Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 412 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 412 — 28. Dezem/ber 1934 DIB STIMM! Sette 5 PALÄSTINA Die Huleh-Kolonisatlon Ihre Lieblinge Szöke Szakall, Rosy Barsony, Ernst Yerebes Tlbor v. Halmay, Georg Denes, Huszar-Puffy in der Komödie Ende schlecht... alles gut! Nach dem Lustspiel von Siegfried Geyer Regie: Fr Hz Schulz Musik: Nikolaus Brodszky Hiezu: Hans Moser in I „Fuchs auf der Hetzjagd11 AB HEUTE; KINO SCHWARZENBERGPLATZ, III., LÖWEN-KINO, III., WIENZEILE-KINO, VI., MARIA-THERESIEN-KINO, VII., FLIEGER-KINO, IX., und THEATER¬ KINO, XVII. — Monopol: Husdiak & Co., <i. m. b. H. — Paris, 21. Dezember. (2. T. A.) Der gegenwärtig in Paris weilende Präsident Nah um S o k o 1 o w erklärte Vertretern der Presse, die Jewish Agency bereite ein großes Kolonisationswerk auf dem neuerworbenen Boden am Huleh-See vor. Die Arbeiten werden demnächst beginnen und man dürfe nicht daran zweifeln, daß man der Jewish Agency die Vollmacht geben wird, zunächst so viele jüdische Arbeiter, als für die Durchführung der Drainagearbeiten notwendig sind, nach Palästina zu bringen. Diese Arbeiter werden sich vorher in der Entwässerungstechnik ausbilden und auf ihrer Reise nach Palästina von einem Stab Instruktoren begleitet sein. Es eröffnet sich eine neue Möglichkeit für Tausende jüdischer junger Leute, sich in Palästina seßhaft zu machen. Wir werden die Huleh- Stimpfe in blühendes Land verwandeln und Raum für eine neue große jüdische Kolonisation schaffen. Sokolow erklärte, es sei jetzt wichtig, i die jüdische Öffentlichkeit über die Bedeu- | tung des Huleh-Werkes für den jüdischen j nationalen Aufbau aufzuklären. Wohl verfügt die Jewish Agency bereits über einen Teil der für die Huleh-Kolonisation notwendigen Kapitalien, aber sie steht vor der Notwendigkeit, weitere große Mittel zu beschaffen. Man spricht jetzt viel, sagte Sokolow, von weitreichenden Plänen der Ansiedlung von Juden in Südamerika. Es ist nicht gut, den zugrunde gerichteten und verzweifelten jüdischen Massen solche Pläne, die weit von ihrer Verwirklichung sind, einzureden. Wir Zionisten haben nicht das m/indeste gegen Ansiedlung großer jüdischer Massen in Südamerika einzuwenden, aber es ist noch lange nicht so weit, das wissen die Urheber der Pläne ja selbst. Man solle jüdische Hoffnung lind jüdische Energie nicht verschwenden, sondern sie auf Palästina konzentrieren, wo die Resultate und die Möglichkeiten mit den Händen zu greifen sind. JOSEF SCJKIDI in dem Wiener Großfilm Ein Stern fallt vom Himmel Regle; Max Neufeld AB HEUTE: ELITE-KINO, I., IMPERIAL-KINO, I., OPERN - KINO, I., SCHOTTENRING¬ KINO, I., LUSTSPIELTHEATER, II., FLOTTEN-KINO, VI. -Monopol: Lux-Film- Die jüdische Anleihe für Palästina ........... Wie bereits am 21. Dezember mitgeteilt, sind die Verhandlungen der Jewish Agency mit der Lloyds-Bank und der Anglo-Palestine-Bank auf Aufnahme einer Anleihe von einer halben Million Pfund (14 Millionen Schilling) mit vollem Erfolg abgeschlossen worden. Wir haben darauf hingewiesen, daß dies die erste nationale Anleihe des jüdischen Volkes ist. Uber die finanzielle, kolonisatorische und politische Bedeutung der Anleihe erklärt der Leiter des politischen Departements der zionistischen Exekutive, Herr Mosche Schertok, in der ,,Palkor“ das folgende: Vom finanziellen Standpunkt aus hat die Anleihe fiir uns vor allem die Bedeutung, daß wir durch sie große Beträge nationaler Mittel ersparen werden, diie bisher durch die hohen Zinsen verschlungen wurden. Die Anleihe wird es uns zweitens ermöglichen, uns von der ewigen Last der kurzfristigen Schulden zu befreien. Drittens werden durch sie größere Mittel für konstruktive Ar'beit in Palästina frei werden. Vom kolonisatorischen Standpunkt bringt die Anleihe mit sich den Sieg des nationalen Kapitals und des Systems nationaler