Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 409 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit® 4 DIB STIMM! Nr. 400 — 14. Dezember 1934 l3iBEHGmmii (RABENSTEIG3 JIMMELPFORTö. 51 KOLLNERHOFG. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UHD WIRKWAREN SPOTTBILLIG I 'FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 6 80 aulw.) Der Oberkommissär und die Araber Nach seiner Rückkehr aus England empfing General \Y a u e h o p o eine Deputation der Araber, die ihm ihre Beschwerden vorbrachten. Wir haben hierüber bereits berichtet. Nunmehr liegt über die Unterredung des Oberkommissärs ein a in 11 i c h e s (’ o m m u n i q u e vor. Der Sprecher der arabischen Exekutive, A u n i Be v. beruft euch auf den Bericht der Shaw Kommission, wonach nur 100.000 Dunam für jüdische ßodenkiiufe verfügbar seien. Es seien aber in den Jahren 19:30 bis einschließlich 1933 schon 118.000 Dunam in jüdischem Besitz übergegangon. Weiters führte Auni Bey Beschwerde über die hohe Einwanderung und behauptete. daß dio Einwanderung im Jahre 1934 wahrscheinlich auf 50.000 jüdische Einwanderer ansteigen werde. Die arabische Exekutive könne die wirtschaftliche Aufnahmsfähigkeit des Landes nicht als einziges Kriterium anerkennen, es müsse auch die Stellung der Araber und ihre bürgerlichen und religiösen Rechte in Betracht gezogen werden, deren Schutz eine Verpflichtung Englands auf Grund des Mandates sei. Bei dem gegenwärtigen Umfang der Einwanderung würden die Juden innerhalb weniger Jahre zahlenmäßig das Übergewicht über die Araber erlangen. Auni Bey überreichte auch dem Oberkommissär ein Memorandum über diese Fragen. In seiner Antwort wies der Oberkommissär 'darauf hin, daß die Regierung sich erfolgreich bemühe, die Produktivität des Landes durch Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden zu heben und daß sie zum Schutz der Bauern die Pächterschutzverordnung erlassen habe. Er wies auf die rasche Entwicklung des Landes hin und darauf, daß das Baugewerbe und die Industrie Schwierigkeiten habe, um genügend Arbeiter zu erhalten, er müsse allerdings bei der Berechnung der Zahl der Einwanderer auch die Zukunft berücksichtigen. Für das Jahr 1934 gab der Oberkommissär die Zahl der Einwanderer schätzungsweise mit 36.000 an. Er verwies auf die Maßnahmen gegen die illegale E inwand e r u n g, so auf die Bildung eines besonderen Polizeikontingentes und eines mit Motorbooten ausgestatteten Sees c h u t z k o r p s. Die Zahl der illegalen Einwanderer wird im Jahre 1934 mindestens um die Hälfte kleiner sein und im Jahre 1935 noch weiter sinken. Außerdem habe die Regierung in Berücksichtigung der unerlaubten Niederlassung beträchtliche Abzüge von den beiden letzten S e h e d u 1 e n gemacht. Interessante Mitteilungen machte der schräukung, daß die Rechte und die Lage anderer Telle der Bevölkerung nicht beeinträchtigt werden dürfe. Es ist nun klar, daß durch die von den Juden vorzunehmenden Entwässerungsarbeiten die Lage der Araber im Iluleseegebiet. nicht verschlechtert, sondern nur verbessert werden wird. Es besteht daher gar kein Anlaß, auch nur von der Möglichkeit zu sprechen, den dortigen Arabern 15.000 Dunam Land zur Verfügung zu stellen, denn es ist klar, daß diese Araber nach der Assanierung des Bodens mit wesentlich weniger Boden das Auslangen finden werden, wie bisher. Es zeigt sich aber auch