Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 409 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite ö DIE STIMME Nr. 409 — 14. Dezember 1934 bück über die bisherigen Wirkuney^tätfen •1er Zionistischen Organisation in Österreich. £•' sind Verweser für die Entwicklunar der '.imiistRchmi It \\. -unr in ö-terrcich. Ihn älteste Zioni'ti-rhe l'iin» wir in der Koni brandtstra ße: klein und eng. nngepnßt dem Echo de« Hor/l^ohen Rufes, insbesondere in der westlichen Welt. Der heutige Abend - sagte Präsident- Pr. Fried maun — numitestiert deutlich den Wandel der Zeit. Damals gab es einen Widerstand der Rabbiner und all jener, die d;ts Wort der Juden führten, der jüdischen Gemeinden. An der Spitze dm Gemeinde stand damals ein Protestrabbiner. Fleute dagegen weiht der Oherrabbinnr von Wien das Zionistische Heim ein und er in seiner offiziellen Eigenschaft als Präsident der Kultusgemeinde begrüßt die Gründung dieses Heimes. Nach dmu ersten zionistischen Puter den Foslgüsten, die Pr. Oskar Grünbaum begrüßen konnte, sah man Oberrabbiner Pr. Pawid Peuchtwaug, Präsident der Kubusgenicinde Sfnntsrnt Dr. Fricdinnnn. Vizepräsident Pr. Josef Löwcnhcrz. Rat der Stadl Wien Pr. Jakob Ehrlich. Frau Sophie l.öwenherz und Frau Fcdeni-Lipschiitz iAYizni. Prim. Pr. Albert Rinn. Die Kultusvor-teher Koni.-Rat Albors, Pr, .Kleber, Pr. Körner, Prof. R;tth, Pr. Rybaezewski, Rörsimat Wnltuch. Reg.-Rat Fuchsgelb. ferner als Vertreter von Körperschaften und Organisationen Hof rat- Werner, Prof. Freud (Keren Ilajessod), Pr. Tartakower (Keren Kajcmeth), Pr. Leopold Pluselikes, Pr. Mannheim, Pr. Wieselbeng (Radikalem. Leopold Sifzniann (Judetislaat spart eit. Ra bl >i ncr Friedmann tMisrachö, Direktor Altrnann. Prof. Stein (Herzl-KlulA. Direktor Pr. Kellner (('hajes-Realgymnasiunu, Adolf Böbiner QTnkoalö. Pr. Lifseluitz (King der Alten Herren), ferner Vertreter aller Bczirkssektionen und der Jugendbiinde des Landesverbandes. Für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina i-ui ersien zionisriMmen | New York, 10. Dezember. (2. T. A.) j Von den 20.000 Einwanderern gehörten Büro in der RernhrandtsfraO war der Sitz | Ln New York sind der Generalsekretär des' 6000 bis 8000 zur Kategorie der Personen des Zionistischen Büros in der Tiirkenstraßc j Zentralbüros für die Ansiedlung deutscher mit einem Eigenkapital von mindestens Nr. 0. Hier war der Sitz de' engeren Zionistischen Aktionskomitee-!, in dmn die grundlegenden welfpolitisrhen Aktionen für den Zionismus, die bis heute von größter Bedeutung geblichen sind, gefaßt wurden. Pie nächste Etappe war die Zirku.'gas-e 33, die ebenfalls eporhenhafte Bedeutimr im österreichischen Zionismus hat. Hier entstanden die kulturellen Schöpfungen des Zionismus, hier wurde der Jüdische Sch ul verein gegründet.. Dann kam Taborstraße 20a. wo die Griindung des Jüdischen Nafionalrates erfolgte. Hier wurden die Beschlüsse der ö-torreiehij sehen Judenschaft, gefaßt, die für die jiidi-i sehen Friedensdelegatton iti Paris jn bezug! auf die Minoritätenfrage und auf beiten des Comite des Delegation von wesentlicher Bedeutung waren. Juden in Palästina. Dr. Georg L a n d a u e r oJerusalemV und der Leiter des Londoner Büros, Dr. Martin R o s e n b 1 ü t h. eingctrotTen. um in einer Reihe von Massenversammlungen die amerikanisch-jüdische Öffentlichkeit, üher das unter der Leitung Pr. Ghaim Wcizmanns stehende S i e d- 1 u n g s w e r k f ii r J u d e n a, n s D e u t s e h l a n d zu informieren und ihre Unterstützung