäufe Juden ntel Voraus muß man denken/ sidi sichern — versichern Mil lülüii iliiüüi! Phönix iiri Hü!1 iHii Allgemeine Versicherung»« Oes*« Wien, IX., Alserplaf s 3 kaufen Sie in der Spezialerzeugung I., Marc-Aurel-S raße 3 (King. StPrng.) Tel. U 25-6-36 Unveibindlicher Besuch sofort Aerztemäniel.von S 6,40 Model mänfiel.von S 8,<0 Servlerkleid kompl.von S 8.40 auch nach Maßt Die Einnahmen des Keren Hajessod fm Jahre 5694 Jerusalem, 30. Dezember, (Z. T. A.) 201.000 Pfund betrugen die Einnahmen des Keren Hajessod im Laufe des vor kurzem zu Endo gegangenen Jahres 5694. Dieser Betrag bildet die Nettoeinnahme, nach Abzug der Ausgaben für die Durchführung der Keren Hajessod-Arbeit in den einzelnen Ländern. Neben diesen regulären Einnahmen hat der Keren Hajessod einen weiteren Betrag von 33.000 Pfund aus Amerika speziell für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina erhalten. Gegenüber dem Vorjahr 5693, sind die Einnahmen des Keren Hajessod im Laufe des Jahres 5694, um 31.000 Pfund g ostiegen. Ein Anleiheplan des Mufti Jerusalem, 2. Jänner. (Z. T. A.) Der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Hussein!, verhandelt, wie hier verlautet, mit der Regierung wegen einer Anleihe von siner Million Pfund zürn Erwerb der Beersheba -Böden von den Beduinen. Die Beduinen sollen gedroht haben, daß wenn der Mufti ihnen nicht die Böden abkauft, eio dieselben an Juden vorkaufen werden. französischer ln Syrien• Beirut (Palnews). Eine Gruppe elsä.ssischer Juden hat einen großen Geländekomplex bei Ammik (Bekaagebiet) erworben, der 12.000 Dunam bewässerten Bodens umfaßt und der Familie Sursok gehörte. Der Kaufpreis beträgt 45.000 türkische Goldpfund. Zwei weitere Geländekäufe, einer in der Gegend von Akkar, der andere im Libanon, sollen durch dieselbe Gruppe in Kürze bevorstehen. Die drei Kolonien sollen nach modernsten Methoden, wie sie den palästinensischen entsprechen, bewirtschaftet werden. Der wachsende Citrus-Export Palästinas Jerusalem (Palcor). Der Export von Citrus-Früchten aus Palästina im Jahre 1984 tihertrifft den des Jahres 1983 an Umfang und Wert. Vom Beginn der Exportsaison bis zum 16. Dezember betrug die Steigerung gegenüber 1933 bereits 17.750 Kisten. Die Gesamtausfuhr von 1934 betrug bis 16. Dezember 913.631 Kisten, davon 157.500 Kisten Grape Fruits, 21.750 Kisten Zitronen, der Rest Orangen. Allein vom 10. bis 16. Dezember wurden 150.848 Kisten Citrus-Früchte verfrachtet, davon 120.871 über Jaffa, 27.458 über Haifa und 2524 über Port Said. Der nordsyrische Bahnhau zur irakischen Grenze Haifa (Palncwfl). Wie aus englischer Quelle über Bagdad berichtet wird, wird der Bahnbau von Nis sibine aus zur irakischen Grenze mit großer Beschleunigung durchzeführt. Die Arbeiten werden durch die englischen und besonders deutschen Vorarbeiten in der Vorkriegszeit sehr erleichtert. Die Bauarbeiten sollen bis Anfang 1935 fertigge.stollt sein, so daß der Verkehr im Juni 1935 aufgenomrnon werden kann. Die Strecke London— Mossul wird in Zukunft in fünfeinhalb Tagen auf dem Landweg zurückgolegt werden können. Durch die Verlängerung der Bahnlinie Aleppo—Nissivine, die an die Mittelmeer häfen Alexa dretto und Morsina angeschlossen ist, bis zur irakischen Grenze wird die kürzeste Verbindung vom Mittelmeer nach Mossul und Nordpersien geschaffen. Zu dieser Verbindung war nur der Bau des 100 Kilometer langen Endstückes von Nissibine bis zur irakischen Grenze erforderlich. Kongreß des Landesverbandes tsdiedioslowaki (her Zionisten Mährisch-Ostrau, 31. Dezember. (Z. T. A.) Am Sonntag, den 30. Dezember, wurde in Mäh riech-Os trau der XI. Kongreß des Lai)dcsverI>:mdes der Ochedioslowakisehcn Zionisten eröffnet, zu dom .sich über 150 Delegierte aus 120 Ortsgruppen mi t über 300 Gäste einfanden. In der Eröffnung«,kundgebung sprach Dr. Paul März, der Präsident des tschenhosi'own.kiselK'n Zionistenvcrhan.