Kolonisation. Lange Jahre hindurch herrschte in verschiedenen Kreisen des Jischuw und im Zionismus Skepsis, ob die nationalen Fonds, deren Einnahmen auf freiwilligen Spenden beruhen, auf dem Weltmarkt als kreditfähige Institutionen angesehen werden können. Die jetzige Anleihe macht diesen Zweifeln ein entschiedenes Ende. Wir haben die Anleihe unter der Garantie der freiwilligen Spenden erhalten, hinter denen keinerlei staatliche Macht und kein Steuerzwang steht. Als weitere Garantie wurden hiebei die Einnahmen hinzugenommen, die uns die landwirtschaftlichen Siedlungen bringen werden, die durch das nationale Kapital geschaffen wurden, 'das heißt die zwischen dem Keren Hajessod und den Siedlern geschlossenen Verträge, deren realen Wert man gleichfalls fiir hinfällig zu erklären versucht hat. I Vom politischen Standpunkt aus bedeu- | tet die Anleihe nicht nur eine Stärkung des Prestiges der Jewish Agency in den Augen der Regierung und anderer äußerer Faktoren, sondern auch den Eintritt eines neuen Finanzfaktors in den wirtschaftlichen und finanziellen Organismus Palästinas. Von den beiden großen englischen Banken, die in den Kolonien und im Ausland tätig sind, hat in Palästina bisher nur eine, die Barclay’s Bank gearbeitet. Die Anleihe für die Jewish Agency ist die erste Investition in Palästina seitens der zweiten Bank dieser Kategorie, der „Lloyd’s Bank“. Diese Bank hat bereits seit langem für sich eine Anlage in den Ländern des Mittleren Ostens gesucht und jetzt diese durch das Werk der Juden in Palästina erhalten. Hiedurch ist ein neuer Ring geschaffen worden, der Palästina mit dem Mandatsstaat verbindet, und es bedarf keiner ausführlichen Erläuterungen zu der Bedeutung der Tatsache, daß dieser Ring durch das jüdische Aufbauwerk in Palästina und in direkter Verbindung mit den jüdischen nationalen Institutionen geschmiedet worden ist. Es ist au hoffen, daß die Anleihe der Lloyd’s Bank für die Jewish Agency n u r ein Anfang ist, der neuen Möglichkeiten den Weg eröffnet, auf dem internationalen Geldmarkt für das jüdische Aufbauwerk in Palästina Kreditmittel zu mobilisieren. VERSICHERUNG^ 680 Mllliontn GARANTIEMITTEL . VERSICHERTE .. . , 877.309 VERSICHERUNGS. ZAHLUNGEN 1933 78 Million«» PHONIX IKBCNSVERSICHERUNGS.GK1 Jüdische Siedlung in Syrien Jerusalem, 27. Dezember. (2. T. A.) Die syrischen Zeitungen toilen mit, daß eine Gruppe elsässischer Juden ein Areal von 12.000 Dunam Boden in Syrien •an der palästinensischen Grenze erworben hat; auf dem Boden sollen drei jüdische Kolonien errichtet werden Patästina'Wanderer an der Grenze von Jemen erschossen Jerusalem, 21. Dezember. (2. T. A.) Wie aus Aden telegraphiert wird, ist ein Judo bei dem Versuch, die Grenze von Jemen zwecks Auswanderung nach Palästina zu überschreiten, von der Grenzwache erschossen worden. Die Verwendung der Anleihe niiiiniiwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiB Der Schatzmeister der Jewish Agency, Herr Elieser Kaplan, teilt in einem Gespräch miit einem Vertreter der „Paloor“ mit: Es darf hervorgehobem werden, daß diese Anleihe und das Vertra/uen eines großen Bankinstituts von internationaler Bedeutung zweifellos die Stellung der Jewish Agency nach außen stärken und uns den Zutritt zum internationalen Geldmarkt für weitere Anleihen für die konstruktiven Zwecke des Palästina-Aufbaus eröffnen wird. Bei dieser Gelegenheit empfinde ich es als angenehme Pflicht, zu unterstreichen, welche große Hilfe uns bei der Durchführung der Anleihe seitens des bekannten verdienstvollen Zionisten, Herrn Israel S i e f f in England, geleistet worden ist, der es uns durch seinen Einfluß und sein Ansehen in den englischen Finanzkreisen ermöglicht hat, diese erste und in ihrer Art einzige große Wirtschaftsoperation der Jewish Agency durohzuführen. Tätigen und bedeutsamen Anteil an den lamgdauernden Verhandlungen über die