für die weitere Durchführung dieser Arbeit zu gewinnen. Bis heute wurden in Palästina, etwa 20.000 Juden aus Deutschland untergebracht. erklärte Dr. Rosenblüth. Dies sei die größte Zahl von Menschen, die seit dem lie Ar-1 Einsetzen der verstärkten jüdischen Einluive-1 Wanderung aus Deutschland von irgend di ließ- ] einem Lande in der Welt, aufgenommen lieh die Kärntnerstraße 2b, die dundi die i wurde. Dennoch müsse betont werden, daß Wahl Dr. Grünbaums zum Präsidenten der! dies nicht die II ö c h s t z a h 1 sei. die Landesorganisation am besten gekennzeiehj von Palästina aufgenommen werden könne. 1000 Pfund. Die übrigen waren Handwerker und Arbeiter. Wenn die Emigranten nach Palästina kommen, bemerkte Pr. Landauer, daun sind sie keine Emigranten mehr, sondern 8 i e d 1 o r. 8io eignen sieh die hebräische .Sprache in erstaunlich kurzer Zeit. an. Pie Umsehulmigskurse werden von ihnen mit großem Eifer besucht und zwei Jahre reichen aus, um aus einem Arzt einen Bauern zu machen. Für das nächste Halbjahr lägen Bewerbungen von 5000 jüdischen Familien aus Deutschland um Atisiedluug in Palästina vor. Das Budget, das als unbedingtes Minimum für die Arbeit zur Überführung Höchste Zeit zur Anmeldung für Ihre Reise nach Polen Wir fahren am 20, und 23. Dezember von Wien ab Anmeldungen: E. Ferstel, I., Kärntnerring 12, Telephon U 40-301 l äs t i Minsks oh en B e v ö l k e ru ng«s t a t iß tik a ng e - sehen wird, zählte die jüdische Bevölkerung am JE Oktober 200.000 Seelen. Eine Siedlung osterreichischer Juden in Eres Israel Pas Z i o n. L a n d e s k o m i t e e hat auf den ersten Punkt, der Tagesordnung seiner Sitzung am 10. Dezember 1031. die Frage von Kfnr Kremenezky gesetzt. Gg. Dr. Ghaim Tartakower referierte über den Man dieser Siedlung, der bereits die Billigung fies Hauptbüros des Keren Knjenmtii erlangt habe. 50 Familien werden in Kfa.r Kremenezky angesiedelf. werden, jede Familie erhält 30 Dunant. Zur Verwirklichung dieser den Namen Job a n n Kre m e n e z k y tragenden Siedlung werden drei Faktoren beizutragen deutscher Juden in die Landwirtschaft und j bähen, darunter die österreichischen Zioninet ist. Staatsrat Dr. Friedniann bezeichnet im folgenden Dr. Grünbaum ab den Mann voller Energie, voller Tatkraft, der die Bewegung zur heutigen Höhe emporgeführt hat. Die heute eröffneten und eingeweihten Räume bringen deutlich die Entwicklung der zionistischen Arbeit in Österreich zum Ausdruck. 'Staatsrat Dr. Friedmann schließt «eine Ansprache mit einem schönen Gleichnis über die Entwicklung' der -zionistischen Arbeit, die in Wien aus kleinen Anfängen mächtig wuchs und das Wachstum der zionistischen Arbeit in der Welt, die in emporblühenden Palästina ihren schönsten Ausdruck findet. Schließlich bringt, Staatsrat Dr. Frie mann die Glückwünsche nicht nur der Kultusgemeinde, sondern aller zionistischen Gruppen Wiens zum Ausdruck. Präsident Dr. Grün b a u in dankte jedem Redner separat und gab in der ihm eigenen bescheidenen Art seiner Überraschung über die unerwarteten Ehrungen und Kundgebungen Ausdruck. Er wolle diesen Dank und diese Anerkennung nicht nur für seine Person, sondern für die Arbeit und Hilfe seiner Mitarbeiter im Landesverband entgegennehmen. Es gibt — sagte Dr. Grünbaum znm Schluß — nichts Edleres, als die Arbeit für den Zionismus, und schließt in Anlehnung an die Worte Herzls in seiner gedankentiefen „Menorah”, daß kein Amt erstrebenswerter sei, als Diener am Lieht, am Lieht des Zionismus zu sein. Das wolle er