-les Dr. Josef R u f e i k e n über die JtuhnpoFtik der deutschen Reichsregienmg und verwies darauf, daß es dem internationalen Forum nicht, gelang, die dringende Frage der jüdischen Emigranten zu lösen. Bis auf einige unverbindliche und undurchführbare Koloniisicrungspläno und die Erleichterung der Lago einiger Emigranten wurde nichts erreicht und man gelangte zu der Erkenntnis, daß die Judenfrage erst dann lösbar sein werde, wenn auch das jüdische Volk in seinem eigenen Lande wird sein Schicksal bestimmen können. Weiters verwies Dr. Hufeisen darauf, wie eng clie tschechoslowakische Juden«cha,ft mit dem Schicksal ihres Staates verbunden ist. Dr. Unfeinen verurteilte das Verhalten des W u n d e r r a b b i S p i r a aus Mukaöevo, der unter den karpathoni «siechen Juden oinon mittelalterliehen Lebensstil einführen wolle. Der Reiner konstatierte, daß durch den großen Fortschritt de« zionistischen Aufbauwerks in Palästina auch der Export aus der Tschechoslowakei gestiegen sei, und zwar allein im a.bgelaufenen Jahre um 50 Millionen Tschechokronen. Eine Ansprache hielt auch der Präsident de« WeKverbende« der Allgemeinen Zionisten Dr. Schwarzbart aus Krakau, der an den Beratungen de« Kongresses teil nimmt. Der Abgeordnete der Jüdischen Partei im Tschechoslowakischen Parlament, Dr. A ngelo Goldstoin, Prag, unterstrich für die Jüdische Partei das positive Verhältnis der Juden zum tschechoslowakischen Staat. Mit großer Begeisterung wurde d-or Text des Begrüßungstelegramms an den Präsidenten der Republik, Thomas G. Ma- .saryk, akklamiert, in welchem der Freude über dessen Wiedergenesung Ausdruck gegeben wird. Gloichzeitg wurde der Präsident um seine Zustimmung gebeten, daß die in Palästina neu an.zulogende Ansiedlung aus Anlaß des 85. Geburtstages des Präsidenten „K f a r Masa ry k“ (Masaryk- Dorf) benannt werde. Am Nachmittag wurden Referate erstattet, denen eine Debatte folgte. Abends arbeiteten dio Ausschüsse, welche dio einzelnen Fragen durchberieten. Am Montag, den 31. Dezember, wurde die Generaldebatte durchge* führt und die Ausschußborichto verlesen. Gleichzeitig mit dem Zionistenkongreß Fand am Sonntag auch die Eröffnung des Kongresse der Jüdischen Partei in der Tschechoslowakei «tatt. , Regierungsbeihüfen für iüdi• sehe Wohlf ahrtseinrichtungen in Griechenland Athen, 2. Jänner. (Z. T, A.) Im offiziellen Organ der Regierung wird ein Dekret veröffentlicht, durch das d->r A n s f, r ii c h d e r j ü d i s c h o n Wo h lf a h r t s e i n r i e h t u n g e n auf staatliche Beihilfen aus dem Budget des Ministeriums für soziale Wohlfahrt ausdrücklich anerkannt wird. GROSSFLE'SCHHAUERE IIEGM. KORNMEHi ZENIT A'-E IX.. BERGGASSE NU WER »9 VEIFP ONN UMMER A <7.3-<r» uni A Lieierani >ür Heilanstalten Abteilungen I. "^-Fleisch untO' Au'aioht riet EhrwüiC*fien Rahhinalsder l#<aolltlschen Kuüue- 0®mainde Wien AiitosueteCtung koMenloi IX. Bei flUclSSf * 15. XVIII..Währinflorsliaße 71