Anleihe nahmen auch Herr H o o f i e n, der Generaldirektor der „Anglo-Palestine Bank“ in Palästina sowie Herr L. I s t o r i k, der Direktor der gleichen Bank in London. Die Exekutive der Jewish Agency hat sich als eine ihrer nächsten Aufgaben auf wirtschaftlichem Gebiet die Stärkung der gemischten Landwirtschaft, also der Produktion von Gemüse, Milchprodukten usw. sowie die Festigung der jüdischen Arbeit in den Kolonien durch Erleichterung des Lebens in den Kolonien für •die jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter gesetzt. Bereits auf dem XIII. und XIV. Zionistenkongreß wurde beschlossen, ein Kolonisationsinstitut zu schaffen, in dessen Hand alle durch den Keren Hajessod und die Exekutive für Kolonisationszwecke gewährten Darlehen konzentriert sein sollen. Die Exekutive hofft, daß es ihr gelingen wird, dieses Institut, •das seine Tätigkeit auf gesunder wirtschaftlicher Basis aiisüben wird, zu schaffen. Das Kolonisationsinstitut wird a 1 s Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 100.000 Pfund geschaffen werden. Die ganze neue kolonisatorische Tätigkeit der Jowish Agency, die dieses Jahr nach einer Pause von vollen sieben Jahren wieder :iufgenommen werden wird, wird durch Vermittlung dieses Instituts ausgeübt werden. Um die jüdische Arbeit in den Kolonien zu stärken und die C li a 1 u z - E i n w a nde ni ng in die Landwirtschaft zu lenken, hat die Exekutive beschlossen, eine energische Tätigkeit zur Erleichterung der Wohn- und Lebensbedingungen der jüdischen Arbeiter in den Kolonien zu beginnen.. Die Exekutive rechnet damit, eine besondere Gesellschaft oder vielleicht sogar einige Gesellschaften für den Bau von Arbeiterwohnhäusern in den Kolonien zu schaffen. An diesen Gesellschaften werden sich auch die interessierten Organisationen beteiligen. Die Durchführung der Baupläne der Exekutive in den Kolonien wird einen Betlag von über 30.000 Pfund erfordern. Bereits in den nächsten Tagen werden die' ersten dieser Ballgesellschaften mit einem Kapital von 10.000 Pfund gegründet werden, zu dem 5000 Pfund die Jewish Agency und die restlichen 5000 Pfund die Histadruth beiträgt. Unsere nächsten Pläne auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation sehen die Ansiedlung von 800 neuen Familien, vor allem in Ernek Chefer (Wadi Ghawarith) vor. Die Exekutive steht ferner mit dem Keren Kajemeth Leisrael wegen des neuen Kolonieationswerkes auf den Namen des Barons Edmund Rothschild s. A. und den Namen unseres großen christlichen Freundes, General S m u t s aus Südafrika, in Verhandlungen. Aus den Einnahmen der letzten südafrikanischen Kampagne, die zirka 145.000 Pfund betrugen und allein ä conto des Budgets der Exekutive zirka 110.000 Pfund eiinbraohten, die auf die Budgets von zwei Jahren verteilt werden, wird für das reguläre Budget nur ein Betrag von 50.000 Pfund festgesetzt werden. Der Rest wird für Kolonisationszweoke bestimmt werden. Eines der Probleme, die jetzt die Exekutive der Jewish Agency am stärksten beschäftigen, ist die Frage des Hule- Gebietes. Wir führen mit der Leitung der beiden Fonds über ihre Beteiligung am Werke im Hule-Gebiet Verhandlungen. Wir haben ferner beschlossen, nach Erhalt der Anleihe eine gründliche Reform der gesamten Finanzwirtschaft der Jewish Agency 'durchzuführen. An Stelle des Systems der Wechselwirtschaft, das in der Exekutive in all den letzten Jahren gehandhabt wurde, haben wir damit begonnen, alle unsere Finanzoperationen ausschließlich durch Barmittel zu führen. Hiebei werden mindestens 40 Prozent aller unserer Einnahmen, nach Zahlung der Jahresquoten für die Anleihe, für kolonisatorisch-wirtschaftliche Zwecke bestimmt werden. Die Exekutive hat ferner beschlossen, die Tätigkeit für den Keren Hajessod in der ganzen Welt zu verstärken. Zu diesem Zweck werden wir zur Leitung de« Keren Hajessod eine Reihe neuer wichtiger