auch in Zukunft bleiben. Vor Beginn seine rRede brachte Dr. Griinbaum ein in herzlichen Worten gehaltene G1 ü ck wu 11 s c htel egram rn der Zionistische n Exekutive - London zur Verlesung. sondern bloß jenes Maß von Erfolg darstelle, das mit Ilill'e der beschränkten Mittel, die zur Verfügung standen, erzielt werden konnte. sonstigen Wirtschaftszweige Palästinas in den nächsten zwei Jahren notwendig sein werde, bezifferten Dr. Rnsenbliith und Dr. Landauer auf 1.875.000 Dollar. Von diesem Betrag' seien 800.000 Dollar bereits gesammelt. Man glaube, daß man mit diesen Mitteln 1000 mittellose und 500 Kapitalisteufamilien aus Deutschland nach Palästina bringen könne. Voraus muß man denken/ sich sickern — versickern iij-1;:!jji|:';i[i! ■'’üüiiii!1 böj 1 Pkönix y Allgemeine Versfdierungs« |j! Gei» WieniIX,(Alierplafc3 Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas Einige Date n. Palästina hatte im Jahre 1921 nur 450 Kilometer Straßen. Ende 1933 schon 1013 Kilometer. Im Jahre 1922 gab es in Palästina 400 Auto*. derzeit 7903 Autos. Am 31. März 1933 betrug der Geldumlauf in Palästina 2,822.000 Pfund Sterling, am 31. Oktober 1934 4.536.904 Pfund Sterling. Die Einnahmen der Palästinaregierung in der ersten Hälfte de.s Finanzjahres (1. April bis 30. September) betrugen 2.379.589 Pfund Sterling gegenüber 1.708.912 Pfund Sterling in der gleichen Periode de« Vorjahres. Die Fläche der jüdischen Citrenpflauzungen betrug Ende 1933 zirka 120.000 bis 125.000 Dunam. Im Jahre 1934 wurden zirka 20.000 bis 25.000 Dunam neu bepflanzt und zirka 44.000 Dunam für die Pflanzung vorbereitet. Die Pale.stine Electric Coqioration lieferte im ersten Halbjahr 1933 7,551.000 Kilowattstunden lacht- und Kraftstrom, in der erste/» Hälfte 1934 13,101.000 Kilowattstunden. In dicker Zeit stieg die Zahl der Verbraucher von 18.083 auf 28.350. Die Zahl der Arbeiter betrug 310, dazu kommen noch 250 Bauarbeiter, die bei der Errichtung der neuen Kraftstation howchäftigt eitel. Im Jahre 5691 wurden von Jt.irl.en um einen Betrag von mehr als 4.000.000 Pfund Sterling Häuaer auf einer Fläche von 800.000 Quadratmeter gebaut.. Die Arbeitslöhne betrugen 1.200.000 Pfund Sterling. Die Geßamtinvestitionen von jüdischem Kapital iri die paläftinensisclie Wirtschaft betrugen: Im Jahre 1932 3.000.000, im Jahre, 1933 5,250.000 und irn Jahre 1934 8,700.000 Pfund Sterling. Die Steigerung gegenüber 1932 beträgt: In Industrie und Handwerk 185%, im Bauwesen 2)6%, in der Landwirtschaft 125%. Die jüdische Bevölkerung Palästinas Jerusalem. Nach ßtatistiechen Berechnungen des Gesund-h e i tödepart emen ts der Palästinaregierung zählte Palästina arn 30. Juni 193-1 eine ansässige Bevölkerung von 1,104.605 Seelen. Hievon waren Juden 253.700 Seiden, d. h. 23% der ansässigen Bevölkerung des Landes. Die Zahl der Beduinen, die nicht zur ansässigen Bevölkerung gerechnet werden, betrug 66.553. Auf dte.se Weiße bildeten die Juden am 30. Juni d. J. 21.6% der Gesamtbevölkerung dos Lande*, einschließlich der Beduinen. Am Tage der letzten allgemeinen Volkszählung im November 1931. betrug die jüdische Bevölkerung 174.606 Seelen und bildete nur 16.9% der Gesamtbevöikenmg Palästinas. Die Statistische Abteilung der Jevvish Agency in Jerusalem bat in Ergänzung dieser Regierungszilfern berechnet, daß am 30. September 1931 die GesamtzifTer der Bevölkerung l’aläßtinaß — unter Zurechnung des na.lli rlichou Zu wachse* innerhalb der drei Monate vom 30. Juni bis 30. September d. J. und der legalen Einwanderung