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Die Stimme · 1934-12-14 · Heft 409 (14.12.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 409 (14.12.1934)
Date
1934-12-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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OIE STIMME Seite 3 BTr. 309 — 14. Dezember 1034 Moderne Bauten in Tel-Aviv Photoaufnahme Dir. Grünspecht. PALÄSTINA MELDET: 13.000 Dunam auf dem Berg Kanaan für Siedlung freigegeben Jerusalem, 11. Dezember. (2. T. A.) Durch eine Entscheidung1 des stellvertretenden Distriktskommissärs für den Nord- Distrikt Perown e, sind and’ dem Berg Kanaan bei Safed 13.000 Dunam als unzweifelhaft jüdisches Eigentum anerkannt und für die jüdische Siedlung freigegeben worden. Über die Eigentumsverhältnisse bei den noch strittigen 7000 Dunam dos insgesamt 20.000 Dunam umfassenden Gebietes auf dem Kanaan-Berg wird das Gericht für Bodcntmnsnktionen zu entscheiden haben. Die infolge des arabischen Einspruchs in Frage gestellte Durchführung der großzügigen Erweiterungspläne für die Stadt Safed scheint nunmehr gesichert zu sein. Es wurden Pläne zur Errichtung eines neuen Stadtviertels, das gleichzeitig als klimatischer Kurort gedacht war, ausgearbeitet. Man erwartet da eine Belebung des schwer um seine Eristenz ringenden Handwerks in Safed und ein Aufblühen der Stadt im allgemeinen. Ein anderer Teil des Gebietes sollte landwirtschaftlicher Nutzung zugeführt werden. Hebräisch geschriebene Telegramme in Palästina i Jerusalem, 11. Dezember. (2. T. A.) Ab 1. Jänner 1935 werden 20 Postämter in Palästina Telegramme in hebräischem Lettern entgegen« e-hmen und absenden. Jerusalem, Jaffa, Tiberiias und Safed sind hierin noch nicht einbegriffen, sollen aber später gleich anderen Orten, in denen Juden in größerer Zahl leben, folgen. Empfindliche erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe Strafe für Achi-Meir herabgesetzt Jerusalem, 10. Dezember. (2. T. A.) Das Jerusalemer Berufungsgericht hatte sich dieser Tage mit der vom Führer der Jung-Revisioniisten Palästinas Abba Achi-Meir und von Haim Dviri gegen das Urteil des Jaffaer Distriktsgerichts vom 19. Juni d. J. eingebraohteri Revision zu befassen. Achi-Meir und Dviri wurden vom Jaffaer Gericht wegen „Verschwörung zwecks Vollführung von Taten aufrührerischen Charakters, Ermutigung ungesetzlicher Akte, Zugehörigkeit zu einer illegalen Vereinigung (Brith Ha.birjonim) und Besitzes von Dokumenten aufrührerischen Inhalts“ zu 21, beziehungsweise 18 Monaten schweren Kerkers verurteilt. Das Jerusalemer Berufungsgericht bat nunmehr Aclii-Meiers Strafe von 21 Monanaten auf 18 Monate, die Strafe Dviris von 18 Monaten auf 15 Monate li e r a b g esetzt. Das Gericht setzte sieh aus den Richtern Corr-ie, Frnrnkm und Khayat, also einem Engländer, einem Juden und einem Araber, zusammen. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, indem sie ausl’ührte, es lägen Beweise für das* Vorhandensein einer Verschwörung nicht vor, ebenso sei es nicht erwiesen, daß ein gemeinsames Ziel zur Begehung eines bestimmten Aktes bestand. Oberstaatsanwalt Dr. Bard ak y, der die Anklage vertrat, erklärte, „Brith Habirjonim“ habe die Demonstration in Tel-Avdv im Jahre 1930 gegen den damals anwesenden britischen Unterstaatssekretär für die Kolonien D& i e dfs ito* walle anläßlich der ersten Vorlesung von Prof. Norman B e n t w i c h über „Friede“ an der Hebräischen Universität und den Fahnendiebstahl beim deutschen Konsulat arrangiert. Dr. Rardaky bemerkte ironisch, man täte Achi-Meir unrecht, würde man sagen, daß das Sikari-Dokument, in welchem Achi-Meir als das Haupt der „Sikari“ und der „BLrjonim“ bezeichnet wird, eine philosophische Abhandlung sei. Die Bewässerung des Emek Jesreel In der letzten Zeit