iu diesem Falle wieder, daß England in dieser Frage nicht objektiv ist, sondern die Araber in ungerechtfertigter Weise begünstigt. Man wird daher gut daran tun, die Frage des Htileseegebietes mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Schließlich sprach der Oberkommissär zu der arabischen Deputation noch über den Gesetzgebenden Rat und erklärte hierüber folgendes: „Es ist meine Überzeugung, daß unter Bürgschaften, durch die eine Gefährdung von Frieden und Sicherheit im Lande, sowie eine Behinderung der Durchführung des Mandates ausgeschlossen werden, ein Council eingesetzt werden kann und sich als eine Einrichtung zum allgemeinen Wohle des ganzen Landes erweisen wird. Vor zwei Jahren gab ich in Genf bekannt, daß die Regierung Schritte zur Bildung eines Legislative Council tun wird, sobald die neue Verordnung über örtliche Selbstverwaltung in Kraft sein wird. Ich bedauere, daß dies länger gedauert hat, als ich annahm. Als ich im vergangenen Monat in England war, habe ich diese Frage mit dem Staatssekretär erörtert. Seine Ansichten stimmen mit den meinigen vollkommen tiberein. Demnach wird die Schaffung des Legislative Council nach Ablauf einer angemessenen Frist in Angriff genommen werden, während welcher ich mit Führern verschiedener Parteien Aussprachen herbeiführen werde, in denen der Plan der Regierung für die Errichtung eines Legislative Council erwogen und die Form des vorgeschlagenen Council im einzelnen erörtert werden sollen. Ich bin überzeugt, daß Sie meiner Ansicht helpflichten, daß solche Aussprachen die Regierung bei den notwendigen Schritten zur Bildung eines Legislative Council unterstützen werden.“ Es ist einstweilen nicht sehr durchsichtig, warum ilie Schaffung des Gesetzgebenden Rates, die schon nahe vor der Verwirklichung stand, weiter hinatisgcschoben wird. Es sei dem aber wie immer: Der jüdische Widerstand in dieser Frage darf nicht nachlasse n. Das Gleiche gilt bezüglich der Haltung Englands in der Einwanderungsfrage. Die Motivierung Wuuohopes, daß er die Einwanderung aus Sorge um die Zukunft drosseln muß, ist nicht stichhältig, denn die Sorge um arbeitslos werdende Einwanderer ist unsere und nicht Englands Sache. Die Verteilung der neuen Palästina- Schedule Jerusalem, 10. Dezember. (2. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency hat nach einer Beratung mit der Alijah-Kommission des Jisclutw die ihr für das laufende Halbjahr von der Regierung zur Verfiigun: gestellten 7500 Arbeiter-Zertifikate wie folgt auf die einzelnen Länder verteilt: Deutschland und die deutschen Flüchtlinge: 1250 Zertifikate’ (davon 1000 für Chaluzim, 150 für Angehörige von Palästina-Einwohnern und 100 für qualifizierte Facharbeiter); Polen: 2280 (1300 für Chaluzim, 850 für Angehörige und 130 für Facharbeiter); Rumänien: 370 (davon 30 für An-;ehörige und 50 für Facharbeiter); Litauen: 230 (20 für Angehörige und 10 für Facharbeiter); Lettland: 150 (10 Angehörige und 10 Facharbeiter); Tschechoslowakei: 135 (5 Angehörige und 10 Facharbeiter); ö s t e rreich: 117 (12 Angehörige, 15 ^Facharbeiter); Rotterdam: 20; Ungarn: 27; Antwerpen: 18; Paris-Straßbourg: 54; London: 7; Danzig: 12; Jugoslawien: 30; Saloniki: 150; New York: 50; Kanada: 5; Bulgarien: 30; Estland: 5; Sowjetrußland: 30; Aden: 75; Syrien: 15; Ägypten: 3; Yemen: 285; Türkei: 200; Irak: 35; Aleppo: 15; Tripolis: 