nach den offiziellen R.egienmgsziftorn — einschließlich der Beduinen 1,192.300 Personen betragen hat. Die jüdische Bevölkerung hat nach diitsen Bereehnuneen am 30. September d. J. 266.533 Personen betragen, die 23.7% der aiitdüssigon Bevölkerung des Lande« und 22.4% der Gesamtbevölkerung ein- ,schließlich der Beduinen bildeten. Die tatsächliche Zahl der Juden Palästinas war jedoch am 30. September d. -1. höher als in der hier zitierten Berechnung angegeben, weil dort die Juden, die sich an der letzten Volkszählung nicht beteiligt haben, nicht gezählt sind, sowie nicht alle jii lischen Einwanderer, die im Laufe der letzten drei Jahr«! illegal oder al« Touristen ins Land gekommen und unerlaubt iu ihm verblieben sind. Rechnen wir alle diese Juden hinzu, «o ergibt, sich, daß die, jüdische Bevölkerung Palä.dinns am 30. September d. J. tui11dielen 283.000 Seiden gezählt und zirka 25% der ainsiissigen Bevölkerung des Landes oder 24% der Rcsamlbcvölkcriing einschließlich der Beduinen gebildet hat. Nach einer Schätzung Dr. R u p p i n s, der als die größte Autorität auf dem Gebiete der pusten 8 120.000 zusätzlich zu den normalen Einnahmen des Keren Kajemeth. Die Aufbringung dieses Betrages wird durch mindestens 1000 Sclbstkontingentler erfolgen, von denen jeder mindestenc S 100 aurzubringen haben wird. Die Führer der Bewegung werden mit dem guten Beispiel vorangellen, was bereits von den obersten Führern geschehen ist. Beim Mifal Klar Kremenezky wird in Österreich das private Interesse des Sammlers, respektive des S p e n d e r s ni i t d e m nationale n verbunden werden. Zu diesem Zwecke werden je 25 Spender, respektive Seibötkontingentler. die je S 300 (== i Dunam) aufbringen zu Gruppen zusammengeschlossen werden, die das Recht besitzen, aus ihrer Mitte einen Siedler zu stellen. Der Referent stellt sodann eine Pi,eihe konkreter Anträge, die nach einer kurzen Debatte einhellig angenommen wurden. Propaganda Das Zion. Landeskomitee beschloß, mit seiner ganzen Autorität sich hinter diese Aktion zu stellen. Die Presse wird in den Dienst des Klar K r e rn en e z ky gestellt. Alle vom Landeskoinitoe für die ihm unterstellten Gruppen, gestellten Referenten, werden über die Bedeutung und die Art der Durchführung der Siedlung die Hörer aufk lüren. Durchführung Das Prinzip der S e 1 b s t k o n t i ng e n t i e r u n g wurde vollauf g ebillig t. Nachdem das Präsidium des Landeskomitees, der zion. Präs ident und der Vizepräsident der KLiltusgemninde Selbstkontingente übernommen hatten, führte das La n d es k oin i t e e die Sei Ixstk on fingen tie ru ng aller an der Sitzung teilnehmenden Mitglieder durch. feile Gruppe werde vom Landeskomitee bezüglich der von ihr aufzubringenden Summe und der von ihr zu stellenden SelbstkmitingenIler kontingentiert werden. Die nächste Delogiertenversammlung wird sich in erster Linie mit der Durchführung der Aktion und der Selbstkonfingenth'rung seiner Mitglieder beschäftigen. Für die Aktion wurden die Monate Jänner-- Februar reserviert. Seitens des Landeskomitecs wird sie durch eine Vortranenßmännervermimmlung im Laufe des Monate« Dezember eiugeleitet werden, bei der Doktor G r fi n b a u m, Dr. Desidor F r i e d m o n n und Dr. doset' L ö w e n h r r z, sowie ein Verlnder des Keren Kajenndh referieren werden. Das Zion. Landeskomitee wählte zu Spezialreferenten für Klar Kremenezky dio Gg. Dr. G r ü n b e r g e r und M (i 11 e r. Sonntag, den 10. Februar 1935 Hebräisches Konzert im Großen Konzerthaussaal