wurden seitens der Exekutive der Jewish Agency zwei Wassergesellschafte», „Emek“ und „Gilboa“, zu dem Zwecke geschaffen, die Bewässerung der Kolonisationspunktc im Emek Jesreel durchzuführen. Die Gesellschaft „Emek“, deren Gründungskapital 10.000 Pfund beträgt, wird ihre Tätigkeit auf den westlichen Teil des Emek Jesreel (Nahalal, Merschawja, Balfouria, Misra usw.) erstrecken, die Gesellschaft „Gilboa“ mit einem Gründungskapital von 5000 Pfund wird die Bewässerung äim sogenannten Nurie- Block (En Charod, Tel Josef, Kafar Jeoheskel, Bet Alfa usw.) durchführen. Beide Gesellschaften werden den einzelnen Siedlungspunkten Darlehen zur Durchführung der Bewässerungsanlagen gewähren, um ihnen die Intensivierung ihrer Wirtschaft zu ermöglichen. Das Gründungskapital beider Gesellschaften besteht aus den Mitteln, die für diesen Zweck durch den Keren Ilajessod und den Keren Kajemeth investiert worden sind. Die Leitung der Gesellschaften besteht aus drei Vertretern der Agency-Exekutivc und des Keren Hajessod, drei Vertretern des Keren Kajemeth und einem Vertreter der Siedlungen des Emek Jesreel. Die Exekutive der Jewish Agency hat für beide Wassergesellschaften eine langfristige Anleihe von der britischen Gesellschaft „Imperial Chemical Industries“ in Höhe von 35.000 Pfund erhalten. Hievon erhielt die Gesellschaft „Emek“ 25.000 Pfund, die Gesellschaft „Gilboa“ 10.000 Pfund. Beide Gesellschaften sind durch die Palästina-Regierung bestätigt und registriert worden und nehmen bereits ihre Tätigkeit auf. LIEBER GLEICH ZUR Radio - Zentrale. Riesenaus wah I und Vergleichs - Vorführung aller Marken. Günstiger Eintausch und bequemste Teilzahlungen Daher lieber gleich zu PAUL HALPERT, VII. Mariahilferstraße 86 RADIO-ZENTRALE WdU* Sic tdcld schon teufst mack AtotfdUa Zu Besuch, geschäftlich oder zum Vergnügen? / Wissen Sie, daß Sie jetzt bei auf zirka 15 Tage beschränkter Aufenthaltsdauer die Reise nach dem Vereinigten Staaten oder Kanada und zurück sdion ab $ 110— (zirka S 590.—) machen können? Wenden Sie sich doch, bitte, sofort wegen genauer Auskunft hierüber an die » CUNARD WHITE STAR LINE, Wien, I. Kärntnerring 4, Telephon U 42-0-43 Wie Hule jüdisch wurde Zu der Übertragung der Hule-Konzession meldet Paioor die folgenden Eiznelheiten: Besitzer der Konzession ist heute die P alestine Land Development Comp’any. Sie kaufte die Konzession von ihren früheren Besitzern, der „Syrisch-ottomaniseihen Landwirtschaftsgesellschaft“ (einer Vereinigung einiger Beyruther Familien), die sie seit dem Jahre 1914 besaß. Die Übertragung der Konzession durch die arabische Gesellschaft auf die jüdische wurde durch die Palästina-Regierung und das Kolonialministerium genehmigt. Der Übergang der Hule-Konzessian in jüdischen Besitz ist der Abschluß langdauemder Verhandlungen. Den entscheidenden Schritt für die Verwirklichung der Übertragung tat auch diesmal, wie in vielen anderen Bodentransaktionen, Jehosebua H a n k i n,> der viele Jahre lang mit den arabischen Besitzern der Konzession in Verbindung- Stand und im Frühjahr 1933 einen V o rj llllllllllll! vertrag mit ihnen über die Erwerbung der Konzession Unterzeichnete. Anderthalb Jahre lang führte man dann mit der Regierung Verhandlungen. In der entscheidenden Phase der letzten Monate wurden die Verhandlungen mit Hilfe und unter aktiver Teilnahme der Exekutive der J ew d iS h Agency in Jerusalem geführt. Seitens der Regierung führte die Verhandlungen in dieser Periode der Beamte für das Landentwicklungswesen Mr. A n d rews. Die endgültige Regierungsgenehmigung zur Übertragung der Konzession wurde am Sabbath des Sukkotfestes 5695 erteilt, und einige Tage darauf erfüllte die P alestine Land Development Co. die Bedingungen des Vorvertrages, so daß die Konzession in ihren Besitz