9; Persien: 10; Afghanistan: 88; Italien: 15; Schweiz: 10. Je einige Zertifikate! erhalten Argentinien, Brasilien, Chile, Havanna, Mexiko, Südafrika, Australien, Por*< tugai, Finnland, Schweden, Charbin, Tientsin. Die Chaluzim-Zertifikate sind hauptsächlich für solche bestimmt, die sieh verpflichten, sich landwirtschaftlicher Arbeit in den Kolonien mindestens zwei Jahre zu widmen. Beim Verteilen der Zertifikate für Facharbeiter wurden in erster Reihe die Fächer; berücksichtigt, nach denen im Lande Nachfrage besteht, zum Beispiel Bauarbeiter, Tischler, Betonarbeiter, Zimmermaler, Schlosser. Installateure, Elektrotechniker, Maschinisten, Weber, Lederarbeiter, Hafenarbeiter, Schneider, Schuster und Bäcker bester Qualifikation. Zur Verteilung gelangten 7050 Zertifikate, während 450 bei der Regierung in Reserve bleiben, davon sind 260 für Männer und 190 für Frauen bestimmt. Von den 2800 Zertifikaten für Landarbeiter sind 2000 für Männer und 900 für Frauen, von den 1400 Zertifikaten für Industriearbeiter sind 1050 für Männer und 350 für Frauen, von 1100 Bauarbeiter- Zertifikaten sind 1025 für Männer und 75 für Frauen und sonstigen Facharbeiter Zertifikaten 365 für Männer und 385 für Frauen! bestimmt. Wir wollen Ihnen keinen Radioapparat verkaufen, der irgend eine ganz bestimmte Marko trägt. Nein — wir zeigen Ihnen alle Marken, Sie hören und vergleichen selbst und wählen dann ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack. Aber als Fachleute werden wir Ihnen natürlich raten, damit Sie keinen Fehlgriff tun. Ihren alten Apparat, können Sie in Tausch geben. Bequeme Teilzahlungen. Paul Halpert, Radio-Zentrale, Wien, VII., Mariahilferstraße 86. Kinoprogramme der Woche Tel. R 24-2-18 Vom 14. bis 17. Dezember Banditenüberfall In Kentucky mit Lade Händler Beginn: 4, 8/»6, */,8, ‘/»IO Uhr Jüdische Einwanderung nach Syrien und Libanon Über die Form, in der jüdische Einwanderung nach Syrien und Libanon vor sich gehen soll, gehen der Jüdischen Tele- Oberkommissär betreffend die II u 1 e s e egraphen-Agentur aus Paris folgende gek o n z e s s i o n. Er teilte mit, daß im Hulegebiet mehr Menschen an Malaria kranken, als in einem anderen Gebiet Palänauere Informationen zu Die Zulassung von Industriellen, Technikern und jüdischen Handwerkern wird stina.s. Die ursprüngliche Konzession sei. voraussichtlich f ü r d a s G e s a m t g e b i e t aber bereits 1914 erteilt worden, ohne daßjvon Syrien gelten. Dagegen wird die die Konzessionäre in der Lage Zulassung jüdischer Landwirte zur gewesen seien, die ihnen auf ge- Einwanderung zunächst die Schaffung einer trage li en Entwässe rungsarbeientsprechenden Siedlungs-Organisation ert e n aufzuneh inen. Sie hätten daher fordern. Als Siedlungsgebiete sind in Ausdie Übertragung an eine neue Gruppe z ug e-j sicht genommen das Ghab-Tal im Gebiet stände n, welche die Arbeiten innerhalb des Oberlaufes des Orontes, wo etwa 100.000 einer angemessenen Frist aufnehmen und Hektar unter geringen Investitionskosten 15.000 Dunam zur Verfügung stellen werde, falls dies für die dort ansässigen Bauern notwendig sein sollte. Die früheren Konzessionäre seien nur verpflichtet gewesen, für diesen Zweck 10.000 Dunam zur Verkultiviert werden könnten, ferner der Nordteil der Republik Libanon und gewisse Gebiete bei Deir-ezzor am oberen Euphrat und Orontes. Diese Gebiete kommen für dio landwirtschaftliche Siedlung von Juden unfiigung zu stellen. Außerdem werde die neue ter Aufrechterhaltung freundschaftlicher Gruppe die Entwässerungsarbeiten ohne jegliche Kosten für die Bauern durchführen. Zu diesen Ausführungen des Oberkomrnissärs wäre folgendes zu sagen: Nach Art. 6 des Mandatsvertrages hat die Mandatsrogierung die Pflicht in Zusammenarbeit mit der Jewish Agency „eine geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Land mit Einschluß der nicht für öffentliche Zwecke erforderlichen Staatsländereien und Brachländereien zu fördern“. Im Falle des Hulescegebietes handelt es sich um derartige Ländereien. Art. G macht die einzige Ein-, Beziehungen zu den Eingeborenen in Frage. Das Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Zentral- und Mitteleuropa hat Pläne für die Auswahl der Einwanderer, ihre Kontrolle durch die französische Verwaltung und den Oberkommissar, für ihre Anpassung an die Landessitten und dgs obligatorische Studium der arabischen und der französischen Sprache ausgearbeitet. Ferner hat das Komitee die Assanierung des Amuk-Tales gefördert. Diese Gesellschaft bezweckt die verstärkte Entwicklung der französischen Industrie, in den brachliegenden Gebieten Syriens unter Kooperation mit syrischen und französischen Persönlichkeiten. Während eines Aufenhaltes in Paris im September erklärte der französische Oberkommissar für Syrien Graf de Mar toi in einem Gespräch mit Senator Justin G od a r t, er stimme im Prinzip der Zulassung von 10.000 jüdischen Einwanderern zu. Am 30. Oktober überreichte das Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Mittel¬ und Osteuropa dom Außenminister L a v a 1 ein offizielles Gesuch um Zulassung jüdischer Einwanderung nach Syrien und Libanon. Am 19. November wurdo Senator Godart durch ein in freundschaftlichem Geist gehaltenes Schreiben, das im Namen des Außenministers Laval vom Generalsekretär des Außenministeriums Alexis Leger unterzeichnet war, verständigt, daß das Gesuch des Komitees dem Oberkommissar zur Äußerung über die Durchführbarkeit des Planes übersandt worden sei. In den letzten Tagen ist nun dank der entgegenkommenden Haltung der französischen Behörden dieser Plan seiner Verwirklichung in bestimmten Formen nahegebraeht worden. In den mit diesen Plänen beschäftigten Kreisen ist man überzeugt, daß mit der jüdischen Einwanderung nach Syrien und Libanon eine Annäherung zwischen Juden und Arabern verbunden sein wird, deren Auswirkungen sich über die Grenzen der syrischen Staaten hinaus erstrecken dürften. leoDoidstOdter VolKsKino TeIephon8R r49^23?* Vom 34. bis 17. Dezember NEUES PROGRAMM Wochentags */,6. */»8, '/.IO Uhr, Sonn- und feiertags 7,4 übr Rochus-Kino HI., kaJjdp^nHauPt 0 i 14. bis 17. Dezember NEUES PROGRAMM Wochentags: 7.0. 7, 0 Uhr; Sonntags: 7.4, VA 7.8, 0 Uhr ffHÜrECD WIHO VI., MaiiahUferstraße 37 HnAntK-IUUU Telephon B 20-208 NEUES PROGRAMM Beginn : %4, 9*6. 9*8, ‘ «10 Uhr iciiottenlelder-KIno T u! e p h o n °B (i-82**8 ° L 22 Vom 14. bis 17. Dezember Or. Ferguson Rcginn wochentags: 7*0, 7 und 0. Sonn- und feiertags: 7.4, 4, VA 7.8, 0 Uhr. Keimat-Kito lXfelephon AJ^O-Tß19 Vom 14. bis 2t. Dezember ANNETE IM PARADIES Wochentag: 5, 7, 9 Uhr, Sonn u. Fe’ert. ab 3 Uhr IX., Währingerstraße 12 Telephon A 18-3-96 Vom 14. bis 21. Di zeinbor Uotiupnrk-Kino Vom 14. I.h NEUES PROGRAMM Täglich; 4, 8/*6, vs8, ‘/»BJ Uhr