überging. Von der Übertragung der Konzession bis zur Übergabe des Bodens selbst vergingen jedoch noch zwei Monate. Die Übergabe des Bodens erfolgte am Mitt- Atn Bu/ Z£FATtfÜv£S* $• of SCENNESAPETEi Diese Skizze zeigt das Gebiet der Hide-See-Konzession. (Im Kreis.) Die kurzen Striche zeigen die Lage der Sümpfe an, die aus Punkten und Strichen bestehenden mm wo oh, den 28. November, im Hofe der Farm der Konzessionsbesitzer in J e s s u d Hamaal a, in Anwesenheit der Leiter der Palestine Land Development Co., eines Vertreters der Exekutive der Jewish Agency, der Vorbesitzer der Konzession sowie des Regierungsvertreters Mr. Andrews, der in diesen Tagen zum stellvertretenden Gouverneur des Norddistrikts ernannt worden war. Die Palestine Land Development Co. hat eine provisorische Leitung für das Hule-Gebiet eingesetzt, die die Bewachung organisieren und die Durchführung der Vorarbeiten übernehmen wird. * Das Gebiet der Hule-Konzession erstreckt sich auf zirka 57.000 metrische Dunam, einschließlich des Beckens des Merom- S e e s, dessen Ausdehnung zirka 17.000 Dunam ist. Die Palestine Land Development Co. hat es übernommen, für die arabisch e n P ä c h t e r, die heute im Bereiche der Konzession den Boden bearbeiten, den für ihren Lebensunterhalt erforderlichen Boden abzu trennen mit der Maßgabe, daß sein Umfang maximal 15.000 metrische Dunam nicht übersteigt; es ist jedoch möglich, daß den Umfang dieses Bodens geringer sein wird. Die Konzessionserwerber haben ferner die Austrocknung des für die arabischen Pächter bestimmten Bodens sowie die Anlage der Bewässerung auf ihm übernommen. Hiezu ist zu bemerken, daß nach der alten Konzession diesen Pächtern ein Terrain von 10.000 türkischen Dunam zustand und sie verpflichtet sind, sich an den Ausgaben der Entsumpfung zu beteiligen; seit dem Kriege und insbesondere in den letzten Jahren hat sich jedoch die Zahl der Pächter vergrößert und der Umfang des von ihnen bearbeiteten Bodens ausgedehnt. Als Ergebnis der Entsumpfung wird sich der See erheblich verkleinern, und für die jüdische Kolonisation werden insgesamt 34.000 bis 37.000 Dunam fruchtbaren Bodens zur Verfügung stehen, der bewässerter und für intensive Bearbeitung geeignet ist. Die Palestine Land Development Company ist bereits vor längerer Zeit mit vielen Siedliings- und Finanzfaktoren in Verbindung getreten. Diese Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Aus den Vorschlägen ist jedoch erkenntlich, daß es keinerlei Schwierigkeiten machen wird, die e r f o rd. e r 1 i c h e n G e I d m i 11 e 1 für die Durchs fiihrung des Werkes zu erlangen. In den Kreisen der mit dieser Angelegenheit befaßten Institutionen, vor allem in der Exekutive der Jewish Agency, sieht man in der Erwerbung des Hulegebietes eine Tat, die die Verwirklichung eines langjährigen Traumes garantiert. Durch die Sanierung eines bedeutungsvollen landwirtschaftlichen Gebietes, das bisher verödet und verseucht war, wird die Möglichkeit gegeben, ein umfangreiches Werk enger jüdischer Amsiedlung durchzuführen, das jahrelang im Gesichtskreis zionistischer Arbeit gestanden' hat. Dr, Simon Rosenbaum in Tel-Aviv gestorben Kurz nach Vollendung seines 75. Lebensjahres verstarb in T e 1 - A v i v der hervorragende zionistische Politiker Dr. Simon Rosenbaum, einst Minister für jüdische Angelegenheiten der litauischen Regierung und später litauischer Konsul in Palästina, Dr. Simon Rosenbaum wurde 1859 in Pinsk geboren, wurde Rechtsanwalt in’ Minsk. 1906 war er Mitglied der ersten' Reichs-Duma, Wegen Unterzeichnung des „V y b o r g e r M a n i f e s t e s“ bei der Auflösung der Duma mußte er mit den übrigen Unterzeichnern eine Gefängnisstrafe von drei Mogajtse© verbüßen.

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